Stephen King: The Stand

©1978 by Stephen King
This revised edition first published in Great Britain in 1990 by Hodder and Stoughton
ISBN 978-1-444-72073–0
ca. 1.325 Seiten

COVER:

First come the days of the plague. Then come the dreams.

Dreams that warn of the coming of the dark man. The apostate of death, his worn-down boot heels tramping the night roads. The warlord of the charnel house and Prince of Evil.

His time is at hand. His empire grows in the west and the Apocalypse looms.

REZENSION:

Stephen Kings THE STAND ist eines der frühen Werke des Schriftstellers, der den literarischen Soundtrack meines Lebens geschrieben hat. Stephen King begleitet mich nun schon einen Großteil meines Lebens und ich freue mich auch heute noch immer wie ein kleines Kind auf ein weiteres Werk von ihm.
THE STAND ist dabei ein apokalyptisches Meisterwerk, welches mit dem Ausbruch einer unfassbar schnell tötenden Seuche beginnt und sein Finale in einem beinahe klassisch anmutenden Gut-gegen-Böse-Kampf endet. Dazwischen begegnen wir einer Vielzahl an Persönlichkeiten, die uns von Stephen King mit all ihren Facetten offenbart werden. Dabei lernen wir nicht nur die üblichen Protagonisten kennen, sondern auch sehr detailliert alle Gegenspieler. Kenner des Kingschen Universums werden viele Verknüpfungen zu anderen Werken (insbesondere dem Dunklen Turm) erkennen und somit noch tiefer in seine Welten eintauchen können.
Es hat lange gedauert, bis ich bereit genug war, mich endlich dem englischsprachigen Original widmen zu können. Immerhin benötigt man in einer Fremdsprache erhöhte Konzentration und bei über 1.300 Seiten kommt das erfolgreiche Ziel auch nur langsam in Sichtweise. Nichts desto trotz hat es sich gelohnt und somit konnte mich dieses Werk nach vielen Jahren abermals überraschen, überzeugen und mich für sich begeistern. Gut, mein Lieblingsbuch bleibt unangefochten ES, welches bereits in seiner Originalfassung auf meinem SuB liegt. THE STAND ist dennoch ein großangelegtes Meisterwerk, bei dem sich das Lesen definitiv lohnt. Natürlich gibt es auch hier ein klein wenig zu meckern, da so etwa ab Seite 700 oder 800 gewisse Längen vorhanden sind, die sich erst einige 100 Seiten später wieder zu Gunsten des Antriebs auflösten. Gut, für mich war das der Beweis, dass es nun mit dem Englischen zu funktionieren scheint, denn diesen Gedanken hatte ich bereits damals bei der deutschen, ungekürzten Fassung.
Alles in allem ist es jedenfalls ein durchweg zu empfehlendes Buch, welches mit Sicherheit für eine nicht gerade geringe Anzahl an apokalyptischen Endzeitromanen Pate stand.
hysterika.de / JMSeibold / 28.11.2021

Stephen King: Wolves of the Calla

©2003 by Stephen King
This paperback edition published in 2012 by Hodder & Stoughton
ISBN 978-1-444-72348-9
ca. 771 Seiten

COVER:

Determined to reach the Dark Tower, gunslinger Roland and his companions emerge from the forests in the Mid-World on a path that leads to a tranquil valley community of farmers and ranchers in the borderlands.

Beyond the town, the rocky ground rises towards the dark source of affliction. Danger is imminent – the Wolves of the Calla are gathering once again, their unspeakable depredation poised to threaten the soul of the community. Roland and his companions must venture all as they face an unknown adversary. And the future of the Mid-World once again faces crimson chaos.

Wolves of the Calla is the magnificent fifth novel in Stephen King’s epic Dark Tower series that continues to captivate processions of readers.

AND THE TOWER IS CLOSER …

REZENSION:

Wenn man bei einem Epos von einem Lebenswerk sprechen kann, dann ist es sicherlich die Reise Rolands in Richtung des Dunklen Turms. Diese Werke begleiten nicht nur den Autor bereits seit mehreren Jahrzehnten, sondern auch Leser wie mich, die ebenfalls 30 Jahre benötigten, um Roland bis zum Ende seiner Reise begleiten zu dürfen.
Der Dunkle Turm ist dabei jedoch auch ein Gesamtkunstwerk, welches eine Vielzahl von Werken Kings miteinander verknüpft und durch den Mut, auch verschiedene Genre miteinander zu verweben, etwas ganz Besonderes in der Welt der Literatur darstellt.
Der Dunkle Turm ist Western, Horror, Fantasy, Thriller, Liebe, Science Fiction, Dystopie und noch vieles mehr in einem. Gleichzeitig uneingeschränkt philosophisch und zum Nachdenken anregend.
In „Wolves of the Calla“ treffen wir nicht nur auf den Priester aus Salems Lot sondern begeben uns auch des Öfteren nach New York, um die Fäden in Richtung Turm auf den richtigen Weg zu bringen. Schlussendlich wird gemeinsam mit den Dorfbewohnern der Calla gegen die regelmäßig kommenden Wölfe gekämpft, um diesen endgültig klar zu machen, dass die Bürger es nicht mehr länger akzeptieren, dass in gewissen Abständen Kinder als Opfer abgeholt werden.
Die Story ist unglaublich dicht und grandios erzählt. Selbst durch die bei mir etwas angespannte Konzentration beim Lesen in der Originalsprache konnte mich nicht davon abbringen, förmlich an die Seiten geheftet zu sein. Wolves oft he Calla ist definitiv einer der stärkeren Bände der Werke um den Dunklen Turm. Die Figuren werden einem immer vertrauter und der Turm rückt ungebremst näher, auch wenn in diesem Werk weder der Mann in Schwarz noch der Turm selbst eine Rolle gespielt hat. Das ka-tet ist hierin selbst für die weitere Entwicklung verantwortlich und stellt sich diesem Anspruch auch ohne besondere Einwände. Dabei werden sie ihrem Ruf gerecht und zeigen die Stärke einer zusammengewachsenen Gemeinschaft.
Kennt man Stephen King, weiß man jedoch auch, dass solche Verflechtungen – wie im realen Leben – auch erneut brüchig werden können und somit immer zu pflegen sind.
Wer sich dem Dunklen Turm stellt kommt natürlich auch nicht an diesem Werk vorbei. Während der vierte Band viel aus dem Leben Rolands erzählte, begleiten wir hier wieder das Team auf ihrem Weg in Richtung Zentrum der Balken. Der Weg ist das Ziel und hier leuchtet der fünfte Band förmlich, da er durchgehend Lesefreude bereitet und man spätestens jetzt die Gefährten in das Herz geschlossen hat. Trotz ihrer persönlichen Unterschiede agieren sie hier als geschlossene Einheit und bauen dabei das Selbstvertrauen der Farmer auf, um sich gemeinsam mit ihnen deren Feinden zu stellen.
Sollte jemand neu einsteigen wollen: Vor Lesen dieses fünften Bandes hilft es übrigens ungemein, wenn man Salem’s Lot („Brennen muss Salem“) bereits kennt, da hier in diesem fünften Band Pater Callahan eine nennenswerte Rolle spielt und man seine Verweise in Richtung Barlow und dem kleinen Städtchen Salem nur durch Kenntnis des genannten Buches verstehen wird.
Hysterika.de/JMSeibold/17.01.2021

Ken Follett: The Pillars of the Earth

© Ken Follett 1989
ISBN 978-0-330-45013-3
ca. 1.076 Seiten

COVER:

Set in the turbulent times of twelfth-century England when civil war, famine, religious strife and battles over royal succession tore lives and families apart, The Pillars of the Earth tells the story of the building of a magnificent cathedral.

Against this richly imagined backdrop, filled with intrigue and treachery, Ken Follett draws the reader irresistibly into a wonderful epic of family drama, violent conflict and unswerving ambition. From humble stonemason to imperious monarch, the dreams, labours and loves of his characters come vividly to life. The Pillars of The Earth is, without doubt, a masterpiece – and has proved to be one of the most popular books of our time.

REZENSION:

Das vorliegende Buch hatte ich mir zur Verbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse vor etwa 10 Jahren bei einem Besuch in Dublin gekauft. Da ich bereits die deutschsprachige Version kannte, dachte ich mir wohl, es würde nicht schaden, mich diesem umfangreichen Schmöker noch einmal im Original zu widmen. Nun, die Jahre zogen an mir und an diesem Buch vorbei – nun endlich zerrte es an mir und durch den mittlerweile recht erfolgreichen Genuss von mehreren bis dato mir unbekannten Werken im Original anderer Autoren, dachte ich mir, es wäre nun an der Zeit mich diesem großartigen Werk zu widmen.
Wie man nun bereits herauslesen kann, spreche ich von einem großartigen Werk – denn nichts geringeres ist Ken Follett mit diesem Band gelungen. Die Geschichte ist bestimmt jedem bereits ein Begriff und durch die sehr geschickte Vorgehensweise des üblicherweise als Thriller-Autor auftretenden Follett kann es nahezu jeden Leser – unabhängig seiner normalen Genrevorliebe – überzeugen.
Der Bau der Kathedrale ist beinahe Nebenschauplatz – vielmehr geht es um die üblichen Intrigen der Mächtigen und dem täglichen Überlebenskampf der sehr sympathisch gezeichneten „normalen“ Leute. Arm trifft auch Reich, Gewalt dient als vielgenutztes Lösungsmittel, Unterdrückung von Menschen scheint ganz normal, Frauen trifft dies noch härter – das Mittelalter mit all seinen Facetten und ohne rosa Brille von Follett dargelegt. Gleichzeitig achtet er dennoch auf ausreichenden Unterhaltungswert und lässt seine Erfahrung als Thrillerautor geschickt einfließen. Ab und an greift auch er in die Zauberkiste und konstruiert ein klein wenig zu seinen Gunsten, was sich aber in seiner Gänze nicht wirklich zu Lasten seiner gesamten Konstrukts auswirkt. Einfach ein herausragendes Werk, was mir nun durch den Genuss im Original noch einmal bestätigt worden ist, da ich mich bei leserischen Ausflügen in diese Sprache immer noch etwas stärker konzentrieren muss als in meiner eigenen Muttersprache. Aus diesem Grund muss eine Geschichte antreiben, da ich sonst durch meine etwas langsamere Lesegeschwindigkeit, gepaart mit dem erhöhten Konzentrationsaufwand beim Auftreten von Längen recht schnell die Lust verlieren würde. Follett lässt dies niemals zu und sorgt für einen konstanten Lesegenuss.
Ich kann es somit nur empfehlen und bin direkt am Überlegen, ob sich die nachträglich entwickelten Bände eventuell ebenfalls lohnen könnten.
Jürgen M. Seibold/13.08.2020

Joe R. Lansdale: Act of Love

©1981 by Joe R. Lansdale
ISBN 0-7867-0288-5
ca. 319 Seiten

COVER:

In the hard-boiled tradition of Jim Thompson, Joe R. Lansdale burst onto the mystery scene with Act of Love. In this tautly plotted story of a modern Jack the Ripper’s spree in Houston, Lansdale creates a powerful combination of crime, police work, and social commentary – all with an eye for graphic detail. With each new victim the serial killer picks out, the nerve-breaking manhunt for “The Houston Hacker” moves toward a shocking and grisly finale. Lansdale’s graphic style is the dark heart of this book, its violence grim and informed and experimental.

Act of Love, a contemporary classic of crime fiction, is a collector’s item for his old fans and essential reading for his new ones.

REZENSION:

Act of Love ist ein aus heutiger Sicht typischer Serienkiller-Thriller – wenn man sich jedoch vor Augen hält, dass dieses Debüt von Joe R. Lansdale aus dem Jahre 1981 ist, wird einem recht schnell bewusst, dass es zur damaligen Zeit etwas Besonderes darstellte. Die typische Vorgehensweise hat sich noch nicht manifestiert – lediglich einige namhafte Autoren, wie z.B. Robert Bloch, widmeten sich diesem Sujet.
Dementsprechend schwierig war es sicherlich für diesen aufstrebenden Schriftsteller, seinen ersten spannungsgeladenen Roman unter das Volk zu bringen. Das im Buche befindliche Nachwort des Autors bestätigt dies sogleich. Er war somit seiner Zeit weit voraus. Darüber hinaus ist seine Hauptrolle von dunkler Hautfarbe, was ja leider teilweise noch heute immer noch ein Thema in dieser unfairen Welt zu sein scheint, beziehungsweise ist. Anfang der 80er sicherlich mitten in den Staaten ein zusätzliches Problem, um ein Debüt veröffentlichen zu können. Niemand – ganz besonders sicherlich Lansdale selbst nicht – konnte ahnen, wie sich der Output dieses Schriftstellers noch entwickeln wird. Act of Loveoffenbart zumindest schon erste zarte Hinweise auf die noch kommende Qualität dieses bei uns leider viel zu unbekannten Schriftstellers.
Act of Love ist, wie bereits erwähnt, ein Serienkillerroman im Fahrwasser des guten alten Jack The Ripper – lediglich in unsere Zeit gebracht. Lansdale erzählt dabei geschickt, durchweg spannend und scheut sich nicht vor der grafischen Darstellung der aufkommenden Brutalität beim Tötungsakt.
Sein Ende ist wie einem typischen Film entnommen und enttäuscht ein klein wenig – der Weg dorthin lässt einen jedoch darüber hinwegsehen, da er sich absolut abwechslungsreich und rundum spannend vor dem Leser ausbreitet.
Kurzum ein richtig gutes Debüt eines Autoren, der sich in den folgenden Jahren nicht nur durch seine Vielfalt sondern auch durch seine hohe Qualität einen großen Namen machen konnte.
hysterika.de/19.07.2020

HYS099 – Bullshit

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