Kristoff, Jay / Kaufman, Amie: Illuminae – Die Illuminae Akten_01

Originaltitel: Illuminae. The Illuminae Files_01
Aus dem amerikanischen Englisch von Gerald Jung & Katharina Orgaß
©2015 LaRoux Industries Pty Ltd. Und Neverafter Pty Ltd.
Deutsche Erstausgabe 2017
© für die deutschsprachige Ausgabe: 2017 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-76183-3
ca. 600 Seiten

COVER:

Gestern noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Heute dann wird ihr Planet angegriffen.

Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein XXX, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Eigentlich soll AIDAN sie beschützen, aber er verhält sich mehr als seltsam.

All das und noch viel mehr wird von dem Führungsstab vertuscht. Kady versucht herauszufinden, was vor sich geht, doch dazu braucht sie Ezras Hilfe. Und so wendet sich Kady an den Jungen, mit dem sie nie wieder ein Wort sprechen wollte …

REZENSION:

Wenn man das Buch ILLUMINAE in der Hand hält und oberflächlich durchblättert, sieht man nur Textfragmente, Dialoge, Zeichnungen, weggeschwärzte Textstellen, vermeintliche Dokumente, kurze Statusmeldungen.
Hätte mich Jay Kristoff mit einem seiner Fantasyepen nicht bereits von sich überzeugen können, wäre ich mir recht sicher, mich nicht an dieses Buch getraut zu haben. Schlußendlich stellte sich aber heraus, dass es sich doch auf eine erfrischende und gänzlich neuartige Art gelohnt hat, sich diesem eher für den Jugendbereich gedachten Buch zu widmen.
Das Buch erzählt seine Geschichte anhand von Protokollen, Dokumenten und „Dateien“. Textstellen sind teilweise geschwärzt, was hauptsächlich für Kraftausdrücke vorgenommen worden ist, dennoch die Dokumente etwas realistischer machen.
Man folgt somit einem Sammelsurium an aufgetauchten Unterlagen zu einem Angriff einer Gesellschaft auf einen kleinen Planeten. Dabei lernt man die beiden hauptsächlichen Protagonisten kennen, die ihre Kommunikation überwiegend im geheimen durch Nutzung von Logins anderer Schiffsbewohner vornehmen. Meistens „reiten“ sie dabei auf einer unserer E-Mail angelehnten Kommunikationsart.
Ich fragte mich wirklich lange, ob sich so ein Konzept durchgehend über eine Bandbreite von nahezu 600 Seiten durchhalten lässt. Insbesondere, ob dabei auch ein klein wenig Spannung aufkommen kann. Sicher, ab und an gab es schon Augenblicke, an denen es mir fast zu schwer geworden ist, mich weiterhin dieser untypischen Erzählart zu folgen. Bin ich doch eher ein Freund des ausholenden erzählerischen Textes. Nach und nach entwickelt sich aber interessanterweise dennoch eine sehr gelungene Story, die gleichzeitig Fasetten unterschiedlicher Genre zusammenfügt: Wir treffen hier auf eine sich liebendes Jugendpärchen in einem ScienceFiction-Roman und dürfen auch vor Zombies nicht zurückschrecken. Als Sahnehäubchen noch ein allumfassender Schiffscomputer, der nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben scheint und immer mehr zu einer Gefahr für alle noch lebenden Menschen wird.
ILLUMINAE wird sicherlich nicht jedem gefallen. Ich konnte mich aber nach und nach mit dieser Idee anfreunden und irgendwie entwickelt sich beim Lesen von lediglich „Dokumenten“ eine Art Voyeurismus, dem man sich nicht mehr entziehen kann.
Die gesamte Story ist in einem Fluss auf Basis dieser Dokumente erzählt. Beide Autoren schafften es dabei sogar, diesen Stil bis zum Ende durchzuhalten und dennoch für einen ausgesprochen gut erzählten Schluss zu sorgen.
Funktionieren wird dieses Buch wohl hauptsächlich in der gedruckten Version. So kann ich es auch einigermaßen gut empfehlen. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass hier eine gänzlich andere Art des Erzählens vorgenommen wird und es darüber hinaus wohl eher in Richtung Jugendbuch geht. Dennoch ist es ein ausgesprochen interessantes Konzept, eine geniale Idee und ich finde es auch klasse, dass sich ein Verlag auf so eine Veröffentlichung einlässt. Ist ja eben etwas Anderes und nicht für jeden geeignet. Ich fand es schlußendlich sehr interessant, bin mir aber gleichzeitig nicht sicher, ob ich noch weitere solche Bücher lesen könnte. Trotzdem ein sehr gelungenes Experiment.
Jürgen Seibold/20.12.2017

