Jan 202012
 

Originalausgabe 2012
(c) 2012 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ISBN 978-3-423-21340-0
ca. 320 Seiten / € 9,95

COVER:

Pascha, der vorlaute Geist aus “Kühlfach 4″ bekommt wieder Arbeit. Bei einem schweren Autounfall werden vier Kinder verletzt, und die Fahrerin – eine türkischstämmige Lehrerin – ist verschwunden. Im Krankenhaus werden die Kids vorübergehend in ein künstliches Koma versetzt, was bedeutet, dass ihre Seelen derweil fröhlich auf Erkundungstour gehen und Pascha in der Zwischenwelt Gesellschaft leisten. Der hat alle Hände voll zu tun, den Flohzirkus um sich zu bändigen. Gleichzeitig will er mit seinen unternehmungslustigen Nachwuchsassistenten der vermissten Lehrerin auf die Spur kommen. Doch die Ermittlungen zwischen Schule und Nachtclub geraten schnell ins Stocken, und einmal mehr muss Pascha seine kriminalistischen wie auch pädagogischen Talente unter Beweis stellen. Von Rechtsmediziner-Freund Martin ist diesmal wenig Hilfe zu erwarten. Der ist aufgeregter denn je, weil er Vater wird.

REZENSION:

Mit „Kühlfach – betreten verboten! Legt Jutta Profijt bereits den vierten Roman um den Kleinkriminellen Pascha vor, der es sich zur Lebensaufgabe machte, bei der Aufklärung von Kriminalfällen zu fällen.
Nun, das wäre alles nichts besonderes – aber einiges stimmt doch nicht so ganz:
Allein das Wort „Lebensaufgabe“ stimmt schon nicht – handelt es sich bei Pascha doch um einen „Ermittler“ der besonderen Art: Er ist nämlich tot!
Aus ihm unerfindlichen Gründen fand er jedoch während seines Ablebens das berühmte weiße Licht nicht und so ist er nun so ziemlich allein auf weiter Flur und macht es sich als Geist gemütlich.
Sein einziger Kontrapart in der Welt der Lebenden ist der Gerichtsmediziner Martin, der als einziger Pascha hören kann. Diese beiden Personen könnten unterschiedlicher nicht sein und so treffen der schnorrige, kein Blatt vor den Mund nehmende Kleinkriminelle auf den anständigen Mediziner.
Dies allein sorgt schon für verschiedenste Unstimmigkeiten, die von Jutta Profijt auf witzige Weise dargestellt werden.
Die Kriminalfälle sind durchweg sehr gut aufgebaut und können leicht Vorbild für manch anderes Buch sein. Hinzu kommt der durchgehende Witz und der Umstand, dass hier auch noch ein Geist die größte Rolle spielt.
Um keine Langeweile aufkommen zu lassen wird Pascha in jedem Band mit diversen Problemfällen belästigt. Im vorliegenden Buch sind es nun vier Kinder, deren Körper im künstlichen Koma liegen. Nun kann sich Pascha um diese vier Bälger kümmern, muss einen Mordfall lösen und gleichzeitig darauf achten, dass die Kids rechtzeitig bei ihren Körpern sind, um das Aufwecken nicht zu verpassen, da sie sonst auf ewig bei ihm bleiben müssten.
Alles in allem ein absolut witziger Roman mit einem frechen Helden und einer Sprache, die absolut kein Blatt vor den Mund nimmt – dies alles unter Verwendung eines hohen Niveaus, da Jutta Profijt trotz Verwendung manch unkorrekter Wörter niemals unter die Gürtellinie der Geschichte kommt.
Absolut empfehlenswerte Reihe!!
Jürgen Seibold/20.01.2012

Kühlfach Betreten Verboten KAUFEN BEI AMAZON

Mrz 122011
 

Ca. 285 Seiten / 9,95 €
Originalausgabe Dezember 2009
c 2009 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

COVER:

Der kleinkriminelle Autoknacker Pascha wurde ermordet. Jetzt geistert seine Seele durch das Rechtsmedizinische Institut von Köln. Der Einzige, zu dem Pascha Kontakt aufnehmen kann, ist der bieder-brave Rechtsmediziner Dr. Martin Gänsewein. Und selbst das gestaltet sich schwierig, denn Martin liegt nach dem letzten gemeinsamen Abenteuer schwer verletzt im Krankenhaus. Pascha langweilt sich, bis er unerwartete Gesellschaft bekommt: Auch Ordensschwester Marlene hat nach ihrem dramatischen Ableben bei einem Brand in ihrem Kloster noch nicht den Weg in den Himmel gefunden. Die resolute Nonne ist für Pascha zwar nicht gerade „eine echte Tussi“, aber dass bei dem Klosterbrand etwas faul ist, wittert seine Spürnase sofort. Gemeinsam mit dem noch rekonvaleszenten Martin und dessen Nun-endlich-Freundin Birgit will das ungleiche Geisterduo die Wahrheit ans Licht bringen. Dabei geraten sie schnell in eine brenzlige Situation …
Die witzig-freche Fortsetzung einer ganz ungewöhnlichen Freundschaft.

