Nick Louth: Die Suche

louth_sucheOriginaltitel: Bite
Aus dem Englischen von Peter Friedrich
Deutsche Erstausgabe im Ullstein Taschenbuch
(c) für die deutsche Ausgabe: Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2015
(c) Nick Louth, 2007
ISBN 978-3-548-28736-2

COVER:

In Amsterdam sterben Menschen. Jeden Tag werden es mehr. Malaria breitet sich in der Stadt aus, übertragen von gezielt ausgesetzten Mücken. Eine könnte helfen: Die Wissenschaftlerin Erica Stroud-Jones steht kurz vor dem Durchbruch in der Malaria-Forschung. Doch sie ist spurlos verschwunden – alles deutet auf eine Entführung hin. Ihr Freund Max Carver sucht in der Amsterdamer Unterwelt nach ihr. Max muss wissen, woran Erica zuletzt gearbeitet hat, nur so lässt sich die Katastrophe aufhalten. Seine Suche führt ihn immer tiefer in Ericas Vergangenheit. Was hat sie in den neunziger Jahren in Afrika gemacht? Und was hat das mit der Malaria-Epidemie zu tun? Max muss feststellen, dass er Erica kaum gekannt hat, denn was er über sie herausfindet, ist gefährlich. Lebensgefährlich.

REZENSION:

Die Wissenschaftlerin Erica fand ein Mittel gegen einen nicht heilbaren Typus der Malaria. Diese Errungenschaft sollte sie vor einem hochkarätigen Plenum bei einem Kongress in Amsterdam vorstellen. Urplötzlich verschwindet sie jedoch ohne jegliches Lebenszeichen.
Ihr Freund Max macht sich auf die Suche, da sowohl Polizei als auch weitere Personen aus ihrem Umkreis ihn zuerst nicht ernst nehmen und eher von einem Streit zwischen diesen beiden ausgehen. Darüber hinaus treten in der Stadt Malariafälle auf, für die es kein Heilmittel gibt, was zu mehreren Todesfällen führt.
Die grundsätzliche Geschichte mit ihren beiden Handlungssträngen wird vom Autor noch durch Tagebucheinträge auf eine separate Vorgeschichte Ericas in eine weitere Ebene gebracht. Hierdurch lernt man die Erlebnisse Ericas in Afrika kennen und mehr und mehr fragt man sich, ob diese einen Zusammenhang mit den heutigen Geschehnissen haben werden.
Das schönste an diesem Thriller sind in meinen Augen ganz besonders die Erlebnisse in Afrika – hiermit könnte man fast ein separates Buch entwickeln.
Max selber zeigt sich in seiner Jagd nach seiner Freundin teils als ein wenig arg Naiv – andererseits bleibt und wird er aber auch rigoros in seiner Vorgehensweise.
Er ist für den Leser dadurch etwas schwieriger zu greifen, was aber erfreulicherweise nicht unbedingt schadet. Nichts desto trotz könnte er etwas eingängiger dargestellt werden, damit man als Leser stärkeren Bezug zum Protagonisten aufbauen kann.
Als absoluter Pluspunkt sei zu erwähnen, dass der Autor relativ provokant die Vorgehensweise der Pharmaindustrie einbaut. Hier scheint er seine Berufung zu haben und man nimmt es ihm problemlos ab, dass diese Industrie ihre Medikamentenforschung und –entwicklung nur auf Basis von gewinnbringenden Zielmärkten vornimmt und eben nicht aus reiner Nächstenliebe.
Die Spannungselemente bleiben bis auf wenige Ausnahmen in der Mitte des Buches auf konstant gleichem und ganz gutem Niveau. Etwas mehr Erwartung in diesem Bereich schwebte mir aber doch vor – für Leser der weniger harten Gangart ist dieser Thriller jedoch eine gute Empfehlung.
Alles in allem ein gut durchdachter und doch sehr glaubwürdiger Wissenschaftsthriller mit interessanten Elementen und geschickt eingebauten Erzählsträngen. Der Autor achtete auch gelungen darauf, erst zum Ende hin alles zusammen zu führen und plausibel zu beenden.
Jürgen Seibold/17.06.2015
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