FG001 – 12 Monkeys

Hier die erste Folge des neuen Podcasts FILMGESCHICHTEN:

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Arthur C. Clarke: Die Stadt und die Sterne

clarke_stadtOriginaltitel: The City And The Stars
Deutsche Übersetzung von Tony Westermayr
© 1956 by Arthur C. Clarke
© 2011 der deutschen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-53397-4

COVER:

In ferner Zukunft hat sich das Antlitz der menschlichen Gesellschaft radikal verändert. In Diaspar, der riesigen, durch eine Kuppel hermetisch abgeriegelten letzten Stadt auf der Erde, leben die Menschen tausend Jahre, speichern ihre Erinnerungen und werden danach wiedererweckt. Doch als ein Kind ohne Erinnerungen geboren wird und alles hinterfragt, gerät eine scheinbar perfekte Gesellschaft ins Wanken…

REZENSION:

Wir befinden uns in einer sehr fernen Zukunft. Die Menschheit hat sich in einer riesigen Stadt zurückgezogen. Die Menschen haben eine Lebensspanne, die seinesgleichen sucht: Man lebt nahezu tausend Jahre, um dann erneut mit den gleichen Erinnerungen wiedergeboren zu werden. Gesteuert wird dies alles von hochentwickelten Maschinen, wodurch sich die Menschen einfach ihren Interessen widmen können, ohne jegliche Sorgen zu haben.
Ab und an kommt jedoch ein Mensch auf die Welt, dessen Erinnerungen noch nicht gefüllt sind. Bei diesen Menschen handelt es sich um Kuriositäten, die – wie bei uns üblich – alles erst erlernen müssen.
Clarkes Protagonist Alvin gibt sich jedoch mit den vorhandenen Verhältnissen zufrieden – er ist durch und durch wissbegierig und möchte die Welt außerhalb der Stadtmauern kennen lernen.
Hier beginnt sogleich die Stärke Clarkes, der keine Weltraumschlachten aufbaut, sondern seine Geschichten auf ruhige und tiefgehende Art – beinahe sachlich – zu erzählen weiß.
Arthur C. Clarkes Geschichte spielt in einer fernen Zukunft – nichts desto trotz baut der Autor abermals eine visionäre Metapher zu unserer Gegenwart auf. Er zeigt dabei auf sehr philosophische Art und Weise, wie wichtig ein gesunder Wissensdrang sein kann. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und zeigt uns, dass durch Akzeptanz auch Brücken abgerissen werden können.
Man darf dabei nie vergessen, in welcher Zeit Clarke diese Geschichte bereits geschrieben hat. Dadurch ist man manchmal ein wenig irritiert, da Clarke viele Millionen Jahre in die Zukunft geht, jedoch einige technische Errungenschaften teils stehen geblieben sind. Andere wiederum entwickelte Clarke selbst und somit entsteht eine kleine Diskrepanz, wenn man die Geschichte mit der Sichtweise unseres Jahrhunderts betrachtet.
Dies ist aber kein Vorwurf, denn diese Problematik wird jeder SF-Autor haben, wenn man dessen Geschichte mit einem Abstand von 50 bis 60 Jahren betrachtet.
Ich persönlich glaube aber, dass der Ideenreichtum Clarkes trotzdem außerordentlich war und dies eigentlich nicht der eigentliche Fokus der Story sein sollte. Vielmehr ist es – wie bereits erwähnt – eine wunderschöne Geschichte, deren Moral nichts an seiner Notwendigkeit verloren hat. Schade eigentlich, dass sich in diesem Bereich 60 Jahre später fast nichts entwickelt hat.
Alles in allem ein sehr interessanter, ruhiger und nachdenklich stimmender Plot, der noch nichts an seiner Wirkung zu verloren haben scheint.
Jürgen Seibold/27.09.2016
Die Stadt und die Sterne: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

BiomAlpha 1 – Die Ankunft

biomalphaAutoren und ©:
Uwe Post, Frank Lauenroth, Niklas Peinecke, Frederic Brake, Merlin Thomas, Uwe Hermann und Christian Weis

BoD – Books on Demand, Norderstedt
ISBN 978-3-7412-3831-4
ca. 346 Seiten / 9,99€

COVER:

Im Jahr 2025 entdecken die gefeuerte NASA-Mitarbeiterin Dr. April Reignar und der Hobbyastronom Jimmy MacPeale, was Ufologen schon immer wussten: Wir sind nicht allein!

Ein riesiger Schwarm von Flugobjekten nähert sich der Erde. Fieberhaft versuchen sich Regierungsvertreter wie Ufo-Jünger auf den Erstkontakt vorzubereiten, während die Aliens bereits in verschiedenen Regionen der Erde landen.
Nicht alle kommen in Frieden!

Unabhängig voneinander fliegen zwei Menschengruppen auf Einladung der Besucher zu den Schwarm-Schiffen im Erdorbit. Vor ihnen tut sich eine biologische Wunderwelt auf.
Doch sehr schnell müssen sie erkennen, dass sie etwas Fremdem gegenüberstehen, dem sie kaum gewachsen sind. Schon bald gibt es erste Opfer…

Dieser Sammelband enthält die Episoden 1 bis 3 der Serie.

REZENSION:

