Dan Wells: Du stirbst zuerst

Originaltitel: The Hollow City
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe Oktober 2011
(c) 2011 Dan Wells
(c) der deutschsprachigen Ausgabe: 2011 Piper Verlag GmbH, München
ISBN 978-3-492-26858-5
ca. 448 Seiten / € 12,99

COVER:

»Mein Name ist Michael, und ich habe Visionen. Von gesichtslosen Monstern, die mich verfolgen. Doch die Visionen sind mein geringstes Problem: Denn einige der Monster sind real. Und ich weiß nicht, welche … «

Mit »Ich bin kein Serienkiller« gelang dem jungen US-Autor Dan Wells ein Überraschungserfolg, der die Grenzen zwischen Thriller und Fantasy sprengte. Nun erzählt Dan Wells eine ganz neue Geschichte: Michael erwacht in einem Krankenhaus. Was ist in den letzten zwei Wochen geschehen? Er erinnert sich nicht. Er weiß nur, dass mit ihm etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn er sieht Monster. Er hört fremde Stimmen in seinem Kopf. Die Ärzte behaupten, er habe Wahnvorstellungen. Doch Michael weiß es besser. Die Monster sind real. Sie verfolgen einen dunklen Plan. Und wenn er den Kampf gegen sie aufnimmt – wer wird zuerst sterben?

REZENSION:

Dan Wells entwickelte sich mit seinen Büchern um John Wayne Cleaver zu einem Garant, der mühelos Genregrenzen übertritt und verwischen lässt.
Nun legt er mit “Du stirbst zuerst” einen neuen Thriller vor, der so gar nichts mit seinen früheren Werken aus thematischer Sicht zu tun hat.
In “Du stirbst zuerst” lässt Wells den Leser teilhaben an einer Person, die von Wahnvorstellungen (oder ist es gar die Wirklichkeit?) getrieben auf der Suche nach Erkenntnissen ist, um nicht als Serienkiller gebrandmarkt zu werden – ist er doch sicher, die Morde des Wellnesskillers nicht verübt zu haben.
Abermals treten wir als Leser in einen absolut spannenden Plot ein, in dem uns der Autor über die Schulter des Protagonisten schauen lässt. Man ist schier gefesselt, ob der geistigen Vorstellungen Michaels und dessen Suche nach Wahrheit. Nebenbei werden die typischen oberflächlichen Vorgehensweisen der am lebenden Objekt forschenden Ärzte an die Wand gestellt – sind sie doch viel zu schnell mit Psychopharmaka auf der “heilenden Spur” ohne dem Patienten eine echte Chance der Entfaltung zu bieten. Viel zu oft geht es um das reine “Stillstellen” des Patienten – klingen seine Erzählungen doch lediglich phantastisch und können nicht real sein.
Doch sind diese auf der richtigen Spur? Ist nicht vielmehr der Patient der einzige, der die Wahrheit kennt? Und schon bewegen wir uns in einem Strudel voll Wahrnehmungen, Wahnvorstellungen, Gedanken und der Sorge, doch der Serienkiller zu sein.
Man kann sich dem nicht entziehen, da man vom Autor an die Hand genommen wird und man durch die Irrungen und Wirrungen eines vermeintlich kranken Gehirns die weitere Geschichte nicht vorhersehen kann.
Zum Ende hin zeigt Wells erneut, dass er keinen Deut auf Genreabgrenzungen gibt und führt ein Ende ins Feld, das sicherlich nicht jedem Leser einen befriedigenden Abschluss gibt. Nichts desto trotz hat er erneut einen spannenden Plot geschrieben, der zwar nicht ganz seinen früheren Plots entspricht aber dennoch problemlos überzeugen kann.
Nur weiter so…
Jürgen Seibold/06.12.2011

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