Werner Stanzl: Hinrichtung

Stanzl_Hinrichtung© 2015 by Styria Krimi in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
ISBN 978-3-222-13499-9

COVER:

Er tötet mit archaischen Mitteln. Er schickt verschlüsselte Botschaften. Er folgt seiner Überzeugung. Und er hat ein Ziel …
Beim Sonnenaufgang über Cormons läuten die Glocken eines Morgens Sturm und die Stadt wird Zeuge einer Steinigung per Fernbedienung. Willkommenes Futter für die Medien, die rasch auf islamische Dschihadisten schließen. Zumal in der Folge noch mehr achtbare Katholiken sterben müssen. Dass zudem ein Papstbesuch bevorsteht und Ferrogasto das Land lahmlegt, erschwert die Ermittlungen für Bruno Vossi und sein Team. Schon bald sieht sich der Commissario in einem undurchsichtigen Netz aus INteressen und Interventionen verstrickt.

REZENSION:

Was den Inhalt von Büchern betrifft, sind reine Krimis nicht unbedingt meine Leidenschaft. Viel zu oft ist die Vorgehensweise recht austauschbar, da man regelmäßig einen Kriminalbeamten bei der Jagd nach einem Mörder folgt und nur noch durch dessen Vorgehensweise Unterschiede in den üblichen Büchern aufzufinden ist. Nur wenige Kriminalromane konnten mich in der Vergangenheit deshalb überzeugen – dies liegt aber nicht an deren Qualität, sondern lediglich an meinem Geschmack, da dieser eher in spannungsgeladenen Genreabgrenzungen zu Hause ist. Nichts desto trotz habe ich mich erneut einem Krimi zugewendet, da mich die Beschreibung durch die Hinzufügung von kirchlichen Elementen positiv ansprechen konnte.
Werner Stanzl selbst war mir dabei absolut gar kein Begriff. Zusätzlich handelt es sich um einen österreichischen Verlag – kann es sein, dass unser Nachbarland auch ein Wörtchen in diesem Genre mitsprechen möchte? Scheint wohl so zu sein, denn was Werner Stanzl in seinem Buch mit dem griffigen Titel „Hinrichtung“ vorlegt, lässt nahezu nichts zu wünschen übrig.
Prinzipiell zwar nur ein Krimi der klassischen Art, jedoch in der Erzählweise durchweg überzeugend und somit blieb mir absolut nichts weiter übrig als von Seite zu Seite zu hetzen.
Richtig spannend ist das Buch dabei eher nicht – interessanterweise stört dieser Umstand aber keineswegs und somit begleitet man den Commissario Vossi in beschaulichen italienischen Dörfern und Kleinstädten auf der Jagd nach einem Mörder, der wohl mit islamischem Hintergrund zu Werke geht.
Werner Stanzl schnappt sich eine Unmenge an verschiedenen Fäden und mir schwirrte schier der Kopf nach der Frage, wie er das alles am Ende wieder zu einem Gesamtwerk fügen würde. Erfreulicherweise behält er aber alle Fäden in der Hand und schafft die Verknüpfung dieser zum Ende hin problemlos und überzeugend. Das Ende kommt ein wenig zügig ums Eck – wirkt aber in seiner Bedauerlichkeit gegenüber dem Ermittler glaubwürdig und könnte wohl exakt so in der realen Welt geschehen.
Die Schreibweise Stanzls ist niveauvoll, detailliert und doch sehr eingängig sowie glaubwürdig. Der Ermittler stellt die richtigen Fragen und siegt gewissermaßen mit seiner Bauernschläue.
„Hinrichtung“ ist somit ein Krimi, der dem Genre zwar nicht unbedingt was Neues aufzwingen kann, jedoch dem Leser sehr interessante und durchweg unterhaltsame Stunden beschert. In meinen Augen in diesem Genre ein absolut zu empfehlendes Werk eines Autors, der bereits hiermit zeigt, dass er wohl sein Handwerk zu verstehen weiß. Eine klare Empfehlung für Freunde des gepflegten Kriminalfalls.
Jürgen Seibold/11.02.2015

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