Aleš Pickar: Nach dem Fieber 1 – Angriff im Morgengrauen

„Nach dem Fieber“ erscheint unregelmäßig bei ANNA MACHT URLAUB, 91468 Gutenstetten.
www.annamachturlaub.de
ca. 35 Seiten – Groschenheftformat

COVER:

Das Jahr ist 2063.
Vierunddreißig Jahre sind seit dem „Großen Fieber“ vergangen, das damals fast die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Europa ist ein gefährlicher Landstrich geworden, beherrscht von Anarchie und Gewalt.
Um die verbleibenden Ressourcen wird ein zermürbender Krieg geführt, während einzelne Gemeinden für Ordnung und Sicherheit kämpfen.

REZENSION:

Vordergründig betrachtet, könnte man im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen natürlich glauben, dass der Autor Ales Pickar mit seinem Endzeitszenario noch einen draufsetzen möchte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ihm dies aktuell sicher oft zum Vorwurf gemacht wird. Nichts desto trotz sollte man die Kirche im Dorf lassen und kurz darüber nachdenken, wie lange es dauert, bis man eine Geschichte sinnvoll zu Papier bringen kann. Davon abgesehen erreichte mich der erste Teil der neuen Serie „Nach dem Fieber“ bereits eine gute Zeit vor dem unsäglichen Ausbruch von Covid-19.
Gleichzeitig gebe ich aber zu, dass es mir zur Zeit aufgrund der Nachrichtenlage eher schwer fällt, mich mit Endzeitszenarien zu beschäftigen. Da ich aber das Konzept einer selbstverlegten Serie in Form eines Groschenromans für sehr interessant erachte und ich den Roman „Kalion“ des Autors kenne und für gut befunden hatte, fand ich es wichtig, mir dieses erste Heftchen zu Gemüte zu führen, um hoffentlich eine gute Meinung zu bekommen. Denn nur so wäre es mir natürlich möglich, hier ein klein wenig unterstützend tätig zu werden – und sei es nur anhand einer dementsprechenden, ehrlichen Rezension.
Wie gesagt, das Konzept eines Groschenromans ist eine interessante Idee und lässt einen alten Hasen wie mich sogleich an frühere Zeiten erinnern. Der Preis von 4 € pro Heftchen ist natürlich eine Hausnummer für ein 35-seitiges Bändchen. Nichts desto trotz verstehe ich diese Summe sehr gut und halte ihn für angemessen. Immerhin ist die Qualität ausreichend gut und der gesamte Prozess wird ohne jegliche Verlagsinteressen durchgeführt. Für enthusiastische, kulturschaffende Projekte in reduzierter Verkaufsmöglichkeit, sollte man schon ein Auge zudrücken.
Doch nun zur Story selbst: „Nach dem Fieber“ ist ein typisches Endzeitszenario unter Verwendung einer interessant zusammengesetzten Gruppe. Diese bestehen aus drei Mädchen und einem Jungen, wodurch übliche männerdominierenden Dystopien zur Seite gelegt werden können. Allein das ist schon eine gelungene Variante. Darüber hinaus konnte es Pickar in diesen ersten 35 Seiten recht gut schaffen, den Leser bravourös zu unterhalten. Natürlich erfindet auch er das Genre nicht neu – nichts desto trotz erzählt er interessant, glaubwürdig und spannend. Selbstverständlich vergisst er am Ende nicht den in Groschenromanen üblichen Cliffhanger, obwohl er hier beinahe zu dezent vorgeht. Man erkennt aber deutlich den Drang, ein Roadmovie zu starten und ich bin wirklich gespannt, wie sich die Reise des Teams noch entwickelt.
Alles in allem eine ganz nette Variante für jeden Serienfan, der noch nicht genug von üblichen Dystopien hat. Es ist jedenfalls erfrischend erzählt, kein literarischer Höhepunkt und natürlich nicht so detailverliebt wie „Kalion“. Nichts desto trotz macht es Spaß und es schadet sicher nicht, so ein persönlich ambitioniertes Projekt zu unterstützen oder zumindest weiter zu erzählen, da es die Serie meines Wissens nur im Direktvertrieb gibt.
Jürgen Seibold/27.03.2020

Thiemeyer, Thomas: Wicca – Tödlicher Kult

©2019 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65364-7
ca. 485 Seiten

COVER:

