Kiki Blu (Daniela Rohr): SelbstzerstörungsaktiVIERung (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 4)

© 2017 Daniele Rohr
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COVER:

Kein Sprit, kein Kaffee und keine Rettung in Sicht. Auf halber Strecke zum nächsten Ziel geht der Titanicus der Saft aus und die provisorische Crew – bestehend aus Kiki, Max und Pieh – muss improvisieren, um nicht wochenlang durchs All zu driften.

Ein abenteuerlicher Plan zur Selbsthilfe ist schnell gefasst. Alles, was es dazu braucht, sind eine selbstmörderische Außenmission und die Bereitschaft, reihenweise Gesetze zu brechen. Ein bisschen Sachverstand, Erfahrung und Besonnenheit wären mindestens genauso wichtig, doch Kiki und ihre Gefährten müssen sich wohl einfach auf ihr Glück verlassen.

REZENSION:

Im August letzten Jahres schrieb ich eine Rezension zur dritten Folge der geplant 11 Folgen andauernden Odyssee Kiki Blus. So langsam konnte ich gar nicht mehr wirklich daran glauben, dass diese schräge und überaus witzige Reise weiter fortgesetzt wird. Viel zu oft gibt es Autoren, denen urplötzlich die Luft ausgeht.
Nun hatte das Warten jedoch glücklicherweise ein Ende und ich konnte mich weiteren 100 Seiten dieser bisher unglaublichen und witzigen Reise widmen.
Kiki Blu ist dabei weiterhin auf der Suche nach ihrem One-Night-Stand des ersten Bandes. Dieser hatte – ihrer Meinung nach – rotzfrech ihren Vibrator mitgehen lassen. Nun befindet sie sich auf der Jagd nach ihm. Klar, dass sich hier wohl eher eine versteckte Liebe befindet, denn es wäre sicherlich einfacher, einen neuen Vibrator zu kaufen, als sich den Mühen und Kosten einer Weltraumodyssee anzunehmen.
Aber das ist ja genau das Prinzip dieser Reihe: Hier ist einfach nichts normal. Kiki Blu ist somit auf dem Weg durch die unendlichen Weiten des Weltraums, trifft diesmal sogar kurz auf ihren One-Night-Stand.
Nebenbei geht ihnen der Sprit aus und sie macht sich auf die Suche nach einem Ersatz auf einem fremden und nicht erschlossenen Planeten. Hier gibt es sogleich das ein oder andere Malheur und ihr Leben befindet sich nur noch auf sehr dünnem Eis. Kiki wäre aber nicht Kiki, wenn sie dafür nicht eine Lösung finden würde…
Erneut handelt es sich natürlich bei den etwa 100 Seiten nur um ein weiteres Häppchen im Kosmos um Kiki Blu – dennoch hat sich die Wartezeit definitiv gelohnt! Konnten mich die ersten drei Teile bereits sehr gut unterhalten und überzeugen, scheint dies mit dem vierten noch erheblich besser funktioniert zu haben. Erneut konnte ich mir manch Schmunzeln nicht mehr aus dem Gesicht entfernen und weiterhin macht es einfach irre viel Spaß, diesen Trip als Leser zu begleiten.
Selbstzerstörungsaktivierung ist erneut voller schräger Typen, einem enormen Witz und diesmal eine sehr eingängige und in sich geschlossene Handlung. Dadurch wirkt Teil 4 etwas besser konstruiert als die Vorgänger. Dennoch sind diese weiterhin notwendig, um den gesamten Kosmos zu verstehen und gebührend begleiten zu können.
Ich bin weiterhin froh, dass ich die Gelegenheit zu dieser abstrusen Story hatte, denn sie macht einfach und immer noch extrem viel Spaß und durch die geringe Seitenzahl kann man sich damit eine nette kurze Unterhaltungsauszeit nehmen. Ich kann es somit erneut nur empfehlen – insbesondere für Leser, die kein Problem mit SF im Stile eine Douglas Adams, etc. haben – und freue mich schon sehr auf die weiteren Episoden, die hoffentlich nicht erneut so lange auf sich warten lassen.
Jürgen Seibold/17.11.2017

Selbstzerstörungsaktivierung (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 4) – KAUFEN BEI AMAZON

Kiki Blu (Daniela Rohr): runDREIse (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 3)

blu_rundreise© 2016 Daniele Rohr
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COVER:

Ein Tagebucheintrag mit einer düsteren Voraussage, ein bedrohliches Weltraumphänomen, das die Titanicus aus ihrer Flugroute zerrt – und dann verebbt auch noch das Wifi-Signal! Aber zum Glück ist noch Kaffee da … zumindest vorerst.

