Wayne Simmons: Grippe

Aus dem Englischen von Andreas Schiffmann
© 2011 by Voodoo Press
ISBN 978-3-902802-30-0
ca. 280 Seiten / € 13,95

COVER:

Eine hartnäckige Grippe geht um – eine Epidemie sogar, wie manch einer behauptet. Auf Plakaten sagen sie dir, du sollst beim Niesen die Hand vor den Mund halten und Taschentücher nur einmal benutzen. Zu dumm, dass sich diese Grippe nicht von solchen Maßnahmen aufhalten lässt. Hast du sie dir erst eingefangen, klopfen schwer bewaffnete Polizisten an die Tür und sperren dich zu Hause ein, wo du alleine sterben musst – und das wirst du innerhalb weniger Tage. Wenn es dann mit dir zu Ende gegangen ist, dauert es keine zwei Stunden, und du schlägst die Augen wieder auf …

GRIPPE ist eine temporeiche und erschreckend realistische Zombie-Horror-Story.

REZENSION:

Wayne Simmons zweiter Roman mit dem kurzen aber aussagekräftigen Titel „Grippe“ wendet sich einem Thema zu, welches voller Klischees aber auch interessanten Aspekten steckt: Zombies!
Diese treiben ihr Unwesen in diesem Buch innerhalb eines geschlossenen Areals, der irischen Insel. Dadurch kann sich Simmons auf lokale Begebnisse beschränken und führt dies auch geflissentlich aus.
Bereits vor dem vermeintlichen Lesegenuss stellt man sich die ein oder andere Frage, da bereits diese örtliche Einschränkung als auch das Thema an sich mit vielen hochwertigen – nennen wir es historischen – Gegnern kämpfen muss und sich dadurch einer starken Konkurrenz zu erwehren hat.
Allein die Insel schiebt einen gedanklich an den recht gut umgesetzten Film „28 Days later“, der mit ähnlichen Versatzstücken spielt und als Film natürlich visuell sehr stark beeindruckt. Hinzu kommen politische Statements, wie es bereits sehr früh in der Geschichte der Zombies George A. Romero mit seiner genialen Umsetzung bei „Night of the living dead“ dargestellt worden ist.
Hier gibt es sicherlich noch sehr viele weitere – insbesondere visuelle – Blockbuster, die es einem Roman dieser Art natürlich schwer machen, hierin Fuß zu fassen.
Nichts desto trotz oder gerade deswegen ging ich beim Öffnen des Buches davon aus, dass Wayne Simmons einfach seinen Leser unterhalten möchte – somit gebe ich ihm auch diese Chance.
„Grippe“ erfindet das Genre definitiv nicht neu – dies könnte man mit Leichtigkeit dem Autor vorwerfen, andererseits hatte ich aber exakt davor Angst und somit fand während des Lesens ein gewisser Prozess der Überzeugung statt, da Simmons den „Standardzombie“ einfach so belässt wie er bisher in seiner Historie aufgetreten ist: Dämlich, vor sich hin schlurfend, nach Fleisch suchend. Ebenso wie bei in-die-Schule-gehende-Vampire hätte ich ein riesen Problem mit romantischen Zombies.
Allein durch diesen Umstand merkt man sehr deutlich, dass Simmons einfach einen Horrorroman schreiben wollte, der dem Leser unterhaltend zur Seite steht. Dies ist ihm auch gelungen, wobei er problemlos noch ein wenig tiefer in die Horrorkiste hätte greifen können.
Kurzum handelt es sich bei „Grippe“ zwar nicht gerade um ein literarisches Meisterwerk aber dennoch um einen soliden, gut unterhaltenden Horrorroman, bei dem man ab und an das ein oder andere Auge zudrücken muss (manche Reaktionen der Protagonisten sind doch ein wenig zweifelhaft) – dessen Autor aber zeigt, dass er sich bereits auf einem sehr guten Weg befindet und somit seine weiteren Veröffentlichungen wohlwollend zur Kenntnis genommen werden sollten. Ich denke, hier besteht sicherlich noch einiges an Potenzial.
Sicher könnte Simmons noch ein wenig blutiger und spannender seine Geschichten erzählen – mir hat „Grippe“ aber dennoch sehr gut gefallen.
Jürgen Seibold/06.02.2013

 

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