Hannahs Freundin, die britische Journalistin Leslie Rickert, ist bei ihrer Recherche zu den vermissten Frauen auf merkwürdige Details gestoßen – etwa das Fragment eines Kultfilms der Siebziger, in dem eine seltsam gravierte Truhe zu sehen ist. Hannah ordnet die Gravuren dem Volk der Nabatäer zu und lädt Leslie ein, in der jordanischen Stadt Petra auf Spurensuche zu gehen.
Inmitten der Ruinen dieses alten Reiches stoßen die beiden auf das Mysterium des Lebensbaums – eine Sage, die alle großen Kulturen durchdringt. Hat es tatsächlich eine Baumsorte gegeben, die ewige Jugend verleihen konnte? Samen dieses mythischen Baumes wurden in antiker Zeit unter strengster Geheimhaltung an verschiedene Orte gebracht und in die Erde gelegt, so auch an der Küste Südenglands …
Hannah und Leslie müssen erkennen, dass nicht nur die Anhänger des Wicca-Kultes über Leichen gehen würden, um ihr Geheimnis zu wahren – sondern auch ein Wesen, für das die Wissenschaft nicht einmal einen Namen hat.

REZENSION:

Die archäologisch stark beeinflusste Abenteuerreihe um Hannah Peters geht in eine weitere Runde. Sämtliche Werke des Autors Thomas Thiemeyer mit der mittlerweile recht berühmt gewordenen Archäologin sind eine geschickte Mixtur aus Indianer Jones, Historik, Abenteuer und einem nicht gerade kleinen Schluck aus der phantastischen Pulle.
Gerade deshalb machten alle bisher erhältlichen Erlebnisse Hannah Peters auch im Großen und Ganzen unglaublich viel Spaß beim Lesen. Dementsprechend angetan freute ich mich auch auf den nun vorliegenden Band mit dem Titel „Wicca – Tödlicher Kult“.
Hierin beginnen wir recht klassisch bei einer Ausgrabungsstätte um dann plötzlich mit geheimnisvollen Informationen in einem alten Kultfilm konfrontiert zu sein. Der ungeklärte Todesfall einer jungen Frau scheint damit nicht wirklich etwas zu tun zu haben – sieht dies doch eher nach einem simplen Selbstmord oder gar einem Versehen aus.
Nach und nach verdichten sich die Elemente und Verschwörungen. Darüber hinaus tritt die alte Sage um den Lebensbaum in den Vordergrund, der in nahezu jeder Kultur eine gewisse Rolle spielt. Einer dieser Bäume scheint sich in England zu befinden – streng bewacht von Anhängern des Wicca-Kultes, deren Mitglieder unter Verwendung jeglicher Mittel auf die Bewahrung dieses Geheimnisses achten.
Auch diesmal schafft es Thomas Thiemeyer diese verschiedenen, vordergründig nicht zusammenhängenden Sagen, Mythen und geschichtlichen Begebenheiten in einen Topf zu werfen. Dabei entsteht jedoch keineswegs ein simpel produzierter Eintopf, sondern ein sehr gut gewürztes Gericht mit interessanten Beilagen.
Die Geschichte ist auch diesmal manches mal ein klein wenig vorhersehbar – dies ist aber schon ein wenig Meckern auf hohem Niveau, denn die grundsätzliche Stärke der Bücher um Hannah Peters liegen exakt im glaubwürdig dargelegten Ergebnis unter Verwendung der unterschiedlichsten Zutaten. In „Wicca“ ist im Vergleich zu den bisherigen Werken gerade in Richtung Ende die Phantastik in den Vordergrund getreten – aber genau aus diesem Grund möchte ich auch weiterhin diese Art an Unterhaltungsromanen nicht missen.
Thiemeyers Schreibstil ist auch in diesem Fall erfreulich eingängig und seine Personen sind überwiegend glaubwürdig, detailliert und nachvollziehbar gezeichnet. Alle historischen Elemente wirken fundiert, die phantastischen geschickt eingewoben. Absolut gelungene Unterhaltung für einige Stunden des Abschaltens – ich bin mal gespannt, ob der Autor diese Qualität auch weiterhin aufrechterhalten kann beziehungsweise er noch genug Ideen für weitere Erlebnisse dieser sympathischen Archäologin geschickt verarbeiten und darzulegen in der Lage ist. Wollen wir es einfach mal hoffen.
Jürgen Seibold/13.01.2020

Scheib, Torsten: Götterschlacht

©2017 Amrûn Verlag, Jürgen Eglseer, Traunstein
ISBN 978-3-95869-562-7
ca. 365 Seiten

COVER:

Es hat begonnen.
Harmlos brach es herein. Keiner nahm die Zeichen am Himmel ernst. Man lachte, man zelebrierte, man staunte – und verspottete die mahnenden Stimmen.

