Williams, Tad: Die Hexenholzkrone 2 – Der letzte König von Osten Ard 1

Originaltitel: The Witchwood Crown. The Last King of Osten Ard Volume 1
Aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
©2017 by Tad Williams
Für die deutsche Ausgabe:
©2017 by J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-96196-6
ca. 555 Seiten

COVER:

Die Nornenkönigin streckt ihre Hand nach der sagenumwobenen Hexenholzkrone aus und der Schatten eines aufziehenden Krieges legt sich über Osten Ard. Eine Gesandte der Sithi, die mit einer Nachricht für den König Simon und Königin Miriamel unterwegs war, wurde schwer verwundet im Wald nahe dem Palast gefunden. Und ein Attentat auf einen alten Gefährten innerhalb der Palastmauern sorgt für noch größere Unruhe. Der Angreifer erwähnt immer wieder die Morriga, eine uralte Kriegsgöttin. Um mehr über die Bedrohung durch die Nornen herauszufinden, schickt das Herrscherpaar schweren Herzens Prinz Morgan zu dem alten Volk der Sithi. Wird er wohlbehalten zurückkehren von seiner Mission? Ist ein Krieg gegen die Nornen noch abzuwenden?

REZENSION:

Beim zweiten Band mit dem Titel „Die Hexenholzkrone“ handelt es sich weiterhin um den ersten Band der neuen Tad Williams-Saga „Der letzte König von Osten Ard“.
Auf dem deutschen Markt wurde der erste Band in zwei Teilen veröffentlicht. Ohne großartig nachzudenken, könnte man jetzt dem Klett-Cotta – Verlag Geldmacherei vorwerfen. Ich würde aber definitiv nicht so weit gehen, denn zum einen handelt es sich um zwei sehr schön wirkende Bände und zum anderen wäre der Verlag dann gezwungen gewesen, bei einem Gesamtumfang von ca. 1.300 Seiten erheblich dünneres Papier zu verwenden, um ein einigermaßen noch händelbares Gewicht bieten zu können.
Ich persönlich halte erheblich mehr von guter Lesbarkeit und dementsprechend gutem Papier. Somit lohnt sich in diesem Fall definitiv der Kauf von zwei separaten Bänden.
Wie bereits in meiner Rezension zum ersten Band beschrieben, fühlt man sich als Kenner der früheren Saga, als ob man wieder nach Hause gekommen wäre. Einfach ein durchweg wohliges und heimeliges Gefühl, während man einer atemberaubenden und sehr interessanten Geschichte aus der Welt Osten Ards folgt.
Wie bei Tad Williams oft üblich, fängt er sehr detailliert und somit für manchen etwas langatmig wirkend an. Wie meiner letzten Rezension zu entnehmen, konnte ich mich aber dennoch dem Sog des ersten Bandes nicht entziehen. Nun, in der zweiten Hälfte, wird das Tempo vom Autor erheblich beschleunigt, somit spannender und somit nicht weniger interessant – im Gegenteil.
Bevor ich hier in der Rezension zur zweiten Hälfte der neuen Saga um Osten Ard erneut weit aushole, verweise ich lieber auf meine erste Rezension und möchte nur noch hinzufügen, dass sich mit der Hexenholzkrone eine sagenhafte Geschichte vor dem Leser ausbreitet, die nichts geringeres leistet, als das gesamte Fantasy-Genre zu feiern und dabei beinahe nebenbei mit einer durchweg hochwertigen schriftstellerischen Qualität glänzt.
Der einzige Wermutstropfen: Es dauert nun leider einige Zeit, bis die Geschichte fortgeführt wird. Man würde ja am liebsten einfach ungebremst weiterlesen…
Jürgen Seibold/16.05.2018

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Williams, Tad: Die Hexenholzkrone 1 – Der letzte König von Osten Ard 1

Originaltitel: The Witchwood Crown. The Last King of Osten Ard Volume 1
Aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
©2017 by Tad Williams
Für die deutsche Ausgabe: ©2017 by J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-94953-7
ca. 745 Seiten

COVER:

Osten Ard ist in Aufruhr. Seit dreißig Jahren regieren König Simon und Königin Miriamel mit Weisheit und Güte über ihr Land. Doch die dunklen Mächte sammeln sich um die Nornenkönigin und wollen sich Osten Ard untertan machen. Vor allem Prinz Morgan ist in Gefahr, denn die Feinde wollen seine Thronbesteigung verhindern und selbst die Macht erlangen. Da ruft König Simon seine alten Freunde zu Hilfe und Binabiq, Tiamak, Eolair und Jeremias treten gemeinsam mit ihm gegen die Nornen und andere Widersacher an. Wird es einen gerechten Kampf geben? Können die Freunde Osten Ard verteidigen? Und wird Prinz Morgan unversehrt aus der Schlacht zurückkehren?

