Stephen King: Joyland

KING_JoylandOriginaltitel: JOYLAND bei Titan Books, London
Aus dem Amerikanischen von Hannes Riffel
© 2013 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
ISBN 978-3-453-26872-2
ca. 352 Seiten / € 19,99 (HC)

COVER:

Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitet Devin Jones während der Semesterferien im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina. Drei Dinge sind es, die ihn im Laufe des Sommers 1973 vor allem beschäftigen: Seine große Liebe Wendy gibt ihm per Brief den Laufpass. In der Geisterbahn Horror House soll es spuken, nachdem dort ein Mädchen ermordet wurde. Und er fragt sich, welches Geheimnis sich wohl hinter der schönen jungen Frau mit ihrem behinderten Sohn verbirgt, an deren Strandvilla er jeden Tag vorbeikommt. Vom unbekümmerten Schaustellerleben in Joyland fasziniert, verlängert Devin seinen Aufenthalt. Mit seinen neugierigen Nachforschungen tritt er jedoch eine Lawine von Ereignissen los, bei denen es schließlich um Tod oder Leben geht …

REZENSION:

In JOYLAND entführt uns Stephen King in die frühen Siebziger und erzählt eine Geschichte, die nicht nur dort handelt, sondern in ihrem Aufbau genau den Geschichten dieser Zeit entspricht.
Dadurch könnte man ein wenig enttäuscht zurückbleiben, da die Geschichte überwiegend ruhig vollzogen wird und lediglich zum Ende hin ein wenig in eine Achterbahn zu steigen scheint. Nichts desto trotz handelt es sich bei JOYLAND um eine sehr interessante Geschichte, die zum Einen über einen 21jährigen erzählt, der Probleme genug hat, sich von seiner Liebe zu lösen. Zum Anderen sorgt Stephen King für zwei weitere Erzählstränge, die am Ende zusammenlaufen und gemeinsam den Schluss besiegeln.
In JOYLAND erfahren wir einiges über die Tätigkeiten hinter den Kulissen einen Freizeitparks – dabei nimmt uns King bei der Hand und lässt auch noch einen Geist in der unvermeidlichen Geisterbahn erscheinen. Somit entsteht eine Kriminalgeschichte, da der Mörder dieses Gespenstes noch  nicht gefasst worden ist. Devin Jones schnüffelt ganz dezent nach und lernt nebenbei die hübsche Annie kennen, die mit ihrem schwer behinderten Sohn am Strand wohnt. Dadurch löst sich sein unerfülltes Liebesleben auf und er findet eine weitere – wenn auch kurze – Bestimmung.
Mike, Annies Sohn, scheint fast eine Hommage an Kings SHINING zu sein – irgendwie kommt einem nämlich dieses aufflackern des Zweiten Gesichts doch sehr bekannt vor. Nichts desto trotz schließt man Mike sehr sehr stark ins Herz und dadurch entstehen einige Szenen, bei denen man Probleme hat, manch Träne zurückzuhalten.
Allein dies spricht bereits für JOYLAND, da diese intensiven Szenen zeigen, dass der Autor immer noch ein Meister seines Fachs ist – beziehungsweise ein Meister mehrerer Fächer ist : Denn ein Kingscher Horrorroman ist dieses Buch nicht – eher eine Liebesgeschichte, eine Geschichte des Erwachsenwerdens, eine dezente Mysterystory und ein kleiner Kriminalroman. Dies alles im Stile der beschriebenen Zeit und somit aus meiner Sicht absolut gelungen – jedoch nicht unbedingt was für Leser auf der Suche nach neuen Spannungsspitzen.

 

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