Andreas Brandhorst: Omni

omni_brandhorst© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-70359-8
ca. 560 Seiten

COVER:

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht …

REZENSION:

Vor einiger Zeit begann in mir ein kleines Pflänzchen zu wachsen: Der zarte Wille, sich ein wenig verstärkt dem Science-Fiction-Genre zuzuwenden. Natürlich sollten die Bücher dann unbedingt entweder absolute Klassiker sein oder anspruchsvoll genug, um mich als Leser uneingeschränkt mitnehmen zu können.
Bei meiner Recherche stieß ich dabei auf eine Vielzahl namhafter Autoren – vor allem aus den Staaten und Großbritannien. Es tauchte aber auch jedesmal ein deutscher Name auf: Andreas Brandhorst.
Dies allein fand ich schon außerordentlich interessant, widmete mich aber dennoch erst einmal anderen Werken längst vergangener Zeiten.
Durch eine Blogtour gab es eines Tages für mich die Gelegenheit, „Das Schiff“ von eben diesem Herrn Brandhorst zu lesen und wie man der dazu gehörigen Rezension von mir entnehmen kann, konnte mich dieses Werk auch überzeugen.
Nach einem gefühlt sehr kurzem Abstand liegt nun mit „Omni“ ein neues Werk von Andreas Brandhorst vor, welchem ich mich selbstverständlich gerne widmen wollte.
Ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen in Omni gelegt, da für mich „Das Schiff“ bereits einen Maßstab legte und ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass einem Autoren nach einer so kurzen Zeit wieder etwas Gleichwertiges gelingen sollte.
Erfreulicherweise stellte sich jedoch nach einigen Seiten bereits heraus, dass mit „Omni“ etwas entstanden ist, dass aufgrund seines Plots besser meinen Ansprüchen entspricht, als es „Das Schiff“ zu leisten imstande war. Dies ist natürlich reine Geschmackssache, dennoch halte ich die philosophischen Ansätze und des Autoren Leidenschaft an einem verlängerten Leben unter Anreicherung eines recht spannenden Plots für außerordentlich interessant und durchweg unterhaltend.
Andreas Brandhorst versucht in diesem Werk sehr detailliert in die Tiefe zu gehen und schafft es dennoch, seinen Leser dabei nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil definitiv mit zu nehmen auf seine Reise durch das „Omniversum“.
Sicher, manchmal würde man sich die ein oder andere teilnehmende Person etwas stärker gezeichnet dargestellt wünschen – in diesem Falle könnte es aber auch sein, dass die Geschichte Brandhorsts in seiner Fülle dabei zu wuchtig werden würde.
Ich persönlich wurde jedoch beim Schließen des Buches rundum zufrieden zurück gelassen und kann aufgrund des ganz dezenten Cliffhangers nur auf weitere Geschichten innerhalb des „Omniversums“ hoffen. Trotz dieses kleinen Cliffhangers ist Omni ein rundum abgeschlossenes Buch, welches einfach Lust auf mehr macht.
Aus sicherer Quelle weiß ich auch, dass es noch die eine oder andere Reise in diese unendlichen Weiten geben wird.
In meinen Augen jedenfalls ein durchweg zu empfehlender Science-Fiction-Roman wobei ab jetzt natürlich der Anspruch gegenüber weiteren Werken von Andreas Brandhorst wächst.
Jürgen Seibold/30.10.2016
Omni: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Peter F. Hamilton: Die unbekannte Macht – der Armageddon-Zyklus, Band 1

Hamilton_Armageddon1Originaltitel: The Reality Dysfunction, Part 1
© 1996 by Peter F. Hamilton
© für die deutschsprachige Ausgabe 2000 by Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
ISBN 978-3-404-23221-5
ca. 943 Seiten

COVER:

AD 2600. Die Menschheit entdeckt endlich ihr ganzes Potential. Hunderte von Kolonien, verstreut über die ganze Galaxis, bieten eine Unzahl unterschiedlichster Kulturen und unermesslichen Reichtum. Gentechnik hat die Grenzen der Natur gesprengt. Der Handel blüht, und die Konföderation sorgt für Frieden und Sicherheit. Ein goldenes Zeitalter scheint angebrochen.Doch etwas ist schiefgelaufen. Extrem schief! Auf einem kleinen primitiven Planeten trifft ein Mensch rein zufällg auf ein vollkommen nichtmenschliches Wesen – und löst die Apokalypse aus: eine Macht, die all unsere Ängste wahr werden läßt.

REZENSION:

Vorweg gesagt: Ich versuchte mich an diesem Werk ohne Verwendung der gedruckten Variante, sondern lauschte einem Erzähler.
Ab und an suche ich etwas längere Hörbücher. Nachdem dieser umfassende Zyklus sehr interessant geklungen hatte, nahm ich es gerne mit ihm auf.
Mir ist wohl bewusst, dass Geschichten mit einem Rahmen von etwa 6.000 Seiten ein gutes Stück benötigen, um richtig in Fahrt zu kommen. Nichts desto trotz konnte mich der Autor nach einem etwa fünf- bis sechsstündigen Hören immer noch nicht überzeugen. Vielzu sehr verliert sich Hamilton in Details, die bestimmt eine gewisse Notwendigkeit oder Wichtigkeit darstellen sollen – ein reines Aufführen dieser Details ohne der Geschichte einen gewissen Drive zu geben, ist dann doch zu viel des Guten. Geschichten müssen den Leser packen, an der Hand nehmen und durch die dargestellten Begebenheiten oder Welten führen.
Viele Autoren vergessen dabei nicht, ihre Hintergründe, Philosophien und Welten vor des Lesers Augen entfalten zu lassen – sie bauen dies jedoch geschickt in die Handlung ein. Leider fehlte mir dies beim Hören der ersten 5 bis 6 Stunden.
Hamilton scheint erst ganz gemütlich, langatmig und trocken seine notwendigen Evolutionsgedanken aufführen zu wollen. Mir fehlte dabei jedoch der Faden, welcher sich dezent aufnehmen lässt und den Leser durch die Story zu führen beginnt. Nachdem in meinen Augen Romane der Unterhaltung dienen sollen (dabei gerne lehrreich sein können), war es mir dann doch zu langatmig und ich entschloss mich aus diesem Grund zu einem Abbruch des Hörbuches.
Schade, ich könnte mir gut vorstellen, dass sich noch einiges Interessantes entwickeln würde – man sollte aber als Schriftsteller mitnichten gleich mit langwierigen Aufarbeitungen beginnen. Geschickter wäre es gewesen, wenn man zuerst etwas in die Geschichte eintauchen kann. Dann besteht die Chance, dass man dieser Abhandlung später gerne zuhören möchte. Nicht jedoch, wenn man noch absolut gar nichts innerhalb der Geschichte greifen kann.
Um einen Vergleich zu ziehen, fällt mir in diesem Genre zum Beispiel Herberts Wüstenplanet ein. Hierin werden unter anderem Religionen entwickelt, dabei groß und breit mit philosophischen Gedanken des Autors belegt als auch dargelegt. Nichts desto trotz startete zu Beginn erst einmal die Story an sich und schon konnte man als Leser die dann kommende und geschickt eingebaute Philosophie erheblich besser verstehen, da man sich ja gedanklich selbst auf dem Wüstenplaneten befindet und bereits dem »Spice« frönt. Hamilton hat dies leider verpasst und somit werde ich wohl nie herausfinden, ob sich der Rest irgendwann gelohnt hätte.
Jürgen Seibold/05.01.2016
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Kiki Blu (Daniela Rohr): Fluggemeinschaft (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 1)

Fluggemeinschaft© 2015 Daniele Rohr
www.danielarohr.de

COVER:

Sensationeller Sex mit einem attraktiven Alien – und dann mopst ihr der Kerl den Vibrator? Kiki, die kaffeesüchtige Kosmetikfachangestellte im technischen Support ist verwirrt. Gehört das zum Paarungsritual? Ist das gar die extraterrestrische Form eines Heiratsantrags? Oder handelt es sich doch nur um einen dreisten Diebstahl?

Kiki Blu erzählt eine humorvolle und rasante Space-Opera, in der sie mit ihrem pessimistischem Handgepäck und einem telePhone voller (un)praktischer Apps durch die halbe Galaxis stolpert. Ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip, bei dem die Protagonistin mal eindeutig ihre Prioritäten überdenken sollte.

REZENSION:

Als ich “Im Turm des Panopticons” von Daniela Rohr gelesen habe, war ich ganz hin und weg von dieser wirklich sagenhaft guten Geschichte. Wie sich im Nachgang nun jedoch herausstellen soll, handelt es sich bei der Autorin um eine wahrhaft durch und durch ideenreiche Person. Wie anders kann es denn sonst sein, dass nun etwas gänzlich gegensätzliches auf den Markt springt und der Irrsinn und die dazugehörigen Ideen beinahe aus dem Reader fallen, wenn man nicht auf sie aufpasst.
Im ersten Band der auf 11 kurze Bände geplanten Fluggemeinschaft treffen wir auf die abgedreht aber trotzdem sympathisch wirkende Kiki. Diese wiederum beobachten wir als Leser beim über mehrere Orgasmen hinweggehenden Sex mit einem attraktiven Alien.
Als sie nach der stellungsaufwendigen, korpulierenden Nacht wieder erwacht, stellt sie nicht nur fest, dass ihr Lover wohl nur ein One-Night-Stand war, sondern auch, dass ihr dieser ihren Vibrator geklaut hat.
Das kann natürlich nicht sein; der muss wieder her – stellt sich auf unserer Seite natürlich die Frage, ob ihre dann beginnende Suche eher dem Vibrator oder dem Liebhaber gilt.
Kikis Mitbewohner begleitet sie auf ihrem Weg in unendliche Welten – zumindest beginnt sie den Versuch, dem Alien nach zu reisen. Auch in der Zukunft lässt sich das ohne ausreichend finanzielle Mittel nur schwer verwirklichen – dementsprechend kreativ muss Kiki handeln.
Ach ja: Ihr Mitbewohner ist auch nicht ganz das, was sie davor dachte…
Der erste Band der Fluggemeinschaft-Reihe ist wahrlich ein Feuerwerk an Ideen und abgedrehten Begebenheiten. Irgendwie machen die aber auch Spaß. Man muss nur den Gurt anlegen, die normale Welt vergessen und sich auf Blödsinn einlassen können. Ab dann kommt man ohne Schmunzeln nicht mehr davon.
Kurzum könnte man diese Geschichte wirklich einfach nur als absoluten Quatsch, Blödsinn, Unsinn und was sonst noch so einfällt, abtun – aber verdammt will ich sein, es hat trotzdem irgendwie verdammt viel Spaß gemacht.
Leser, die nur tiefgründige Literatur betrachten, sollen aber unbedingt davon ihre Finger lassen und weiterhin in ihrer fantasielosen Welt leben.
Jürgen Seibold/12.11.2015
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