REZENSION:

Es sind mittlerweile einige Jahrzehnte vergangen, seitdem ich mich nach Osten Ard gewagt habe. Damals war ich übermäßig begeistert von den Erlebnissen des Küchenjungen Simon Mondkalb, der in der Saga um den Drachenbeinthron auf interessante und spannende Weise seinen Weg zur Regentschaft erklimmen sollte.
Die Drachenbeinsaga (heutzutage: Das Geheimnis der Großen Schwerter) ist auch immer noch Gegenstand meines Bücherregals, da diese großangelegte Saga einfach nicht weggegeben werden kann, sondern allein durch das Betrachten immer wieder an eine wunderschöne Lesezeit erinnert.

Als dann im letzten Jahr Tad Williams mit seinem Roman „Das Herz der verlorenen Dinge“ erneut seine Leser nach Osten Ard entführen wollte, war ich mir ob der langen Abstinenz nicht sicher, ob damit ein neuer Zugang möglich sein kann. Gleichzeitig ist man auch noch – ähnlich wie Simon – älter und vielleicht sogar ein wenig reifer geworden.
„Das Herz der verlorenen Dinge“ war aus meiner Sicht zwar ein guter Fantasyroman, konnte aber durch seine lediglich locker vorhandenen Fäden zu Simon nicht mehr gänzlich überzeugen. Irgendwie fühlte man sich zwar wieder daheim, aber der erwartete Besuch wollte partout nicht an der Tür anklopfen.
Mir war aber bewusst, dass „Das Herz der verlorenen Dinge“ nur eine Schnittstelle sein sollte. Der Autor hat sich wohl damit auf geschickte Weise einen eigenen erneuten Zugang nach Osten Ard kreiert.
Wir können darin ein wenig durch Osten Ard wandeln und lernen, dass Simon mit seiner Frau Miriamel weiterhin regiert und diese Regentschaft seinem damaligen Charakter entsprechend wohl im Großen und Ganzen positiv für sein Volk vollzogen wurde.
Nun sollte mit „Hexenholzkrone“ die Tür zu Simon komplett geöffnet werden und Tad Williams bittet uns freundlich, erneut einzutreten und den weiteren Erlebnissen des nun gealterten Königspaars zu folgen.
Bereits beim Betrachten des Buches stellt sich die Frage, ob das Durchschreiten dieser Tür nach etwa 30 Jahren noch funktionieren kann. Hinzu kommt der Umstand, dass man sich gefühlt nur noch rudimentär an die damaligen Erlebnisse Simons erinnern kann. Tad Williams geht auch in seinem Vorwort auf diese Problematik ein und versucht seinen Leser mit der Information zu beruhigen, dass er notwendige Dinge locker erklären wird und somit sein neues Epos ohne das Wissen um die früheren Bücher funktionieren kann und soll.
Nun gut, ganz kann ich ihm dabei nicht zustimmen, denn ich glaube, ein absoluter Neuling wird es schon ein wenig wenig schwerer haben, als jemand, dessen Erinnerungen im Laufe der Seiten des vorliegenden Buches immer weiter aufgefrischt werden und somit für eine nicht unerhebliche Anzahl an Aha-Effekten sorgen.
Nichts desto trotz möchte ich niemanden abschrecken, denn rein vom Verständnis her funktioniert die Hexenholzkrone natürlich auch ohne die früheren Bücher. Gleichzeitig könnte es aber sein, dass ein Neueinsteiger diesen ersten Band ein wenig langweilig findet. Kenner der früheren Bände sind einfach froh, wieder in Osten Ard zu sein und diesem königlichen und dennoch sympathischen Ehepaar zu folgen. Das etwas lange Ausholen und die dafür notwendige, detaillierte Ausschmückung jeglicher Szene kennt und liebt man bereits seit Anbeginn dieser Saga – somit hatte Tad Williams mich bereits nach wenigen Seiten rundum überzeugen können. Über die Seiten hinweg erwachten alte Erinnerungen und man tauchte immer tiefer in dieser Welt ab. Das schöne Gefühl breitete sich wieder aus, zu Hause angekommen zu sein.
Tad Williams blieb sich in diesem Buch abermals durchweg treu und schaffte es auf virtuose Weise, allen Wünschen des Lesers gerecht zu werden.
Kurzum: Hier wird Fantasy wahrlich gefeiert und somit mit einer absolut hochwertigen Qualität vor des Lesers Augen ausgebreitet. In sämtlichen Bereichen sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet.

