Sullivan, James A.: Die Granden von Pandaros

©Piper Verlag GmbH, München 2017
ISBN 978-3-492-70418-2
ca. 640 Seiten

COVER:

Cosima Amberson und John A. Glennscaul sind lebende Legenden. Als Gründer der mächtigen Schattenkonzerne Amberson Unbound und Glennscaul Unlimited werden die beiden Konkurrenten im ganzen All respektiert und gefürchtet – jedenfalls wurden sie das. Nachdem die beiden zwei Jahre lang auf einem defekten Raumfrachter im All festsaßen, haben sich die Machtverhältnisse im Weltraum geändert. Weder Cosima noc John können dies hinnehmen – auch wenn die beiden Erzfeinde dafür zusammenarbeiten müssen. Bei dem Diebstahl eines scheinbar harmlosen KI-Moduls geraten sie jedoch in das Visier eines mächtigen Gegners. Die beiden Konzernbosse müssen schnellstmöglich hinter das Geheimnis der KI kommen, um die Informationen zu ihrem Vorteil zu nutzen oder für immer unterzugehen.

REZENSION:

In James A. Sullivans neuestem Werk begeben wir uns in die ferne Zukunft. Die Galaxis wird von mächtigen Konzernen beherrscht.
Zusätzlich gibt es noch die Granden: Die machtvollen Lenker von intergalaktischen Schattenfirmen, die teils legal, teils illegal operieren. Wie sich sehr schnell herausstellt, sind die Granden oft mächtiger und angesehener als die Führer von „legalen“ Konzernen.
Cosima Amberson und John A. Glennscaul sind zwei konkurrierende Granden. Bereits seit frühester Zeit kämpfen sie erbittert gegeneinander, damit keiner jeweils die alleinige Vorherrschaft übernehmen kann.
Nach und nach lernt man in dieser Geschichte die eigentlichen Gründe für die Entstehung dieser Feindschaft kennen – diese ist auch nicht uninteressant, ein wenig klischeebeladen, dennoch zur Story passend.
Bereits am Anfang des Buches wenden wir uns diesen beiden zu: Erbittert bekämpfen sie sich auf einem defekten Raumfrachter. Während ihres Kampfes werden sie von ihren Begleitern verlassen und finden sich somit plötzlich allein auf diesem Frachter wieder. 2 Jahre hängen sie dort fest und müssen gemeinsam um ihr Überleben kämpfen.
Nach ihrer Rettung stellt sich sehr heraus, dass ihre Imperien übernommen worden sind. Gemeinsam versuchen sie nun, ihre Konzerne wieder zu altem Glanz zu führen.

Im vorliegenden Werk geht es unverzüglich rasant los. Die beiden Kontrahenten wirken in ihrer Darstellung durchweg interessant und lassen keinen Versuch außen vor, dem anderen eine Falle zu legen. Selbstverständlich werden sie durch die 2 Jahre auf dem Frachter ein wenig zusammengeschweißt. Diese Episode in Sullivans Werk strotzt vor interessanten Begebenheiten und einem furios eingewobenen Witz, der mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Leider wird dieser vermeintlich lange Zeitraum vom Autor viel zu kurzgehalten. Urplötzlich steht die Rettung vor der Tür und die wundervoll erzählte Episode auf dem Frachter findet ihr jähes Ende.
Schade, hierzu hätte er sich meiner Meinung nach noch länger und detaillierter auslassen können.
Aber was solls, die Story geht ja weiter. Ab diesem Augenblick wird die Geschichte so eine Art „Ocean’s Eleven“ im Weltraum. Ehrlich gesagt macht das auch relativ viel Spaß. Beide konkurrieren miteinander, wachsen aber – wie bereits geahnt – mehr und mehr zusammen. Die Handlung treibt rasant und ausreichend spannend nach vorne und die grundsätzliche Geschichte fand bei mir genug Anklang, um weiterhin am Ball zu bleiben.
Etwas außergewöhnliches ist „Die Granden von Panderos“ nicht wirklich. Dennoch handelt es sich um einen soliden SF-Unterhaltungsroman mit sehr interessanten Kontrahenten, bei denen man sich als Leser fast nicht entscheiden kann, wem man nun mehr Sympathie entgegenbringen soll.
Jürgen Seibold/27.07.2018

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