Jussi Adler-Olsen: Natrium Chlorid

Originaltitel: Natrium Chlorid
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
Originalausgabe 2021
2021 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
©2021 Jussi Adler-Olsen / All rights reserved / J.P. / Politikens Forlagshus A/S, Kopenhagen
ISBN 978-3-423-28280–2
ca. 528 Seiten

COVER:

Der Selbstmord einer Frau an ihrem 60. Geburtstag führt zur Wiederaufnahme eines ungeklärten Falls aus dem Jahr 1988, der Marcus Jacobsen damals mit seinem besten Ermittler Carl Mörk zusammengebracht hat. Seit über drei Jahrzehnten fallen Menschen einem gerissenen Killer zum Opfer, der tötet, ohne dass ihm ein Mord nachgewiesen werden kann. Er wählt Opfer und Todeszeitpunkt mit Bedacht und Präzision.
Hinrichtungen werden als Unfälle oder Suizide getarnt, doch auch Selbstjustiz ist nicht auszuschließen, sein Motiv scheint jedes Mittel zu rechtfertigen. Sollte Carl die Logik des Killers richtig deuten, ist mit dem nächsten Mord schon binnen weniger Tage zu rechnen.

Und währen die Corona-Maßnahmen die Ermittlungsarbeiten des Sonderdezernats Q zusätzlich erschweren, bewegt sich ein alter Fall auf Carl zu wie eine Giftschlange, die Witterung mit ihrer Beute aufgenommen hat …

REZENSION:

„Natrium Chlorid ist nun bereits der neunte Fall für das Sonderdezernat Q, welches sich seit band 1 von Jussi Adler-Olsen um längst vergessene Fälle kümmert. Da die Bücher zumindest auf der persönlichen Ebene der Dezernatsmitglieder aufbauen, sind einem Leser der ersten Stunde natürlich alle Eigenheiten des Teams bekannt. Neueinsteigern könnte es ein wenig schwer fallen, hier ausreichenden Zutritt bekommen zu können – es spricht aber nichts dagegen, einfach mit Fall 1 anzufangen.
Das Team ist mittlerweile sehr eng zusammengewachsen und jeder steht wie eine Front für den anderen ein. Auch im neuesten Band zeigt sich der herausragende Ideenreichtum Adler-Olsens dar, denn seine Fälle sind nahezu alle aus vergangenen Zeit, jedoch mit der Gegenwart verwoben. Dadurch ermittelt das Team nicht nur in längst vergessenen Akten, sondern schafft es das durch zumeist auch einen aktuellen Fall mit zu lösen.
Der Schreibstil ist weiterhin herausragend und sehr eingängig. Man fühlt sich sofort wieder mitten drin in der Sonderdezernat-Tätigkeit – dies, obwohl es nun doch einige Zeit bis zum neunten Fall gedauert hat. Der Fall selbst ist ebenfalls sehr eigenständig und geschickt konstruiert. Lediglich in der Ausarbeitung hinkt Band neun den vorangegangenen Bänden nach. Bisher gab es sehr viele Spannungseffekte, tief gehende Erlebnisse und geschickt platzierte Thriller-Elemente. Natrium Chlorid ist gut erzählt, lässt diese hohe Qualität dennoch etwas missen. Somit zeigt sich das aktuelle Werk von Adler-Olsen als sehr guter Krimi, der jedoch im Fahrwasser anderer Standardkrimis diese lediglich begleitet – seine anderen Werke übernahmen das Steuer und zeigten der Konkurrenz, wie man spannend erzählte Krimis konstruiert und erzählt. Natrium Chlorid ist natürlich weiterhin ein ganz guter Kriminalroman – nichts desto trotz in Hinblick auf die Sonderdezernat Q-Reihe einer der Schwächeren davon.
hysterika.de / JMSeibold / 11.12.2021

Tagged , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.