Tanya A. Wegberg: Herzbesetzer

Dead Soft Verlag
 

COVER:

Was, wenn du einen Menschen getötet hast? Was, wenn dieser Mensch dein kleiner Bruder war? Und was, wenn jemand versucht, seine Stelle einzunehmen? Eindringlich, entwaffnend ehrlich und mit schrägem Humor erzählt Julian von sich und Anoki, dem verlassenen Anarchojungen, der als Pflegekind in sein Elternhaus einzieht. Der „Ersatzbruder“ sorgt nicht nur durch leer gefressene Kühlschränke, dubiose Einnahmequellen und ein reichlich unkonventionelles Rechtsverständnis für Aufregung in der Familie, sondern reißt Julian auch unbekümmert aus dessen emotionaler Vakuumverpackung, ohne zu ahnen, was er dadurch freisetzt … “Herzbesetzer“ ist ein temperamentvoller Roman über Begehren und Bedenken, Verlustangst und Verlobungsfeiern, über familiäre Folter und geschmacklose Grabgestaltung. Und er macht dem Leser deutlich, warum man für einen geliebten Menschen nicht nur alles tun, sondern auch manches lassen sollte

REZENSION:

Dieser Roman beginnt mit einer Art Ritual – mit etwas, das immer zu einem bestimmten Zeitpunkt gemacht wird. Nun könnte man denken, dass das irgendwann so was wie normal geworden wäre – wenn es sich nicht um ein Familienessen zum Todestag eines Angehörigen handelte, dem des jüngsten Sohnes und kleinen Bruders des 24-jährigen Ich-Erzählers Julian.
Mit Alltag hat das Wiederkehrende also nichts zu tun – schon gar nicht, weil Julian die Schuld daran eingeimpft wird, er habe den Unfall, bei dem Benny starb, verursacht.
Tröpfchenweise – mal durch einen Blick, dann eine Geste oder gar verbal- wird er, trotz eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens gegen ihn, welches eingestellt wurde, von seinen Eltern angeklagt. Und er versucht sich selbst zu rechtfertigen…
Warum übermannte ihn die Müdigkeit nach einem Discobesuch? Warum schlief er am Steuer ein? Und warum – warum, hatte er sich von seinen minderjährigen Bruder überhaupt überreden lassen ihn mitzunehmen?
Julians Leben hatte sich danach in einer Grauzone eingependelt und war zu einer Tristesse geworden – er war geduldet und erduldete das wiederum. Selbst als er längst ausgezogen war und Neuruppin den Rücken gekehrt hatte, konnte er nicht nach vorne blicken.
Von einem Job und einer Wohnung in Berlin hatte sich Julian ein anderes Vergessen versprochen – doch die Erinnerungen an Geschehenes verfolgten ihn ständig…
Einerseits gab es keine Kompromisse, sondern nur schwarz oder weiß, und andererseits lebte er trotzdem genau in diesem Zwischenraum – vertrieben aus dem Paradies der elterlichen Zuneigung, weil er eine Art Kainsmörder war. Zwar anders als Abel – denn er liebte Benny und hätte ihm nie etwas angetan – doch er war zum Brudermörder geworden.
Umso entsetzter war Julian, als ihm seine Familie eines Tages offerierte, dass sie ein Pflegekind aufnehmen werden; einen Jungen im Alter wie Benny – was natürlich meinte, einen, der jetzt so alt ist, wie Benny es war als das Unfassbare passierte. Für Julian unbegreiflich… Was sollte das? Ein Ersatz in einer Lücke, die nicht zu schliessen war?
Doch dieses Mal wurde kein grau geduldet – schwarz oder weiß! Das hieß: Keine Einwände, keine Diskussionen, Julian hatte Entscheidungen mitzutragen, sich jedoch vorher rauszuhalten, sie mitzutreffen.
Und so kam Anoki ins Spiel – ein 14-jähriger, pubertierender, verlassener bunter Paradiesvogel, ausgesetzt von seinen Eltern an einer Autobahnraststätte,  der so partout nicht in das kleinbürgerliche Kleinstadtleben passen wollte und der zudem Julian überhaupt nicht in sein Leben passte. Was sollte er bitteschön mit einem Ersatzbruder? Zudem mit einem, der unkonventionell war, dessen Rechtsverständnis sehr frei und zu seinen Gunsten von ihm interpretiert wurde, der sonderbare Geldquellen auftat und der außerdem einen sehr eigenen Stil hatte…
Während Anoki Julians Eltern schon bald über den Kopf wuchs mit seinen Eskapaden, grub sich dieser Junge immer tiefer in seine Gedanken, bis er kaum mehr einen anderen fassen konnte.
Und dann besetzte Anoki auch noch Julian Herz – „Herzbesetzer“ eben…
Ein Titel, der hervorragend zu der Geschichte über das sehr einnehmende Wesen des Heimkindes passt, in das sich sein Pflegebruder, der schon bald zu seinem Ziehvater werden soll, auch noch verliebt…
Dabei kann man diesem Roman jedoch an keiner Stelle den Stempel einer Pädophilen-Story aufdrücken. Vielmehr handelt dieses Buch von verworrenen, verwirrenden Familienkonstellationen, der Suche Halt bei jemandem zu finden und natürlich von Liebe; wobei dies keine romantische Schnulze ist, sondern eher den Weg zweier junger Männer beschreibt, die beide lernen müssen Verantwortung zu übernehmen…
Tragisch-komische Situationen, geschildert mit viel Ironie – dieses Buch zeichnet sein schwarzer Humor aus. Und letztlich wird sich auch jeder für eine Seite entscheiden…
Plädoyer: Facettenreich an Emotionen. Dieser Roman ist für mich wie eine Achterbahnfahrt – spannend die ganzen Höhen und Tiefen der Figuren mitzuerleben…