Ohne Vorwarnung
Erst stürzte der Himmel ein, dann löschte ihn die Eiszeit. Begrub die Erinnerungen dieser Welt unter sich, labte sich an warmen Körpern; am Gaumenkitzel nackter Angst. Wer dennoch überlebte, wurde gejagt. Von den pelzigen und geflügelten Kreaturen, den flammenden und frostigen Geschöpfen. Den Streitarmeen Hels, der Fürstin der Unterwelt.

Erst kam die Dämmerung.
Unvermittelt fand sich eine Handvoll unbescholtener Menschen zwischen den Armeen der Unterwelt und des Asgards wieder: wurde zu Spielbällen in der womöglich alles entscheidenden Schlacht.

Dann – die Götterschlacht …
Wer wird obsiegen? Die diabolische Herrscherin über Firn und Finsternis? Oder doch die ehrbaren Asen? Wer wird überleben? Menschen – oder …?

Ragnarök.
Das Ende ist angebrochen.

REZENSION:

Dystopien gibt es in der heutigen Zeit wie Sand am Meer. Nachdem Literatur oft einen Spiegel der Gesellschaft darstellt, kann man sich dem Nachdenken über den Grund dieser Vielfalt sicher nicht entziehen.
Im Gegensatz zu den Weltuntergangsszenarien, die mit Zombies und/oder gesellschaftlichen Zusammenbrüchen zu glänzen versuchen, geht Torsten Scheib einen gänzlich anderen Weg: Er vermengt sein Szenario mit den alten nordischen Sagengestalten. Allein dieser Umstand sorgte für ein ausreichendes Interesse von meiner Seite, sich diesem Werk zu widmen. Endlich einmal eine neue Idee in den Weiten der von Zombies überrannten Geschichtserzählungen.
Scheib lässt seinem Leser von Anfang ein keine Ruhe und lässt nahezu ungebremst den Weltuntergang über seine Protagonisten hereinbrechen. Anfangs noch belächelnd den typischen Stimmen in irgendwelchen TV-Diskussionsrunden sprechenden „Experten“ lauschend, bricht urplötzlich alles zusammen und es bleibt einem nichts weiter übrig, als um das nackte Überleben zu kämpfen. Scheib erzählt uns von einer jungen Gruppe, die sich ziemlich schnell der auftretenden Gefahr bewusst wird und sich gemeinsam auf die Flucht macht. Ab diesem Augenblick begleiten wir sie auf ihrem rasanten Weg zu einer vermeintlichen Zufluchtsstätte.
Fulminant schafft es Torsten Scheib dabei, die Gefahren und somit auch die Spannung aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig bekam ich dabei jedoch auch das Gefühl, lediglich eine Gruppe auf der Flucht vor irgendwas noch nicht greifbarem lesend zu begleiten.
Kurz bevor ich mit dem Gedanken spielte, Götterschlacht als weiteren „Ich-bin-dann-mal-auf-der-Flucht“-Roman zu betrachten und somit zu beenden, schwenkte Scheib in die nordische Sagenwelt und führte einige „Gottheiten“ in seinen Plot ein.
Erfreut darüber blitzte in meinen Augen wieder Hoffnung auf und ich musste dem Plot unbedingt weiter folgen.
Die Vermischung dieser alten Sagen und deren Grund für den anstehenden Weltuntergang hob die Geschichte wieder hervor vom üblichen Einheitsbrei.
Dabei ist sein Schreibstil auch eingängig und gut durchdacht. Darüber hinaus spiegelt sich unglaublich viel thematisches Wissen wieder. Gleichzeitig kann man dem Plot weiterhin gut folgen – vorausgesetzt, man hat zumindest ein klein wenig Wissen über diese Sagengestalten parat. Ich denke aber, bereits durch den ein oder anderen Wikingerfilm oder -serie ist man bereits gut darauf vorbereitet.
Nach der Rettung der Protagonisten durch die Asen bekommt man langsam heraus, dass diese Gruppe etwas Besonderes darstellt und somit wohl der Schlüssel zur Rettung der Welt sind. Dementsprechend werden sie wieder auf die eigentliche Welt entlassen und müssen sich erneut den Gegnern stellen.
Ab diesem Zeitpunkt hat mich der Autor ein wenig verloren: Mir wurde nicht ausreichend klar, warum dieses Team diese Rolle einnehmen musste. Darüber hinaus waren sie dann urplötzlich wieder auf der Flucht vor allen möglichen Gefahren und versuchten zu überleben, bis ihnen endlich Hilfe zur Seite eilt.
Götterschlacht hat mich sehr zwiespältig zurückgelassen. Zum einen gefiel mir Scheibs Schreibstil und besonders die Idee außerordentlich gut. Zum anderen waren mir aber seine Protagonisten etwas Platt dargestellt – im Gegensatz zu ihrem Helfer aus dem Volk der Asen. Dessen Stärken und Schwächen wirkten irgendwie eingängiger.
Alles in allem ein spannender Roman für Freunde von Geschichten, deren rasante Erzählweise fast keine Zeit zum Luftholen lässt. Etwas mehr Tiefgang und dafür vielleicht etwas weniger „Auf-der-Flucht-sein“ hätte mir wohl besser gefallen. Außerdem hätte mich noch sehr interessiert, warum gerade diese wenigen Menschen die Rolle zum Neuaufbau übernehmen mussten. Deren Besonderheiten hat sich mir leider nicht erschlossen.
Jürgen Seibold/27.01.2018

