Dee Brown: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses

Originaltitel: Bury My Heart at Wounded Knee
Aus dem amerikanischen Englisch von Helmut Degner
New York: Holt, Rinehart and Winston 1970
© Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1972
© dieser Ausgabe 2012 Anaconda Verlag GmbH, Köln
ISBN 978-3-86647-836-7
ca. 542 Seiten

COVER:

Kaum ein zweites Buch hat den Blick der Amerikaner auf die Geschichte ihrer Nation so radikal verändert wie Dee Browns Bestseller „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“.
Fernab aller Wildwest-Romantik erzählt Brown in farbiger, kraftvoller Prosa von der Besiedlung des amerikanischen Westens aus der Sicht der „Native Americans“, führt ergreifend die grausame Gier der weißen Siedler und den verzweifelten Kampf der Indianerstämme gegen die skrupellose Landnahme vor Augen. Die Leser der New York Times kürten Browns 1970 erstmals erschienenen Tatsachenbericht zu einem der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts.

REZENSION:

Dee Brown arbeitete als Reporter und wurde danach Lehrer und Bibliothekar. Er wuchs in Arkansas auf und freundete sich zu dieser Zeit mit zahlreichen Indianern an. Ihm wurde dabei bewusst, dass die Darstellung dieser Völker in nahezu allen amerikanischen Filmen nicht der Realität entsprach.
Mit seinem bahnbrechenden Werk „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“ konnte er für eine erheblich höhere Wertschätzung der Indianer sorgen. Es handelt sich dabei um eine Darstellung der Besiedlung Amerikas aus Sicht der damaligen Ureinwohner.
Seine Darstellung ist dabei sehr trocken aufgeführt. Er beschreibt lediglich eine Spanne von circa 30 Jahren und zeigt dabei deutlich, dass diese kurze Zeit für die nahezu vollkommene Auslöschung der Indianervölker ausgereicht hatte. Die „Weißen“ zeigten sich deutlich als skrupellos und rücksichtslos gegenüber die vermeintlichen „Wilden“.
Das erschreckende in diesem Buch zeigt sich deutlich von Kapitel zu Kapitel: Dee Brown erzählt historisch korrekt und von verschiedenen Stämmen. Gleichzeitig wirkt jedes einzelne Kapital wie das vorherige. Hierdurch verstärkt sich die Problematik und der Irrsinn der Landnahme unter Ausrottung dieser Völker. Man benötigt dadurch etwas länger, um dieses Werk zu lesen – dies ist absolut diesem erschreckenden Umstand geschuldet, dass wir „Weißen“ absolut keine Rücksicht auf andere Völker nehmen und nur egoistisch agieren. Ich sage hier bewusst „wir Weißen“, da man sich nicht einfach zurücklehnen kann und auf die ach so bösen Amerikaner verweisen kann – nein, hier handelte es sich immer noch sehr stark um Einwanderer aus Europa und somit um unsere Vorfahren. Keiner ist hierbei ohne Schuld und man kann sicherlich dieses nachdenkliche Buch in den verschiedensten Ländern platzieren.
Dee brown hat es geschafft, den amerikanischen Ureinwohnern eine echte Stimme zu geben. Meiner Meinung nach sollte dieses Buch in den Schulen der Vereinigten Staaten zur Pflichtlektüre werden. Ein kleines niedergeschriebenes Denkmal für sehr naturverbundene Völker, die unseren Planeten sicher im Einklang mit ihm bewohnten und dabei von technisch mächtigeren Völkern aus der alten Welt nahezu vernichtet worden sind.
Ein reales Szenario, welches nicht nur den Amerikanern einen Spiegel vor hält.
Hysterika.de/JMSeibold/14.04.2021

Dan Brown: Inferno

Brown-InfernoOriginaltitel: Inferno
Vollständige e-Book-Ausgabe des in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG erschienenen Werkes.
Originalausgabe: © 2013 by Dan Brown
Deutschsprachige Ausgabe: © 2013 by Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
ISBN 978-3-8387-3026-4
Kindle-Edition: 19,99 €

REZENSION:

Abermals legt Dan Brown ein Werk um seinen sympathisch wirkenden Symbolforscher Robert Langdon vor und lässt uns in eine Gedankenwelt eintauchen, die bereits des öfteren in hochspannenden Werken verwendet worden ist: Dantes Göttliche Komödie.
Dieses Werk ist der Schlüssel auf der Suche nach dem Widersacher Langdons, der sehr interessant wirkende aber gleichzeitig dramatische Ziele verfolgt.
In INFERNO spielt Dan Brown neben Dantes Werk mit dem Umstand, dass unsere Welt sich relativ schnell dem eigenen Abgrund nähert: Die steigende Weltbevölkerung gepaart mit sinkenden Ressourcen.
Die dabei entstehenden und von Dan Brown geschickt dargelegten Thematiken lassen den Leser auch am Rande dieses Buches darüber nachdenken – davon abgesehen schafft er es aber nicht nur lehrreich zu sein, sondern auch einen einigermaßen spannenden Thriller vorzulegen, der mit Sicherheit wieder zu einem Blockbuster wird.
Nichts desto trotz ist Langdons vierter “Fall” von der Machart her ein wenig zwiespältig zu betrachten: Zum Einen fehlt ihm ein klein wenig mehr Spannung und zum Anderen wirkt es bisweilen so, als ob Dan Brown einen Romanbaukasten besitzt, dessen Inhalt ihm zu seinen Romanen behilft – wodurch diese sich aber mehr und mehr ähnlich werden.
INFERNO ist interessant und eingängig geschrieben – das Thema lässt nichts zu wünschen übrig und die lehrreiche Beschreibung aller Örtlichkeiten lässt absolut nichts missen. Hier ist Dan Brown ein wahrer Meister und man kann seiner detaillierten Beschreibung nur nickend zustimmen, wenn man selbst schon einmal den ein oder anderen Ort im “realen Leben” gesehen hat.
Dadurch macht auch vorliegender Roman abermals recht viel Spaß – Dan Brown muss aber so langsam aufpassen, die Erlebnisse Robert Langdons etwas mehr zu variieren, damit der Baukastengedanke wieder mehr in den Hintergrund treten kann.
Alles in allem abermals ein unterhaltsamer Roman mit dezenten Spannungselementen, die jedoch für den Mainstream sicherlich zumeist ausreichend sind.
Jürgen Seibold/10.06.2013

 

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