Matias Faldbakken: The Hills

Originaltitel: The Hills
Aus dem Norwegischen von Maximilian Stadler
©2017 Matias Faldbakken
©2018 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-27190-6
ca. 238 Seiten

COVER:

Was geschieht, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät? Dieser Frage widmet sich Matias Faldbakken in seinem neuen Roman. Den Rahmen bildet ein altmodisches Restaurant namens The Hills, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Ein Pianist sorgt für ruhige Hintergrundmusik, die Einrichtung ist klassisch, gediegen. Der Leser wird in ein eigenes Universum eingeführt. Chef, Koch, Kellner: Die Hierarchien sind klar verteilt. Es herrscht eine Mischung aus strikten Routinen und hochsensiblen Umgangsformen. All das gerät ins Wanken, als eine unbekannte Frau ins Lokal kommt. Wer ist die Frau? Was will sie? Nicht nur der Kellner, sondern auch die Stammgäste geraten in Aufruhr..

REZENSION:

Matias Faldbakken wurde mir nach dem grandiosen und abgedrehten Werk mit Namen „Wir sind fünf“ ein Begriff. Im genannten Buch zeigte sich der Alltagsbeobachter virtuos und bitterböse. Nebenbei sorgte er für unglaublichen Witz und zieht Anleihen aus dem alten Gruselfilm „The Blog“ auf interessante Art und Weise in unsere Zeit.
Dementsprechend euphorisch freute ich mich auf die Heyne Hardcore-Veröffentlichung eines weiteren dünnen Buches dieses abwechslungsreich agierenden Autors.
Im vorliegenden Werk begeben wir uns in ein sehr konservatives, gediegenes und recht altes Restaurant mit Namen „The Hill“.
Hier begleiten wir die recht geringe Anzahl an Angestellten und Gästen, deren Tätigkeiten und Gedankenwelten von Faldbakken vor uns offenbart werden.
Leider bleibt es dabei und man fragt sich relativ schnell, wann sich Matias Faldbakken nun endlich einen Schritt nach vorne wagt, um den Leser mit mindestens einer Kehrtwendung wieder zurück zu holen. Er bleibt jedoch seiner Vorgehensweise treu und sorgt somit im Gegensatz zu „Wir sind fünf“ in diesem Buch für eine durchgehende Eintönigkeit, die gänzlich ohne nennenswerte Spitzen aufwartet.
Dies ist absolut schade, da der Schreibstil Faldbakkens auch hier sehr eingängig ist – dies alleine reicht jedoch nicht, um einen Leser bei der Hand zu nehmen, da muss definitiv mehr passieren. Insbesondere, da es nicht ersichtlich wird, worauf der Autor eigentlich hinaus will.
Wie man bereits erkennt, konnte mich Faldbakken mit diesem Werk nicht überzeugen. Ich denke, er sollte vielmehr weiterhin seine Betrachtungen auf kuriose Art offenbaren, wie bereits in „Wir sind fünf“ geschickt durchgeführt. „Wir sind fünf“ ist in meinen Augen auch weiterhin eine Empfehlung wert, „The Hills kann sich dem jedoch nicht anschließen.
Hysterika.de/JMSeibold/10.04.2021

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