Jörg Kastner: Teufelszahl

Originalausgabe April 2008
c 2008 by Knaur Taschenbuch
ca. 441 Seiten / 7,95 €

COVER:

Hals über Kopf begibt sich der junge Jesuitenbruder Paul Kadrell nach Rom. Ein Alptraum hat sich bewahrheitet: Sein alter Lehrer, Pater Sorelli, wurde ermordet und grausam zugerichtet. Auf seiner Stirn prangt die blutig eingeritzte Zahl des Teufels – 666. Als noch weitere Opfer mit dem Zeichen des Bösen gefunden werden, nimmt Kadrell zusammen mit der römischen Kommissarin Claudia Bianchi die Ermittlungen auf. Die beiden stoßen auf ein Manuskript, das den Tod nach sich zieht. Auf ein uraltes, von den Jesuiten gehütetes Geheimnis. Und auf Pauls wahre Identität…

REZENSION:

Die Zahl des Teufels wird in der Bibel mit 666 angegeben. Sie ist seither zum Symbol des Bösen schlechthin geworden. So auch in diesem Mystery-Thriller, in dem die Hauptfigur, der Jesuitenpater Paul Kadrell, eines nachts träumt, dass sein Ziehvater grausam ermordet wurde. In dem Traum wird der alte Mann nicht nur brutal erdolcht, sondern auch mit der Teufelszahl gebrandmarkt.
Am nächsten Morgen erhält Kadrell einen Anruf – sein Traum ist Wahrheit geworden! Überstürzt begibt er sich nach Rom, zum Ort des Geschehens, und wird dort nicht nur mit seiner eigenen Trauer konfrontiert, sondern auch mit einer attraktiven Polizistin und den Erwartungen der Ordensleitung und des Vatikans.
Schon bald ist klar, dass es hier um mehr geht als um einen bösen Scherz. Nicht nur die anstehenden Wahlen zur Ordensleitung sorgen für mögliche Mordmotive, auch scheint Kadrell einem jahrtausendealten Geheimnis auf der Spur und einer ebenso alten und mächtigen Verschwörung. Wer sagt hier noch die Wahrheit? Der motivierte Jesuitenpater beginnt, mit der Polizei zusammenzuarbeiten – doch dann träumt er erneut…

Was etwas schleichend beginnt, entwickelt sich schon bald zum Pageturner. Die Ereignisse überschlagen sich, und nur eins ist sicher: Nichts ist so, wie es scheint.
Jörg Kastner hat hier trotz einiger Detailschwäche einen insgesamt überzeugenden Thriller zu Papier gebracht. Die Figuren scheinen leider erneut (wie bei seinen anderen Romanen auch) ein wenig austauschbar, aber die farbenfrohe römische Kulisse und viele Informationen über die Geschichte Roms, der Christenheit und des Jesuitenordens sorgen für den nötigen Bildreichtum. Die Fantasyelemente sind hervorragend an der Grenze zwischen Zufall und Aberglauben eingesetzt, so dass es den Lesern überlassen bleibt, ihre Schlüsse zu ziehen. Nett sind auch die kleinen Details, wie die Tatsache, dass das Buch an 6 Tagen spielt und genau 66 Kapitel umfasst.
Der Schluss der Geschichte überrascht dann noch einmal mit einer unvorhergesehenen Pointe – aber auch er ist nicht eindeutig, denn Gerüchte lassen verlauten, dass „Teufelszahl“ der Einstieg in eine Trilogie sei. Wir dürfen gespannt sein!
Katja Angenent für Hysterika / 08.02.2009

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