Vieten, Michael E.: Christine Bernard – Die Legende vom bösen Wolf

©acabus Verlag, Hamburg 2018
ISBN 978-3-86282-566-0
ca. 291 Seiten

COVER:

Von der Angst und der Gier. Eine junge Kommissarin ermittelt unter Lämmern und Wölfen.

Ein feuchtkalter Morgen im Nebel. Menschliche Überreste in einem Wolfsgehege. Sind die Wölfe blutrünstige Killer oder ist alles nur Mythos und diese brillanten Jäger und nächsten Verwandten unserer liebsten Haustiere sind harmlos?

Eine zweite Leiche mit Fraßspuren wird im Hunsrücker Hochwald gefunden. Ist der über Jahrhunderte gefürchtete Angstgegner des Menschen wieder da und streift bereits auf der Suche nach beute durch unsere Wälder? Ist er eine Gefahr oder ist der Mensch selbst des Menschen Wolf?

Die Trierer Kommissarin Christine Bernard ermittelt und stößt auf ihrer Suche nache dem Mörder auf ein Umfeld voller Vorbehalte, Mythen und Legenden.

REZENSION:

Als ich im Jahre 2013 einen Kurzgeschichtenband eines mir bis dato unbekannten Autors mit dem Titel „Unheimliche Begegnungen – Aus der Zwischenwelt“ positiv rezensiert hatte, behielt ich den Namen des Autors locker im Gedächtnis. Kurzgeschichten sind ein Genre für sich und viele Roman-Autoren scheuen sich, dieses „Genre“ zu bedienen. Ist es doch extrem schwierig, auf begrenztem Raum einen durchweg überzeugenden Plot zu kreieren.
Vieten ist es damals gelungen und somit wollte ich den Namen des Autors nicht gänzlich vergessen.
Ein Jahr später kam Vieten mit einem Kriminalroman ums Eck – es handelte sich dabei um „Der fall Siebenschön“, in dem die Kommissarin Christine Bernard die Ermittlungen aufnimmt.
Kriminalromane sind nicht wirklich mein Steckenpferd – durch den oben kurz angerissenen Kurzgeschichtenband widmete ich mich dennoch diesem Fall und war erneut sehr angetan.
Michael E. Vieten entwickelte mit Christine Bernard eine Krimireihe, die sicherlich interessant ist. Aber es sind nun mal Kriminalromane und hierdurch widmete ich mich mit meiner begrenzten Zeit eher meinen normalen Lieblingsgenres.
Letztes Jahr erreichte mich „Handbuch zur Rettung der Welt“, ich las, rezensierte und war schon wieder ausreichend überzeugt, um nun dann doch dem Wunsch des Autors nach zu kommen, ein Auge auf den neuesten Fall Christine Bernards zu werfen.
Ich überlegte kurz, ob ich mich einem Krimi widmen sollte – ich glaube, die Wölfe überzeugten mich dann, da dieses Thema ausreichend interessant klang.
Erfreulicherweise war es dabei absolut kein Problem, die bisher erschienen Fälle über diese Kommissarin nicht zu kennen. Im Gegenteil, man findet sich sofort zurecht und kann sich uneingeschränkt diesem sehr gut erzählten Plot widmen.
Als sehr positiv erachte ich die Verknüpfung aktueller Themen mit einem Mordfall. In diesem Werk sind es die Wölfe inklusive einer Vielzahl an Pro- und Contra – ebenso, wie es gerade durch die Medien wabert.
Nachdem ich persönlich eher auf der Seite der Wölfe stehe, sind meine Fronten in diesem Buch sogleich geklärt.
Im Laufe des Kriminalfalls lernt man sehr viel über diese Tierart – ab und an wirkt das ein wenig aufgesetzt, nichts desto trotz hat dieser Umstand das Buch für mich interessant gemacht. Ähnlich wie in seinem „Handbuch zur Rettung der Welt“ versucht Vieten uns auf Missstände aufmerksam zu machen und dabei dennoch seinen Leser gut zu unterhalten.
Erneut ist es ihm gelungen und ich bin fast ein bisschen traurig darüber, nicht alle Bernard-Fälle gelesen zu haben.
Alles in allem ein gelungener, sehr eingängig erzählter Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin, einem brisanten Thema und einem rundum interessanten Plot. Liebhaber des Genres sollten definitiv ein Auge auf diesen Autoren werfen.
Jürgen Seibold/27.04.2018

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Michael E. Vieten: Handbuch zur Rettung der Welt