Tad Williams hat laut seinen eigenen Worten lange mit sich gehadert (erkennt man ja schon an der langen Zeitspanne), ob er sich erneut diesem Blockbuster widmen soll. Ich bin jedenfalls froh, dass er dieses Abenteuer eingegangen ist und auch mich als Leser daran teilhaben lässt.
Nachdem es sich bei der Hexenholzkrone erst um den Anfang eines – wieder einmal – groß angelegten Epos handelt, bin ich schon jetzt  gespannt, wie es weitergehen wird und ob Williams es schafft, dieses Niveau durchgehend aufrecht zu halten.
Jürgen Seibold/27.04.2018

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Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge

Originaltitel: The Heart of What was Lost
Aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann
©2017 by Tad Williams
Für die deutsche Ausgabe: ©2017 by J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-96144-7
ca. 380 Seiten

COVER:

Nach dem Tod des Sturmkönigs Ineluki flohen die Nornen hinter die schützenden Mauern ihrer Burg Nakkiga im Norden, um dort erneut Kräfte zu sammeln. Viyeki, ihr Herresvormann, sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, sein Volk vor der endgültigen Auslöschung durch Herzog Isgrimnur und seinen Truppen zu retten. Den Truppen Isgrimnurs haben sich zwei einfache Soldaten angeschlossen, Porto und Endri, deren Freundschaft angesichts der Grausamkeit der Kämpfe auf eine harte Probe gestellt wird. Und unter den Elben spielt ein Amulett eine immer wichtigere Rolle: Es trägt den Namen „Das Herz der verlorenen Dinge“ und erinnert an das einstige Paradies dieses uralten Volkes.

REZENSION:

Es gibt nicht viele Bücher, die einen Leser noch lange Zeit nach dem Lesen des letzten Wortes noch beschäftigen. Es gibt auch nicht viele Bücher, die man ohne dem geringsten Zucken uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Es gibt auch nicht viele Bücher, die selbst beim großzügigsten Ausmisten von Regalen weiterhin wie in Stein gegossen dort stehen bleiben.
In meinem Fall trifft dies auf die gesamte Drachenbeinthron-Saga von Tad Williams zu: Immer noch stehen diese wunderschönen Bücher im Regal und werden in unregelmäßigen Abständen liebevoll betrachtet. Weder Umzüge noch notwendige Maßnahmen, um der Vielzahl an Büchern Herr zu werden, konnten ihnen etwas anhaben. Sie stehen da und beglücken einfach mit ihrer Anwesenheit.
Nun hat also ihr höchstpersönlicher Autor ein Buch mit dem sagenhaften Titel „Das Herz der verlorenen Dinge“ geschrieben – das allein wäre noch kein Problem, ist er doch seines Zeichens ein Autor und somit sollte er so etwas auch tunlichst tun. Von irgendwas muss auch ein Tad Williams leben. In diesem Falle legt der Autor jedoch nicht einfach irgendeinen neuen Roman oder eine neue Sage vor, sondern er betritt damit erneut seine damalige Welt: Osten Ard.
Kann das funktionieren? Mehr als zwanzig Jahre sind bereits vergangen. Somit stellt sich nicht nur die Frage, ob ich als Leser den erneuten Zugang zu einer vor langer Zeit gelesenen Welt finde, sondern auch, ob sich der Autor damit überhaupt einen Gefallen machen kann – immerhin ist die Saga um Simon ein in meinen Augen nahezu unerreichbarer Fantasyroman mit allem, was so dazu gehört.
„Das Herz der verlorenen Dinge“ setzt fast nahtlos an die damalige Sage an und genau dies schien Anfangs mein Problem zu sein. Nur langsam konnte ich in die Geschichte finden. Vor allem, weil mir vom Ursprung lediglich noch im Kopfe hängen geblieben ist, dass Simon nun Herrscher über Osten Ard ist – mir aber partout sonst nicht mehr wirklich tiefgehendes einfallen wollte. Nun lässt Williams aber Simon nahezu außen vor: Man „hört“ nur manchmal, dass er eben der neue, junge König ist.
Es war somit wirklich schwer, in diese Geschichte ein zu tauchen. Nach und nach hat es dennoch funktioniert und erneut blieb mir nichts weiter übrig, als dieser schönen Geschichte zu folgen.
Tad Williams bleibt sich treu und erfreut seinen Leser mit einer gut durchdachten Geschichte und sehr interessanten als auch detailliert gezeichneten Personen.
Nichts desto trotz kommt „Das Herz der verlorenen Dinge“ nicht an seine Vorgänger heran. Aber das ist auch schon ein gewaltiges Jammern auf sehr hohem Niveau.
Kurzum ist „Das Herz der verlorenen Dinge“ eine doch recht interessant und gut gelungene Nahtstelle zwischen dem Drachenbeinthron und den mittlerweile auf dem Markt befindlichen Werken mit dem Obertitel „Die Hexenholzkrone“, auf die ich mich bereits unwahrscheinlich freue.
Stellt sich schlussendlich die Frage, ob man „Das Herz der verlorenen Dinge“ benötigt: Nun, als Freund Osten Ards stellt sich die Frage gar nicht – einem Neueinsteiger sei geraten, entweder die Hexenholkrone-Bücher zu lesen oder einfach mit dem Drachenbeinthron zu beginnen. Zeitlos sind die Bücher jedenfalls.
Jürgen Seibold/30.11.2017

