Drew Magary: Die Unsterblichen

magary_unsterblichenE-Book, Knaur eBook
608 Seiten
ISBN: 978-3-426-41696-9
€ 6,99

COVER:

2019: Mit einer einfachen Spritze kann der Alterungsprozess gestoppt werden. Immer mehr Menschen lassen sich impfen – und ahnen nicht, welche erschreckenden Folgen dies haben wird. 2029: Die Gesellschaft, wie wir sie kennen, löst sich auf. 2039: Der globale Alptraum hat begonnen …

REZENSION:

Jeder Mensch durchlebt eine gewisse Zeitspanne voller Höhen und Tiefen. Man gewinnt Familienmitglieder, man verliert Familienmitglieder. Dies alles findet in einer relativ begrenzten Zeitspanne statt, wodurch man üblicherweise nur begrenzt das Leben Angehöriger begleiten kann.
Was wäre nun, wenn plötzlich ein Heilmittel entwickelt wird und man einfach entscheiden kann, nun nicht mehr körperlich zu altern. Die Unsterblichkeit ist greifbar und somit kann man sich für alles ausreichend Zeit nehmen. Man sieht seine Kinder aufwachsen, diese lassen sich ebenfalls „deaktivieren“ und schon lebt man unzählige Jahre im Kreise seiner Liebsten.
Was jedoch, wenn das nicht nur einige wenige Personen betrifft, sondern die gesamte Menschheit? Plötzlich sterben immer weniger Menschen eines natürlichen Todes – der Nachwuchs wird aber weiterhin in die Welt gesetzt. Was passiert auf unserem Planeten, wenn plötzlich mehr und mehr Ressourcen benötigt werden? Könnte es zu neuen Kriegen führen? Werden Soldaten deaktiviert um ihrem Einsatzzweck gerecht zu werden? Könnten Atombomben zu einer Alternative werden, in dem Versuch die Menschheit einzudämmen? Bleibt die Liebe auf der Strecke? Bleibt der Mensch auf der Strecke?
Zu diesem Thema lassen sich eine unzählige Vielzahl an möglichen Szenarien aufbauen und genau damit hat sich Drew Magary in seinem ersten Roman „Die Unsterblichen“ befasst.
Er erzählt dabei unter Verwendung der Ich-Form über seinen Protagonisten John Farrel, der sich deaktivieren hat lassen und von uns nun über einen Zeitraum von etwa 60 Jahren – ohne zu altern – begleitet wird.
Durch seinen sehr interessanten Erzählstil schafft es Drew Magary nicht nur, uns das turbulente Leben John Farrels nahe zu bringen, sondern anhand von „Blogeinträgen“ auch noch die gesamte Weltsituation anschaulich und bedrückend dar zu legen.
Er schafft es dabei locker, unzählige Szenarien zu entwickeln, zu beantworten und dabei immer wieder auch das Leben John Farrels detailliert zu betrachten.
Die Liebe kommt dabei nicht zu kurz, wird aber durch die lange Zeitspanne sogleich mit allen positiven und negativen Facetten eines langlebenden erzählt.
„Die Unsterblichen“ ist ein vordergründig ein ScienceFiction-Roman. Diese Schublade wird ihm aber in keinster Weise gerecht, da die Geschichte mit Leichtigkeit über ein reines Schubladendenken hinausgeht und sehr stark zum Nachdenken anregt.
Alles in allem ein absolut interessantes Buch mit einer atemberaubenden und nachdenklich stimmenden Utopie – mal mehr, mal weniger spannend. Absolut empfehlenswert!
Jürgen Seibold/16.07.2013

 
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