Matias Faldbakken: The Hills

Originaltitel: The Hills
Aus dem Norwegischen von Maximilian Stadler
©2017 Matias Faldbakken
©2018 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-27190-6
ca. 238 Seiten

COVER:

Was geschieht, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät? Dieser Frage widmet sich Matias Faldbakken in seinem neuen Roman. Den Rahmen bildet ein altmodisches Restaurant namens The Hills, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Ein Pianist sorgt für ruhige Hintergrundmusik, die Einrichtung ist klassisch, gediegen. Der Leser wird in ein eigenes Universum eingeführt. Chef, Koch, Kellner: Die Hierarchien sind klar verteilt. Es herrscht eine Mischung aus strikten Routinen und hochsensiblen Umgangsformen. All das gerät ins Wanken, als eine unbekannte Frau ins Lokal kommt. Wer ist die Frau? Was will sie? Nicht nur der Kellner, sondern auch die Stammgäste geraten in Aufruhr..

REZENSION:

Matias Faldbakken wurde mir nach dem grandiosen und abgedrehten Werk mit Namen „Wir sind fünf“ ein Begriff. Im genannten Buch zeigte sich der Alltagsbeobachter virtuos und bitterböse. Nebenbei sorgte er für unglaublichen Witz und zieht Anleihen aus dem alten Gruselfilm „The Blog“ auf interessante Art und Weise in unsere Zeit.
Dementsprechend euphorisch freute ich mich auf die Heyne Hardcore-Veröffentlichung eines weiteren dünnen Buches dieses abwechslungsreich agierenden Autors.
Im vorliegenden Werk begeben wir uns in ein sehr konservatives, gediegenes und recht altes Restaurant mit Namen „The Hill“.
Hier begleiten wir die recht geringe Anzahl an Angestellten und Gästen, deren Tätigkeiten und Gedankenwelten von Faldbakken vor uns offenbart werden.
Leider bleibt es dabei und man fragt sich relativ schnell, wann sich Matias Faldbakken nun endlich einen Schritt nach vorne wagt, um den Leser mit mindestens einer Kehrtwendung wieder zurück zu holen. Er bleibt jedoch seiner Vorgehensweise treu und sorgt somit im Gegensatz zu „Wir sind fünf“ in diesem Buch für eine durchgehende Eintönigkeit, die gänzlich ohne nennenswerte Spitzen aufwartet.
Dies ist absolut schade, da der Schreibstil Faldbakkens auch hier sehr eingängig ist – dies alleine reicht jedoch nicht, um einen Leser bei der Hand zu nehmen, da muss definitiv mehr passieren. Insbesondere, da es nicht ersichtlich wird, worauf der Autor eigentlich hinaus will.
Wie man bereits erkennt, konnte mich Faldbakken mit diesem Werk nicht überzeugen. Ich denke, er sollte vielmehr weiterhin seine Betrachtungen auf kuriose Art offenbaren, wie bereits in „Wir sind fünf“ geschickt durchgeführt. „Wir sind fünf“ ist in meinen Augen auch weiterhin eine Empfehlung wert, „The Hills kann sich dem jedoch nicht anschließen.
Hysterika.de/JMSeibold/10.04.2021

Stephen King: Später

Originaltitel: Later
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt 

©2021 by Stephen King
©2021 der deutschsprachigen Ausgabe Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-27335-1
ca. 304 Seiten

COVER:

Jamie Conklin wächst in Manhattan auf und wirkt wie ganz ein normaler Junge. Mit seiner alleinerziehenden Mutter Tia teilt er jedoch ein Geheimnis: Er kann von klein auf die Geister kürzlich Verstorbener sehen und mit ihnen reden. Und die Toten müssen alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tia ist Literaturagentin und hat sich gerade aus großer finanzieller Not gekämpft, da stirbt ihr lukrativster Autor. Der langersehnte Abschlussband seiner großen Bestsellersaga blieb leider unvollendet – wäre da nicht Jamies Gabe. Das Befragen der Toten ruft allerdings auch ungewollte Dämonen herbei.