In der dritten Episode der humorvollen Space-Opera schlägt sich Kiki Blu nicht mehr nur mit ihren eigenen Problemen herum. Stattdessen müssen sie und ihr pessimistisches Handgepäck – der Androide Max – gemeinsam mit dem inkompetenten Piloten nach einer Lösung suchen, um ihrer Irrfahrt zu entkommen. Kiki versucht, trotz ihrer prekären Lage, zuversichtlich zu bleiben – wären da nur nicht diese mysteriösen Zeitgeister, die sie ständig beobachten.

REZENSION:

Beinahe hätte ich vergessen, dass sich auf meinem Lesegerät noch der dritte Teil der sagenhaften Reise Kiki Blus befindet. Beim Durchblättern gerade noch gesehen und sogleich als Häppchen zwischendurch geöffnet. Wer Kiki Blu noch nicht kennt: Die nette Dame hatte im ersten Teil einen interessanten One-Night-Stand mit einem Alien, dieser wiederum ließ ihren geliebten Vibrator mitgehen und verschwand sang- und klanglos in den Weiten des Universums.
Kiki Blu, ob dieser Frechheit angefixt, machte sich sofort auf den Weg, ließ alles hinter sich und versucht nun ihren kurzzeitigen Lover wieder zu finden. Ob es sich dabei um einen Selbstfindungstrip, eine Jagd nach ihrem – wohl überall erhältlichen – Vibrator oder gar um Liebe handelt? Wer weiß? Kiki scheint sich da selbst nicht wirklich sicher zu sein.
Nun also der dritte Teil und wir begleiten Kiki und ihr Handgepäck – den Androiden Max – weiterhin auf ihrer kuriosen Reise durch den Weltraum.
Dabei bleibt auch in Folge 3 kein Auge trocken und man lässt sich höchstens durch immer wiederkehrende Lust nach einer Tasse frisch aufgebrühten Kaffees vom Weiterlesen abhalten.
Kiki rast in diesem Teil gleich durch mehrere Universen und trifft dabei auf skurrile Gestalten und Wesen – sieht sich sogar mit sich selbst konfrontiert.
Kiki Blus Geschichte ist wahrlich ein sehr interessantes Highlight für einen durchweg unterhaltsamen Lesezeitraum von knappen zwei Stündchen. Vollgestopft mit Kuriositäten und Ideen, die jedoch gleichzeitig rundum durchdacht und in sich stimmig zu sein scheinen.
Erneut hat sie es geschafft, mich dem Alltag entfliehen zu lassen und mit hochgezogenen Mundwinkeln von Wort zu Wort zu fliegen.
Wer Kiki Blu und ihre Erlebnisse noch nicht kennt und kein Problem mit skurrilen Geschehnissen a‘la Douglas Adams hat, der kann sich diese Reihe ruhig einmal gönnen. Sie scheint wirklich von Folge zu Folge interessanter, skurriler und besser zu werden. Ich werde jedenfalls kaffeetrinkend auf die nächste Folge warten und hoffen, dass diese in nicht allzu ferner Zukunft das Licht der Welt erblicken wird.
Jürgen Seibold/30.08.16
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Kiki Blu (Daniela Rohr): SchwanZWEIn (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 2)

Rohr_Schwanzwein© 2016 Daniela Rohr
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Gerade erst den Überfall durch extraterrestrische Kaffeeräuber überlebt – und plötzlich steigt Rauch aus dem Cockpit auf. Im Bestreben möglichst schnell und in jedem Fall lebendig den Raumhafen Wölkchen zu erreichen, will Kiki sich endlich mal als nützlich erweisen. Doch genügt ihr technisches Know-how für die Reparatur der Titanicus?
Gar nicht so einfach herauszufinden, wenn das einzige Crewmitglied sich als bockiger Teenager mit fataler Selbstüberschätzung entpuppt. Und dabei ist das nur das erste Hindernis auf Kikis dringlicher Mission, ihren Kaffeevorrat wieder aufzufüllen.

