Markus Heitz: Die Rückkehr der Zwerge (1)

Originalausgabe September 2021
©2021 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-22755-8
ca. 479 Seiten

COVER:

DIE KLEINEN WERDEN ERNEUT DIE GRÖSSTEN SEIN

Hunderte Zyklen sind im Geborgenen Land vergangen. Goimron, der als zwergischer Gemmarius in der Stadt Malleniaswacht arbeitet, ist fasziniert von den alten Zeiten seines Volkes, und so sucht er auf den Märkten immer wieder nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihm Hinweise auf die stolze Geschichte der Zwerge geben.

Dabei gerät Goimron überraschend an ein Buch, das handschriftlich und mit Zwergenrunen verfasst wurde. Aufgrund der Fülle von Details gibt es keinerlei Zweifel: Das Buch muss von Tungdil Goldhand selbst stammen – doch der gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem verheerenden Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Lebt Goldhand etwa noch?

Als Goimron sich begeistert auf die Suche nach dem legendären Zwerg macht, geraten er und seine Gefährten schon bald mitten hinein in uralte Intrigen und brutale Machtkämpfe von skrupellosen Menschen, geheimnisvollen Albae – und Drachen!

REZENSION:

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Markus Heitz abermals seinem erfolgreichsten Volk zuwendet und deren weiteres Leben dokumentiert.
„Die Rückkehr der Zwerge“ ist dabei nicht einfach eine schlichte Fortsetzung, sondern ein geschickt vorgenommener Neustart, der sowohl Kenner der Zwerge-Reihe als auch Neulinge problemlos für sich einnehmen kann.
Interessanterweise klappt dieser hohe Anspruch sogar und man kann ohne als auch mit Kenntnis in die Welt der neuen Figur namens Goimron eintauchen. Dieser wiederum entdeckt ein handschriftlich verfasstes Buch, welches allem Anschein nach von Tungdil Goldhand selbst verfasst wurde. Lebt Tungdil eventuell noch – spricht nicht allein die bereits vergangene Zeit dagegen? Auch Zwerge leben nicht ewig…
Markus Heitz bleibt sich in diesem ersten Band eines zweibändigen Plots erfreulich treu und offenbart eine gut durchdachte Geschichte, welche die Geschehnisse im Geborgenen Land auf eine sehr interessante Weise weiter erzählt.
Die jeweiligen Stämme wirken zerfasert, wenn nicht gar zerstritten – das Land selbst eher dem Untergang geweiht, was sich durch verschiedenste Machtströme nach und nach darzustellen beginnt.
Wie bereits in den damaligen Bänden gibt es auch hier sämtliche Ingredienzen der klassischen Fantasy-Literatur. Goimron ist mir ebenso sympathisch, wie damals der noch junge Tungdil. Gut, er wirkt etwas unentschlossen und muss noch einiges an Selbstvertrauen gewinnen, um in diese großen Fußstapfen treten zu können – nichts desto trotz befindet er sich auf dem richtigen Weg, was sich besonders durch seinen Dickschädel zeigt, der dafür sorgte, dass auch Tungdil nicht unentdeckt blieb.
Heitz lässt die Zwerge erneut in mancher Episode humorvoll auftreten – jedoch in diesem Band nicht mehr ganz so häufig wie in den allerersten Bänden über die Zwerge. Demgegenüber scheut er sich aber auch nicht davor, etwaige Szenen etwas blutrünstiger darzustellen – was dieser Geschichte sichtlich gut tut und auch Freunde der etwas härteren Machart für sich sicherlich überzeugen kann.
„Die Rückkehr der Zwerge“ ist somit eine gelungene Rückkehr in das Geborgene Land mit einer Vielzahl an neuen Charakteren, die geschickt der Story ihren eigenen Stempel aufdrücken und damit das Geborgene Land hochwertig und auf interessante Weise am Leben erhalten.
Da es sich um ein zweibändiges Werk handelt, endet es natürlich mit einem Cliffhanger – in diesem Fall jedoch nicht störend, da es sich hier endlich mal nicht um eine Wartezeit von einem Jahr bis zum nächsten Band handelt, da dieser bereits November erhältlich sein wird.
hysterika.de / JMSeibold / 17.10.2021