Götterschlacht: Ein Mängelexemplare-Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Jeff Strand: Benjamins Parasit

benjamins_parasite-219x350Originaltitel: Benjamin’s Parasite
Aus dem Amerikanischen von Verena Hacker
© 2009 by Jeff Strand
© für die deutschsprachige Ausgabe 2012 by Voodoo Press
eISBN 978-3-902802-52-1
www.voodoo-press.com

COVER:

Zu jedem Zeitpunkt beherbergt der menschliche Körper Millionen von Parasiten. Dies ist die Geschichte von nur einem von ihnen. Einem wirklich, wirklich widerlichen.
Benjamin Wilson hatte einen lausigen Monat, und das sogar noch vor seinen Magenschmerzen. Er wurde bald 40. Einer seiner Schüler war erschossen worden, während er mit einem Fleischerbeil Amok lief. Und kurz nach dessen Beerdigung fühlte sich Benjamin nicht so wohl …
Es verändert sich alles. Sein Körper wird auf eine unangenehme Weise beeinträchtigt. Sein Charakter entwickelt ein paar »Marotten«. Aber die größte Veränderung besteht darin, dass ein Haufen böser und/oder psychisch gestörter Leute versucht ihn umzubringen, um an den Parasiten zu gelangen. Seine einzige Hoffnung ist Julie, eine hinreißende Kopfgeldjägerin, die das Beste für ihn will – oder vielleicht auch nicht. Und die fähig genug ist, ihm irgendwie zu helfen – oder vielleicht auch nicht.

REZENSION:

Als ich über dieses Buch gestolpert bin, suchte ich nach einem Mix aus Horror vollgestopft mit eingewobenem Humor. Wie sich dabei herausstellen sollte, konnte Benjamins Parasit diesen Wunsch problemlos befriedigen.
Jeff Strand fängt unverzüglich mit einem Amoklauf eines Schülers an – bereits dieses erste Kapitel sorgte dafür, dass ich mich dem Werk in keinster Weise mehr entziehen konnte.
Somit war es bereits dort um mich geschehen und die fortlaufende Geschichte konnte dem nur noch rasant einen drauf setzen.
Benjamin – seines Zeichens Englischlehrer – wird von einem Parasiten geplagt, der es sich in seinem Körper gemütlich gemacht hat. Urplötzlich beginnt Benjamin nahezu pausenlos Schokoriegel in sich hinein zu stopfen, denkt nur noch an Sex und verspielt mal so nebenbei beinahe sein ganzes Geld in einem Casino. Als sich nun herausstellt, dass sich eben ein Wesen in seinem Körper eingenistet hat, legt er sich auf den OP-Tisch, um diesen los zu werden.
Kurz vor seiner Narkose wird er jedoch von der Kopfgeldjägerin Julie direkt vom OP-Saal heraus entführt.
Ab diesem Augenblick befinden wir uns mitten in einem unsagbar rasanten Road-Movie mit mehreren beteiligten Gruppen, die die Jagd nach dem Parasiten und somit nach Benjamin aufgenommen haben.
Wer nun irgendwelche besonderen, tiefgründige Erwartungen hegt, sollte die Finger von diesem Buch lassen: Dieses Werk dient einfach nur der Unterhaltung des Lesers – und genau dies schafft es mit einer Mischung aus Horrorelementen, Road-Movie, Thriller und Witz nahezu virtuos. Benjamins Parasit nistet sich ungebremst beim Leser ein und man merkt urplötzlich, dass man schon wieder länger als geplant gelesen hat.
Dieses Buch dient der Unterhaltung und was soll ich sagen: Es macht einfach verdammt viel Spaß!
Jürgen Seibold/18.07.2015
Benjamins Parasit: Witziger Horror KINDLE-EDITION KAUFEN BEI AMAZON