©2017 Vieten, Michael E..
ISBN 978-3740733766
ca.286 Seiten

COVER:

„Schaue nicht nach Westen, schaue nach Osten. Dort geht jeden Morgen eine neue Sonne auf.“

Was erwartet die Menschheit, wenn sie weitermacht, wie bisher?
Anthropozän 2050. Ende des Industriezeitalters.
Es ist genau das passiert, was jeder Mensch hätte wissen müssen. Die Menschen haben die Erde der Gier, der Selbstsucht und der Ignoranz geopfert. Die Umwelt ist größtenteils zerstört. Unbesiegbare Keime, Kriege, Hungersnöte und eine verheerende Pandemie haben den überwiegenden Teil der Menschheit dahingerafft. Der Rest kämpft allein oder in kleinen Gruppen ums Überleben. Jeder ist sich selbst der Nächste. In dieser feindlichen Umgebung lebt die junge Mila in der Hoffnung auf ein fernes Hochtal, in dem die Natur noch intakt sein soll. Mit dem alten Josh macht sie sich auf den gefährlichen Weg und kämpft mit den schrecklichen Folgen des Unterlassens und der Ignoranz der Menschen des 21. Jahrhunderts.

Ein Roman über ein großes Abenteuer, verzweifelte Hoffnung, grenzenlose Zuversicht und aufrichtige Freundschaft.

REZENSION:

Es gibt eine schier unermessliche Vielzahl an dystopischen Romanen. Man begegnet dabei vor allem Zombies, Seuchen, Aliens oder gar Vampiren. Die Ursachen sind zumeist nicht konsequent geklärt, dennoch schwingt oft ein kleines Unbehagen bei diesen Stories mit, die einen irgendwie andauernd darüber nachdenken lassen, ob wir als Menschheit dabei nicht gerade eine unerhebliche Rolle auf dem Weg zur beschriebenen Dystopie hatten.
Nachdem es aber meistens lediglich Überlebensromane sind, kann man da relativ simpel darüber hinwegsehen. Die Spannung allein reicht und warum es plötzlich Zombies gibt, ist doch egal.
Jede Geschichte möchte aber nicht nur etwas erzählen, sondern auch oft etwas vermitteln. Sehr häufig leider gut versteckt und deswegen macht man sich keine großartigen Gedanken als Leser eines typischen Dystopie-Spannungsromans.
Michael E. Vieten legt ebenfalls mit „Handbuch zur Rettung der Welt“ einen kleinen, knackigen Dystopie-Roman vor. Wir begleiten die junge Mila auf ihrem Weg durch eine karge Welt. Sie trifft dabei auf den über 70jährigen Josh, der sich als hilfreicher Zeitgenosse herausstellt und somit bleiben beide zusammen und suchen ein traumhaftes Tal, welches Mila lediglich auf einer alten Postkarte gesehen hat.
Im Gegensatz zu Mila kennt Josh aufgrund seines Alters die Welt, wie wir sie kennen – also: Vor dem Untergang. Diese Verknüpfung nimmt der Autor, greift sich einen Spiegel und lässt uns Menschen der heutigen Zeit nicht nur hineinschauen, sondern haut ihn uns förmlich in die Fresse. Genau so kann es geschehen, wenn wir nicht endlich unseren Allerwertesten hochbekommen und etwas tun.
Die Geschichte selbst lebt exakt von diesem immer wieder auftretenden Vergleich beziehungsweise den Erzählungen Joshs. Mila selbst – Kind der Neuzeit – kann diese Ignoranz nicht verstehen, geschweige denn nachvollziehen.
Michael E. Vieten möchte mit diesem Buch exakt diesen Umstand vermitteln und versucht uns ganz geschickt und nebenbei einiges klar zu machen.
Die Wanderung und der Überlebenskampf der beiden Protagonisten ist dabei lediglich Beiwerk und in meinen Augen eher Mittel zum Zweck.
Würde man „Handbuch zur Rettung der Welt“ auf die eigentliche Wanderschaft in einer dystopischen Welt reduzieren, müsste ich sagen, hier gibt es erheblich bessere Werke, mit erheblich mehr Spannung und anspruchsvollerem Überlebenskampf. Aber: Man darf dieses Buch nicht darauf reduzieren. „Handbuch zur Rettung der Welt“ ist unglaublich lehrreich und versucht, das ein oder andere Auge zu öffnen. Allein deshalb lohnt es sich bereits und somit bleibt mir nichts Anderes übrig, als dieses eingängig und einfach geschriebene Werk zu empfehlen. Lässt man es zu, kann man sehr viel daraus lernen und man bekommt auf unterhaltsame Art und Weise die Fehler unserer aktuellen Generation vorgelegt.
Es muss somit nicht immer ein Fachbuch sein, um jemanden aufrütteln zu können.
Jürgen Seibold/07.12.2017