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Tad Williams: Shadowmarch Band 2 – Das Spiel

Originaltitel: Shadowplay
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann
© 2007 Tad Williams
© 2007 für die deutschsprachige Ausgabe: J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-93718-3
ca. 815 Seiten

COVER:

Eine riesige Elbenarmee überschreitet wie befürchtet die Schattengrenze, und nichts scheint sie aufhalten zu können. Als Barrick in die Hände der heimtückischen Feinde fällt, ist Briony gezwungen, aus der Südmarksfeste zu fliehen. Unterdessen geht auch der Autarch, der wahnsinnige Gottkönig des südlichen Kontinents, zum Angriff über. Er will die Macht über den ganzen Norden und vor allem über die legendäre Südmarksfeste an sich reißen.
Ist es das Schicksal der Völker Eions, zwischen den Armeen der Elben und des Autarchen zerrieben zu werden? Wird es Briony gelingen, in der Fremde Unterstützung zu finden, um den Thron zurückzuerobern? Und ist Barrick der Herausforderung gewachsen, die ihn immer weiter in die Schattenlande hineinführt?

REZENSION:

Nachdem mich der erste Band des Shadowmarch-Epos von Tad Williams einigermaßen überzeugen konnte, blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als mich dem Zweiten zu widmen. Dabei hatte ich auch sogleich die Hoffnung, dass Tad Williams nun endlich etwas zur Sache kommt und mich – wie schon beim Drachenbeinthron – allumfänglich an die Seiten fesseln kann.
Weiterhin spricht mich sein Schreibstil sehr an und er erschafft es virtuos, seine Welt dar zu legen. Leider schreitet die Handlung nur sehr zögerlich voran und bis auf die Erlebnisse Brionys auf der Flucht gab es beinahe nichts, was mich in seiner Gänze überzeugen konnte.
Nichts desto trotz wollte ich diesem namhaften Autor eine Chance geben – wohl auch mit dem Hintergedanken, dass sich bereits alle vier Bände in meinem Besitz befanden.
Es ist prinzipiell auch immer als positiv zu betrachten, wenn ein Autor sehr tief in das Innenleben seiner dargestellten Personen eintaucht und diese vor des Lesers Augen ausbreitet. Dabei ist aber auch unbedingt zu achten, dass die Handlung einigermaßen rasant voranschreitet. Mich hat Tad Williams leider dabei verloren und ich kämpfte mich mehr und mehr von Seite zu Seite. Immer mit dem Blick auf noch weitere zwei bei mir befindliche Bände haderte ich gewaltig mit mir, ob ich es nun einfach bleiben lassen sollte.
Nachdem Literatur dieser Art mir aber eine gelungene Unterhaltung bieten muss und ich nur ungern Zeit aufwende, in der Hoffnung, es könnte ja noch besser werden, entschied ich mich nach 512 gelesenen Seiten doch, dieses Werk und somit auch seine Folgebände abzubrechen.
Schade, denn die grundsätzliche Story wäre sicherlich meines gewesen – die langatmige Aufarbeitung konnte mich aber nicht überzeugen.
Ich hoffe sehr, dass dies bei Otherland nicht auch der Fall sein wird, denn diesen Epos habe ich noch auf meiner zu lesenden Bücherliste.
Sollte wohl einfach nicht sein…
Jürgen Seibold/03.01.2017