Daniel Suarez: Daemon

Suarez_DaemonOriginaltitel: Daemon
© 2009 by Daniel Suarez
© 2010 der deutschen Ausgabe by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
ISBN 978-3-644-44281-8
www.rowohlt-digitalbuch.de

COVER:

Es beobachtet. Es lernt. Und es tötet.

Matthew Sobol ist einer der reichsten Männer des Silicon Valley und ein Computergenie. Doch seit langem leidet er an einer unheilbaren Krankheit. Exakt in der Sekunde seines Todes nehmen rund um den Erdball Computerprogramme ihre Arbeit auf – zunächst unbemerkt, aber sehr bald schon wird deutlich, dass ein DAEMON den gesamten ­digitalisierten Planeten infiziert hat. Ein DAEMON, der herrscht, ein DAEMON, der tötet. Und in einer Welt, in der alle vernetzt sind, kann ihm keiner entkommen.

REZENSION:

Als ich über dieses Buch gestolpert bin, dachte ich als allererstes an ein Werk über irgendeine dämonische Figur oder Begebenheit, wie es sich so je nach Fantasie eines Lesers, der gerne das Horrorgenre nutzt, so darstellt.
In diesem Fall handelt es sich aber um einen reinrassigen Cyber-Thriller, dessen Inhalt umso erschreckender ist, als in manch anderen Werken dieses Genres, da alles darin erzählte beängstigend echt und nachvollziehbar als auch uneingeschränkt möglich wirkt.
Beim Titel “DAEMON” handelt es sich dabei um ein im Hintergrund laufendes Computerprogramm, wobei sich das Wort aus “Disk and Execution Monitor” zusammensetzt.
Daniel Suarez bleibt in diesem Roman innerhalb unserer Gegenwart und lässt bereits am Anfang einen millionenschweren Unternehmer – einer Institution innerhalb der Gamer-Szene – an einer Krankheit sterben.
Dieser Unternehmer namens Matthew A. Sobol entwickelte weltweit erfolgreiche Rollenspiele und besaß einen absolut hohen Intellekt, mit dem er auch nach seinem Tode weiterhin für Furore zu sorgen wusste.
Sobol entwickelte ganz spezielle Programme und implementierte diese auf den unterschiedlichsten Servern unseres Planeten. Diese Programme aktivierten sich nach seinem Tod und übernahmen mehr und mehr die Kontrolle in unserer durchweg vernetzten Welt.
“Daemon” ist dabei trotz mancher ausschweifender IT-Technik-Erklärung sehr einfach und eingängig erzählt.
Darüber hinaus gibt es gefühlt nicht ein einziges Kapitel ohne Spannungsmoment, wodurch man als Leser immer tiefer in diese Vermengung der virtuellen und realen Welt hineingezogen wird.
Jeder “noch-ein-Kapitel-geht-noch”-Gedanke führt zu einer Aneinanderreihung von Seiten, da man nur schwer in der Lage zu sein scheint, dieses Buch einfach mal kurz beiseite zu legen.
Die komplette Geschichte wirkt durchweg glaubwürdig und ist dabei extrem rasant erzählt. Dabei muss man erfreulicherweise ab und an erkennen, dass man an der Nase herumgeführt worden ist, oder sich die Bedingungen in der Geschichte plötzlich ändern.
Nach etwas über 600 Seiten ist urplötzlich Schluss und man findet sich vor dem bedingungslosen Wort “Ende” wieder – dies, obwohl die Geschichte noch nicht zu Ende ist und man den Kopf noch voller Fragezeichen hat.
Nun, man hätte sich auch vorher erkundigen können: Auf DAEMON folgt noch DARKNET und somit handelt es sich bei diesem Ende nur um einen klassischen Cliffhanger.
Mal sehen, ob DARKNET diese bis dato sehr intensive Geschichte auch so weiter erzählen kann.
DAEMON selbst ist bis auf den notwendigen Cliffhanger eine allumfassende Empfehlung wert.
Jürgen Seibold/20.082014
DAEMON: Die Welt ist nur ein Spiel KAUFEN BEI AMAZON