REZENSION:

Egal wie hoch der Stapel ungelesener Bücher auch sein mag: Ein neuer King wird vorgezogen – diesmal wohl eine Art „Ich sehe tote Menschen“, wie man es bereits aus „The Sixth Sense“ zu kennen meint. Interessanterweise konnte ich diesen Gedanken auch einige Zeit nicht ablegen. Jamie wirkte doch eine gewisse Zeit wie der Junge im angesprochenen Blockbuster mit Bruce Willis.
Stephen King wäre aber nicht Stephen King, wenn er einfach kopieren würde. Somit bleibt es nur kurz bei diesem Gedanken und SPÄTER entwickelt sich trotz der für King recht geringen Seitenzahl zu einem Crossover von Coming-of-Age, einen Touch Horror und recht viel Crime, gewürzt mit Toten, die schlicht noch ein wenig benötigen, bis sie sich auf eine nicht näher definierte Art davon machen beziehungsweise verschwinden. Während dieses Zeitraums zwischen Ableben und endgültigem Verblassen kann Jamie mit ihnen direkt von Kind zu Totem sprechen. Die Toten sind dabei aus irgendwelchen Gründen dazu gezwungen, immer die Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, was es natürlich für den Fragesteller recht einfach macht.
Auch in diesem Werk brilliert King mit seinem unnachahmlichen Schreibstil. Erneut konnte ich mich der Geschichte nicht entziehen, obwohl sie in ihrer Gänze zwar grandios, dennoch nicht in einer Riege mit den Blockbustern des Autors zu nennen sein wird.
Stephen King scheint etwas nachdenklicher zu werden und lässt uns als treuen Leser daran teilhaben. Jamies Geschichte wird in der Ich-Form dargelegt und dementsprechend nahe rückt man an seinen Protagonisten. Der Schwenk von Crime in Richtung klassischem King-Horror wird in Richtung Ende vermehrt vollzogen – dennoch bleibt der Horroraspekt mit Sicherheit für jeden verdaulich und somit nicht zu dick aufgetragen. Ein bisschen mehr hätte der Geschichte sicher nicht geschadet – insbesondere alte Hasen wie ich würden sich mal wieder über etwas fieseres aus Kings Feder freuen.
Nichts desto trotz handelt es sich bei SPÄTER um einen guten Wurf meines Lieblingsautors. Mit den gerade mal 300 Seiten konnte er nicht so viel ausschweifen, wie von ihm bekannt – dennoch handelt es sich um eine eingängige und gut funktionierende Novelle mit interessanten Aspekten. Irritierenderweise lässt es seinen Leser nach Beenden des Buches sogar kurze Zeit ein wenig über das Leben und den Tod an sich nachdenken. Somit ganz nebenbei ein kleines Werk mit dezentem Nachhall.
Hysterika.de/JMSeibold/15.03.2021

Susanna Clarke: Piranesi

Originaltitel: Piranesi
Aus dem Englischen von Astrid Finke
©2020 by Susanna Clarke
©2020 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Karl Blessing Verlag, München
ISBN 978-3-89667-672-6
ca. 269 Seiten

COVER:

Ein riesiges Gebäude, in dem sich endlos Räume aneinanderreihen, verbunden durch ein Labyrinth aus Korridoren und Treppen. An den Wänden stehen Tausende Statuen, das Erdgeschoss besteht aus einem Ozean, bei Flut donnern die Wellen die Treppenhäuser hinauf. Das Obergeschoss ist das Reich der Vögel und der Wolken.

In diesem Gebäude wohnt Piranesi. Er hat sein Leben der Erforschung dieser bizarren Welt gewidmet. Angeleitet von seinem einzigen Freund, einem Wissenschaftler, will er ein Geheimnis lösen, das vor langer Zeit verlorenging. Und je weiter sich Piranesi in die Zimmerfluchten des Gebäudes vorwagt, desto näher kommt er diesem Geheimnis.

REZENSION:

PIRANESI ist eines der wenigen Bücher, die ich mir aufgrund der geschickt konstruierten Covergestaltung ausgesucht hatte. Ich konnte mich dieser Darstellung schlicht nicht entziehen und dementsprechend stieg das Interesse, was sich wohl zwischen den Buchdeckeln befinden mochte.
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass mir weder Susanna Clarke noch der Bestseller „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ ein Begriff war und auch weiterhin ist. Somit konnte ich mich dem vorliegenden Buch ganz unbeeindruckt von anderen Einflüssen widmen.
In PIRANESI begleiten wir den Namensgeber auf seinen Streifzügen durch endlose Räume. Diese wirken durchweg interessant und man fragt sich recht schnell, was sich wohl im nächsten befinden möge. Ab und an trifft Piranesi eine weitere Person, die er als Propheten sieht. Diese Person bleibt recht wage in ihrer Darstellung und man fragt sich als Leser recht schnell, welchen Sinn dieser unregelmäßige Auftritt wohl inne hat.
Das Buch hat unglaublich viele Stärken – gleichzeitig sind diese für manchen Leser auch Schwächen des Werkes, da sich das „Herumstöbern“ doch recht umfangreich hinzieht und keine neuen Erkenntnisse mit sich bringt. Dennoch wollte ich das Buch – trotz der immer wiederkehrenden Gedanken nach einem frühzeitigen Beenden – unbedingt zu seinem Ende führen, da ich mich einfach nicht mit gutem Gewissen vom weiteren Lesen abhalten konnte.
Interessanterweise führte das zu einem eher wohlwollenden Gedanken am Ende des Werkes, da die Geschichte in ihrer Gänze einen interessanten Schwenk vorbereitet und manchen Leser mit seinem kuriosen aber sehr interessanten Ende doch für sich überzeugen kann.
Die Auflösung ist auch durchweg gelungen und lässt einen leicht nachdenklich und noch etwas philosophierend zurück. Allein dafür lohnt sich das Lesen – nichts desto trotz verliert das Werk mit Sicherheit viele Leser auf dem Weg dorthin, da dieser definitiv etwas zu langatmig dargelegt ist.
PIRANESI ist ein besonderes Werk, welches mit Sicherheit nicht für jeden geeignet ist. Auch ich zähle mich eher zu dieser Klientel – trotz meine doch eher in Richtung positiv schwenkenden Meinung. Dies liegt an dem Umstand, dass Susanna Clarke es dem Leser nicht wirklich einfach macht, beziehungsweise durch ihre Art des Erzählens sicher nicht jeden für sich einvernehmen kann. PIRANESI ist sehr unkonventionell erzählt – dies schreckt sicher auf dem Weg in Richtung Auflösung viele ab, dies war gleichzeitig der einzige Grund, warum ich mich bis dorthin damit beschäftigt hatte und den langen Weg auf mich nahm
Hysterika.de/JMSeibold/14.03.2021

Ray Bradbury: Fahrenheit 451

©1953 Ray Bradbury
ISBN 978-0-00-654606-1
ca. 227 Seiten

COVER:

THE TERRIFYINGLY PROPHETIC NOVEL OF A POST-LITERATE FUTURE…

Guy Montag is a fireman. His job is to destroy the most illegal of commodities, the source of all discord and unhappiness: the printed book.

Montag never questions the destruction or his own bland life, until he is shown a past where people didn’t live in fear and a present where one sees the world through ideas.

Montag starts hiding books in his home. Soon they’ll make him run for his life.

REZENSION:

FAHRENHEIT 451 ist ein Stück Literaturgeschichte. Dementsprechend schwer fällt es mir, hier nicht nur himmelhochjauzend für das Lesen dieses geschichtsträchtigen Werkes zu plädieren. Selbstverständlich sollte jeder Liebhaber von Büchern sich mit diesem Buch befasst zu haben – viel zu wichtig ist dessen visionärer Inhalt: Ein Verlust des niedergeschriebenen Wissens als auch der textuellen Darlegung von Geschichten würde die Menschheit ungebremst in die Dunkelheit stürzen. Nichts desto trotz scheinen wir uns trotz des Vorhandenseins von Wissen in den Weiten des Internets immer mehr in diese Richtung zu bewegen.
FAHRENHEIT 451 ist bedrückend für jeden Liebhaber guter Bücher – allein der Gedanke, dass Bücher nicht nur verboten, sondern gar bei Entdeckung von Feuermännern hochamtlich verbrannt werden, ist nur schwer nachvollziehbar und sorgt bei jedem Leser für eine durchgehende, ängstlich angehauchte Gänsehaut.
Nichts desto trotz hatte ich mir den Plot ein wenig spannender und beängstigender vorgestellt. Immerhin geht es hier um den Nachlass der Menschheit und um einen Menschen auf der Flucht vor seinen Häschern. Natürlich verliert sich die Dramatik und der philosophische Hintergrund auf keiner Seite und die Geschichte Bradburys steht auch nahezu 70 Jahre nach seinem Entstehen immer noch für sich. Würde jedoch ein Autor sich aktuell in dieser Art mit diesem Thema befassen, hätte er unter Umständen mit einigen etwas weniger euphorischen Stimmen zu rechnen. Als reiner phantastischer Plot ist es mir etwas zu zahm geschrieben – was nichts mit der Zeit des Entstehens zu tun hat, denn in den 50er Jahren entstanden hochrangige Werke der phantastischen Literatur. Als nachdenklich machende Lektüre ist FAHRENHEIT 451 anderen Werken jedoch deutlich überlegen und schafft es immer noch, uns einen nicht gerade kleinen Spiegel vor zu halten.
Ich hoffe sehr, dass wir niemals in eine Welt ohne Bücher eintreten, da dies definitiv der Anfang vom Ende wäre – vor ca. 70 Jahren gab es schon erste Schritte in diese Richtung. Möge sich so etwas nie mehr wiederholen …
Hysterika.de/JMSeibold/08.03.2021