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Tad Williams: Shadowmarch Band 1 – Die Grenze

Originaltitel: Shadowmarch Volume One
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann
© 2004 by Tad Williams
© 2005 für die deutschsprachige Ausgabe: J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-93717-6
ca. 812 Seiten

COVER:

Ganz im Norden, die Türme im dichten Nebel, erhebt sich die riesige, labyrinthische Südmarksfeste. Keiner kennt ihr Alter und jahrhundertelang war sie fast vergessen. Doch nun kann ihre einsame Lage an der Grenze zum unheimlichen Reich der Zwielichtbewohner sie nicht länger schützen. Südmark wird bedroht.
Die Grenze ist der erste Band des großen Shadowmarch-Epos

REZENSION:

Von Tad Williams hörte ich zum ersten Mal vor einigen Jahren, als sein Epos um den Drachenbeinthron den Weg in mein Regal fand.
Da der Drachenbeinthron ein nahezu unerreichbares Fantasy-Epos darstellte, war ich sichtlich überrascht, als ich auf einem Flohmarkt der örtlichen Bibliothek auf das Shadowmarch-Epos stieß. Sogleich wechselten einige Münzen ihren Besitzer und ich konnte mich kurz darauf den ersten Seiten des Buches “Die Grenze” widmen.
Wie sich dabei herausstellen sollte, ist die Schreibweise des Autors weiterhin ungebrochen und lässt einen eintauchen in seine fantastische Welt. Bereits im ersten Band merkt man sehr deutlich, dass Tad Williams hier wohl einen etwas düsteren Epos ausbreiten möchte – somit exakt, was mich vor dem Ofen hervorlocken könnte.
Die Grenze ist dabei geschickt erzählt und führt eine Vielzahl an Protagonisten ein, die man beinahe alle sofort in das Herz schließt und ihre weiteren Wege nicht mehr erwarten kann.
Nun gut, ab und an wirkt das Werk dadurch etwas langatmig, da der Autor manches mal zu weit ausholt. Nachdem es jedoch der erste Band einer mittlerweile vierbändigen Reihe ist, drückte ich hier ein Auge zu und ging einfach davon aus, dass sich dieser Umstand im Laufe der Reihe recht schnell auflösen wird.
Dementsprechend konnte ich diesen ersten Band weiterhin genießen und pflügte förmlich durch die 800 Seiten. Alles in allem ein gefälliges Werk, welches im ersten Eindruck jedoch in keiner Weise an die Qualität und Geschwindigkeit des Drachenbeinthrones herankommt. Sicher, ein wenig düsterer – jedoch hätte doch ein wenig mehr darin geschehen können. Mal sehen, was Band 2 hierbei noch bieten kann…
Jürgen Seibold/03.01.2017
Die Grenze (Shadowmarch, Band 1) – KAUFEN BEI AMAZON

Tad Williams: Der Engelsturm (Zyklus von Osten Ard Band 4)

Originaltitel: To Green Angel Tower (Der Engelsturm umfasst die zweite Hälfte der amerikanischen Originalausgabe)
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1993 Tad Williams
deutsche Ausgabe: c 1994 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Simon, der mit Prinzessin Miriamel, seiner großen Liebe, heimlich den Stein des Abschieds verlassen hat, will für Prinz Josua die beiden letzten Großen Schwerter gewinnen, Hellnagel, das in König Johans Grab liegen soll, und Leid, das an Elias’ Gürtel hängt. Miriamel sucht das Gespräch mit ihrem Vater. Sie glaubt jetzt zu wissen, daß ihn nur blinde Liebe zu seiner verstorbenen Gemahlin, ihrer Mutter, zum Pakt mit dem Sturmkönig getrieben hat, und will versuchen, ihn auf den Boden der Vernunft zurückzuführen.
Aber als die beiden den Hochhorst erreichen, ist das Grab leer. Wieder gerät Simon in das entsetzliche Labyrinth, das tief in der Erde unter dem Engelsturm liegt. Dort tauchen auch der verschollene Mönch Cadrach und die Unterirdischen wieder auf. Vor den Toren der Feste erscheint endlich Josuas Heer. Zusammen mit Binabik dringt auch Miriamel in die grausigen Gänge ein. Oben im Turm kommt es zur Konfrontation zwischen Elias, Pryrates dem Priester, Simon und Miriamel.
Es erweist sich, daß weder Elias noch König Johan noch Josua noch der alte Ritter Camaris das sind, was sie zu sein scheinen, und selbst hinter Simon steckt ein Geheimnis, von dem er nichts wusste. Auch die Rolle der drei Großen Schwerter, die nun endlich zusammenkommen, wie es der wahnsinnige Priester Nisses vor 500 Jahren geweissagt hat, ist eine ganz andere, als vermutet.