Jake Bible: MEGA

MEGADeutsche Erstausgabe
© 2014 Luzifer Verlag Steffen Janssen, Bochum
ca. 350 Seiten

COVER:

Da ist etwas in der Tiefe – groß, hungrig, uralt … Das Team von Grendel soll es finden, es bekämpfen, es töten!

Kinsey Thorne, die erste weibliche Navy Seal, ist am Ende. Nachdem sie die Navy verlassen hatte, wendete sie sich jeder Flasche und jeder Droge zu, die sie in die Finger bekommen konnte; bis zu jenem Tag, an dem ihr Vater und ihre Cousins ihr eine neue Perspektive boten: als Mitglied einer privaten Elite-Kampftruppe, die den Auftrag hat, ein unbekanntes Monster im Indischen Ozean aufzuspüren und zur Strecke zu bringen.
Eine zweite Chance für Kinsey – doch wird sie diese überleben?

REZENSION:

Beim dezenten Recherchieren, was andere über dieses Buch denken, bin ich oft auf Hinweise gestossen, die den Tenor hatten, dass dieses Buch absolut keinen Tiefgang besitzt und die Geschichte einfach nur Blödsinn ist und außerdem das Mega-Hai-Monster auch nicht plausibel dargelegt wird.
Dies hat mich aber nicht davon abgehalten, dieses Buch zu lesen.
Durch das sehr plakative Cover war mir auch schon vorab relativ bewusst, dass hier kein sehr anspruchsvoller Roman mit enorm viel Tiefgang zwischen den Buchdeckeln stecken kann. Aus diesem Grund bereitete ich mich geistig auf einen reinen Unterhaltungsroman vor, der mit Sicherheit nicht mehr für sich beansprucht, als seinem Leser ein paar nette Stunden zu liefern.
Und genau dies ist eingetroffen! MEGA ist weder ein Abklatsch Peter Benchleys Megaseller DER WEISSE HAI, noch eine tiefgehende Psychostudie über eine Seals-Team und deren Lebensprobleme.
MEGA ist vielmehr eine Art B-Film zwischen zwei Buchdeckeln mit einem sehr schnellen Schnitt und einem sympathischen Navy-Seals-Team, deren Mitglieder einfach nur vor Tatendrang und witzigen Sprüchen strotzen.
Jake Bible hat sich sicher sehr stark bei Filmen unterschiedlichster Art seine Inspiration zu diesem Buch geholt und insbesondere beim Team hatte ich irgendwie Gedanken an die Marines beim Blockbuster ALIEN, die ziemlich unbedarft auf dem Alienplaneten landen, blöde Sprüche reissen und alles wegzuballern versuchen, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
Der im Buch auftretende MEGA-Wal als auch der MEGA-Hai spielen prinzipiell eher eine untergeordnete Rolle und dienen eher als Mittel zum Zweck.
Wenn man sich auf den Gedanken “B-Movie” vorbehaltlos einlässt, kann man problemlos in MEGA eintauchen und viel Freude an diesem Buch haben.
Das Team wird erfreulicherweise im Laufe des Buches nicht weggepustet und somit kann der Autor geflissentlich weitere Erlebnisse dieser irren Truppe in hoffentlich naher Zukunft erzählen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, da man ab und an auch nichts weiter als simple Unterhaltung braucht.
Wer also nicht immer nur witzige Actionfilme im Flimmerkasten ansehen möchte, kann hier beruhigt zugreifen und sich auf eine zwar krude aber dennoch interessante, rasante und einigermaßen spannende Geschichte freuen.
Jürgen Seibold/27.06.2014
MEGA: Thriller KAUFEN BEI AMAZON