FG006 – American Psycho (2000)

1 Film – 2 Generationen

Laura (*1994) und Jürgen (*1971) sprechen in dieser Folge über den Film American Psycho aus dem Jahre 2000 mit Christian Bale in der Hauptrolle.

Auch diesmal betrachten sie dieses Werk aus verschiedenen Richtungen und mit dem Blick unterschiedlicher Lebenserfahrungen – aber hört selbst….

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In der nächsten Folge geht es dann um einen actionreichen Plot, gefüllt mit einer Vielzahl an wahren Lügen.

FG005 – Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989)

1 Film – 2 Generationen

Laura (*1994) und Jürgen (*1971) sprechen in dieser Folge über den Film Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit aus dem Jahre 1989 mit Keanu Reeves und Alex Winter in den Hauptrollen.

Auch diesmal betrachten sie dieses Werk aus verschiedenen Richtungen und mit dem Blick verschiedener Lebenserfahrungen – aber hört selbst….

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In der nächsten Folge geht es dann um einen jungen, erfolgreichen Amerikaner, der komplett durchdreht.

Cixin Liu: Kugelblitz

Originaltitel: Qiúzhuáng shandiàn
Aus dem Chinesischen von Marc Hermann
Deutsche Erstausgabe 06/2020
©2000 by Cixin Liu
©2020 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-32030-7
ca. 537 Seiten

COVER:

China in der nahen Zukunft. An seinem vierzehnten Geburtstag muss der junge Chen miterleben, wie seine Eltern vor seinen Augen getötet werden. Ein mehrere Tausend Grad heißer Feuerball fährt in ihr altes Haus und verwandelt alles in Asche – ein Kugelblitz. Fortan hat Chen nur noch ein Ziel im Leben: Er will diesem rätselhaften Naturphänomen auf den Grund gehen und es erforschen. Der Weg dorthin führt ihn weit weg von seiner Heimat in der chinesischen Provinz über sturmgepeitschte Gebirge bis in die Hauptstadt und tief hinab in die Geheimlabore des Verteidigungsministeriums. Dort trifft Chen, inzwischen ein anerkannter Wissenschaftler, auf die Waffensystementwicklerin Lin Yun, die genauso wie er von Kugelblitzen besessen ist.
Für ihr gemeinsames Ziel müssen sie nicht  nur politische und technische Hürden überwinden, sondern auch ihre Beziehung zueinander auf den Prüfstand stellen. Nach endlosen Versuchsreihen und vielen Rückschlägen machen die beiden schließlich eine atemberaubende Entdeckung, die Chen an die Grenzen der Physik führt und ihn vor eine Entscheidung stellt: Wem gilt seine Loyalität – seiner Obsession mit Kugelblitzen, seiner Partnerin Lin Yun, seinen Auftraggebern aus dem Ministerium – oder allein der Wissenschaft?

REZENSION:

Cixin Liu konnte mich durch seine großangelegte Trisolaris-Reihe nicht nur im Genre Science Fiction mit einer neuen prosaischen Art überzeugen, sondern auch mit den darin befindlichen philosophischen Ansätzen zu interessanten persönlichen Gedankengängen animieren.
Dementsprechend euphorisch widmete ich  mich dem bei uns in Deutschland vor kurzem veröffentlichten Werk mit dem Titel „Kugelblitz“.
Etwas später erfuhr ich, dass es sich dabei eher um ein Frühwerk des Autors handelt – nichts desto trotz klang der Inhalt außerordentlich interessant.
Bereits einige Seiten später schaffte es Cixin Liu durch seine geschickte Einführung und den daraus resultierenden Begebenheiten, mich abermals mitzunehmen. Liu startet außerordentlich spannend und man entwickelt als Leser von Seite zu Seite ein absolutes Eigeninteresse an den kuriosen Kugelblitzen. Leider kann dieses hohe Niveau durch den Autor nicht durchgehalten werden und man erkennt nach und nach, dass die beteiligten Personen relativ oberflächlich gezeichnet sind und sich die Geschichte mehr und mehr zu einem extremen Hard-SF-Plot entwickelt, der gefühlt nur noch auf Basis der wissenschaftlichen Diskussionen seinen Antrieb findet.
Als Einstieg in die Welt von Cixin Liu kann somit „Kugelblitz“ nicht empfohlen werden – als interessanter Blick auf die persönliche Entwicklung eines mittlerweile grandiosen Autoren funktioniert es relativ gut. Wer somit in die Welt dieses Schriftstellers eintauchen möchte, sollte sich unbedingt „Die drei Sonnen“ zulegen und somit mit der Trisolaris-Trilogie starten. „Kugelblitze“ steht ein gutes Stück unter dessen Niveau und ist eher für Kenner der Materie beziehungsweise absolute Freunde wissenschaftlicher Diskussionen innerhalb der Welt von tiefgehender Hard-Science-Fiction vorbehalten. Als antriebsvoller Unterhaltungsplot konnte es mich leider nur partiell überzeugen.
Hysterika.de/JMSeibold/13.02.2021

FG004 – Durchgeknallt (1999)

1 Film – 2 Generationen

Laura (*1994) und Jürgen (*1971) sprechen in der vierten Folge des generationenübergreifenden Filmpodcasts über  DURCHGEKNALLT aus dem Jahre 1999 mit Winona Ryder und Angelina Jolie in den Hauptrollen.

Auch diesmal betrachten sie dieses Werk aus verschiedenen Richtungen und mit dem Blick verschiedener Lebenserfahrungen – aber hört selbst….

In der nächsten Folge geht es dann um 2 Hoschies, die in einer Telefonzelle durch die Zeit reisen.

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Jack Finney: The Body Snatchers

©1955 by Jack Finney
ISBN 978-0-575-08531-2
ca. 226 Seiten

COVER:

When Becky Driscoll turns up at Dr Miles Bennell’s consulting rooms after hours one August evening and tells him that her cousin Wilma doesn’t think that her Uncle Ira is really her Uncle Ira, this is just the beginning of a nightmare for the sleepy town of Mill Valley. As the number of similar stories multiplies, Miles discovers the horrific truth. Aliens are taking over the bodies and minds of his friends and neighbours …

REZENSION:

Jack Finneys Werk “The Body Snatchers” aus dem Jahre 1955 ist natürlich mittlerweile ein absoluter Klassiker des Science Fiction Genres. Interessanterweise bewegen wir uns in seinem Werk nicht in der Zukunft, sondern in einer verschlafenen Kleinstadt, in der sich scheinbar die Menschen nicht mehr so richtig normal verhalten. SF ist es lediglich durch den Umstand, dass es ein Alien-Roman ist und somit dieses Genre dafür herhalten muss.
In meinen Augen war „The Body Snatchers“ eher eine Art Horror – insbesondere, da ich als recht junger Kerl eines Tages die alte S/W-Verfilmung angesehen hatte und damals absolut geschockt war. Der Horror ist hier sehr subtil und findet eher im Kopf statt. Nun konnte ich mich endlich der Romanvorlage widmen und bin ähnlich überrascht, wie gut diese Geschichte auch weiterhin herausragend funktioniert. Natürlich ist die Zeit nun eine andere und manche Ansichten wirken doch sehr antiquiert – dennoch ist es unglaublich interessant, sich diesem frühen Werk zu widmen.
Es ist und bleibt ein Klassiker und sollte dementsprechend bekannt bleiben. Ein sehr geschickt aufgebautes Werk, welches erst zum Ende hin durch den rasant abgewickelten Höhepunkt ein wenig verliert. Finney hätte sich hier getrost noch etwas Zeit lassen können, um seine philosophischen Ansätze besser deutlich zu machen.
Hysterika.de/JMSeibold/08.02.2021

Tom Roth: CO2 – Welt ohne Morgen

©2021 by Bastei Lübbe AG, Köln
ISBN 978-3-7857-2706-5
ca. 525 Seiten

COVER:

Zwölf Kinder aus zwölf Nationen, Teilnehmer eines Klima-Camps in Australien, werden entführt. Die Drohung der Kidnapper: Einigt sich die Weltgemeinschaft nicht binnen kürzester Zeit auf drastische Klimaziele, stirbt ein Kind. Vor laufender Kamera. Dann Woche für Woche ein weiteres.
Die Welt hält den Atem an.
Kann so erreicht werden, was in unzähligen Versuchen zuvor gescheitert ist? Werden die Regierungen nachgeben, wenn das Leben unschuldiger Kinder auf dem Spiel steht? Bald wird klar: Bei diesem Wettlauf geht es um weitaus mehr als das Leben Einzelner – und die Zeit läuft ab …

REZENSION:

Zwölf Kinder werden gekidnappt, um der Weltgemeinschaft förmlich das Messer an das die Brust zu setzen. Tom Roth spinnt in seinem Thriller die den Fridays-for-Future-Gedanken weiter und droht der Welt nicht mit entgangenen Schultagen, sondern lässt wöchentlich ein Opfer hinrichten. Die Kinder sind dabei sehr geschickt ausgewählt und somit aus zwölf verschiedenen Ländern, um mit dieser großangelegten Entführung die Aufmerksamkeit der gesamten Welt zu bekommen.
Sehr schnell denkt man als Leser über das Für und Wider dieser Vorgehensweise nach. Natürlich ist es definitiv nicht in Ordnung, Kinder als Druckmittel heranzuziehen – dennoch fragt man sich, wie man den Druck nach oben stärker anziehen könnte, um nun endlich die nötigen Mechanismen zur Rettung der Menschheit auf diesem Planeten uneingeschränkt platzieren zu lassen.
Tom Roths Thriller ist außerordentlich aktuell und scheint vor nicht allzu langer Zeit final fertiggestellt worden zu sein, da hierin mehrmals die aktuelle Corona-Seuche ebenfalls eine Rolle spielt, beziehungsweise des Öfteren genannt wird.
Der Thriller ist sehr rasant mit kurzen Kapiteln erzählt, wodurch man schnelle Schnitte wahrzunehmen scheint und man getrost schnell noch ein Kapitel lesen kann. Nichtsdestotrotz lässt er sich auf dem Weg zu seinem interessanten Ende ein wenig zu viel Zeit, was dazu führt, dass man gegen Mitte des Buches ein klein wenig über das Aufgeben nachzudenken beginnt. Lediglich der interessante Plot und das Interesse an den Kindern lässt einen noch mitfiebern. Kurzum hätte es dem Werk sicher gutgetan, wenn es um etwa 100 Seiten kürzer wäre. Das Ende ist außerordentlich gut dargestellt und lässt trotz der dezenten Vorhersagbarkeit nichts in seiner Ausmalung missen.
In „CO2 – Welt ohne Morgen“ lernt man nebenbei nicht nur viel über das klimatische Problem, sondern auch über das schwierigere Thema der CO2-Zetrifikate der unterschiedlichsten Art. Diese Vermischung von Sachbuch und Thriller ist ihm absolut perfekt gelungen und sollte auf diese Art und Weise erheblich öfter vorgenommen werden. Dadurch lässt sich auf unterhaltsamste Weise Wissen vermitteln und auch ich ertappte mich nach Abschluss des Buches beim Googeln, da ich wissen wollte, ob es die von ihm genannte Insel nicht nur gibt, sondern auch seiner Beschreibung entspricht – von den klimatischen Vorgängen auf globaler Basis ganz abgesehen.
Alles in allem handelt es sich bei „CO2 – Welt ohne Morgen“ um einen spannenden Thriller, der rasant erzählt wurde, etwas zu nett zu den Politikern dieser Welt ist und dem nebenbei ein paar Seiten weniger gut getan hätte. Trotzdem eine sehr gute und lehrreiche Unterhaltung mit einem Ende, welches doch zur Überlegung führt, ob dieser Weg eventuell eine Möglichkeit wäre ….
Hysterika.de/JMSeibold/31.01.2021

FG003 – CHRISTINE (1983)

1 Film – 2 Generationen

Laura (*1994) und Jürgen (*1971) sprechen in dieser Folge über den Horrorfilm CHRISTINE aus dem Jahre 1983.
Regie: John Carpenter

Auch diesmal betrachten sie dieses Werk aus verschiedenen Richtungen und mit dem Blick verschiedener Lebenserfahrungen – aber hört selbst….

In der nächsten Folge geht es dann um junge Mädchen in einer psychiatrischen Klinik, deren Erlebnisse sich in einem Film aus dem Jahre 1999 darbieten.