Kiki Blu erzählt eine humorvolle und rasante Space-Opera, in der sie mit ihrem pessimistischen Handgepäck und einem telePhone voller (un)praktischer Apps durch die halbe Galaxis stolpert. Ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip, bei dem die Protagonistin eindeutig ihre Prioritäten überdenken sollte.

REZENSION:

Bereits der erste Wurf aus dem Leben Kiki Blus konnte mich durch den darin enthaltenen Wortwitz außerordentlich gut unterhalten. So war es natürlich absolut unmöglich, nicht auch noch den zweiten Band dieser auf 11 Bände geplanten Reihe zu lesen.
Kiki befindet sich ja immer noch auf der Jagd nach ihrem One-Night-Stand aus der ersten Episode. Besser gesagt, sie befindet sich auf der Jagd nach ihrem Vibrator, der eben von ihrem One-Night-Stand einfach mal so mitgenommen worden ist.
Schwanzwein geht auch sogleich nahtlos weiter und wir befinden uns noch immer in dem von Raumpiraten gerade überfallenen Raumschiff. Die kaffeeklauenden Piraten sind Geschichte, dafür lebt der Kapitän nicht mehr und es steigt Rauch im Cockpit auf.
Kiki nimmt sich der Herausforderung natürlich mit ihrer unnachahmlichen und nicht immer durchweg geplanten Art an – schafft es dabei aber immer wieder, zu irgendeiner kreativen Lösung zu kommen.
Nach beendigter Reparatur geht es weiter zur ersten Station, dem Raumhafen Wölkchen. Hier nutz Kiki den kurzen Aufenthalt, um sich auf die Suche nach ihrem Suchtmittel zu machen: Dem Kaffee. Dumm nur, dass auf diesem Raumhafen Kaffee absolut verboten zu sein scheint. Dies schreckt Kiki natürlich nicht ab und das Unheil nimmt seinen Lauf…
Nahezu bei jedem Wort fragt man sich, welche Drogen denn dieser Autor zu sich nimmt – gleichzeitig kann man sich dem nicht entziehen, und man fragt sich, ob man aus Versehen die gleichen Drogen zu sich nimmt. Die Space-Opera über Kiki Blu ist wirklich ein alleinstehendes Werk ohne jegliche Vergleichsmöglichkeiten. Man findet hier die absurdesten Lebewesen, die krudesten Ideen und dadurch vollkommen verrückte Twists. Kiki stolpert ohne Rücksicht auf Verluste durch diese Welt und sorgt bei aufgeschlossenen Lesern für manches Schmunzeln mit gleichzeitig angesetztem Kopfschütteln.
Realisten sollten definitiv die Finger von dieser Reihe lassen, da sie sonst mit Geschehnissen konfrontiert werden, die lediglich zur persönlichen Einweisung führen können. Alle aufgeschlossenen Leser finden aber eine absolut humorvolle und nicht ernst zu nehmende Geschichte, die für ein Stündchen die Realität Realität sein lässt und einfach für spaßige Unterhaltung sorgt.
SchwanZWEIn ist in seiner Erzählung auch rundum gelungener als der erste Band – mag sein, dass dies am Leser zu liegen scheint, da man nun ja die Welt Kikis kennt und schneller darin abtauchen kann. Vielleicht liegt es aber auch an der Autorin, deren Geschichte nun mehr und mehr an Gestalt annimmt und sich dadurch flüssiger vor des Lesers Augen ausbreitet.
Nun, mir hat es sichtlich gut gefallen und ich denke, ich werde Kiki auch in den Folgebänden treu bleiben. Sehr gelungene, witzige und nicht wirklich ernst zu nehmende Alternative zur “normalen” Literatur.
Jürgen Seibold/07.03.2016
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Kiki Blu (Daniela Rohr): Fluggemeinschaft (Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All 1)