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Scott Nicholson: Danach – Der Schock (Band #1 der DANACH-Reihe)

Nicholson_SchockOriginaltitel: AFTER: The Shock
Aus dem Amerikanischen von Stefan Mommertz
© 2013 Scott Nicholson – Haunted Computer Books
ca. 314 Seiten

COVER:

Eine gewaltige Sonneneruption hat die technologische Infrastruktur der Erde ausgelöscht und Milliarden von Menschen getötet. Während die wenigen Überlebenden damit beschäftigt sind, sich anzupassen und zu überleben, müssen sie feststellen, dass sich einige von ihnen verändert haben. Rachel Wheeler ist auf sich allein gestellt in einer Stadt, in der gewalttätige »Zapphirne« in den Straßen herumziehen, um zu zerstören und zu töten. Rachels einzige Hoffnung ist, die Berge zu erreichen, in denen ihr Großvater, ein legendärer Überlebenskämpfer, als Vorbereitung auf den Weltuntergang einen sicheren Rückzugsort gebaut hat. Auch andere Überlebende wollen aus der Stadt fliehen, aber die Zapphirne sind nicht die einzige Gefahr. Skrupellose Gruppen von Soldaten versuchen, in den bröckelnden Ruinen der Zivilisation ihre eigene Ordnung zu errichten. Als Rachel einen zehnjährigen Jungen entdeckt, schwört sie sich, dass sie sich um ihn kümmern wird, auch wenn sie dabei ihr Leben riskieren muss.

REZENSION:

DER SCHOCK ist nach dem kurzen Prequel der erste eigentliche Band der apokalyptischen Reihe von Scott Nicholson. Ähnlich wie in nahezu jedem postapokalyptischen Szenarium, folgen wir einigen Protagonisten auf dem Weg nach einem vermeintlichen, hoffnungsvollen Ziel.
Im Gegensatz zu vielen Zombie- und Apokalypse-Romanen, ist bei Scott Nicholson die Welt nicht zerstört, da die Ursache eine immense Sonneneruption war, die dabei nicht nur die technologische Infrastruktur zerstört hatte, sondern auch für Veränderungen bei den meisten Menschen sorgte. Diese – Zapphirne genannt – ziehen durch die Straßen und greifen wie Zombies jeden “normalen” Menschen an. Interessanterweise scheinen die Zapphirne aber nach und nach eine Art Bewusstsein zu entwickeln und man fragt sich bereits im ersten Band, in welche Richtung sich dies noch entwickeln wird. Sind die wenigen Überlebenden die Zukunft, oder werden sich die Zapphirne zur neuen Weltordnung aufbauen?
Das Schema des Romans erfindet nicht wirklich neues und somit begleiten wir einige Protagonisten auf ihrem Überlebenstrip und hoffen mit ihnen, dass alles irgendwann zu einem guten Ende führt.
DER SCHOCK ist interessant erzählt und kann somit für einige unterhaltsame Stunden sorgen. Gleichzeitig bleiben dessen Hauptdarsteller noch etwas blass und oberflächlich erzählt. Das Gleiche trifft auf die Geschehnisse zu, da auf deren Wegen natürlich immer wieder etwas ähnlich anmutendes geschieht. Nichts desto trotz war das Buch angenehm zu lesen und man konnte sich ohne tiefgehenden Anspruch der reinen Unterhaltung widmen. Ein klein wenig mehr Spannung würde dem Buch gut tun, aber im Großen und Ganzen ist es ein gelungener Anfang einer recht umfangreichen Reihe.
Jürgen Seibold/30.03.2016
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S. Jonathan Davis: 900 Meilen