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Stephen King: Wolves of the Calla

©2003 by Stephen King
This paperback edition published in 2012 by Hodder & Stoughton
ISBN 978-1-444-72348-9
ca. 771 Seiten

COVER:

Determined to reach the Dark Tower, gunslinger Roland and his companions emerge from the forests in the Mid-World on a path that leads to a tranquil valley community of farmers and ranchers in the borderlands.

Beyond the town, the rocky ground rises towards the dark source of affliction. Danger is imminent – the Wolves of the Calla are gathering once again, their unspeakable depredation poised to threaten the soul of the community. Roland and his companions must venture all as they face an unknown adversary. And the future of the Mid-World once again faces crimson chaos.

Wolves of the Calla is the magnificent fifth novel in Stephen King’s epic Dark Tower series that continues to captivate processions of readers.

AND THE TOWER IS CLOSER …

REZENSION:

Wenn man bei einem Epos von einem Lebenswerk sprechen kann, dann ist es sicherlich die Reise Rolands in Richtung des Dunklen Turms. Diese Werke begleiten nicht nur den Autor bereits seit mehreren Jahrzehnten, sondern auch Leser wie mich, die ebenfalls 30 Jahre benötigten, um Roland bis zum Ende seiner Reise begleiten zu dürfen.
Der Dunkle Turm ist dabei jedoch auch ein Gesamtkunstwerk, welches eine Vielzahl von Werken Kings miteinander verknüpft und durch den Mut, auch verschiedene Genre miteinander zu verweben, etwas ganz Besonderes in der Welt der Literatur darstellt.
Der Dunkle Turm ist Western, Horror, Fantasy, Thriller, Liebe, Science Fiction, Dystopie und noch vieles mehr in einem. Gleichzeitig uneingeschränkt philosophisch und zum Nachdenken anregend.
In „Wolves of the Calla“ treffen wir nicht nur auf den Priester aus Salems Lot sondern begeben uns auch des Öfteren nach New York, um die Fäden in Richtung Turm auf den richtigen Weg zu bringen. Schlussendlich wird gemeinsam mit den Dorfbewohnern der Calla gegen die regelmäßig kommenden Wölfe gekämpft, um diesen endgültig klar zu machen, dass die Bürger es nicht mehr länger akzeptieren, dass in gewissen Abständen Kinder als Opfer abgeholt werden.
Die Story ist unglaublich dicht und grandios erzählt. Selbst durch die bei mir etwas angespannte Konzentration beim Lesen in der Originalsprache konnte mich nicht davon abbringen, förmlich an die Seiten geheftet zu sein. Wolves oft he Calla ist definitiv einer der stärkeren Bände der Werke um den Dunklen Turm. Die Figuren werden einem immer vertrauter und der Turm rückt ungebremst näher, auch wenn in diesem Werk weder der Mann in Schwarz noch der Turm selbst eine Rolle gespielt hat. Das ka-tet ist hierin selbst für die weitere Entwicklung verantwortlich und stellt sich diesem Anspruch auch ohne besondere Einwände. Dabei werden sie ihrem Ruf gerecht und zeigen die Stärke einer zusammengewachsenen Gemeinschaft.
Kennt man Stephen King, weiß man jedoch auch, dass solche Verflechtungen – wie im realen Leben – auch erneut brüchig werden können und somit immer zu pflegen sind.
Wer sich dem Dunklen Turm stellt kommt natürlich auch nicht an diesem Werk vorbei. Während der vierte Band viel aus dem Leben Rolands erzählte, begleiten wir hier wieder das Team auf ihrem Weg in Richtung Zentrum der Balken. Der Weg ist das Ziel und hier leuchtet der fünfte Band förmlich, da er durchgehend Lesefreude bereitet und man spätestens jetzt die Gefährten in das Herz geschlossen hat. Trotz ihrer persönlichen Unterschiede agieren sie hier als geschlossene Einheit und bauen dabei das Selbstvertrauen der Farmer auf, um sich gemeinsam mit ihnen deren Feinden zu stellen.
Sollte jemand neu einsteigen wollen: Vor Lesen dieses fünften Bandes hilft es übrigens ungemein, wenn man Salem’s Lot („Brennen muss Salem“) bereits kennt, da hier in diesem fünften Band Pater Callahan eine nennenswerte Rolle spielt und man seine Verweise in Richtung Barlow und dem kleinen Städtchen Salem nur durch Kenntnis des genannten Buches verstehen wird.
Hysterika.de/JMSeibold/17.01.2021

FG002 – Drei Engel für Charlie (2000)

1 FILM – 2 GENERATIONEN

In der neuesten Folge sprechen Laura (*1994) und Jürgen (*1971) über Drei Engel FÜR CHARLIE aus dem Jahre 2000 mit Drew Barrymore, Cameron Diaz und Lucy Liu in den Hauptrollen.
Sie schweifen dabei auch ganz schön ab – aber hört selbst …

kleiner Teaser: In der nächsten Folge geht es dann um einen Horrorfilm aus dem Jahre 1983, in dem ein verliebtes Auto die namensgebenden Hauptrolle spielt.

