Feb 102011
 

c 2005: Eldur Verlag, Aachen
ca. 196 Seiten

COVER:

Zum Buch:
Tödliche Spielchen beim Biedermann; ein Mann, der seine Leidenschaft für das Morden entdeckt; Apokalypse in New York City…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.

Band 2 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält die Stories unbekannter und unrühmlicher Schicksale von Menschen, die glauben, selbst über ihre Zukunft zu bestimmen – bis sie eines Besseren belehrt werden.

Wie schon in Band 1 verleiht die ideenreiche, blumige Sprache des Autors den reichlich dunklen Erzählungen eine menschliche, manchmal beinahe heitere Note. Doch am Ende dominieren immer Schmerz, Versagen und Tod. Ganz wie im wirklichen Leben.

Zum Autor:
Torsten Sträter lebt in Waltrop bei Dortmund.
Neben seinem Beruf als Speditionsbüttel betätigt er sich noch als unbarmherziger Stalker und Altenpfleger, dies allerdings meist zeitgleich.
Sträter besitzt ein Meerschweinchen namens “Dr. Fu Man Chu”, mit dem er sehr oft redet, denn er ahnt, dass alle Lebewesen eine Seele haben.
Da das Tier seit Dezember 2003 tot ist, hält er seine Schreibtischschublade akribisch unter Verschluss, bleibt aber am Ball, denn Sträter weiß auch: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.

REZENSION:

Zuerst einmal ein Statement meinerseits:
1. Ich bin nicht verwandt oder verschwägert mit dem Eigentümer des Eldur-Verlages!
2. Ich bin nicht verwandt oder verschwägert mit einem der Autoren des Eldur-Verlages!
3. Ich kenne nicht einmal jemanden davon persönlich!
4. Ich wurde auch nicht bestochen!
Warum ich das erzähle?
Nun, wieder einmal bleibt mir nichts anderes übrig als ein Buch dieses feinen Verlages ohne jegliche Vorbehalte zu empfehlen:
Anfang des Jahres hatte ich die Ehre, in den Genuss von Torsten Sträters “Hämoglobin – Jacks Gutenachtgeschichten 1” zu kommen. Dieser Band hat mich bereits absolut überzeugt und ich spürte die erzählerische Kraft eines neuen Stars auf dem Sektor der Horror-Kurzgeschichten. – Nun ja, vielleicht hat er damit auch sein Pulver verschossen!
Aber: Torsten Sträter scheint es einfach zu können!
Band 2 von Jacks Gutenachtgeschichten (wer ist eigentlich Jack?) zeigt erneut die erzählerische Stärke des Autors. Er schafft es scheinbar spielerisch innerhalb von wenigen Seiten den Leser zu fesseln und zu überzeugen. Die Geschichten lassen dabei den Leser in Szenarien eintauchen, die teils abgrundtief böse und voller Horror, teils dezent gruselig sind. Er vergisst dabei jedoch nie seine geschickt eingebauten ironischen Elemente, die mit Sicherheit mit am großen Erfolg des ersten Bandes beteiligt waren.
Das Niveau der einzelnen Stories bleibt weiterhin sehr weit oben – dies gilt auch für die sehr subtil erzählte Gastgeschichte von Henning Mühlinghaus.
Jacks Gutenachtgeschichten 2 brauchen sich somit nicht hinter Band 1 zu verstecken und werden diesen wohl vom ersten Platz der Hitlisten verdrängen. Torsten Sträter wird das nicht stören, da diese beiden Bände dann für längere Zeit die ersten beiden Plätze belegen – ich wüsste nämlich nicht, welcher Autor zur Zeit in der Lage wäre Sträter vom Thron zu stürzen…
Jürgen Seibold/30.06.2005

Feb 102011
 

vollständige Taschenbuchausgabe 2005
c 2003-2005: Torsten Sträter
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen
ca. 195 Seiten

COVER:

Kampfstoffe, die Menschen in Zombies verwandeln, blutgierige Zwerge aus einer namenlosen Dimension, teuflische Handys und eine Kellertür ins osmanische Reich sind nur eine kleine Auswahl der Kuriositäten, die sich im Abschlussband von Jacks Gutenachtgeschichten versammelt haben.

Es sind zugleich auch Geschichten von Wegen und Verkehrmitteln; Leuten, die alles hinter sich lassen oder neu anfangen wollen.

Obgleich wesentlich fantasylastiger als seine Vorgänger, ist auch in diesem Buch vorwiegend das östliche Ruhrgebiet Hauptschauplatz allen Übels. Und dass diese kleine Welt letzten Endes ein Dorf ist, zeigt die letzte Geschichte, die diesem Band den Namen gab: Hit the Road, Jack.

Zum Autor:
Torsten Sträter lebt bei Dortmund und sieht niemals fern.
Einer der Gründe sind die permanenten Wiederholungen von Serien, in denen Männer mit Gummi-Clown-Masken ganze Straßenzüge einäschern, ein anderer sein Waran Enrico, eine bullige Panzerechse mit derartig versifften Zähnen, dass ein Biss aufgrund des bakterienstarrenden Speichels tödlich sein kann. Er hat ihn für 44 Euro bei EBAY ersteigert, und seitdem blockiert er die Dreier-Couch im Wohnzimmer und zerrupft tote Fasane.