“Der literarisch qualitätsvollste Fantasy-Roman sein Jahren”
Brigitte

“Farbenprächtig und phantasievoll.”
BuchJournal

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitete nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor der Bestseller Traumjäger und Goldpfote, Der Drachenbeinthron, Der Abschiedsstein und Die Nornenkönigin.

REZENSION:

In diesem, letzten, Band spitzt sich der gesamte Zyklus in einer Art und Weise zu, das dem Leser die Luft zum Atmen wegbleibt. Dieser Band kettet den Leser an sich und man ist wie bei einer Droge gezwungen, noch mehr in sich aufzunehmen.
Fast unglaublich, wie ein Autor einen so umfangreichen Zyklus so überzeugend und abwechslungsreich zu erzählen weiß, ohne sich in insgesamt viertausend Seiten zu wiederholen oder zu langweilen.
Gäbe es den Herrn der Ringe nicht – Osten Ard wäre die Bibel der Fantasy!!

Dieser vierte Band hat nur einen Nachteil: Es ist der letzte!!
Jürgen Seibold

Tad Williams: Die Nornenkönigin (Zyklus von Osten Ard Band 3)

Originaltitel: To Green Angel Tower
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1993 Tad Williams
deutsche Ausgabe: c 1994 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Die Suche nach dem letzten der drei Großen Schwerter beginnt. Uralte Schriften vermuten es im Grab des toten Königs Johan in den dunklen Katakomben unter dem Hochhorst…
Auf dem Abschiedsstein, dem uralten Schicksalsberg der Elben, sammeln sich die Streiter gegen den Sturmkönig. Prinz Josua Ohnehand ist ihr Anführer. Mit von der Partie sind der kleine, weise Troll Binabik mit seiner Wölfin Qantaqa, der kluge Graf Eolair, der Rimmersmann Sludig und sogar der Elfenprinz Jiriki mit seiner zauberschönen Schwester Aditu – und natürlich Simon, Ex-Küchenjunge, Elbenfreund und Mondkalb. Zuletzt trifft auch Prinzessin Miriamel ein. Sie alle haben unendliche Gefahren und Abenteuer bestanden, um diesen Zufluchtsort zu erreichen. Viele Male sind sie nur um Haaresbreite dem Tod entgangen.
Nun studieren sie mit verstärktem Eifer die Schriften des alten Magiers Morgenes. Immer deutlicher zeigt sich, daß der Schlüssel zu allen Geheimnissen im fernen Erkynland liegen muss, im Grab des toten Königs Johan und in den Katakomben unter dem Hochhorst. Heimlich entschließt sich Miriamel zu einem Alleingang. Simon, der sie liebt, folgt ihr. Nachts verlassen sie den Abschiedsstein, um das letzte der drei Großen Schwerter zu suchen.

“Endlich wieder ein erstklassiger Fantasy-Roman!”
Brigitte

“Farbenprächtig und phantasievoll.”
BuchJournal

“Ein Seitenfresser”
Rhein-Zeitung

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitete nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor der Bestseller Traumjäger und Goldpfote, Der Drachenbeinthron und Der Abschiedsstein.

REZENSION:

Im dritten Band beginnt die Suche nach dem letzten der drei Schwerter. Es sammeln sich die Streiter gegen den Sturmkönig. Mit von der Partie (neben Prinz Josua Ohnehand, der Troll Binabik, der Graf Eolair, der Rimmersmann Sludig, der Elfenprinz Jiriki und Prinzessin Miriamel) naürlich Simon, der sich mittlerweile vom tölpelhaften Küchenjungen zum ebenbürtigen Streiter gegen den Sturmkönig entwickelt hat.
Mittlerweile befindet man sich auf dem Weg zu Seite 3.000 und man befürchtet, daß dem Autor langsam die Ideen ausgehen müssten. Dem ist jedoch in keiner Weise so – Mir ist bisher noch keine Geschichte untergekommen, die trotz der Länge und Fülle noch immer zu überzeugen weiß und keinerlei Durststrecken beinhaltet. Ich muss nun abermals bei diesem dritten Band meinen Hut vor Tad Williams ziehen und kann schon gar nicht mehr das Öffnen des vierten Bandes erwarten…
Jürgen Seibold