Fluggemeinschaft© 2015 Daniele Rohr
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Sensationeller Sex mit einem attraktiven Alien – und dann mopst ihr der Kerl den Vibrator? Kiki, die kaffeesüchtige Kosmetikfachangestellte im technischen Support ist verwirrt. Gehört das zum Paarungsritual? Ist das gar die extraterrestrische Form eines Heiratsantrags? Oder handelt es sich doch nur um einen dreisten Diebstahl?

Kiki Blu erzählt eine humorvolle und rasante Space-Opera, in der sie mit ihrem pessimistischem Handgepäck und einem telePhone voller (un)praktischer Apps durch die halbe Galaxis stolpert. Ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip, bei dem die Protagonistin mal eindeutig ihre Prioritäten überdenken sollte.

REZENSION:

Als ich “Im Turm des Panopticons” von Daniela Rohr gelesen habe, war ich ganz hin und weg von dieser wirklich sagenhaft guten Geschichte. Wie sich im Nachgang nun jedoch herausstellen soll, handelt es sich bei der Autorin um eine wahrhaft durch und durch ideenreiche Person. Wie anders kann es denn sonst sein, dass nun etwas gänzlich gegensätzliches auf den Markt springt und der Irrsinn und die dazugehörigen Ideen beinahe aus dem Reader fallen, wenn man nicht auf sie aufpasst.
Im ersten Band der auf 11 kurze Bände geplanten Fluggemeinschaft treffen wir auf die abgedreht aber trotzdem sympathisch wirkende Kiki. Diese wiederum beobachten wir als Leser beim über mehrere Orgasmen hinweggehenden Sex mit einem attraktiven Alien.
Als sie nach der stellungsaufwendigen, korpulierenden Nacht wieder erwacht, stellt sie nicht nur fest, dass ihr Lover wohl nur ein One-Night-Stand war, sondern auch, dass ihr dieser ihren Vibrator geklaut hat.
Das kann natürlich nicht sein; der muss wieder her – stellt sich auf unserer Seite natürlich die Frage, ob ihre dann beginnende Suche eher dem Vibrator oder dem Liebhaber gilt.
Kikis Mitbewohner begleitet sie auf ihrem Weg in unendliche Welten – zumindest beginnt sie den Versuch, dem Alien nach zu reisen. Auch in der Zukunft lässt sich das ohne ausreichend finanzielle Mittel nur schwer verwirklichen – dementsprechend kreativ muss Kiki handeln.
Ach ja: Ihr Mitbewohner ist auch nicht ganz das, was sie davor dachte…
Der erste Band der Fluggemeinschaft-Reihe ist wahrlich ein Feuerwerk an Ideen und abgedrehten Begebenheiten. Irgendwie machen die aber auch Spaß. Man muss nur den Gurt anlegen, die normale Welt vergessen und sich auf Blödsinn einlassen können. Ab dann kommt man ohne Schmunzeln nicht mehr davon.
Kurzum könnte man diese Geschichte wirklich einfach nur als absoluten Quatsch, Blödsinn, Unsinn und was sonst noch so einfällt, abtun – aber verdammt will ich sein, es hat trotzdem irgendwie verdammt viel Spaß gemacht.
Leser, die nur tiefgründige Literatur betrachten, sollen aber unbedingt davon ihre Finger lassen und weiterhin in ihrer fantasielosen Welt leben.
Jürgen Seibold/12.11.2015
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HYKG006 – Der Hohe Rat der Superschurken

Der Hohe Rat der Superschurken – eine Kurzgeschichte von Daniela Rohr.

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Kontakt zum Autor gerne über Hysterika.

