Sullivan, James A.: Die Stadt der Symbionten

Originalausgabe
©2019 Piper Verlag GmbH, München
ISBN 978-3-492-70419-9
ca. 720 Seiten

COVER:

Nach einer Alien-Invasion ist die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Menschheit leben unter einer Kuppel, der „Oase im Winter“. Jaskandris, die letzte Bastion der Menschen, wird von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert.
Als Symbiont, ein durch Computerinterfaces erweiterter Mensch, kann Gamil Dellbridge mit den Maschinen der Stadt per Gedanken über seine Interfaces kommunizieren. Eines Tages fängt er ein Flüstern auf, das sich unter die Signale der Stadt mischt. Voller Neugier folgt er dem mysteriösen Ruf und ahnt nicht, dass ihn die Spur geradewegs zu einem Geheimnis führt, das nicht nur sein Leben in Gefahr bringt, sondern auch alles, woran er glaubt, mit einem Mal infrage stellt.

REZENSION:

„Die Stadt der Symbionten“ von James A. Sullivan spielt in einer Welt, gesteuert von Fakultäten und einer allumfassenden Künstlichen Intelligenz. Die Anzahl der Menschen ist festgelegt – in den Tiefen der Stadt liegen weitere in einem Ruheschlaf und werden je nach Bedarf geweckt und in die Allgemeinheit überführt. Die Symbionten spielen eine besondere Rolle und stellen somit eine Art Schnittstelle zwischen den Menschen und der KI dar. Eines Tages nimmt der Symbiont Gamil ein Signal auf und folgt diesem. Dabei landet er bei Nelmura, eine im Tiefenschlaf befindliche Gründerin der Nelmurianischen Fakultät. Er hilft ihr bei der Flucht und befindet sich urplötzlich in einem politischen Ränkespiel um Macht und Vorherrschaft.
James A. Sullivans Idee ist grandios und auf den ersten Blick wunderbar erzählt. Man wird als Leser geschickt in die von ihm erdachte Welt eingeführt und man findet sich innerhalb kürzester Zeit gemeinsam mit Nelmura und Gamil auf der Flucht. Die ersten 200 Seiten stehen für diesen ersten Blick – das weitere Vorgehen konnte mich dann leider nicht mehr rundherum überzeugen. Sullivan erzählt die Geschichte natürlich hochwertig und fundiert. Seine Sprache ist auch ausreichend eingängig, dennoch entwickelte sich bei mir während der folgenden Seiten nach und nach das Gefühl, hier fehlt irgendetwas. Das fehlende Objekt ist auch gleich gefunden: Spannung. Sullivan erzählt entlang einer gerade Linie, die gänzlich ohne irgendwelche Ausschläge nach oben oder unten auskommt. Somit bewegt sich die Geschichte zwar vorwärts, es gibt aber keinerlei „Aufreger“ oder besondere Erlebnisse, die ein wenig für Herzklopfen sorgen könnten. Gleichzeitig bleiben die wichtigsten Figuren erstaunlich blass und somit entwickelt sich kein richtiger Bezug zu jeglicher teilnehmenden Person. Ich halte das für außerordentlich schade, da der Autor in seinem Buch „Die Granden von Pandoras“ problemlos beide Hauptdarsteller in die Herzen der Leser geschrieben hat und man dort trotz deren Feindschaft zwischen den beiden hin- und hergerissen war.
Spannungsaufbau ebenfalls im gerade genannten Buch immer wieder geschickt eingefügt – somit ein interessanter Roadtrip, einfach erzählt, überzeugend – hier im Gegensatz sehr durchdacht und niveauvoll erzählt, dabei leider nicht durchweg überzeugend.
Absolut schade, da mir der Start außerordentlich gut gefallen hat und darüber hinaus die Idee sagenhaft ist.
Jürgen Seibold/20.12.2019

Sullivan, James A.: Die Granden von Pandaros

©Piper Verlag GmbH, München 2017
ISBN 978-3-492-70418-2
ca. 640 Seiten

COVER:

Cosima Amberson und John A. Glennscaul sind lebende Legenden. Als Gründer der mächtigen Schattenkonzerne Amberson Unbound und Glennscaul Unlimited werden die beiden Konkurrenten im ganzen All respektiert und gefürchtet – jedenfalls wurden sie das. Nachdem die beiden zwei Jahre lang auf einem defekten Raumfrachter im All festsaßen, haben sich die Machtverhältnisse im Weltraum geändert. Weder Cosima noc John können dies hinnehmen – auch wenn die beiden Erzfeinde dafür zusammenarbeiten müssen. Bei dem Diebstahl eines scheinbar harmlosen KI-Moduls geraten sie jedoch in das Visier eines mächtigen Gegners. Die beiden Konzernbosse müssen schnellstmöglich hinter das Geheimnis der KI kommen, um die Informationen zu ihrem Vorteil zu nutzen oder für immer unterzugehen.

REZENSION:

In James A. Sullivans neuestem Werk begeben wir uns in die ferne Zukunft. Die Galaxis wird von mächtigen Konzernen beherrscht.
Zusätzlich gibt es noch die Granden: Die machtvollen Lenker von intergalaktischen Schattenfirmen, die teils legal, teils illegal operieren. Wie sich sehr schnell herausstellt, sind die Granden oft mächtiger und angesehener als die Führer von „legalen“ Konzernen.
Cosima Amberson und John A. Glennscaul sind zwei konkurrierende Granden. Bereits seit frühester Zeit kämpfen sie erbittert gegeneinander, damit keiner jeweils die alleinige Vorherrschaft übernehmen kann.
Nach und nach lernt man in dieser Geschichte die eigentlichen Gründe für die Entstehung dieser Feindschaft kennen – diese ist auch nicht uninteressant, ein wenig klischeebeladen, dennoch zur Story passend.
Bereits am Anfang des Buches wenden wir uns diesen beiden zu: Erbittert bekämpfen sie sich auf einem defekten Raumfrachter. Während ihres Kampfes werden sie von ihren Begleitern verlassen und finden sich somit plötzlich allein auf diesem Frachter wieder. 2 Jahre hängen sie dort fest und müssen gemeinsam um ihr Überleben kämpfen.
Nach ihrer Rettung stellt sich sehr heraus, dass ihre Imperien übernommen worden sind. Gemeinsam versuchen sie nun, ihre Konzerne wieder zu altem Glanz zu führen.

Im vorliegenden Werk geht es unverzüglich rasant los. Die beiden Kontrahenten wirken in ihrer Darstellung durchweg interessant und lassen keinen Versuch außen vor, dem anderen eine Falle zu legen. Selbstverständlich werden sie durch die 2 Jahre auf dem Frachter ein wenig zusammengeschweißt. Diese Episode in Sullivans Werk strotzt vor interessanten Begebenheiten und einem furios eingewobenen Witz, der mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Leider wird dieser vermeintlich lange Zeitraum vom Autor viel zu kurzgehalten. Urplötzlich steht die Rettung vor der Tür und die wundervoll erzählte Episode auf dem Frachter findet ihr jähes Ende.
Schade, hierzu hätte er sich meiner Meinung nach noch länger und detaillierter auslassen können.
Aber was solls, die Story geht ja weiter. Ab diesem Augenblick wird die Geschichte so eine Art „Ocean’s Eleven“ im Weltraum. Ehrlich gesagt macht das auch relativ viel Spaß. Beide konkurrieren miteinander, wachsen aber – wie bereits geahnt – mehr und mehr zusammen. Die Handlung treibt rasant und ausreichend spannend nach vorne und die grundsätzliche Geschichte fand bei mir genug Anklang, um weiterhin am Ball zu bleiben.
Etwas außergewöhnliches ist „Die Granden von Panderos“ nicht wirklich. Dennoch handelt es sich um einen soliden SF-Unterhaltungsroman mit sehr interessanten Kontrahenten, bei denen man sich als Leser fast nicht entscheiden kann, wem man nun mehr Sympathie entgegenbringen soll.
Jürgen Seibold/27.07.2018

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