Bei Biom Alpha handelt es sich um eine Gemeinschaftsarbeit unterschiedlicher SF-Autoren, die hiermit eine Serie erschaffen haben, deren erste drei Folgen sich in diesem Sammelband befinden.
Wir befinden uns relativ nah in der Zukunft – im Jahre 2025 – und entdecken plötzlich, dass sich Flugobjekte auf dem Weg zur Erde befinden. Verschiedene Gruppen versuchen sich fieberhaft auf den Erstkontakt vor zu bereiten. Gleichzeitig landen schon einige Außerirdische auf unserem Planeten. Wie sich dabei recht schnell herausstellt, haben sich nicht alle davon mit rein friedlichen Absichten auf den Weg zu uns gemacht.
Nichts desto trotz fliegen zwei Menschengruppen auf Einladung zu den Schiffen im Orbit und entdecken eine für sie unglaubliche und sagenhafte Welt. Gänzlich andersartige Lebensformen als sie auf unserem Planeten gewohnt sind.
Biom Alpha: Die Ankunft lässt uns teilhaben an den ersten drei Folgen dieser in mehreren Folgen ausgerichteten Science-Fiction-Reihe. Mir persönlich stellt sich bei einem Konglomerat verschiedener Autoren immer wieder die Frage, wie so eine Zusammenarbeit sauber und eingängig von statten geht, ohne dabei zu unterschiedlich in der Schreibweise zu klingen oder gar den Faden zu verlieren.
Nun, die beteiligten Herren haben es jedenfalls geschafft, denn der gesamte Band klingt wie aus einem Guss. Die Geschichte selbst beginnt sehr verwirrend und ich fragte mich bereits nach einigen Seiten, ob ich mir dieses Werk denn wirklich antun soll. Irgendwie befindet man sich am Anfang in etwas unverständlichem, mit noch nicht nachvollziehbaren Figuren. Erfreulicherweise blieb ich aber dran und sobald sich die Geschichte den Erdlingen zuwendet, schafft man es auch, den Faden aufzunehmen und die anfänglichen Verwirrungen lösen sich auf. Im Nachhinein bin ich mir aber immer noch nicht ganz sicher, ob der Einstieg glücklich gewählt war, da er sicher etwas abschreckend wirkt – andererseits wirkt es dann im Laufe des Buches stimmiger und jeglicher Nebel im eigenen Verstand löst sich in Wohlgefallen auf.
Biom Alpha ist irgendwie anders als übliche SF-Romane. Sicher, der grundsätzliche Plot ist relativ typisch aufgebaut. Der Ideenreichtum und die in meinen Augen komplett neu entwickelten Spezies auf rein biologisch aufgebauter Basis ist sehr interessant und lässt einen lediglich staunen.
Die Story macht wirklich Spaß beim Lesen durch die Zusammenfügung dreier Bände hat man nach jeweils einem Drittel einen Cliffhanger für die nächste Episode – leider auch am Ende, da mir die Folgebände noch nicht vorliegen, ich aber gerne wissen möchte, wie es denn nun weitergeht.
Alles in allem ein sehr erfrischender und außerordentlich interessanter SF-Roman der mich rundum sehr gut unterhalten konnte.
Jürgen Seibold/15.09.2016
Biom Alpha: Die Ankunft – KAUFEN BEI AMAZON

Kiki Blu (Daniela Rohr): runDREIse (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 3)

blu_rundreise© 2016 Daniele Rohr
www.danielarohr.de

COVER:

Ein Tagebucheintrag mit einer düsteren Voraussage, ein bedrohliches Weltraumphänomen, das die Titanicus aus ihrer Flugroute zerrt – und dann verebbt auch noch das Wifi-Signal! Aber zum Glück ist noch Kaffee da … zumindest vorerst.

In der dritten Episode der humorvollen Space-Opera schlägt sich Kiki Blu nicht mehr nur mit ihren eigenen Problemen herum. Stattdessen müssen sie und ihr pessimistisches Handgepäck – der Androide Max – gemeinsam mit dem inkompetenten Piloten nach einer Lösung suchen, um ihrer Irrfahrt zu entkommen. Kiki versucht, trotz ihrer prekären Lage, zuversichtlich zu bleiben – wären da nur nicht diese mysteriösen Zeitgeister, die sie ständig beobachten.

REZENSION:

Beinahe hätte ich vergessen, dass sich auf meinem Lesegerät noch der dritte Teil der sagenhaften Reise Kiki Blus befindet. Beim Durchblättern gerade noch gesehen und sogleich als Häppchen zwischendurch geöffnet. Wer Kiki Blu noch nicht kennt: Die nette Dame hatte im ersten Teil einen interessanten One-Night-Stand mit einem Alien, dieser wiederum ließ ihren geliebten Vibrator mitgehen und verschwand sang- und klanglos in den Weiten des Universums.
Kiki Blu, ob dieser Frechheit angefixt, machte sich sofort auf den Weg, ließ alles hinter sich und versucht nun ihren kurzzeitigen Lover wieder zu finden. Ob es sich dabei um einen Selbstfindungstrip, eine Jagd nach ihrem – wohl überall erhältlichen – Vibrator oder gar um Liebe handelt? Wer weiß? Kiki scheint sich da selbst nicht wirklich sicher zu sein.
Nun also der dritte Teil und wir begleiten Kiki und ihr Handgepäck – den Androiden Max – weiterhin auf ihrer kuriosen Reise durch den Weltraum.
Dabei bleibt auch in Folge 3 kein Auge trocken und man lässt sich höchstens durch immer wiederkehrende Lust nach einer Tasse frisch aufgebrühten Kaffees vom Weiterlesen abhalten.
Kiki rast in diesem Teil gleich durch mehrere Universen und trifft dabei auf skurrile Gestalten und Wesen – sieht sich sogar mit sich selbst konfrontiert.
Kiki Blus Geschichte ist wahrlich ein sehr interessantes Highlight für einen durchweg unterhaltsamen Lesezeitraum von knappen zwei Stündchen. Vollgestopft mit Kuriositäten und Ideen, die jedoch gleichzeitig rundum durchdacht und in sich stimmig zu sein scheinen.
Erneut hat sie es geschafft, mich dem Alltag entfliehen zu lassen und mit hochgezogenen Mundwinkeln von Wort zu Wort zu fliegen.
Wer Kiki Blu und ihre Erlebnisse noch nicht kennt und kein Problem mit skurrilen Geschehnissen a‘la Douglas Adams hat, der kann sich diese Reihe ruhig einmal gönnen. Sie scheint wirklich von Folge zu Folge interessanter, skurriler und besser zu werden. Ich werde jedenfalls kaffeetrinkend auf die nächste Folge warten und hoffen, dass diese in nicht allzu ferner Zukunft das Licht der Welt erblicken wird.
Jürgen Seibold/30.08.16
Rundreise (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 3) – KAUFEN BEI AMAZON

Connie Willis: Die Jahre des schwarzen Todes

willis_schwarzenTodesOriginaltitel: Doomsday Book
Übersetzung von Walter Brumm
Überarbeitete Neuausgabe 12/2011
© 1992 by Connie Willis
© 2011 der überarbeiteten Neuausgabe by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München
eISBN 9783641074890
ca. 784 Seiten

COVER:

Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 – dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …

REZENSION:

Wir befinden uns im Jahre 2054 und es besteht die Möglichkeit der Zeitreisen. Verwendet werden diese jedoch ausschließlich zur historischen Forschung. Mit Hilfe dieser Möglichkeit werden Historiker in unterschiedliche Zeiten geschickt, um direkt vor Ort ihre Feldforschung vornehmen zu können.
Das Mittelalter ist dabei jedoch noch nicht berücksichtigt worden, da diese Epoche für den Zeitreisenden als zu gefährlich eingestuft worden ist. Doch auch in dieser Universität gibt es diverse Machtkämpfe und so nutzt der stellvertretende Dekan Mr. Gilchrist die Abwesenheit seines Vorgesetzten, um seine Studentin Kivrin eben doch in die dunkle Zeit des Jahres 1320 zu senden. Dem gegenüber steht ihr Mentor, Mr. Dunworthy, der die schützende Hand auf Kevrin legt und sich dagegen ausspricht.
Die Reise findet natürlich trotz aller Vorbehalte statt und dabei geschieht ein fataler Fehler: Kivrin landet nicht im geplanten 1320 sondern im Jahre 1348. Grundsätzlich wäre das wohl kein großer Lapsus, wäre das nicht exakt die Zeit, in der sich die Pest ausbreitet und dabei die halbe Bevölkerung Europas zu Tode kommen lässt.
Nebenbei erwähnt ist Kivrin von einem Virus befallen worden und landet bewusstlos in besagtem Jahr des Mittelalters. Sie wird dabei von jemandem gefunden und zu einem Landsitz verbracht.
Man kümmert sich dort sehr gut um sie, jedoch weiß sie durch ihre Bewusstlosigkeit ihren Ankunftsort nicht mehr – benötigt diesen aber zu einer bestimmten Zeit, um wieder vom „Netz“ zurückgeholt werden können.
Kivrin versucht sich nun erst einmal zurecht zu finden und geht dabei noch lange davon aus, im ursprünglich geplanten Jahr zu sein.
Während sie sich im Mittelalter befindet plagt sich ihr Mentor mit ganz anderen Problemen: Er möchte Kivrin so schnell wie möglich zurückholen, wird dabei aber nicht nur von Mr. Gilchrist angehalten sondern auch noch von einem plötzlich aufgetretenen Virus, der zur Folge hatte, dass die gesamte Stadt unter Quarantäne gestellt worden ist…
Connie Willis Roman ist durch diese beiden zeitlichen Ebenen etwas zwiespältig in meiner Betrachtungsweise. Sämtliche Begebenheiten im Mittelalter fesselten mich ungemein und ich war jedesmal froh, wenn in ihrem Werk ein Kapitel in der Zukunft von einem in der Vergangenheit abgelöst worden ist. Die Geschehnisse bei Kivrin waren sehr detailliert beschrieben und scheinen bis auf wenige Ausnahmen auch durchweg historisch korrekt dargestellt zu sein. Man liest hier von einem ehrlichen und dreckigen Mittelalter ohne jegliche Beschönigung oder Romantik. Das Jahr 1348 ist dreckig und düster. Gleichzeitig vollgestopft mit Vorurteilen, Meinungen bis hin zum religiösen Wahn. Connie Willis kommt dabei gänzlich ohne die typischen mittelalterlichen Themen wie zum Beispiel Ritter, Turniere, Burgen etc. aus – nein, wir befinden uns immer in dem kleinen Dorf und lernen die dort befindlichen Personen im Detail kennen.
Dieser Bereich ist absolut fesselnd und berührend. Jedes einzelne Wort kann man fast als so geschehen hinnehmen und es hat mir wirklich jeder einzelne Part darin gefallen.
Im Umkehrschluss jedoch der andere, sich mit den Mittelalter-Kapiteln abwechselnde Part: die Geschehnisse in der Zukunft: Rasant und leicht zu lesen, jedoch wirkt das alles sehr stark konstruiert. Los geht es dabei mit dem plötzlichen Virus, bei dem ich noch ein Auge zudrücken konnte – aber, dass Mr. Dunworthy gefühlte tausendmal durch ein Besetztzeichen am Telefon ausgebremst worden ist, strengte dann doch sehr an. Die „Hatz“ Dunworthys ließ sich zwar leicht und sehr eingängig lesen, die Kraft des Buches liegt jedoch im Mittelalter. Nichts desto trotz ist die Genreverknüpfung im Großen und Ganzen sehr gut gelungen. Fans des SF-Genres werden zwar wenig technisch Originelles finden, da das Jahr 2054 – bis auf die Möglichkeit der Zeitreisen – sehr stark unserem ähnelt. Durch Verwendung von Smartphones wirkt unser aktuelles Jahr sogar moderner. Technische Details des Genres hat sich die Autorin sogleich komplett gespart, was ich positiv fand, manchen Fan des Genres aber wohl nicht ausreichend sein dürfte. Fans des Historik-Genres können mit diesem Buch ganz sachte an das SF-Genre zugeführt werden. Selbst wenn ihnen dieser Teil nicht gefallen sollte: Die Erlebnisse Kivrins werden das wieder wettmachen.
Alles in allem ein schöner Brückenschlag zwischen zwei sehr weit auseinander stehenden Genreabgrenzungen, mit einem sehr detailliertem, pestgeladenen Mittelalter und einem etwas arg konstruiertem Ursprung in der Zukunft. „Die Jahre des schwarzen Todes“ hat aber in seiner Gänze trotzdem außerordentlich gut funktioniert, mich unterhalten und dabei mit wenigen Abstrichen durchweg überzeugt.
Jürgen Seibold/30.08.2016
Die Jahre des schwarzen Todes – KAUFEN BEI AMAZON

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Clarke_GenerationOriginaltitel: Childhood’s End
Übersetzung von Else von Hollander-Lossow
Neu durchgesehen und vollständig überarbeitet von Bernhard Kempen
© 1953, 1990 by Arthur C. Clarke
© 2002 des Vorworts by Peter F. Hamilton
© 2003 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
eISBN 978-3-641-10041-4

COVER:

Gigantische Raumschiffe erscheinen über den Städten der Erde. Die Außerirdischen, die “Overlords”, sind den Menschen technisch und moralisch weit überlegen, stehen jedoch ihrerseits im Dienst einer übergeordneten Macht. Sie haben den Auftrag, die Menschheit auf eine höhere Entwicklungsstufe zu führen. Als Erstes verbieten sie gewalttätige Auseinandersetzungen und erzwingen die Bildung einer Weltregierung. Die Overlords halten die Fäden in der Hand – doch sie weigern sich beharrlich, sich den Menschen zu zeigen. Viele Jahre später ist auf der Erde ein neues, utopisches Zeitalter angebrochen. Und es kommt der Tag, an dem sich die Overlords zu erkennen geben …

REZENSION:

Arthur C. Clarkes “Die letzte Generation” mauserte sich problemlos zu einem Klassiker der Science Fiction Literatur und es gibt so gut wie keine SF-Liste, die nicht auch diesen Titel mit aufführen würde.
Man erkennt auch in einer Vielzahl danach entstandener Werke und Filmen als auch Serien, dass eine nicht unerhebliche Zahl an kreativen Köpfen sich von diesem Werk beeinflussen ließen.
Arthur C. Clarkes Geschichte ist aus dem Jahre 1953 – zeigt aber sehr deutlich einen sehr philosophischen Wunsch des Autors nach einer besseren und friedvollen Weiterentwicklung der Menschheit. Über 60 Jahre später scheinen wir noch immer keinen Schritt näher gekommen zu sein. Im Gegenteil: Auf der einen Seite huldigen wir Menschen diversen technischen Errungenschaften und vergessen dabei den Blick auf das Wesentliche und auf der anderen Seite scheinen gewalttätige und herrschsüchtige Vorgänge keinen Millimeter näher an ein ruhiges und friedvolles Miteinander gerückt zu sein.
Man könnte in Clarkes Werk die Aliens auch als eine Gottheit betrachten, die uns den richtigen Weg weisen und dabei sehr sachte vorgehen. Stellt sich natürlich die Frage, warum wir Menschen nach einer höheren Macht streben, die uns den richtigen Weg weisen soll: Ist dieser doch vom Prinzip her absolut offensichtlich und könnte mit etwas weniger Machthaberei auch nach und nach erreicht werden.
“Die letzte Generation” lässt einen sehr viel über aktuelle Begebenheiten philosophieren und allein dadurch erkennt man bereits den Wert dieser Geschichte – hat sie doch immer noch kein Jota an Glaubwürdigkeit bzw. visionärer Überzeugungskraft verloren.
Eine Geschichte, deren Sog man sich schlichtweg nicht entziehen kann und die allein durch ihre erzählerische Stärke den Leser überzeugt. Sicher, es befinden sich Raumschiffe über den Städten und man denkt sogleich an Schlachten und Explosionen a’la “Independence Day” – “Die letzte Generation” stand dafür zwar sicherlich Pate, jedoch befinden wir uns in einer ruhigen aber tiefgehenden Erzählung.
Alles in allem ein echter Klassiker der SF-Literatur mit sehr vielen philosophischen Anregungen, die einen noch länger darüber Nachdenken lassen.
Jürgen Seibold/17.07.2016
Die letzte Generation: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Simmons_HyperionOriginaltitel:
Hyperion
The Fall Of Hyperion
Deutsche Übersetzung von Joachim Körber
© 1989, 1990 by Dan Simmons
© 2013 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
eISBN 978-3-641-10054-4
ca. 1.407 Seiten

COVER:

Auf den Spuren der Zeit

In den Weiten des Alls hat sich die Menschheit über unzählige Sonnensysteme ausgebreitet. Während technischer Fortschritt und Dekadenz Unmögliches wahr machen, suchen sechs Menschen Antwort auf die größte aller Fragen: Was ist das Leben, was ist der Tod?
Dazu begeben sie sich auf eine Pilgerfahrt nach Hyperion, wo das Shrike herrscht, ein rätselhaftes, halb organisches, halb mechanisches Wesen, der Inbegriff von Schmerz und Qual. Es bewacht die Zeitgräber, und genau dort erfüllt sich das Schicksal der Pilger – und der Menschheit in der Zukunft.

REZENSION:

Nach vielen Romanen der unterschiedlichsten Genre juckte mich es mal wieder, ein Buch zu finden, in dem man als Leser so richtig abtauchen kann. In diesem Fall konnte ich aber nicht erneut zu einem meiner Lieblingsbücher aus dem Horrorgenre greifen, da die persönliche Lust lautstark nach einem Roman aus der Welt der Science Fiction rief.
Selbst nicht sehr sattelfest in diesem Genre studierte ich diverseste Listen auf der Jagd nach einem umfangreichen und dabei auch noch möglichst herausragendem Werk.
Immer wieder stieß ich unter anderem dabei auf Frank Herberts DUNE und Dan Simmons Hyperion-Gesänge. Nun, von DUNE ließ ich mich bereits vor vielen Jahren ausreichend fesseln – somit griff ich in diesem Fall zum 1.400 Seiten-Werk Dan Simmons und versuchte mich einfach davon überraschen zu lassen.
Rein theoretisch kann man nicht wirklich von einem 1.400-seitigen Werk sprechen, da es sich bei den Hyperion-Gesängen um zwei Bücher handelt, die mit einem Abstand von lediglich einem Jahr vom Autoren veröffentlicht worden sind. Beide Werke geben sich aber nahezu nahtlos die Hand und somit lassen sie sich problemlos als ein einziges Werk lesen. Wären diese beiden nicht in diesem Doppelband, so würde einem sowieso nichts anderes übrig bleiben, als den Blick nach dem Sturz Hyperions zu widmen.
Hyperion, ein Planet am Rande eines Universums, welches von uns Menschen auf unterschiedlichsten Planeten besiedelt worden ist. Hyperion, gleichzeitig der Hort eines sagenumwobenen Wesens, welches Dreh- und Angelpunkt  einer Religion darstellt. Hyperion, der Sitz der Zeitgräber, die sich in der Zeit rückwärts bewegen und somit eines Tages von selbst öffnen werden.
Nun begleiten wir als Leser eine Gruppe unterschiedlichster Menschen, die gemeinsam aber doch aus eigenem Antrieb eine Pilgerreise auf Hyperion antreten, um zu den besagten Zeitgräbern zu kommen und daraus ihr persönliches Lebensheil zu finden oder nach persönlichen Antworten zu suchen.
Diese Pilger wiederum erzählen in der ersten Hälfte des Doppelbandes ihre jeweilige Motivation und Lebensgeschichte, mit dem Ziel, dem jeweils anderen zu erklären, warum man sich die Strapazen dieser Pilgerreise annimmt.
Die dabei erzählten Geschichten kann man als Kurzgeschichten im Roman betrachten. Jede einzelne sehr umfangreich und detailliert dargelegt. Dabei offenbart sich zu jedem Pilger der persönliche Hintergrund und wir rücken sehr nahe an die jeweilige Person heran. Mehr noch: Man lernt ihn (oder sie) auf einer sehr interessanten und persönlichen Ebene kennen.
Sämtliche dieser Geschichten konnten mich durchweg überzeugen und ich war gebannt von der erzählerischen Dichte Dan Simmons. Bereits alleine für die erste Hälfte lohnt sich der Genuß auf Hyperion.
Die zweite Hälfte (Der Sturz Hyperions) entspricht dann eher einem “normalen” Roman und lässt uns noch tiefer in die politischen Probleme dieses Zeitalters eintauchen. Die Menschheit steht vor einem Krieg gegen einen übermächtigen Gegner, die Pilgerer sind immer noch auf dem Weg und die Präsidentin dieser Weltenvereinigung befindet sich kurz vor ihrer Entmachtung.
Ein wenig hat man hier noch das Gefühl, etwas zu vermissen – war man doch vorher noch geplättet ob der psychologischen Betrachtung der pilgernden Gruppe und nun befindet man sich in einem fast als üblich zu bezeichnenden SF-Roman.
Lässt man sich dabei jedoch ein, merkt man sehr deutlich, dass alle jeweiligen Gegebenheiten zusammenhängen und in irgendeiner Art und Weise interagieren.
Dan Simmons schafft es dabei sogar noch, weit über 1.000 Seiten zu erzählen und trotzdem zum Ende hin für einen Auflösungseffekt zu sorgen, mit dem man schlichtweg nicht wirklich gerechnet hat.
Die Hyperion-Gesänge sind somit durchweg geeignet, seinen Leser einfach mal wieder gedanklich abtauchen zu lassen. Oft sehr philosophisch angehaucht, was zum Nachdenken anregt, und dennoch darüber hinaus ein Science Fiction Werk, dessen Vielzahl an verschiedenen Ebenen einem gar nichts anderes mehr übrig lässt, als von Seite zu Seite zu hasten. Eines dieser Werke, bei denen man das Ende erfahren möchte und dennoch traurig ist, dass es dann eben zu Ende ist.
Nun gut, als Nachfolgemöglichkeit gibt es ja noch Dan Simmons Endymion.
Jürgen Seibold/19.06.2016
Die Hyperion-Gesänge: Zwei Romane in einem Band – KINDLE-Edition KAUFEN BEI AMAZON