Nach „Memory Error oder Wie mein Vater über den Jordan ging“ knüpft T. A. Wegberg an das Erfolgskonzept moderner Sprache an.
Diese Bücher verbieten sich keiner Worte, sondern erlauben sich etwas so zu sagen, wie man es auch von Angesicht zu Angesicht ausdrücken würde – klare Aussage: Dadurch gewinnen nicht nur der Schreibstil des Autoren, sondern auch die Figuren an Persönlichkeit!

Ich kann nur jedem dieses im Dead Soft Verlag erschienene Buch (ISBN 978-3-934442-56-6) nahe legen – es wird auch Dein/Ihr Herz besetzen…
Miriam Stephanie Reese
(Mai 2010)  

Margaret Skjelbred: Die Perlenkönigin

Originaltitel: Gulldronning, Perledronning
Übersetzung: Sigrid Engeler
Deutsche Erstausgabe Januar 2006
c 2004 Tiden Norsk Forlag, Oslo
c 2006 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 239 Seiten / € 14,–
 

COVER:

Er weiß, es ist an der Zeit. Seine Geschichten können das Kind nicht länger beschützen … Die kleine Signhild wächst auf dem Hof ihres Großvaters Havard auf. Noch ahnt sie nichts von dem dunklen Familiengeheimnis. Doch sie wird es erfahren. Und ihr Großvater weiß, dass es nur ihm gelingen kann, sein kleines Mädchen von einer schrecklichen Erinnerung zu befreien und ihm so einen Weg ins Leben zu bahnen

“Die Perlenkönigin” erzählt die Geschichte einer jungen Frau. Schon ganz früh hat sie Dinge erlebt, die in Sprache zu fassen weh tut. Aber sie findet den Weg zurück ins Leben und schafft es schließlich zu sagen: “Ich bin.”
Auf eindringliche Weise erzählt Margaret Skjelbred von menschlichen Schicksalsschlägen: von verschmähter Liebe und Tod, von Gewalt in der Familie und von der versöhnenden Kraft der Liebe.

Margaret Skjelbred hat sich in Norwegen mit ihren Gedichtsammlungen als populäre Lyrikerin etabliert. 1997 debütierte sie erfolgreich mit dem ersten Teil einer Romantrilogie, „Lerchenherzen“. 1998 folgte der zweite Teil „Windgesang“, 2000 der dritte und letzte Teil der Trilogie „Elfenecho“. 2004 erschien der Roman „Die Perlenkönigin“, der in Norwegen sofort nach Erscheinen die Bestsellerliste stürmte.