© der jeweiligen Geschichte in diesem Podcast beim Autor/Verlag
Mit freundlicher Unterstützung des jeweiligen Autors/Verlags.
Intro und Outro produziert von Narcotic Elements (www.darksignmusic.de)
Feedback an podcast@hysterika.de

Daniela Rohr: Der Zeit-Zwirbel-Effekt und seine Knöpfchendrücker

rohr_zwirbel©2013 Daniela Rohr
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ISBN: 978-1484194751
ca. 174 Seiten

COVER:

Zeitreisen sind schon eine feine Sache – vorausgesetzt man ignoriert das Chaos durch den mysteriösen Zeit-Zwirbel-Effekt. Denn wenn Ereignisse aus der Zukunft plötzlich die Vergangenheit beeinflussen, dann kommen selbst die abgebrühtesten Superschurken ins Grübeln.

Elf Kurzgeschichten erzählen von einem Universum, in dem es eindeutig zu wenig Helden gibt – dafür aber Unmengen an Knöpfen und Schaltern und Wesen, die sie mehr oder minder freiwillig betätigen. Dass man damit schon mal eine Apokalypse auslösen oder das gesamte Raumzeit-Gefüge durcheinander bringen kann, ist dabei eher nebensächlich. Hauptsache die eigenen Interessen bleiben gewahrt.

Schließlich soll auch Science-Fiction/Fantasy noch irgendwo realistisch bleiben …

Inhalt:

  1. Die Fettnäpfchenskala
  2. Kaffee mit Milch und Ursuppe
  3. Glitzernder Konfettihaufen
  4. Ein Planet ohne Gravitation
  5. Ungünstig
  6. Die Wahrscheinlichkeit der Unwahrscheinlichkeit
  7. Der Hohe Rat der Superschurken
  8. Zeitarbeit
  9. Verfrühter Kondolenzbesuch
  10. Die hochwohlgeborene Vierfaltigkeit
  11. Der unmögliche Würfel

REZENSION:

Ehrlich gesagt, bin ich froh, als erstes Werk der Autorin Daniele Rohr nicht dieses Buch gelesen zu haben. Ich startete glücklicherweise mit dem außerordentlich guten Buch “Im Turm des Panopticons”.
Nun klingt dies in Bezug auf das nun vorliegende Kurzgeschichtenwerk ein wenig negativ – dies ist aber beileibe nicht so gemeint. Hintergrund ist vielmehr die Tatsache, dass man bei diesem Kurzgeschichtenband unter Umständen ein kleines Einstiegsproblem hat. Zumindest ging es mir am Anfang ein klein wenig so, da ich – wohl noch benebelt vom Panoptikum – mit etwas ganz anderem rechnete.
Allein der Titel klingt schon ein wenig dämlich – andererseits strotzt er aber auch vor einem Ideenreichtum und zeigt sogleich, dass in diesem Band die Geschichten wohl auch mit ein wenig Ironie verpackt worden sind.
Nach meiner anfänglichen Skepsis konnte ich dies auch vermehrt feststellen und irgendwie schafften es die ironisch erzählten und lose zusammenhängenden Geschichten doch, mich umfänglich zu unterhalten.
Daniela Rohr bleibt dabei nicht nur ironisch, sondern hebt ab und an auch ganz dezent einen Finger, um auf etwas aufmerksam zu machen. Nichts desto trotz scheint ihr ironischer Ideenreichtum immer wieder die Oberhand zugewinnen. Daniela Rohr führt uns in diesem 11 Geschichten auch problemlos durch verschiedenste Zeiten und erschafft – wenn man diese Häppchen als Ganzes betrachtet – einen eigenen Kosmos, in den man durchaus gut eintauchen kann.
Als Paten kann man sich sicherlich gut einen Douglas Adams oder Terry Pratchett vorstellen – gibt es doch ausreichend Spaß, Ironie, kleine Spottereien und noch viele weitere interessante Begebenheiten mit kuriosen Gestalten quer durch Raum und Zeit.
Ein klein wenig mehr Spannung hätte mancher Geschichte vielleicht noch etwas gut getan – trotzdem bleibt es ein interessanter Kurzgeschichtenband vor dessen Ideenvielfalt man sich fast nur noch verneigen kann. Sehr schöne Unterhaltung für den SF-Freund für den Genuß zwischendurch.
Meine persönliche Lieblingsgeschichte: Der Hohe Rat der Superschurken.
Jürgen Seibold/31.07.2015
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Daniela Rohr: Im Turm des Panopticons