John Sandford, Ctein: Das Objekt

sandford_objektOriginaltitel: Saturn Run
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Ingrid Hermann-Nytko
© 2015 John Sandford, Ctein
Deutschsprachige Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-97400-4
ca. 576 Seiten

COVER:

Das größte Science-Fiction-Epos seit dem internationalen Bestseller »Der Marsianer«: Es ist das Signal, auf das die Welt seit Beginn der Weltraumforschung wartet – in der Nähe des Saturns ist ein künstliches, unbekanntes Objekt gesichtet worden. Ein amerikanisches Team bricht sofort zu dem fernen Planeten auf. Doch alles auf der Reise geht schief, und noch bevor sie den Saturn erreichen, erkennen die Astronauten, dass es nahezu unmöglich sein wird, zur Erde zurückzukehren. Und auch auf zwei weitere Dinge sind sie nicht vorbereitet: auf das, was sie in dem geheimnisvollen, kilometergroßen Objekt finden. Und auf ein skrupelloses, konkurrierendes Team, das ebenfalls als erstes am Ziel sein will. Bald geht es nicht mehr nur darum, die größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte zu bewahren. Sondern ums blanke Überleben … »Das Objekt« ist ein unnachahmlich spannender und cooler Trip in die Tiefen des Universums.

REZENSION:

In “Das Objekt” entdeckt eine Forschungsstation ein unbekanntes Objekt in der Nähe des Saturn. Unverzüglich beginnt ein Wettkampf zweier Großmächte: Auf der einen Seite die Chinesen, die ihre geplante Marsmission aufgeben, ihr Schiff für den Weg zum Saturn vorbereiten und auf der anderen Seite die Vereinigten Staaten, die ihr Schiff nahezu komplett neu bauen, später als die Chinesen damit fertig sind, dafür einen neuen, effektiveren Antrieb verwenden.
Die Geschichte befindet sich nur etwa 50 Jahre in der Zukunft, wodurch Sandford sich keine großen Gedanken über eventuelle Technologien machen muss. Er ist natürlich bezüglich des Antriebs ein wenig kreativ, aber das sei ihm im Rahmen seiner Geschichte zugestanden.
Erfreulicherweise geht Sandford nicht in die Tiefen irgendwelcher technologischen Erklärungen. Er ist zwar beim Bau des amerikanischen Schiffes ein klein wenig detailverliebt, dies hält sich aber noch in einem geeigneten Rahmen, um nicht ab zu schrecken.
Die Geschichte selbst könnte ein wenig mehr Spannung vertragen, lässt sich aber sehr schön und eingängig lesen. Wie so oft bei amerikanischen Autoren, befindet sich einiges an Pathos darin und somit ist recht schnell klar, dass die Amerikaner über allem stehen.
Den Marketing-Vergleich mit “Der Marsianer” kann man gleich vergessen – hier gibt es absolut keinerlei Gemeinsamkeiten und an den Marsianer kommt “Das Objekt” auch nicht ran.
Davon abgesehen macht “Das Objekt” aber unwahrscheinlich viel Spaß und sorgt für sehr unterhaltsame Stunden. Gleichzeitig könnte man das Buch in seinem Aufbau sogleich als Filmskript verwenden und einen schöne SF-Film daraus erstellen. Die Geschichte würde es jedenfalls hergeben.
Mir persönlich hat dieser Science-Fiction-Roman trotz seiner US-Huldigung sehr gut gefallen – ähnlich wie manche Blockbuster im Kino, bei denen man auch ein Auge ob der pro-amerikanischen Haltung zudrücken muss. Ich denke, so sind sie halt einfach und darüber kann man auch getrost hinwegsehen.
Jürgen Seibold/31.03.2016
Das Objekt: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Frank Lauenroth: Black Ice

lauenroth_BlackIce© 2014 Begedia Verlag
© 2014 Frank Lauenroth
ISBN 978-3-95777-012-7
ca. 254 Seiten

COVER:

Seit Jahren ist Frankie mit seinem Raumfrachter Corona allein im Overstream unterwegs. Er arbeitet hart und achtet die allzu wandelbaren Gesetze der Planeten in den äußeren Systemen.

Als sich beim Anflug auf Clarion Prime jemand auf sein Raumschiff portiert, ahnt Frankie noch nicht, dass sich durch diesen Fremden sein gesamtes Leben ändern wird.