REZENSION:

„Ich heiße Signhild. Meine Mutter hat meinen Stiefvater mit einem Messer getötet, aber ich kann nichts dafür.“ – Signhild sitzt am Sterbebett ihres geliebten Großvaters und erinnert sich an ihren achten Sommer, den Sommer, in dem sie erfährt, dass sie eine eigene Geschichte hat. Mit wachen Augen und kindlichem Staunen erzählt Signhild von ihrem Leben mit ihrem Großvater auf einem abgelegenen Hof. Auf der Welt scheint es nur sie beide zu geben, und die Figuren aus den Geschichten, die sich der Großvater unermüdlich für die kleine Signhild ausdenkt. Doch die Idylle der beiden wird gestört durch die „Nachtbilder“ von Signhild, die wie dunkle Schatten immer wieder in ihren Träumen auftauchen. Erst nur vage und verschwommen, aber gleichzeitig beklemmend und quälend, da Signhild die Bilder nicht zu deuten weiß. Doch mit der Zeit werden die Bilder deutlicher und setzen sich ganz allmählich wie ein Puzzle zusammen. Das vollständige Bild des schrecklichen, zwei Jahre lang vom Großvater sorgsam gehüteten Familiengeheimnisses, erschließt sich dem Leser erst in dem Moment, in dem Signhild mit der Beschreibung jenes Sommers und der Großvater mit der der Familiengeschichte zu Ende kommt. Die unglaubliche Spannung dieses Romans entsteht durch den „alten Trick“, dass mehrere Geschichten gleichzeitig erzählt werden und immer im spannendsten Moment von einer in die nächste gewechselt wird. Nicht nur, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte, weil man unbedingt wissen „muss“ wie diese Geschichte weitergeht, man wird auch einem wahren Wechselbad der Gefühle ausgesetzt. In einem Moment, taucht man ein in die behütete Kindheit von Signhild, die eingebettet ist in die grenzenlose – schon fast beneidenswerte – Liebe ihres Großvaters. Im nächsten Moment wird man jäh herausgerissen und befindet sich mitten in der Familiengeschichte, in der Schicksalsschläge dominieren und wenig Platz für Liebe ist. Dann wieder befindet man sich plötzlich in der verstörenden Welt von Signhilds „Nachtbildern“. Bei aller Betroffenheit angesichts der tragischen Ereignisse, bleibt am Ende doch die Hoffnung, dass es möglich ist, sich von der Hypothek vorangegangener Generationen zu befreien.
Die Perlenkönigin ist ein eindringliches, intensives und unglaublich fesselndes Buch, wie ich schon lange keines mehr gelesen habe.
Susanne Mayer für Hysterika, 26.04.2006

Madeleine Harstall: Die Brückenbauerin

Originalausgabe März 2006
c 2006 by Knaur Taschenbuch
ca. 446 Seiten / € 8,95

COVER:

Thea stößt bei Recherchen zu ihrer Abschlussarbeit über Brückenbau auf den Namen ihrer eigenen Ururgroßmutter Fedora. Deren Mann hatte einst auf der Insel Usedom eine berühmte Brücke gebaut, die später einstürzte und unzählige Menschen in den Tod riss. Allmählich wird Thea klar, welche Rolle Fedora damals spielte, und sie entdeckt das Geheimnis ihrer Vorfahrin, das wie ein Fluch noch auf ihren Töchtern und Enkelinnen zu lasten scheint…

REZENSION:

„Die Brückenbauerin“ ist klassisch auf zwei Erzählebenen angelegt. Da ist einmal die Geschichte von Thea und Janek, die in der Gegenwart angesiedelt ist, und auf der anderen Seite die Familienchronik ihrer gemeinsamen Vorfahrin, Fedora, die Ende des 19. Jahrhunderts beginnt. Doch was sonst oft spannungsfördernd ist, wirkt hier eher störend. Das mag daran liegen, dass mich persönlich die Geschichte von Thea und Janek nicht besonders zu fesseln vermochte, und ich zu den beiden Figuren keinerlei Beziehung aufbauen konnte und letztendlich auch nicht wollte. Es wird nicht so ganz klar, ob es sich nun eigentlich um einen Liebes- oder doch eher einen Spionageroman handeln soll, doch beide Genres sind nicht besonders überzeugend umgesetzt. Die Familienchronik von Fedora hingegen fand ich sehr spannend, denn da wird ziemlich anschaulich das Leben in einer äußerst aufregenden Zeit beschrieben – es gibt noch keine Glühbirnen, Kühlschränke oder Staubsauger, dafür liegt aber ein ungeheurer Wissens- und Forscherdrang in der Luft, der auch für den Leser von heute noch spürbar wird. All die Dinge, die für uns heute so selbstverständlich sind, wurden dank der Neugier und Experimentierfreudigkeit dieser Menschen erfunden, die sich auch von unvermeidlichen Rückschlägen nicht entmutigen ließen. Das gilt natürlich nicht nur für die Technik sondern auch für die Medizin. Obwohl diese Zeit eigentlich noch gar nicht so weit zurück liegt, glaubt man sich in eine andere, ferne Welt versetzt, wenn man miterlebt, mit welchen Schwierigkeiten Frauen zu kämpfen hatten, die ihr Leben ebenfalls der Wissenschaft verschreiben wollten – Fedora als Ingenieurin und ihre Tochter Elsie als Ärztin – und welchen hohen Preis diese intelligenten und mutigen Frauen für diese Entscheidung bezahlen mussten. Wenn dann die Erzählung wieder in die Gegenwart zu Thea und Janek wechselt, war ich manchmal fast ein bisschen ungehalten und habe mich von den beiden regelrecht gestört gefühlt.
Fazit: „Die Brückenbauerin“ ist auf jeden Fall ein spannendes Buch, das auch ein bisschen nachdenklich macht – über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und darüber, wie sich Schicksale oder zumindestens bestimmte Muster innerhalb einer Familie über Generationen hinweg wiederholen können, was oft erst durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte – so wie Thea das für ihre Diplomarbeit macht – erkennbar wird.
Susanne Mayer für Hysterika, 16. Juli 2006

Madeleine Harstall: Das Geheimnis der Gräfinnen

c 2004 by Knaur Taschenbuch

COVER:

Im Sommer 2004 reisen Richard und Zilla von Genf nach Zingst in Nordvorpommern, wo Zillas Mutter, die Gräfin Rosalie, ein Trakehnergestüt leitet. In der Ehe der beiden kriselt es, und Zilla ahnt nicht, dass Richard ein düsteres Familiengeheimnis vor ihr verbirgt. Zillas Verhältnis zu ihrer Mutter ist schwierig, denn Zilla hat ihr nie verziehen, dass sie ihre Tochter in den 80er-Jahren in den Westen geschmuggelt hatte, so dass diese nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihre Kindheit an der Ostsee zwischen Dünen, Meer und Wolken verlor. Und nun hat ihre Mutter vor, ihrem Schwiegersohn die Leitung des Gestüts anzuvertrauen. Dieser aber wehrt sich zunächst. Der Grund: Richards Großvater hat in Ostpreußen ein furchtbares Verbrechen begangen…

Madeleine Harstall wurde 1958 in Genf geboren. Sie studierte Germanistik und Sprachen und lebt in Wangen im Allgäu.

REZENSION:

Die im Klappentext angekündigten Themen: dunkles Familiengeheimnis und Mutter-Tochter-Konflikt lassen eine spannende Lektüre erwarten. Als Leser freut man sich auf eine Geschichte, die auf zwei Ebenen – Gegenwart und Vergangenheit – erzählt wird, und die sich erst nach und nach wie ein Puzzle zusammensetzt, so dass man das Buch erst wieder aus der Hand legen möchte, wenn man das ganze Bild kennt. Im Prinzip trifft das auch auf diesen Roman zu, allerdings wird die Geduld des Lesers streckenweise doch auf eine ziemlich harte Probe gestellt, denn bevor man zum nächsten Puzzle-Teil kommt, muss man – teilweise ziemlich langatmige – Ausführungen über die Landschaft (Nordvorpommern) und die Pferdezucht über sich ergehen lassen. Vielleicht habe ich mich aber auch nur deshalb durch diese Exkurse so ausgebremst gefühlt, weil diese Themen mich persönlich nicht unbedingt fesseln. Doch damit nicht genug, der Leser wird zudem noch mit jeder Menge geschichtlicher Daten und Details zum 2. Weltkrieg überschüttet, Stoff genug für einen eigenen – wahrscheinlich sogar ziemlich interessanten – Roman. Aber ich wollte ja eigentlich einem Familiengeheimnis auf die Spur kommen und diesen Mutter-Tochter-Konflikt verstehen, und nicht meine Geschichtskenntnisse erweitern. Man hat das Gefühl, dass Frau Harstall befürchtet haben könnte, dass sie in ihrem ganzen Leben nur ein einziges Buch schreiben kann oder wird, und deshalb in diese 414 Seiten alles hineinpacken muss, was sie auf dieser Welt für wichtig, interessant und erzählenswert hält. Dem Leser wird dadurch einiges an Flexibilität und Toleranz abverlangt. Kaum glaubt man aus diesem Informationswust ein weiteres Puzzle-Teil herausgepickt zu haben, muss man erkennen, dass alles dann doch ganz anders ist, als man – und auch die Protagonisten des Romans – gedacht hat. Irgendwie gelingt es der Autorin aber dennoch, immer wieder gerade noch rechtzeitig zur „eigentlichen“ Geschichte zurückzukommen, so dass man dann doch bis zum Ende dabei bleibt.
Fazit: Für meinen Geschmack wäre weniger auf jeden Fall mehr gewesen. Doch trotz der epischen Abschweifungen ein ziemlich spannendes Buch.
Susanne Mayer für Hysterika, 28.09.2006