Torsten Sträter unterteilt die Menschheit in zwei Gruppen: Jene, die “Downtown Train” nur von Tom Waits mögen, und jene, die diese abartige Rod-Stuart-Version bevorzugen.

REZENSION:

12 neue Kurzgeschichten und ein Comic legen sich vor dem Leser nieder und warten darauf von ihm verschlungen zu werden, um sich dann Wort für Wort in die Nervenbahnen und Gehirnwindungen des hilflosen Lesers einzunisten und diesen in eine unvermeidliche Abhängigkeit zu führen.
Damit wäre eigentlich schon alles über den dritten “Jacks Gutenachtgeschichten”-Band des zur Zeit wohl besten Horror-Kurzgeschichten-Autors der Gegenwart gesagt. Kein anderer schafft es innerhalb weniger Seiten den Leser am Nacken zu packen und in einen Abgrund zu stürzen, hinter dem man als Horrorleser normalerweise nur herläuft.
Wieder einmal erzählt er die unterschiedlichsten Geschichten voller Ironie und in einer haarsträubenden und gleichzeitig unvorhersehbaren Art und Weise, um dem Leser teilweise einen Spiegel vorzuhalten, teilweise einfach nur um zu unterhalten, aber auf jeden Fall immer mit einer brutalen Intensität die einen manchmal überrascht, manchmal schmunzelnd, manchmal böse grinsend, manchmal fingernägelkauend zurücklässt.
In meinen Augen ist Torsten Sträter auf jeden Fall immer noch der zur Zeit ungekrönte König dieses Genres – und wird es mit Sicherheit noch einige Zeit bleiben…
Somit wieder einmal ein wohlverdienter Tipp des Monats (so oft hat es noch keiner geschafft)
Und das, obwohl es das schlechteste Buch dieser Reihe ist. – Warum? – Weil es das letzte ist!! (HILFE!!!)
Wie kann das sein? Könnt Ihr nichts dagegen machen? Sperrt ihn ein…, Foltert ihn…, lasst ihn schreiben…
Wisst Ihr eigentlich wie schwer ein Entzug sein kann? Sicherlich reiben sich die Psychotherapeuten schon die Hände: “Wieder einer mit dem Sträter-Syndrom.”
Jürgen Seibold/01.05.2006

Feb 102011
 

vollständige Taschenbuchausgabe 2005
c 2003-2005: Torsten Sträter
c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen
ca. 187 Seiten

COVER:

Zu Autor und Buch:
Torsten Sträter lebt in Waltrop bei Dortmund und frühstückt vorzugsweise Substanzen, die ohne größeren Aufwand mit Nutella zu bestreichen sind. Sträter hat bereits vor Jahren erkannt, dass die größte Erfindung der Neuzeit weder Atombombe noch Glühbirne, sondern der patentierte Tischgrill eines amerikanischen Boxers in Rente ist. Das anfallende Fett verlässt erst das Gargut, dann den Grill, was das unbewusste Verzehren des Fettes ziemlich erschwert. Dies ist derartig revolutionär, dass Torsten Sträter seine Macht als Autor zur Erklärung des technischen Konzepts dieses Tischgrills verwenden möchte, statt weitere, öde Personalien in diese Vita zu stopfen:
Man stellt ihn schräg.
Das bedeutet, bricht man dieses Konzept aufs Leben herunter:
Je schräger man steht, desto mehr Fett kriegt man weg.
Darum geht’s in diesem Buch. Guter Übergang.

REZENSION:

Torsten Sträter: Bekannt als der neue Blockbuster der Horror-Kurzgeschichten.
Nun kommt ein Buch namens “Brainspam” und sieht (bis auf den Untertitel) auch noch beinah wie ein weiteres Werk im Horrorkosmos aus.
Doch weit gefehlt:
Torsten Sträter saß in seinem Keller und dachte über sein Leben nach. Nachdem ihm (wie man in einer früheren Rezension nachlesen kann…) als Unterhaltung nur was zum Schreiben zur Hand lag, versuchte er in seinem Wahn diese erlebten Sachen niederzuschreiben.
Was nun vorliegt ist das Ergebnis dieser wohl realen Wahnvorstellungen:
Torsten Sträter erzählt einfach aus seinem Leben!
Jedoch keineswegs so hochgestochen wie King in seinem Buch “Vom Leben und vom Schreiben”, sondern voller Biss, Ironie, Sympathie und Humor. Befindet man sich nur annähernd in der selben Generation wie Sträter (was sicherlich bei den meisten Lesern der Fall ist), kann man meiner Meinung nach sehr viele Erlebnisse sehr gut nachvollziehen.
Nun ist also ein weiteres Werk des Horrorautors entstanden – und entgegen seinen anderen Büchern zeigt sich hier der absolute Horror, dem man sich definitiv nicht entziehen kann – denn er ist schlicht und einfach nackte Realität!!
Man denke nur an einen Freefall-Tower: “Unterwegs stirbt man, wird aber durch ein monströses Bremsmanöver reanimiert”.
Genauso geht man in jungen Jahren durchs Leben: Sträter hatt’s auf Papier gebracht…
Jürgen Seibold/15.08.06

Feb 102011
 

c 2004 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen

COVER:

Zum Buch:
Ein Mann, der von sprechenden Raubtieren verfolgt wird. Ein Kaugummiautomat, der Körperteile ausspuckt. Eine WG, in der die Lust auf Fleisch regiert…
Dies und noch mehr erwartet Sie in diesem Büchlein.