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Michael E. Vieten: Christine Bernard – Der Fall Siebenschön

Vieten_Siebenschoen© 2014 Michael E. Vieten
ca. 258 Seiten

COVER:

Eigentlich handelt es sich nur um eine Befragung zu einer Vermisstenanzeige. Doch der Selbstversorger Hartmut Schröder verwickelt sich in Widersprüche. Nicht nur seine Frau wurde seit Wochen von den Nachbarn in dem kleinen Dorf nicht mehr gesehen, auch seine sechs Kinder sind offenbar verschwunden. Kommissarin Bernard spürt, dass unter der Oberfläche dieses verstockten Landwirts etwas Unfassbares auf sie wartet. Kriminalhauptkommissar Thorsten Kluge übernimmt den Fall. Die junge Kommissarin ist erleichtert, sich nicht mehr mit diesem düsteren Menschen befassen zu müssen. Doch Hartmut Schröder schweigt und fordert, dass Kommissarin Bernard die Vernehmung fortsetzt. Nachdem sie ihm wieder gegenübersitzt, beginnt eine beispiellose Achterbahnfahrt in die Abgründe der menschlichen Seele.
Eine Frau, ihre sechs Töchter und ein verzweifelter Mann. Sieben Tage Verhör und ein schrecklicher Verdacht. Wo sind Andrea Schröder und ihre Kinder? Leben sie noch? Unter Einsatz ihres eigenen Lebens treibt eine junge Kommissarin der Trierer Polizei die Ermittlungen voran und versucht, einem psychisch auffälligen und gewalttätigen Sonderling die dringend benötigten Informationen abzuringen.

REZENSION:

In Michael E. Vietens Krimi CHRISTINE BERNARD – DER FALL SIEBENSCHÖN begleiten wir als Leser überwiegend ein Verhör zwischen dem verstockten Bauern Hartmut Schröder und der sympathisch gezeichneten Kommissarin Christine Bernard, die es sich gezwungenermaßen zur Aufgabe machte, herauszufinden, wo sich die Familie des bornierten Schröders befindet. Alle Hinweise verdichten sich auf einen Serienmord, in dem Hartmut Schröder schlicht und ergreifend seine Familie umbrachte und verschwinden ließ. Doch wo befinden sich die Leichen? Wie kann man an Beweise kommen, um diesem Menschen her zu werden?
Christine Bernard findet sich in einem Psychospiel wieder und lässt sich von mal zu mal mehr an der Nase herumführen.
Michael E. Vietens Kriminalroman ist – neben einigen externen Begebenheiten – beinahe ein Kammerspiel, dass hauptsächlich zwischen diesen beiden Protagonisten stattfindet.
Für mich persönlich kommt sehr erschwerend hinzu, dass ich bereits beim Beginn des Lesens von Vorurteilen geprägt war: Handelt es sich doch um einen Krimi – und genau dieses Genre konnte mich in letzter Zeit nur schwerlich überzeugen.
Ich habe mich lediglich auf dieses Buch eingelassen, da mir ein früheres Kurzgeschichtenwerk des Autors durch seine Erzählweise durchweg überzeugen konnte.
Erfreulicherweise konnte Michael E. Vieten mich mit diesem Kriminalfall sogleich ebenso für sich gewinnen. Zum Einen gefällt mir seine Art des Erzählens weiterhin und er schafft es virtuos durch seine detailgenaue Beschreibung der beteiligten Personen, diese vor des Lesers Augen lebendig werden zu lassen. CHRISTINE BERNARD – DER FALL SIEBENSCHÖN ist wahrlich nicht spannungsgeladen, nichts desto trotz eine durchweg interessante Geschichte mit interessanten Wendungen, deren Ergebnis ein klein wenig vorhersehbar ist, jedoch den Leser von Seite zu Seite weiter zu gehen zwingt.
So langsam bekomme ich das Gefühl, dass dies der einzige Autor ist, der mich ein wenig von meinen üblichen Genregrenzen weg zu führen in der Lage ist.
Michael E. Vieten schreibt eingängig, interessant und gibt seinen Geschichten genug Tiefe, um den Leser nicht – von üblichen Leseerfahrungen eingeschränkt – abzuschrecken, sondern dieses vielmehr von seiner Geschichte zu überzeugen.
CHRISTINE BERNARD ist eine gelungen dargestellte Kommissarin, deren FALL SIEBENSCHÖN bereits überzeugt und beim Schließen des Werkes nur noch nach weiteren Erlebnissen dieser jungen Dame erhofft.
Ich bin sehr gespannt, ob sich hier eine kleine Reihe entwickelt – bis dahin kann ich das vorliegende Werk nur empfehlen.
Jürgen Seibold/16.04.2014
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Michael E. Vieten: Unheimliche Begegnungen – Aus der Zwischenwelt