REZENSION:

Wie manch einer meiner fleißigen Leser den bisherigen Rezensionen zur Reihe über den nicht tot zu kriegenden Pascha entnehmen konnte, bin ich eher zufällig Fan dieser Reihe geworden. Lag doch ganz unbedarft der dritte Band mit dem Titel „Kühlfach zu vermieten“ auf meiner Couch in einem kleinen Bücherstapel. Meine Wenigkeit sitzt gelangweilt vor dem Fernseher und glotzt so vor sich hin. Während der dritten Werbung (und wenn ich etwas hasse, dann ist es Werbung!) schweifte mein Blick durchs Wohnzimmer und blieb auf besagtem Buchstapel hängen. Sofort meldete sich das schlechte Gewissen, da ja zu jedem Buch eine Rezi geschrieben werden sollte und dazu der Inhalt seinen Weg in meine Gehirnwindungen finden muss – dieser Vorgang wird landläufig oft als „Lesen“ bezeichnet.
Nun gut, die Werbung säuselt vor sich hin und ich griff mir das dünnste Buch besagten Stapels. Ab diesem Augenblick war es um mich geschehen – ich hatte einen neuen Freund, dieser ist bereits gestorben, treibt aber als Geist weiterhin sein Unwesen und sorgt nebenbei dafür, dass das geordnete Leben eines Pathologen ins Chaos verläuft.
Sehr oft enttäuschen mich Bücher von weiblichen Schriftstellern. Dies hat sicherlich nichts mit der Qualität der geschriebenen Geschichten zu tun – es ist vielmehr der Umstand, dass ein hoher Prozentsatz weiblicher Autoren unbedingt irgendeine Liebesgeschichte mit einbauen muss. Und sobald der Romantikfaktor zum Tropfen anfängt, hört es beim spannungsverwöhnten Leser einfach auf. Warum nur muss sich immer irgendjemand verlieben?
Nun aber zurück zu Pascha: Jutta Profijt schlägt hiermit eine Bresche für die weiblichen Autoren: Sie lässt es einfach mit einer Liebesgeschichte sein und konzentriert sich in witzigster Art und Weise auf den Geist und seinen einzigen, ihn hörenden Kumpel.
Nach Genuß des dritten Bandes folgte bei mir natürlich unverzüglich der erste namens „Kühlfach 4“ und nun als momentaner Abschluss „Im Kühlfach nebenan“, der zur der bestehenden Problematik zwischen Martin Gänsewein und Pascha noch eine kleine Komponente hinzufügt: Pascha bekommt eine Tussi an die Seite gestellt. Endlich ein weiterer Geist, mit dem Konversation möglich ist – die anderen machen sich ja immer gleich auf den Weg in den Tunnel voller Licht und sind dann nicht mehr auffindbar.
Pascha, unverblümt daherredender Ex-Autoknacker, kann sich jedoch nur kurz freuen: Handelt es sich doch bei dieser Tussi um eine gestandene Nonne – womit seine unverblümte Art einen groben Riegel vorgeschoben bekommt.
Erneut entsteht ein Kriminalfall, in dem die Nonne gemeinsam mit Pascha und seiner Schnittstelle in die reale Welt namens Martin um Aufklärung bemüht sind. Abermals lebt die Geschichte von Jutta Profijt weniger vom Kriminalfall – hier erfindet sie das Genre sicherlich nicht neu. Ihre Geschichten leben vielmehr von exakt den darin auftretenden Protagonisten und insbesondere, weil einer von ihnen (in diesem Fall sogar zwei) ein Geist ist, der mit seiner unverblümten Art auf einen absolut anständigen, ordentlichen und niemanden jemals etwas antuendem Menschen stößt und ausschließlich mit diesem kommunizieren kann.
Dies lässt die komplette Reihe als absoluten Höhepunkt entstehen und man kann nur hoffen, dass es noch viele witzige Erlebnisse Paschas zu lesen geben wird. Hauptsache sein Witz bleibt so bestehen und die Autorin bleibt sich ebenfalls treu und verlässt die Pfade ihrer genialen Redewendungen und Vergleiche niemals – der Leser wird es ihr danken!
Jürgen Seibold/12.03.2011