Tad Williams: Der Abschiedsstein (Zyklus von Osten Ard Band 2)

Originaltitel: Stone of Farewell
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1990 Tad Williams
deutsche Ausgabe: c 1993 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Über dem einst so schönen Land Osten Ard liegt düster drohend der Schatten des untoten Elbenprinzen Ineluki, der als Sturmkönig die Herrschaft der Elben in Osten Ard erneuern und, um altes Unrecht zu rächen, die Menschheit ausrotten will. Seine Verbündete ist die Nornenkönigin Utuk’ku, die ihre Jahrtausende hinter einer Silbermaske verbirgt. Auf dem Hochhorst, einst stolzem Mittelpunkt eines blühenden Reiches, herrschen Inelukis Kreaturen: der finstere Hochkönig Elias und sein unheimlicher Ratgeber, der scharlachrote Priester Pryrates, beide kaum noch menschlich. Durch hinterhältigen Mord und offenen Krieg haben sie den größten Teil des Landes in ihre Gewalt gebracht, unterstützt von Inelukis Kriegern, den bleichen Nornen, und einem grausamen Winter, der alle anderen Jahreszeiten verdrängt hat; Inelukis Zauberkraft hat ihn hervorgebracht.
Aber noch regt sich Widerstand in Osten Ard. Prinz Josua Ohnehand, der jüngere Bruder des Hochkönigs, hat die Zerstörung seiner Festung Naglimund überlebt und ein Häuflein Getreuer um sich geschart. Zu seinen Helfern zählt auch Simon Schneelocke, ein junger Mann von geheimnisvoller Herkunft, einst Küchenjunge auf dem Hochhorst, jetzt ein Verbannter. Er hat für Josua das Zauberschwert Dorn vom Drachenberg geholt. Auf dem gefahrvollen Rückweg nach Süden befreit er auf dem Berg Mintahoq seine Freunde Binabik und Sludig aus der Gefangenschaft der Trolle, entgeht mit knapper Not dem Mordanschlag der dämonischen Skodi und wird schließlich von Jiriki, dem Elbenprinzen, gerettet. In der verborgenen Stadt der Sithi verwirrt Jirikis Schwester Aditu seine Sinne. Aber noch hat Simon Miriamel nicht vergessen, Elias’ einzige Tochter, die als Novize verkleidet durchs Land irrt. Ihr Begleiter ist der undurchsichtige Mönch Cadrach, der nicht verhindern kann, daß die junge Prinzessin ihre Unschuld an den aalglatten Schönling Graf Aspitis verliert. An Josuas Seite wiederum kämpft die schöne, wilde Vara, ein Kind der Steppe, das für den einhändigen Prinzen Leben und Ehre aufs Spiel setzt.
Sie alle führt der Weg in die uralte Feste der Sithi auf dem Abschiedsstein, einem steilen Felsberg mitten im Grasland. Von dort aus beginnt der letzte Kampf um Osten Ard.

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitete nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor des Bestsellers “Traumjäger und Goldpfote”.

REZENSION:

Die zweiten knappen tausend Seiten des Osten Ard-Zyklusses gehen erheblich leichter von der Hand – dies liegt sicherlich daran, das man sich schon mit der Welt und dem jungen Simon Mondkalb (der mittlerweile zu Simon Schneelocke geworden ist) auseinandergesetzt hat und man von der Dichte, Spannung und dem Ideenreichtum des Autors schier gefesselt ist.
In diesem Zyklus gibt es so ziemlich alles, was einen guten Fantasyroman ausmacht – ohne jedoch nur zu kopieren. Im Gegenteil, Tad Williams erschafft eine eigene Welt voller Mythen, Völker, jedoch auch bekannter Figuren, wie Trolle oder Elben.
Mit dieser Fortsetzung fängt Williams schon an, am Thron des Fantasykönigs Tolkien zu kratzen….
Jürgen Seibold

Tad Williams: Der Drachenbeinthron (Zyklus von Osten Ard Band 1)

Originaltitel: The Dragonbone Chair
Übersetzung: V.C. Harksen
c 1988 Tad Williams
Deutsche Ausgabe: c 1991 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.

