Scott Thomas: VIOLET

Originaltitel: VIOLET
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Kristof Kurz und Stefanie Adam

Deutsche Erstausgabe 07/2021
©2019 by Scott Thomas
©2021 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-32032-1
ca. 575 Seiten

COVER:

Dreißig Jahre nach dem Tod ihrer Mutter bricht für die Tierärztin Kris Barlow erneut die Welt zusammen: Ihr Mann stirbt bei einem Autounfall. Geschockt beschließt Kris, sich zusammen mit ihrer kleinen Tochter Sadie in das alte Ferienhaus ihrer Familie am Lost Lake, nahe Pacington, zurückzuziehen. Doch der Ort hat sich verändert, die Einwohner sind Fremden gegenüber misstrauisch geworden, denn im Laufe der letzten Jahre verschwanden mehrere Mädchen spurlos. Zunächst schenkt Kris den Warnungen der Leute keine Beachtung, aber dann ereignen sich seltsame Dinge in ihrem Haus. Als auch Sadie beginnt, sich zunehmend merkwürdiger – und unheimlicher – zu verhalten, wird Kris klar, dass sie sich den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss, wenn sie das Leben ihrer Tochter retten will …

REZENSION:

Das Spektrum der Genre, in denen ich mich als leidenschaftlicher Leser bewege, ist sehr weit gefächert. Dennoch liegt meine Liebe von Anfang an im anspruchsvollen Grusel- und Horrorbereich.
In den 80er Jahren wurde ich da noch sehr stark mit neuen Veröffentlichungen über alle möglichen Verlagshäuser hinweg ungebremst bedient. Nach und nach schien dies insbesondere bei den großen Verlagshäusern nachzulassen und man konnte neben dem Publikumsblockbuster Stephen King nur noch wenig neues bei diesen Publikumsverlagen entdecken. Scheinbar scheint sich jemand diesem Problem angenommen zu haben, denn ich erkennen in den letzten Monaten ein kleines Licht am Ende des Tunnels, welches sich immer heller darzustellen scheint. Es gibt nicht mehr nur den Umsatzgarant King, sondern es werden auch weitere Autoren auf dem deutschen Markt unter Vertrag genommen.
Scott Thomas ist einer dieser für uns neuen Namen – sein Debütroman „Kill Creek“ konnte mich bereits durch die interessante und schön altmodisch klingende Idee begeistern.
Nun ein weiterer Roman dieses Autoren mit dem einfach klingenden Titel „Violet“.
Wir begleiten hierin eine Mutter und ihre Tochter in ein altes, heruntergekommenes Ferienhaus, um dort einige Wochen Ruhe zu finden und dabei das Drama um den verunglückten Ehemann verarbeiten zu können.
Wie sich recht schnell herausstellt, gibt es jedoch einige Einflüsse, die das Verhalten ihrer Tochter verändern. Gleichzeitig Personen, die einen zu beobachten scheinen und gruselige Begebenheiten im Hause selbst.
Auch hier erzählt Scott Thomas einen altmodisch wirkenden Gruselroman. Aber genau damit entspricht er meiner Vorliebe und zeigt deutlich, dass ein anspruchsvoller Gruselroman mehr verdeckt als plastisch darstellen muss.
Teilweise so geschickt beschrieben, dass man das Gefühl einer dezent aufkommenden Gänsehaut nicht vermeiden kann.
Sämtliche Versuche, die Geschichte vorherzusehen, scheitern und dementsprechend bleibt man an die Seiten gefesselt, bis man zum unvermeidlichen und grandios erzählten Ende kommt.
„VIOLET“ ist in meinen Augen endlich mal wieder ein grandios erzählter Gruselroman, der sich im Fahrwasser alter Klassiker tummelt und dabei nicht einmal schlecht aussieht. Eine absolute Leseempfehlung für Freunde des anspruchsvollen Schauerromans mit mystischen und/oder geisterhaften Elementen. Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung.
hysterika.de / JMSeibold / 04.07.2021

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