Vielleicht hätte er die Ladung BLACK ICE – eine perfekte, wunderbar nebenwirkungsfreie Droge – nicht stehlen sollen. Auf der Flucht vor Duistermach, dem weithin gefürchteten, psychopathischen Vollstrecker der mächtigen Handelsgesellschaft, gewährt er nach und nach mehreren Verfolgten auf seiner Corona Zuflucht.

Als sich Duistermach auch noch Kopfgeldjäger anschließen, versucht Frankie mit seiner stetig wachsenden Crew das Geheimnis des Black Ice zu lüften und so – vielleicht – ihr aller Leben zu retten.

REZENSION:

Frank Lauenroth war mir bisher lediglich durch seine beiden Thriller aus der Welt des Marathons ein Begriff. Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass er sich auch im Genre der Science Fiction zu bewegen versucht. Eine seiner früheren Geschichten erhielt dabei eine Nominierung für den Deutschen Science-Fiction-Preis als auch dem Deutschen Phantastik Preis.
Mit Black Ice legt er nun einen Roman vor, der mit Sicherheit das Genre nicht neu erfindet, da einiges darin sehr stark an bekannte Vorbilder erinnert: Frankie selbst mit seinem Frachter Corona wirkt ein wenig wie Han Solo. Die aus unterschiedlichen Rassen bestehenden und zusammengewürfelten Protagonisten erinnern stark an die Guardians Of The Galaxy. Nichts desto trotz sind das lediglich die Bilder, die man als Leser aufbaut. Frankie ist der typische Weltraumbummler, der in seinem Frachter unterwegs versucht, sich ein wenig Geld zu verdienen – ist er doch eher der chronisch klamme Typ. Absolut linientreu ist er nach Möglichkeit gegenüber den unterschiedlichen Gesetzen, da er prinzipiell lieber die Gefahr vermeidet. Wie es aber der Teufel so will, transportiert sich eines Tages jemand auf sein Schiff und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Durch gewisse Umstände landet auch noch eine Unmenge des BLACK ICE in seinem Frachter und schon sieht er sich auf der Flucht vor Duistermach.
Wie gesagt, erfindet Lauenroth das Rad nicht neu – aber das muss ja auch nicht immer sein. Black Ice ist eine rasante Geschichte, die durchweg unterhaltsam und ironisch den Leser begeistern kann.
Spätestens, wenn man die gesamte neue Crew mit ihren Namen vor Augen hat, merkt man, dass der Autor selbst die Freude der Erzählung im Vordergrund hatte und nicht eine neue Space Opera begründen wollte. Wer tiefgründige und techniklastige SF sucht, ist hier definitiv beim falschen Buch – wer aber einfach eine schöne, rasante und ausreichend spannende Unterhaltungsgeschichte in den Weiten des Weltraums haben möchte, dem sei Black Ice sehr empfohlen.
Mir hat es absolut Freude gemacht und somit konnte ich das Buch wahrlich nur verschlingen – und wie gesagt: Als das Team gemeinsam auf der Flucht war, bleibt einem der etwas älteren Generation (und Leser, die auch ältere Bands kennen) nichts weiter übrig als ob dieser Hommage zu schmunzeln, heißen die vier doch in der richtigen Reihenfolge: Frankie Goesto Holly und Wood.
Im Nachwort erklärt der Autor diesen Umstand auch noch ein wenig und meine Gedanken drifteten dabei zu meiner Plattensammlung, da ich schwören konnte, LIVERPOOL von FGTH mein Eigen zu nennen. Tja, das Buch beendet, ab in den Hobbyraum und ja, ich hatte recht: Da stand sie und schon musste ich als nachträglichen Soundtrack die Nadel auf die schwarze Scheibe legen.
Alles in allem hat mir Black Ice außerordentlich gut gefallen – manchesmal ein klein wenig konstruiert, aber dabei keinesfalls störend. Sehr gute Unterhaltung mit sehr unterschiedlichen und dabei aberwitzigen Protagonisten.
Jürgen Seibold/11.03.2016
Black Ice KAUFEN BEI AMAZON

Kiki Blu (Daniela Rohr): SchwanZWEIn (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 2)

Rohr_Schwanzwein© 2016 Daniela Rohr
www.danielarohr.de

COVER:

Gerade erst den Überfall durch extraterrestrische Kaffeeräuber überlebt – und plötzlich steigt Rauch aus dem Cockpit auf. Im Bestreben möglichst schnell und in jedem Fall lebendig den Raumhafen Wölkchen zu erreichen, will Kiki sich endlich mal als nützlich erweisen. Doch genügt ihr technisches Know-how für die Reparatur der Titanicus?
Gar nicht so einfach herauszufinden, wenn das einzige Crewmitglied sich als bockiger Teenager mit fataler Selbstüberschätzung entpuppt. Und dabei ist das nur das erste Hindernis auf Kikis dringlicher Mission, ihren Kaffeevorrat wieder aufzufüllen.

Kiki Blu erzählt eine humorvolle und rasante Space-Opera, in der sie mit ihrem pessimistischen Handgepäck und einem telePhone voller (un)praktischer Apps durch die halbe Galaxis stolpert. Ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip, bei dem die Protagonistin eindeutig ihre Prioritäten überdenken sollte.

REZENSION:

Bereits der erste Wurf aus dem Leben Kiki Blus konnte mich durch den darin enthaltenen Wortwitz außerordentlich gut unterhalten. So war es natürlich absolut unmöglich, nicht auch noch den zweiten Band dieser auf 11 Bände geplanten Reihe zu lesen.
Kiki befindet sich ja immer noch auf der Jagd nach ihrem One-Night-Stand aus der ersten Episode. Besser gesagt, sie befindet sich auf der Jagd nach ihrem Vibrator, der eben von ihrem One-Night-Stand einfach mal so mitgenommen worden ist.
Schwanzwein geht auch sogleich nahtlos weiter und wir befinden uns noch immer in dem von Raumpiraten gerade überfallenen Raumschiff. Die kaffeeklauenden Piraten sind Geschichte, dafür lebt der Kapitän nicht mehr und es steigt Rauch im Cockpit auf.
Kiki nimmt sich der Herausforderung natürlich mit ihrer unnachahmlichen und nicht immer durchweg geplanten Art an – schafft es dabei aber immer wieder, zu irgendeiner kreativen Lösung zu kommen.
Nach beendigter Reparatur geht es weiter zur ersten Station, dem Raumhafen Wölkchen. Hier nutz Kiki den kurzen Aufenthalt, um sich auf die Suche nach ihrem Suchtmittel zu machen: Dem Kaffee. Dumm nur, dass auf diesem Raumhafen Kaffee absolut verboten zu sein scheint. Dies schreckt Kiki natürlich nicht ab und das Unheil nimmt seinen Lauf…
Nahezu bei jedem Wort fragt man sich, welche Drogen denn dieser Autor zu sich nimmt – gleichzeitig kann man sich dem nicht entziehen, und man fragt sich, ob man aus Versehen die gleichen Drogen zu sich nimmt. Die Space-Opera über Kiki Blu ist wirklich ein alleinstehendes Werk ohne jegliche Vergleichsmöglichkeiten. Man findet hier die absurdesten Lebewesen, die krudesten Ideen und dadurch vollkommen verrückte Twists. Kiki stolpert ohne Rücksicht auf Verluste durch diese Welt und sorgt bei aufgeschlossenen Lesern für manches Schmunzeln mit gleichzeitig angesetztem Kopfschütteln.
Realisten sollten definitiv die Finger von dieser Reihe lassen, da sie sonst mit Geschehnissen konfrontiert werden, die lediglich zur persönlichen Einweisung führen können. Alle aufgeschlossenen Leser finden aber eine absolut humorvolle und nicht ernst zu nehmende Geschichte, die für ein Stündchen die Realität Realität sein lässt und einfach für spaßige Unterhaltung sorgt.
SchwanZWEIn ist in seiner Erzählung auch rundum gelungener als der erste Band – mag sein, dass dies am Leser zu liegen scheint, da man nun ja die Welt Kikis kennt und schneller darin abtauchen kann. Vielleicht liegt es aber auch an der Autorin, deren Geschichte nun mehr und mehr an Gestalt annimmt und sich dadurch flüssiger vor des Lesers Augen ausbreitet.
Nun, mir hat es sichtlich gut gefallen und ich denke, ich werde Kiki auch in den Folgebänden treu bleiben. Sehr gelungene, witzige und nicht wirklich ernst zu nehmende Alternative zur “normalen” Literatur.
Jürgen Seibold/07.03.2016
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Peter F. Hamilton: Die unbekannte Macht – der Armageddon-Zyklus, Band 1

Hamilton_Armageddon1Originaltitel: The Reality Dysfunction, Part 1
© 1996 by Peter F. Hamilton
© für die deutschsprachige Ausgabe 2000 by Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
ISBN 978-3-404-23221-5
ca. 943 Seiten

COVER:

AD 2600. Die Menschheit entdeckt endlich ihr ganzes Potential. Hunderte von Kolonien, verstreut über die ganze Galaxis, bieten eine Unzahl unterschiedlichster Kulturen und unermesslichen Reichtum. Gentechnik hat die Grenzen der Natur gesprengt. Der Handel blüht, und die Konföderation sorgt für Frieden und Sicherheit. Ein goldenes Zeitalter scheint angebrochen.Doch etwas ist schiefgelaufen. Extrem schief! Auf einem kleinen primitiven Planeten trifft ein Mensch rein zufällg auf ein vollkommen nichtmenschliches Wesen – und löst die Apokalypse aus: eine Macht, die all unsere Ängste wahr werden läßt.

REZENSION:

Vorweg gesagt: Ich versuchte mich an diesem Werk ohne Verwendung der gedruckten Variante, sondern lauschte einem Erzähler.
Ab und an suche ich etwas längere Hörbücher. Nachdem dieser umfassende Zyklus sehr interessant geklungen hatte, nahm ich es gerne mit ihm auf.
Mir ist wohl bewusst, dass Geschichten mit einem Rahmen von etwa 6.000 Seiten ein gutes Stück benötigen, um richtig in Fahrt zu kommen. Nichts desto trotz konnte mich der Autor nach einem etwa fünf- bis sechsstündigen Hören immer noch nicht überzeugen. Vielzu sehr verliert sich Hamilton in Details, die bestimmt eine gewisse Notwendigkeit oder Wichtigkeit darstellen sollen – ein reines Aufführen dieser Details ohne der Geschichte einen gewissen Drive zu geben, ist dann doch zu viel des Guten. Geschichten müssen den Leser packen, an der Hand nehmen und durch die dargestellten Begebenheiten oder Welten führen.
Viele Autoren vergessen dabei nicht, ihre Hintergründe, Philosophien und Welten vor des Lesers Augen entfalten zu lassen – sie bauen dies jedoch geschickt in die Handlung ein. Leider fehlte mir dies beim Hören der ersten 5 bis 6 Stunden.
Hamilton scheint erst ganz gemütlich, langatmig und trocken seine notwendigen Evolutionsgedanken aufführen zu wollen. Mir fehlte dabei jedoch der Faden, welcher sich dezent aufnehmen lässt und den Leser durch die Story zu führen beginnt. Nachdem in meinen Augen Romane der Unterhaltung dienen sollen (dabei gerne lehrreich sein können), war es mir dann doch zu langatmig und ich entschloss mich aus diesem Grund zu einem Abbruch des Hörbuches.
Schade, ich könnte mir gut vorstellen, dass sich noch einiges Interessantes entwickeln würde – man sollte aber als Schriftsteller mitnichten gleich mit langwierigen Aufarbeitungen beginnen. Geschickter wäre es gewesen, wenn man zuerst etwas in die Geschichte eintauchen kann. Dann besteht die Chance, dass man dieser Abhandlung später gerne zuhören möchte. Nicht jedoch, wenn man noch absolut gar nichts innerhalb der Geschichte greifen kann.
Um einen Vergleich zu ziehen, fällt mir in diesem Genre zum Beispiel Herberts Wüstenplanet ein. Hierin werden unter anderem Religionen entwickelt, dabei groß und breit mit philosophischen Gedanken des Autors belegt als auch dargelegt. Nichts desto trotz startete zu Beginn erst einmal die Story an sich und schon konnte man als Leser die dann kommende und geschickt eingebaute Philosophie erheblich besser verstehen, da man sich ja gedanklich selbst auf dem Wüstenplaneten befindet und bereits dem »Spice« frönt. Hamilton hat dies leider verpasst und somit werde ich wohl nie herausfinden, ob sich der Rest irgendwann gelohnt hätte.
Jürgen Seibold/05.01.2016
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HYS056 – veganischer Wintermarkt mit MHD

die neue Podcast-Folge:

Phillip P. Peterson: Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit

paradox© 2015 Phillip P. Peterson
CreateSpace Independent Publishing Platform (3. August 2015)
ca. 450 Seiten

COVER:

Astronaut Ed Walker wird zum Helden, als er seine Crew mit einem spektakulären Außenbordeinsatz aus den Trümmern der Internationalen Raumstation ISS rettet. Nun wird ihm die Leitung der ersten Expedition der Menschheit an den Rand des Sonnensystems anvertraut, an der auch der junge Wissenschaftler David Holmes teilnimmt, der das rätselhafte Verschwinden einiger Raumsonden jenseits der Plutobahn untersucht. In der Leere des interstellaren Raumes werden die Astronauten mit einem unglaublichen Geheimnis konfrontiert, das ihr Bild vom Universum auf den Kopf stellt. Und erneut muss Ed um das Leben seiner Besatzung kämpfen.