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FG001 – MATRIX

Im Jahre 1999 erschien ein neuer Science-Fiction-Film mit Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving in den Hauptrollen.
Es handelt sich dabei um den damaligen Blockbuster “MATRIX”.

Diesen Film nahmen sich Laura (*1994) und Jürgen (*1971) in der ersten Folge des “1 Film – 2 Generationen-Podcasts” vor und sprachen über ihre persönlichen Eindrücke.

Feedback gerne an Filmgeschichten@hysterika.de

Viel Spaß beim Anhören…

P.S.: In der nächsten Folge geht es um drei Damen, die sich actiongeladen den Aufträgen eines unbekannten Charlies annehmen 🙂

Victoria Krebs: Feinschliff nach dem Tod

©2020 Eldur Verlag, Aachen
ISBN 978-3-937419-36-7
ca. 240 Seiten

COVER:

Der arbeitslose Mechaniker Val Gunnarson träumt von einem Platz an der Sonne und findet als Serienkiller eine nahezu unerschöpfliche (wenngleich äußerst bizarre) Geldquelle.

Die junge, taffe Lizzy Hurt wächst in einem Trailerpark auf, bis sie von ihrem mysteriösen Vater ein Stipendium bekommt. Doch anstatt zu studieren, spielt sie lieber Detektiv. So kommt sie hinter Vals Geheimnis.

Als sich ihre Wege kreuzen, eskaliert die Situation zunächst. Doch dann entdecken sie, dass sie einen gemeinsamen Feind haben.

Victoria Krebs lässt dem Leser in diesem spannenden und ungewöhnlichen USA-Thriller wenig Zeit zum Luftholen. Hinter dem rasanten, hochspannenden und bisweilen brutalen Verlauf verbirgt sich aber noch eine tiefere Schicht der Erzählung.

REZENSION:

Victoria Krebs konfrontiert uns in ihrem neuen Werk mit dem Titel „Feinschliff nach dem Tod“ mit einem sehr interessanten und kreativen Plot. Sie erschafft nicht nur eine außergewöhnliche Art des Serienmordes, sondern setzt noch einen drauf und etabliert ein wertvolles „Gimmick“ für angesehene Killer, die gerne ein Andenken an ihre Taten ihr Eigen nennen wollen.
Die Geschichte bewegt sich hauptsächlich um den kreativen Ex-Mechaniker Val Gunnarson, der ideenreich eine neue Einnahmequelle entdeckt hatte, und der jungen Lizzy Hurt, die sich auf Vals Fährte setzt und dabei ziemlich schnell an gewisse Grenzen kommt.
„Feinschliff nach dem Tod“ ist eine sehr erfrischende Geschichte mit einem enormen Unterhaltungspotenzial. Man kann sich dem Plot nicht entziehen und einer popkorngeladenen Unterhaltung mit mafiösen Strukturen steht nichts mehr im Wege.
Gleichzeitig lässt die Autorin aber auch gerne die berühmte „Deus Ex Machina“ aufblitzen und somit entstehen auch einige deutliche konstruierte „Zufälle“ und Abhängigkeiten, die gerne verwendet werden, aber dadurch leider die Geschichte in ihrer Gänze ein klein wenig schmälern. Diese Vorgehensweise ist natürlich Programm, da man sonst sicher nur schwer in der Lage ist einen derart mit Ideen gefütterten Plot innerhalb von einer begrenzten Seitenzahl zu einem angemessenen Ende zu bewegen. Somit kann man hier getrost kurz ein Auge zudrücken und einfach die Geschichte als kleine Unterhaltungsperle ohne besonderen Tiefgang, dafür jedoch mit viel Spannung, Action, einem Touch Liebe und rasanten Schnitten genießen. Ich bin mir sicher, dies war auch der Ansatz der Autorin und somit hat sie nahezu alles richtig gemacht.
Hysterika.de/JMSeibold/31.12.2020