Cecilia Ahern: P.S. Ich liebe Dich

Originaltitel: P.S. I love you
Übersetzung: Christine Strüh
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Krüger Verlag
ca. 416 Seiten

COVER:

Der Plan war einfach: zusammenbleiben, ein Leben lang. Doch nun ist Gerry tot. Gehirntumor. Und Holly, erst 29, bleibt alleine zurück. Wie soll sie nun weitermachen? Alles scheint zu Ende. Da taucht ein Paket mit Briefen auf: von Gerry, geschrieben in seinen letzten Lebenstagen, für Holly, für die nächsten Monate. „Werde Karaoke-Queen, Holly! Suche Dir endlich einen interessanten Job, Holly! Greif nach den Sternen, Holly! Und P.S: Ich liebe Dich!“. Holly lacht, weint, und tut, was Gerry schreibt: sie lernt, wer ihre wahren Freunde sind. Sie lernt, sich ein wenig neu zu verlieben und macht mit jedem Brief eine Schritt in ein neues Leben und ein neues Glück.

Die Autorin:

Cecilia Ahern, geboren 1981, ist die Tochter des irischen Ministerpräsidenten. Sie studierte in Dublin Film, Journalismus und Medienkommunikation. Ihr erster Roman „P.S. Ich liebe Dich“ erschien 2004 und führte in der irischen sowie in der britischen Sunday Times die Bestsellerlisten an. Der Roman wurde in 50 Länder verkauft und erschien in 15 Sprachen. Die Filmrechte wurden von Warner Brothers erworben. Bisher erschienen von Cecilia Ahern außerdem die Romane „Für immer vielleicht“ (2005) und „Zwischen Himmel und Liebe“ (2006).

REZENSION:

Cecilia Ahern nimmt den Leser mit auf eine Reise in der Achterbahn der Gefühle ihrer Hauptfigur Holly. Das Leben scheint für die junge Frau zu Ende zu sein, noch bevor es richtig angefangen hat, zumindestens bis sie die Briefe in den Händen hält, die Gerry ihr noch vor seinem Tod geschrieben hat: zwölf Stück, für jeden Monat einen. Begleitet von ihrer Familie und ihren Freunden macht sich Holly auf den Weg zurück ins Leben, zuerst an der Hand von Gerry und seinen Briefen, bis sie dann ganz allmählich lernt, ihren Weg alleine zu gehen. Man kann eigentlich gar nicht anders als mit ihr zu weinen und zu lachen, manchmal zwei Schritte vor und wieder einen zurück zu machen, gespannt zu sein auf den nächsten Monat, den nächsten Brief, ihre nächste Aufgabe und darauf, ob und wie sie sie meistern wird. Der Leser taucht mit Holly ein in den bunten Kosmos von Hollys Familie und Freunden, mit all seinen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Geschichten. Man ist beinahe ebenso überrascht wie Holly, wenn man erfährt, dass das Leben der Anderen weiter geht, wo ihres doch stehen geblieben zu sein scheint. Man möchte Holly manchmal in den Arm nehmen und manchmal aufrütteln. Cecilia Ahern spielt auf der Klaviatur der Emotionen und reizt mit dieser Geschichte das gesamte Spektrum komplett aus.
Fazit:  „P.S: Ich liebe Dich“ verdanke ich ein paar ebenso intensive wie kurzweilige Lesestunden. Es ist eine Lektüre, bei der man schon mal alles andere um sich herum vergessen kann.
Susanne Mayer für Hysterika, 26.Juni 2006