Rohr_Panopticon© 2013 Daniela Rohr
Selbstverlag
ca. 102 Seiten

COVER:

Das Panopticon: Raumschiff, gläsernes Gefängnis und Arbeitsplatz von Linea Wermut. Im Turm – einer beengten Kapsel, in der sie lebt, alles steuert und überwacht – ist die sanfte Stimme des Computers ihre einzige Gesellschaft.
Knapp eintausend Gefangene stehen unter Lineas Aufsicht. Keiner von ihnen kann sie sehen – keiner weiß, wann sie zusieht.

Nur warum scheint es plötzlich so, als wüssten die Insassen genau, wann sie von ihr beobachtet werden? Linea glaubt nicht an Zufälle. Entgegen aller Widerstände versucht sie das seltsame Verhalten der Häftlinge zu ergründen. Ein großer Fehler, wie sie bald feststellen wird …

REZENSION:

Ab und an kommt es vor, dass ein Autor sich direkt bei mir meldet und dabei versucht, mich auf das jeweilige Werk aufmerksam zu machen. Einerseits finde ich das sehr schön, andererseits gibt es dabei aber leider auch eine Vielzahl an Personen, die sich nun wirklich nicht Autor nennen sollten – passt doch bei denen weder die Geschichte, noch die nötige Sorgfalt, den Inhalt der selbstverlegten Wörter ausreichend zu beachten und dabei Fehler in der Grammatik und/oder Rechtschreibung zu vermeiden.
Nun ist es jedoch so, dass IM TURM DES PANOPTICUMS von Daniela Rohr das genaue Gegenteil ist und ich dementsprechend froh bin, diese etwas längere Kurzgeschichte (oder etwas kürzerer Roman?) gelesen zu haben.
Daniela Rohr führt den Leser in dieser etwa hundertseitigen Science-Fiction-Story in ein im Weltraum befindliches Gefängnis, in dem die Protagonistin Linea Wermut die Gefangenen beobachtet und dabei lediglich den Computer mit seiner Stimme als einzige Begleitung und Abwechslung hat. Die Gefangenen befinden sich in kleinen Zellen und merken es üblicherweise nicht, wenn sie beobachtet bzw. überwacht werden. Irgendwie schwenkt sich dies jedoch und Linea bekommt mehr und mehr das Gefühl, dass die Gefangenen es plötzlich sehr wohl zu bemerken scheinen, wenn sie sich in Beobachtung befinden.
Nach und nach driftet Linea geistig ab und man glaubt, sie wird in der Einsamkeit ihres Beobachtungsjobs die Nerven verlieren.
Das Geschehen spitzt sich in Korrelation mit ihrem einzigen Ansprechpartner – dem Computer – extrem zu und wir verfolgen Linea auf dem Weg in den Wahnsinn bzw. der dort vorherrschenden Psycho-Krankheit namens SENS.
Bereits hier ist man als Leser bereits gefesselt und man begleitet Linea auf dem Weg in den Wahnsinn, um dann jedoch zum Ende hin durch einen genialen Twist auf eine ganz andere Spur gebracht zu werden.
Es ist wahrlich erstaunlich, in welcher Sorgfalt die Autorin ihr Werk geschrieben und bearbeitet hat. Ich kann mich nicht einmal an einen Schreibfehler erinnern – wie oft strotzen gerade die selbstverlegten Werke davon?
Die Geschichte selbst eine absolute Empfehlung mit einem genialen Twist am Ende, bei dem man sich wirklich fragt, wie die Autorin dies alles in lediglich 100 Seiten einpacken konnte.
Absolut empfehlenswerte SF-Geschichte als auch Psycho-Thriller, die sehr eingängig geschrieben ist und sicher so gut wie jeden Leser überzeugen sollte.
Jürgen Seibold/01.03.2015
Im Turm des Panopticons KAUFEN BEI AMAZON