vieten_zwischenweltISBN 978-3-00-040584-6
© 03/04/2013 Michael E. Vieten
www.mvieten.de

COVER:

Nachdem Theresa Kling verstorben ist, verliert ihr Mann Josef all seinen Lebensmut. Bis sie ihm eines Abends wieder auf ihrem Sessel in der Stube erscheint. Fortan begegnet Josef fremden Menschen, die ihm von ihren unheimlichen Begegnungen erzählen. Abends berichtet er davon seiner Theresa, die ihm interessiert zuhört.
Wieso begegnen Josef diese Menschen erst jetzt, wo er ein alter Mann ist? Hat Theresa etwas damit zu tun? Kennt sie all diese armen Seelen aus dem Jenseits, und führt sie die Menschen, die ihnen im Diesseits begegnet sind, zu ihm?
Josef verspottet die Fremden nicht, sondern hört ihnen aufmerksam zu und behandelt sie mit Respekt. Dann beginnt er damit, diese Geschichten aufzuschreiben.

REZENSION:

Abermals erreichte mich durch Zufall ein Kurzgeschichtenband und erneut war ich ein wenig zwiespältig, da ich Kurzgeschichten gegenüber etwas zwiespältig aufgestellt bin.
Unheimliche Begegnungen – Aus der Zwischenwelt ist jedoch nicht wirklich ein Kurzgeschichtenband der üblichen Sorte. Es handelt sich in meinen Augen vielmehr um einen Roman, der durchwoben von Kurzgeschichten ist. Dies klingt ein wenig irritierend, jedoch hat der Autor es auf geschickte Art und Weise geschafft, seine 10 in diesem Buch vorhandenen Geschichten miteinander zu verbinden.
Wir folgen somit Josef Kling, dessen verstorbene Frau dafür sorgt, dass sich andere Menschen ihm gegenüber problemlos öffnen. Sie erzählen ihm eigene Erlebnisse, die allesamt mit Begegnungen der besonderen Art zu tun haben. Diese Erzählungen sind somit als Kurzgeschichten zu betrachten und lassen mit Sicherheit keinen Leser unbeeindruckt zurück.
Wir treffen in diesem Buch auf sehr tiefgehende und berührende Geschichten, die absolut frei von reißerischen Elementen sind. Die Geschichten sind vielmehr sehr ruhig erzählt und man wird durchweg das Gefühl nicht los, das diese Erlebnisse der Realität entsprechen könnten.
Üblicherweise hat man mit Romanen oder Geschichten voll mit Geistern, Hexen und ähnlichem kein Problem – man weiß ja, dass es sich dabei um erfundenes handelt. Michael E. Vieten hat es aber problemlos geschafft, die oben erwähnte Glaubwürdigkeit dermaßen eingehend und nachvollziehbar zu erzählen, dass mir als Leser etwas sehr seltenes geschehen ist: Ich bekam bei nahezu jeder Geschichte eine Gänsehaut.
Ich möchte hier auch keineswegs eine Geschichte hervorheben, da dieses Buch eine sehr hochwertige und durchgehende Linie aufweist, die absolut keinen einzigen Negativpunkt aufweisen kann.
Ich bin sehr froh, dass dieses Buch den Weg zu mir fand und kann es wirklich jedem nur noch uneingeschränkt empfehlen. Ich denke nicht, dass jemand dermaßen abgebrüht sein kann, hiervon nicht auch berührt zu werden. Darüber hinaus öffnet es ein klein wenig die eigene Gedankenwelt und somit hoffentlich auch die ein oder andere Sicht auf Besonderheiten des Lebens. Ebenso könnte ich es mir als ein sehr hilfreiches Werk vorstellen, wenn man selbst schon manch Schicksalsschlag erleben musste.
Jürgen Seibold/07.11.2013

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