Theodore Roszak: Schattenlichter

Originaltitel : Flicker
aus dem Englischen von: Friedrich Mader
Deutsche Erstausgabe September 2005
(c) 1991,2005 by Theodore Roszak
(c) für die deutsche Ausgabe und die Übersetzung  by Wilhelm Heyne Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH
854 Seiten +20 Seiten Anhang, 14 €

Cover:

Ein junger Filmstudent auf den Spuren eines vergessenen Kultregisseurs.
Rätselhafte Symbole und versteckte Hinweise in alten Stummfilmen.
Ein mysteriöser Orden, der seine Novizen in der Kunst des Filmhandwerks unterweist.
Ein Geheimnis, das den Lauf der Welt für immer verändern wird.

Rezension:

„Je stärker das Böse, desto stärker der Film“

Dieser Ausspruch von Alfred Hitchcock ist sozusagen Widmung wie auch Motto dieses Buches, das allein durch seine schiere Seitenzahl beeindruckt. Aber davon sollte man sich keineswegs abhalten lassen.
Theodore Roszak erzählt hier die Lebensgeschichte, um nicht zu sagen Lebensbeichte von Dr. Jonathan Gates, seines Zeichens Filmwissenschaftler, der hier seine ureigenen Erfahrungen in Sachen Film, Kino und Erotik teilt.
Mit seiner ersten Freundin, mit der er nicht nur die ersten sexuellen Schritte macht, sondern die auch einen enorm wichtigen Teil in seinem gesamten Leben spielt, sieht er den ersten Max Castle Film im Kino. Max Castle oder Max von Kastell wanderte in den 20er/30er Jahren nach Hollywood aus und musste sich dort mit wenig Budget aber unglaublich viel Improvisationstalent seine Filme zusammenschustern.
Diese Filme sind meist ziemlich einfältige Horrorschocker oder Vampirfilme, die zwar einerseits grausam sind, aber anderseits eine solche Anziehungskraft auf unseren Protagonisten haben. Also fängt er, Jahrzehnte nachdem Castle offiziell verstorben war, an, seine Filme zu erforschen.
Und dabei stößt Jonathan nicht nur auf sehr viele technische Eigenheiten sondern auch auf eine religiöse Sekte, die „Sturmwaisen“, der Castle angehört hat, und die ihren Schülern nur oberflächlich betrachtet beibringt, wie man Filme macht. Während Jonathan hier immer tiefer gräbt, macht er unfassbare Entdeckungen, die sich zu einer Weltverschwörung zusammenfügen und nicht nur Jonathan selbst in Gefahr bringen…
Man fragt sich spätestens nach der ersten Begegnung, wer eigentlich Max von Kastell ist. Diese Frage hab ich mir natürlich auch gestellt und musste leider feststellen, dass Max von Kastell ein fiktiver Regisseur ist, dessen Lebensgeschichte und dessen Filme hier aber mit einer Präzision und Wirklichkeit beschrieben wird, dass es sehr schade ist, diese Filme nicht sehen zu können.

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir nicht leicht fällt, dieses Buch in Worte zu fassen. Selbst Lesen ist hier ein absolutes Muss!!!
Was übrig bleibt von diesem Buch ist Faszination, eine gute Portion Beklommenheit und Kopfschütteln aber allem voran absolute Bewunderung für den Autor, der hier einen Schmöker ohne Längen, mit viel Humor, Realismus und einer unglaublichen Spannung geschaffen hat.
Nicht nur für Filmfans eine ernstgemeinte und ans Herz gelegte Empfehlung!
Birgit Grunwald für Hysterika, 13.07.2011

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