REZENSION:

Als ich vor nicht allzu langer Zeit den ScienceFiction-Roman des deutsche Autoren Phillip P. Peterson gelesen hatte, war ich sichtlich überrascht, welche Qualität sich dahinter verbarg. Transport ist ein durch und durch spannendes Werk, welches sich scheinbar einige Anleihen aus alten Klassikern wie zum Beispiel “Die Fliege” und ganz besonders aus “Stargate” holte. Dies soll jedoch kein Vorwurf sein, denn Transport ist sehr spannend geschrieben und ein durch und durch gelungener Unterhaltungsroman.
Nun also PARADOX und noch benebelt vom Eindruck des eben genannten Buches blieb mir einfasch nichts anderes übrig, als mich auch diesem Werke zu widmen.
PARADOX ist dabei im Vergleich zu TRANSPORT erheblich ruhiger geschrieben. Gleichzeitig wirkt es aber auch durchdachter und brilliert mit einer sagenhaften Idee, die unglaublich wirkt, dabei aber absolut glaubwürdig dargelegt wird. Es entsteht am Ende ein durchdringender Gedanke, ob daran nicht sogar etwas wahres dran sein könnte. Nun, wer weiß? Vielleicht ist es genau so wie dargestellt.
Ich möchte hier jedoch absolut nicht darauf eingehen, da es jeder Leser einfach selbst erkunden soll. Ist jedenfalls schön, dass Autoren mal wieder mit einer für mich frischen Idee aufwarten können.
Die unterschiedlichen Charaktere sind manchmal ein wenig plakativ dargestellt, werden aber im Großen und Ganzen ausreichend tief und detailliert gezeichnet. Die technischen Komponenten des Romans stören trotz der wohl vorhanden Freude des Autoren dies eingehend zu erklären in keinster Weise. Alls in allem ein wirklich durchweg zu empfehlendes Werk für Freunde guter SF-Romane.
Ich kann es jedenfalls schon fast nicht mehr erwarten, mehr von Peterson lesen zu können. Hier entsteht wohl scheinbar wirklich ein Name, der diesem Genre seinen Stempel aufdrücken könnte.
Sehr gut!
Jürgen Seibold/26.11.2015
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Kiki Blu (Daniela Rohr): Fluggemeinschaft (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 1)

Fluggemeinschaft© 2015 Daniele Rohr
www.danielarohr.de

COVER:

Sensationeller Sex mit einem attraktiven Alien – und dann mopst ihr der Kerl den Vibrator? Kiki, die kaffeesüchtige Kosmetikfachangestellte im technischen Support ist verwirrt. Gehört das zum Paarungsritual? Ist das gar die extraterrestrische Form eines Heiratsantrags? Oder handelt es sich doch nur um einen dreisten Diebstahl?

Kiki Blu erzählt eine humorvolle und rasante Space-Opera, in der sie mit ihrem pessimistischem Handgepäck und einem telePhone voller (un)praktischer Apps durch die halbe Galaxis stolpert. Ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip, bei dem die Protagonistin mal eindeutig ihre Prioritäten überdenken sollte.

REZENSION:

Als ich “Im Turm des Panopticons” von Daniela Rohr gelesen habe, war ich ganz hin und weg von dieser wirklich sagenhaft guten Geschichte. Wie sich im Nachgang nun jedoch herausstellen soll, handelt es sich bei der Autorin um eine wahrhaft durch und durch ideenreiche Person. Wie anders kann es denn sonst sein, dass nun etwas gänzlich gegensätzliches auf den Markt springt und der Irrsinn und die dazugehörigen Ideen beinahe aus dem Reader fallen, wenn man nicht auf sie aufpasst.
Im ersten Band der auf 11 kurze Bände geplanten Fluggemeinschaft treffen wir auf die abgedreht aber trotzdem sympathisch wirkende Kiki. Diese wiederum beobachten wir als Leser beim über mehrere Orgasmen hinweggehenden Sex mit einem attraktiven Alien.
Als sie nach der stellungsaufwendigen, korpulierenden Nacht wieder erwacht, stellt sie nicht nur fest, dass ihr Lover wohl nur ein One-Night-Stand war, sondern auch, dass ihr dieser ihren Vibrator geklaut hat.
Das kann natürlich nicht sein; der muss wieder her – stellt sich auf unserer Seite natürlich die Frage, ob ihre dann beginnende Suche eher dem Vibrator oder dem Liebhaber gilt.
Kikis Mitbewohner begleitet sie auf ihrem Weg in unendliche Welten – zumindest beginnt sie den Versuch, dem Alien nach zu reisen. Auch in der Zukunft lässt sich das ohne ausreichend finanzielle Mittel nur schwer verwirklichen – dementsprechend kreativ muss Kiki handeln.
Ach ja: Ihr Mitbewohner ist auch nicht ganz das, was sie davor dachte…
Der erste Band der Fluggemeinschaft-Reihe ist wahrlich ein Feuerwerk an Ideen und abgedrehten Begebenheiten. Irgendwie machen die aber auch Spaß. Man muss nur den Gurt anlegen, die normale Welt vergessen und sich auf Blödsinn einlassen können. Ab dann kommt man ohne Schmunzeln nicht mehr davon.
Kurzum könnte man diese Geschichte wirklich einfach nur als absoluten Quatsch, Blödsinn, Unsinn und was sonst noch so einfällt, abtun – aber verdammt will ich sein, es hat trotzdem irgendwie verdammt viel Spaß gemacht.
Leser, die nur tiefgründige Literatur betrachten, sollen aber unbedingt davon ihre Finger lassen und weiterhin in ihrer fantasielosen Welt leben.
Jürgen Seibold/12.11.2015
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