Theresa Leisgang und Raphael Thelen: Zwei am Puls der Erde

Originalausgabe Mai 2021
© 2021 by Wilhelm Goldmann Verlag, München
ISBN 978-3-442-31596–3
ca. 316 Seiten

COVER:

Eine Reise um die Welt und zu sich selbst

Die Angst vor der Klimakrise überschattet immer mehr ihren Alltag. Deshalb brechen Theresa Leisgang und Raphael Thelen zur größten Reise ihres Lebens auf: von Südafrika bis zum nördlichen Polarkreis, 20.000 Kilometer über Land, einmal quer durch alle Klimazonen. Sie wollen herausfinden: Wie gehen Menschen schon heute mit der Klimakrise um? Und was können wir tun? Doch bald zwingt die Pandemie sie zur Einsicht, dass nicht nur das Klima kollabiert, und die beiden begreifen, dass sie selbst Teil des patriarchalen Systems sind, das so viele globale Krisen verursacht. Ein Weiter-so ist keine Option mehr, stattdessen entdecken sie auf ihrer Reise neue Handlungsmöglichkeiten und kehren schließlich mit einer Antwort zurück, die ihr Leben für immer verändert.

REZENSION:

„Zwei am Puls der Erde“ stellte sich mir als Erlebnisbericht da und dementsprechend gespannt war ich auf den Inhalt dieses Werkes von Theresa Leisgang und Raphael Thelen. Ich dachte an eine Weltreise zu den Schauplätzen der Klimakrise mit unmittelbaren Liveberichten über das Leben und Leiden an diesen Plätzen. Somit ein Buch, welches den satten und klimakrisenverweigernden Menschen der oberen Planetenhälfte von den bereits bestehenden Krisen erzählt und bestenfalls davon überzeugt, dass er sich bewusster zu verhalten beginnt.
Genau diesen Ansatz konnte mir das Buch jedoch leider nicht vermitteln. Gut, zu Beginn startete es sogleich sehr interessant und auf dieser Ebene – von Corona gestört, verlagerte sich das Geschehen schnell zurück nach Deutschland und man begleitete die beiden Erzähler eher bei ihren Versuchen, die negativen Erlebnisse und Nachrichten zu bewältigen, da sie sehr von allen Umständen berührt worden zu sein scheinen.
Prinzipiell spricht nichts gegen so eine Vorgehensweise und die erzählerische Darbietung ist auch recht eingängig und locker – dennoch hatte ich mir definitiv erheblich mehr erwartet. Wie gesagt, hätte ich gerne die beiden auf ihren Reisen begleitet und dabei eine Menge über die Krise aus anderen Sichtweisen gelernt. Der Ansatz war vorhanden, das Durchhaltevermögen in diese Richtung leider nicht. Schade, da ein Buch dieser Art definitiv notwendig wäre, um einige weitere Menschen von der Klimakatastrophe überzeugen zu können.
hysterika.de / JMSeibold / 05.12.2021