COVER:

Dies ist die Geschichte von Simon Mondkalb und Ineluki Sturmkönig und von ihrer tödlichen Feindschaft im Lande Osten Ard.
Auf der uralten Feste Hochhorst wächst der rotschöpfige, wenig anstellige, aber ungemein wißbegierige Küchenjunge Simon auf. Von dem skurrilen, greisen Doktor Morgenes als Lehrling angenommen, lernt er Lesen, Schreiben und die Geschichte seines Landes.
Einst herrschten in Osten Ard die Sithi, ein Elbenvolk, bis aus dem hohen Norden die Menschen kamen und sie mit kaltem Eisen vertrieben. Nur mit Hilfe schwärzester Magie vermochte Ineluki, der Sohn des Elbenkönigs, einige wenige seines Volkes zu retten. Er selber gilt als tot.
Simon wird in die letzten Jahre der Regierung des siebten Königs seit jener großen Schlacht hineingeboren. Es ist der schon zu Lebzeiten sagenumwobene Johan Presbyter, der den Feuerdrachen Shurakai erschlug. Aus dessen Knochen ließ sich der König einen Thron aus Drachenbein bauen. Als Johan mit über hundert Jahren stirbt, hinterlässt er zwei Söhne; Elias, der ältere, wird neuer Hochkönig von Osten Ard. Er gerät immer mehr unter den Einfluß seines Ratgebers Pryrates, eines machtgierigen und skrupellosen Zauberpriesters. Aus Mißtrauen gegenüber seinem Bruder Josua schließt Elias zur Sicherheit seiner Herrschaft einen Bund mit den Nornen. Von diesen bleichen, schwarzverhüllten Wesen erhält der junge König das Schwert “Leid”, eines der drei magischen Schwerter von Osten Ard.
Ohne Elias’ Wissen hat Pryrates als Gegenleistung Josuas Leben versprochen. Der Prinz wird von ihm in einem der unterirdischen Verliese des Hochhorstes gefangengehalten. Durch Zufall entdeckt ihn dort der stets neugierige Simon und befreit ihn mit Morgenes’ Hilfe. Als Pryrates davon erfährt, muß auch Simon fliehen: In letzter Sekunde kann der Doktor ihn in einen Geheimgang schicken, dann setzt er sich und das Haus in Brand.
Der Fünfzehnjährige weiß, daß er jetzt auf sich allein gestellt ist, denn Pryrates fordert seinen Kopf. Von nun an kämpft Simon um sein Leben – und um Osten Ard.

Tad Williams, 1957 in San José geboren, arbeitet nach dem Besuch der University of California in Berkeley als Journalist, Schriftsteller, Musiker, Illustrator und regelmäßiger Gastgeber einer Radio-Talkshow. Er ist Autor des Bestsellers “Traumjäger und Goldpfote”.

REZENSION:

„Geheimnis und Abenteuer in einer Welt voller Zauber und Magie“ – dieser auf dem Buchrücken stehende Satz schreckte mich ein bisschen ab, da er doch ein wenig kitschig klingt.
Ich wagte mich trotzdem in dieses nahezu tausendseitige Buch und wurde glücklicherweise nicht enttäuscht.
Tad Williams beginnt in diesem Band einen insgesamt etwas viertausendseitigen Zyklus über Simon Mondkalb und seinem Weg zur Rettung von Osten Ard.
„Der Drachenbeinthron“ beginnt recht zaghaft und man hat leichte Probleme in diesen sehr dicht gewebten Stoff einzutauchen. Man lernt jedoch recht schnell diesen jungen, anfangs noch recht tölpelhaften Simon zu lieben und Williams schafft es spielerisch das man sich als Leser, nach dem vollständigen hineintauchen in diese fremde Welt, mit Simon Mondkalb identifiziert und ihn auf seinem weiteren Weg durch Osten Ard begleitet. Simon erlebt in diesem Band die unwahrscheinlichsten Abenteuer in einer Welt, die sich in ihrer Dichte nicht vor den anderen Größen der Fantasy wie zum Beispiel Tolkiens Mittelerde zu verstecken braucht.
Nach dem vollständigen Eintauchen in diese Geschichte, was anfangs ein wenig dauert, schmelzen die tausend Seiten einfach dahin und es gibt sicherlich niemanden, der danach nicht automatisch den zweiten Band zur Hand nimmt, um Simon auf seiner beschwerlichen Reise weiter zu begleiten….
Jürgen Seibold