900-Meilen-S.-Johnathan-Davis-3D-350Originaltitel: 900 Miles
Übersetzung: Katrin Fahnert
ISBN eBook: 978-3-943408-62-1
© 2014 Luzifer-Verlag
ca. 280 Seiten

COVER:

John ist ein Killer. Das war er nicht immer. Er war ein Geschäftsmann – 
vor der Apokalypse.
Als sich die Toten plötzlich erheben, ist er in New York gefangen und es beginnt ein grauenvoller 900-Meilen-Wettlauf gegen die Zeit, als John versucht, zu seiner Frau zu gelangen.
Schnell muss er feststellen, dass die Zombies das Geringste seiner Probleme sind. Hautnah erlebt er die Schrecken, die Menschen verbreiten, wenn es plötzlich keine Regeln mehr gibt; wenn abscheuliches Handeln keine Konsequenzen birgt und der Tod allgegenwärtig ist.
John verbündet sich mit Kyle, einem ehemaligen Armeepiloten. Gemeinsam fliehen sie aus New York. Auf ihrer Flucht treffen sie einen Mann, der behauptet, die Schlüssel zu einer Untergrundfestung namens Avalon zu besitzen …
Werden sich die beiden in Sicherheit bringen können?
 Werden Sie es zu Johns Frau schaffen, bevor es zu spät ist?
Machen Sie sich bereit, John und Kyle in diesem rasanten Zombie Buch zu begleiten.

REZENSION:

900 Meilen ist ein rasanter Zombie-Thriller. S. Jonathan Davis erzählt ihn in der Ich-Form seines Hauptprotagonisten John, der – noch eben in einem Meeting sitzend – urplötzlich von der Zombie-Invasion bedroht wird.
Aufgrund seiner Dienstreise befindet er sich 900 Meilen entfernt von seiner hochschwangeren Frau und somit versucht er alles erdenkliche, um nicht nur den Kontakt zu ihr herzustellen, sondern auch, zu ihr zurück zu kommen.
In etwa 280 Seiten erzählt Davis nahezu atemlos die Erlebnisse Johns auf seinem Weg zu seiner Frau. Dabei lässt er uns sehr schnell erkennen, dass abermals nicht nur die Zombies eine Gefahr darstellen, sondern – wie so oft – der Mensch selbst.
900 Meilen erzählt nicht nur rasant – es lässt sich auch ebenso rasant lesen, da man immer wieder weiter blättern muss, um heraus zu finden, wie es denn nun weitergeht.
900 Meilen erinnert dabei sehr stark an den aktuellen Serienblockbuster “The Walking Dead” und man könnte es beinahe als Abklatsch dessen interpretieren. Wenn man jedoch darüber hinwegsieht, merkt man sehr schnell, dass dieses Buch recht viel Spaß macht. Sicherlich ist einiges vorhersehbar – jedoch unter dem Aspekt der gnadenlosen Unterhaltung sorgt 900 Meilen für ganz nette Stunden.
Mich persönlich stört die gefühlte Beziehung zu “The Walking Dead” keinesfalls – befinde ich mich doch im Wartemodus zur nächsten Staffel. Hierbei hat dieses Buch recht gut geholfen, da es ein ähnliches Konzept bietet und in der Serienwelt ebenso gut funktionieren könnte.
Manche Kleinigkeit fand ich ein wenig zu rasant aufgetreten – sind doch in diesem Buch nur wenige Tage vergangen und trotzdem driftet das Menschsein bereits sehr stark auseinander. Ebenso schnell ist die Zivilisation zusammengebrochen und die Irrwüchse nehmen ihren Lauf.
Darüber hinwegsehend ist 900 Meilen jedenfalls gut erzählt und sorgt – wie bereits genannt – für ausreichende Unterhaltung des Lesers.
Jürgen Seibold/23.07.2015
900 Meilen: Zombie-Thriller, US-Bestseller! (900-Zombie-Thriller 1) KINDLE-EDITION KAUFEN BEI AMAZON