Band 1 von Jacks Gutenachtgeschichten enthält Horror, der von klassischem Grusel bis zum verstörenden Totalverlust der Realitätswahrnehmung reicht. Durch die meisten der Geschichten zieht sich ein roter Faden der Melancholie und der vergeblichen Suche nach menschlicher Wärme, an deren Ende Nichts ist außer Schmerzen und dem Gestank der Verwesung.

Die Szenarien werden erzählt in einer bildgewaltigen, metaphernreichen Sprache. Stets mit einem Schuss Ironie versetzt, doch das Lachen bleibt schnell im Hals stecken.

Zum Autor:
Torsten Sträter wurde in Dortmund geboren; seine Hebamme wurde irgendwann in den Siebzigern tot in einem Kornfeld gefunden.
Sein beruflicher Werdegang verlief nicht ganz nach Plan:
Er lernte Herrenschneider, trieb sich längere Zeit in New York herum und verfasste unter Pseudonym Bedienungsanleitungen für Kaffeemaschinen.
Shoppingkanäle lehnten ihn als zu “dämonisch”, Fetisch-Läden als zu “verkäufermäßig” ab.
Vor einigen Jahren kam es zu einem erbitterten Wortgefecht mit einem koksenden Teilzeitkasper, dem der Zauberladen gehörte, in dem Sträter gelegentlich arbeitete. Ihm wurde zwar eine ziemliche Wortgewalt attestiert, aber den Job verlor er trotzdem.

Seitdem schreibt Torsten Sträter, und seitdem hasst er Clowns.

Sträter hat einen Sohn und beherrscht einige verdammt gute Taschenspielertricks.

REZENSION:

Grundsätzlich versuche ich ja sämtliche erhaltenen Bücher nach ihrer Reihenfolge des Eingangs zu lesen.
Diese Reihenfolge kann nur durch wenige Umstände gebrochen werden. Zum Ersten, wenn mir mehrere Bücher eines Verlages vorliegen und ich dadurch andere zu lange auf eine Rezension warten lassen müsste und zum Zweiten, wenn ein Buch in meinen Händen auf das sofortige Öffnen und Lesen besteht: “Lies mich – aber sofort!!”
Torsten Sträters “Hämoglobin” gehört zur zweiten Kategorie.
Ich erhielt von einem mir bis dato absolut unbekannten Verlag eine Sendung, in der sich dieses Buch befand.
Die mörderische Playmobil-Figur auf dem Cover grinste mich höhnisch, wenn nicht sogar drohend an und zwang mich zum Aufschlagen des Buches und dem nachfolgenden Genuß unbeschreiblich fesselnder Horrorgeschichten, wie sie schon lange nicht mehr erhältlich waren.
In “Hämoglobin” befinden sich 10 (und ein kurzes “Zuckerl”) Horrorgeschichten die seinensgleichen suchen und viele Kurzgeschichten namhafter Autoren dieses Genres weit in den Schatten stellen.
Alle Geschichten ereilen den Leser in einer ihm bekannten Zeit und legen deutlich dar, daß der Horror blutrünstig und mit einer gehörigen Portion Ironie an jeder Ecke der heutigen Zeit lauern kann. Dies ist natürlich für den Leser umso gefährlicher, da man sich nicht einfach zurücklehnen und sich sagen kann: Naja, war ja eine blutrünstige Zeit – kann mir ja heut nicht mehr passieren… – Nein, in Hämoglobin ist man weder im Altenheim noch an einer Tankstelle, die man nur für seinen Gutenachtdrink aufsucht, davor gefeit.
Dies alles von einem Verlag, der bis heute nur vier Bücher körperlich auf die Welt los lies, sich selbst (sehr positiv!!) nicht allzu ernst nimmt (man nehme nur die running gags auf der unvermeidlichen Copyright-Seite) und den großen Verlag deutlich vor Augen führt, daß man sich vor ihm in Acht nehmen sollte.
Jeder einigermaßen ambitionierte Horrorleser sollte sich Jacks Gutenachtgeschichten 1 nicht entgehen lassen und sollten die beiden Folgebände nur annähernd so gut wie dieser Eröffnungsband sein, habe ich schon jetzt die Befürchtung (vielmehr: ANGST!), daß sich das Gefühl der knöchrigen Hand hinter meinem Rücken bewahrheitet und sie sich irgendwann vom Trugschluß zur zupackenden Hand wandelt….
Jürgen Seibold/23.01.05

Bad Behavior has blocked 349 access attempts in the last 7 days.