Andreas Laudan: Das weisse Mädchen

Originalausgabe 2011
(c) 2011 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-21280-9
ca. 332 Seiten / € 8,95

COVER:

Das Interesse der jungen Journalistin Lea Peterson ist sofort geweckt, als eines Tages in der Redaktion einer niedersächsischen Tageszeitung eine anonyme Mail eingeht, die an den nie aufgeklärten Fall eines vor zwanzig Jahren verschwundenen jungen Mädchens erinnert. Das Örtchen Verchow im Wendland gerät erneut in die Schlagzeilen der Lokalpresse, als Autofahrer immer wieder von Geistererscheinungen an einer Landstraße berichten. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Vermissten und dem “weißen Mädchen von Verchow”, wie das Phänomen genannt wird? Lea macht sich auf eigene Faust an die Recherche vor Ort und mietet sich in dem 300-Seelen-Dorf inmitten der einsamen Wald- und Moorlandschaft ein. Doch bei ihren Ermittlungen stößt sie auf eine Mauer des Schweigens und gerät selbst in Gefahr. Da steht sie plötzlich dem weißen Mädchen selbst gegenüber …

REZENSION:

Es gibt auf dieser Welt unwahrscheinlich viele „Düstere Legenden“, die sich vorwiegend nachts am Lagerfeuer durch Erzählungen unter Jugendlichen weiter verbreiten. Der vorliegende Fall könnte ebenfalls in diese Kategorie fallen – handelt es sich doch um eine geisterhafte Erscheinung, die laut Erzählungen und Augenzeugen angeblich nachts am Straßenrand erscheint und den ein oder anderen vorbeikommenden Fahrer mit Leichtigkeit zu erschrecken weiß. Wie jedem in dem kleinen Wendlander Dorf Verchow bekannt ist, ist vor ca. 24 Jahren – wohl an dieser Stelle – ein Mädchen verschwunden. Somit passt die dazugehörige Geistererscheinung bestens zu einer „Düsteren Legende“ dieses Dorfes zu werden.
Andreas Laudan nimmt sich diesem Thema an und führt den Leser anhand dieser mysteriösen Erscheinung in eine Geschichte, die den Leser von Anfang an für sich einnimmt und zu fesseln weiß.
Was gibt es besseres als ein mysteriöses Thema; nur: Laut Cover handelt es sich um einen Kriminalroman… Warum sprechen wir nun über eine Geistererscheinung? Ist es üblicherweise nicht ein Zeichen des Genres Kriminalromane, die Realität wieder zu spiegeln? – Nun, die weiteren Seiten lösen auch dieses Rätsel.
Laudan spielt mit dem Leser und lässt ihn jederzeit am Grübeln seiner Hauptdarstellerin teilhaben, wodurch dieser sehr tief in eine spannende Geschichte abtaucht und daran teilnimmt. Seine Wendungen sind vorbehaltlos nachvollziehbar – womit man jederzeit voll persönlicher Spannung sehr darauf erpicht ist, den weiteren Verlauf der Geschichte zu erforschen.
Die anfangs eher unwichtige Brisanz des Falles (ist ja doch schon 24 Jahre her) bietet dem Leser erst mal eine nette Abwechslung – diese “nette Abwechslung” wandelt sich jedoch im Verlauf der erzählten Worte durch die entstehende Atmosphäre, die teilnehmenden Darsteller, die düstere Umgebung und dem dargestellten Detailreichtum in einen Bereich, der nicht nur aufdeckt, dass der Autor noch viele Ideen mehr zu bieten hatte, sondern es entfaltet sich vor des lesers Augen nun vielmehr ein tiefgehender und vielschichtiger Kriminalfall, wie er besser nicht sein kann.
Endlich mal ein Krimi der etwas untypischen Art und somit eine absolut zu empfehlende Entdeckung – spannend, glaubhaft, nachvollziehbar und bis zur letzten Seite abhängig machend. Perfekt!
Jürgen Seibold/09.06.2011

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