Scalzi, John: Kollaps – Das Imperium der Ströme 1

Originaltitel: The Collapsing Empire
©2017 by John Scalzi
Für die deutschsprachige Ausgabe: ©2017 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN: 978-3-10-490541-9
Ca. 416 Seiten

COVER:

Cardenia Wu-Patrick tritt als Imperiatrix das schwere Erbe ihres Vaters an. Gerade erst in die Geheimnisse des Reiches eingeweiht, sieht sie sich vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt.
Der junge Wissenschaftler Marce Claremont begibt sich auf die gefährliche Reise ins Zentrum der Galaxis, um die Imperiatrix zu warnen: Die Ströme stehen vor dem Kollaps, das Sternenreich der Menschen droht zu zerbrechen.
Lady Kiva Lagos landet auf dem abgelegenen Planeten „End“ – mitten in einem Bürgerkrieg. Bald wird der jungen Erbin eines mächtigen Handelshauses klar, dass sich hier die Zukunft der Galaxis entscheidet.

REZENSION:

Wenn bei neu erschienenen Science-Fiction-Romanen der Name John Scalzi vom Cover prangt, ist man als Leser dieser Materie sogleich angetan. John Scalzi steht für mich als Autor von sehr interessanten und nicht zu technisch aufgeladenen SF-Romanen, deren Plot oft versucht, der aktuellen Gegenwart etwas zum Nachdenken mit zu geben, dabei jedoch gleichzeitig auf flotte Art und Weise für spannende Unterhaltung überzeugen möchte.
Auch im vorliegenden Erstling einer neuen Reihe mit dem Oberbegriff „Das Imperium der Ströme“ geht Scalzi diesen Weg:
Einerseits begleiten wir einer begrenzten Zahl an Hauptprotagonisten durch spannend und detailliert gezeichnete Begebenheiten. Andererseits zeigt Scalzi, dass wir Menschen gewisse Möglichkeiten ausschließlich zur Vermehrung von Macht und dem eigenen Vorteil verwenden. In diesem Fall sind es die „Ströme“, mit deren Hilfe es uns Menschen möglich ist, lange Strecken von Planet zu Planet innerhalb kurzer Zeit zu überbrücken. Eine Reise zu einem fremden Planeten dauert somit nicht mehr eine gewisse Anzahl an Jahren, sondern nur noch – je nach Entfernung – eine gewisse Anzahl an Monaten. Hierdurch entstehen natürlich Siedlungen auf fremden Planeten und dementsprechend schnell Handelsbeziehungen zwischen diesen Planeten. Je mehr Anschlüsse ein Planet durch die natürlich vorkommenden Ströme zu anderen Planeten aufweisen kann, desto mächtiger wird dieser.
Nach und nach kristallisiert sich aber heraus, dass sich die Ströme eines Tages auflösen werden. Die Intrigen und Machtspiele steigen in das Unermessliche.
Scalzi lässt uns dabei ungebremst teilhaben und schafft es virtuos, seine durchweg brillant durchdachte Geschichte ohne jegliches Auftreten einer Langatmigkeit zu erzählen.
Jede Figur ist mit allen Ecken und Kanten gezeichnet. Der Sprachgebrauch immer dem jeweiligen Nutzer entsprechend dargelegt: Somit von tiefsinnig bis vulgär alles erdenkliche vorhanden. Erneut somit ein Scalzi, der mich nahezu uneingeschränkt überzeugen konnte. Sicher hat auch diese Story ab und an etwas Potenzial, um zum absoluten Blockbuster zu werden – aber das ist bereits Jammern auf hohem Niveau. Meiner Meinung nach hätte Scalzi auch ganz einfach seine gesamte Geschichte in einem dicken Buch abwickeln können – aber nur, weil eine Reihe immer dafür sorgt, dass man ungeduldig auf den nächsten Band warten muss und nicht einfach ungebremst durchlesen kann.
Nun, hilft nichts – somit bleibt einem nichts anderes übrig, als gierig zu warten. Die Geschichte hat es jedenfalls verdient.
Jürgen Seibold/26.06.2018

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John Scalzi: Krieg der Klone

scalzi_KloneDeutsche Erstausgabe 7/2007
© 2005 by John Scalzi
© 2007 der deutschen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
eISBN 978-3-641-02950-0

COVER:

In ferner Zukunft wird der interstellare Krieg gegen Alien-Invasionen mit scheinbar bizarren Mitteln geführt: Für die Verteidigung der Kolonien weit draußen im All werden nur alte Menschen rekrutiert. So wie John Perry, der mit 75 noch einmal einen neuen Anfang machen will. Doch bald erfährt er das wohlgehütete Geheimnis: Das Bewusstsein der Rekruten wird in jüngere Klone ihrer selbst übertragen, die als unerschöpfliches Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden …

REZENSION:

Die Erde ist schon längst überbevölkert und insbesondere die armen Länder sorgten dafür, dass die Expansion in entfernte Welten unumgänglich ist.
Somit entstanden unzählige Kolonien auf verschiedensten Planeten – gleichzeitig sind diese Planeten aber auch ein interessantes Eroberungsfeld für außerirdische Lebensformen jeglicher Art.
Somit liegt es nahe, dass sich eine Armee bildet, deren Leistungsgrad nur noch entfernt an irdische Militärbasen erinnert: Hier zeigt sich auch ein ganz neuer Ansatz der Rekrutierung neuer Soldaten – man nehme Personen ab 75, die sich noch nicht mit ihrem unausweichlichen Sterben in einige Jahren befassen möchten, sondern noch etwas erleben wollen.
Diese Rentner melden sich somit freiwillig für den Dienst an der Waffe und zur Verteidigung der Kolonien – dies trotz ihrer fehlenden Information, was denn dort so mit ihnen geschehen wird.
In den ersten Kapiteln strotzt John Scalzi vor einer ironischen Leichtigkeit und man ertappt sich ab und an beim Schmunzeln während des Lesegenusses.
Krieg der Klone ist durchweg sehr militaristisch, macht aber trotzdem genug Spaß und ist gleichzeitig eingängig genug erzählt, um für eine sehr gute Unterhaltung zu sorgen.
Die Geschichte dreht etwas später in nachdenklichere Gefilde und sorgt dadurch für ein klein wenig Tiefgang – nichts desto trotz ist es eine sehr pro-militärische Story, die das Vorgehen nur dezent in Frage stellt und somit wenig Platz für Frieden lässt.
Erst am Ende des Buches  stellte ich fest, dass es noch zwei Folgebände gibt – nun hadere ich bereits sehr stark, ob ich hier nahezu nahtlos weiter vorgehen soll oder einfach das gelungene Ende von “Krieg der Klone” genießen und als gesetzt akzeptieren soll.
Zumindest sein Schreibstil lockt mich weiterhin…
Jürgen Seibold/09.11.2014
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