Feb 202011
 

Originalausgabe April 2009
c 2009 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 255 Seiten / € 9,95

COVER:

Dr. Martin Gänsewein trägt Dufflecoat, fährt Ente, sammelt alte Stadtpläne und geht als Rechtsmediziner dem täglichen Geschäft mit dem Tod äußerst gewissenhaft nach. Über das Seelenleben der Verstorbenen macht er sich keine Gedanken, bis ihm eines Tages die Seele von Autoschieber Pascha ein Gespräch aufdrängt. Pascha ist soeben gestorben – und ist stinksauer darüber. Sein angeblicher Unfalltod war in Wirklichkeit nämlich Mord. Da Martin der Einzige ist, mit dem er Kontakt aufnehmen kann, soll der ihm jetzt helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. So nistet sich die nervtötende Seele bei dem Rechtsmediziner ein, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Martins Leben gerät in den nächsten Tagen nicht nur völlig aus den Fugen, sondern auch in große Gefahr. Und jetzt ist es an Pascha, sich schnellstens etwas einfallen zu lassen, um seinen neuen Freund zu retten …

REZENSION:

Kühlfach 4 ist ein recht kurzweiliger Kriminalroman, der prinzipiell dem Genre des Krimis nichts neues abgewinnen könnte, wäre da nicht eine klitzekleine Kleinigkeit mit eingewoben: Hier besteht das Ermittlerduo aus dem hochanständigen und netten Pathologen Martin Gänsewein und dem in diesem Band gerade verstorbenen Autodieb Sascha – gerne auch Pascha genannt.
Dieser ist das hundertprozentige Gegenteil zu Martin: Nicht nur Geist, der lediglich mit Martin Kontakt aufnehmen kann, sondern auch noch in seiner blumigen Art eher der ungehörigen Spezies des Menschen zuzurechnen. Dies allein führt schon zu vielen kuriosen Begebenheiten.
Nun kommt noch hinzu, dass Pascha ermordet worden ist – der pathologische Befund jedoch von einem Unfall spricht. Gut, dass hier der Tote höchstselbst das Zepter übernimmt und seinen Pathologen davon zu überzeugen weiß.
Wie bereits vor einiger Zeit mitgeteilt, hatte ich als ersten Band das aktuelle, dritte Buch dieser Serie gelesen (Im Kühlfach nebenan) – und habe mich beinahe totgelacht. Im vorliegenden – wirklich ersten – Buch erkennt man durch diesen Umstand sehr deutlich, dass Jutta Profijt noch stark an der Entstehung dieses Dreamteams gearbeitet hat und hierdurch etwas zu stark zwischen diesen beiden Personen hin- und herspringt. Nichts desto trotz ist Kühlfach 4 absolut kurzweilig und Pascha noch richtig bissig. Dies hat er leider ein klein wenig im dritten Band verloren. Dafür ist die Art des Schreibens im dritten Band hochwertiger, womit die Entwicklung der Autorin sehr schön zu beobachten ist.
Kühlfach 4 lebt in erster Linie durch den Kulturschock, den Pascha als auch Martin mitmachen müssen in ihrer Erkenntnis, dass es wohl etwas mehr zwischen Himmel und Hölle zu geben scheint.
Somit ein absolut genialer und kurzweiliger Krimi, der durch einen Toten Leben gewinnt und nebenbei durch einen dezenten schwarzen Humor absolut witzig ist – dies könnte meiner Meinung nach noch etwas mehr gesteigert werden.
Ich persönlich freue mich schon auf den zweiten Band und hoffe, dass die Autorin noch viele gute Ideen folgen lassen kann.
Jürgen Seibold/20.02.2011

Feb 132011
 

Originalausgabe 2010
c 2010 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 304 Seiten / € 9,95

COVER:

Eine Hitzewelle rollt über Köln. Die Leute sterben wie die Fliegen und die Stadt weiß nicht mehr, wohin mit den Leichen. Da hat der profitgierige neue Leiter des Rechtsmedizinischen Instituts eine folgenschwere Idee: Er will leer stehende Kühlfächer an Bestattungsunternehmen vermieten. Ab sofort hält das Chaos Einzug in die sonst so geordnete Welt von Rechtsmediziner Dr. Martin Gänsewein: Unbefugte gehen am RMI ein und aus, Leichen oder Teile von ihnen verschwinden, und dubiose Obduktionsbefunde bei anonymen Toten häufen sich. Martin beauftragt den prollig-nervigen Pascha (seines Zeichens Autoknacker zu Lebzeiten und nun unfreiwillig auf Erden wandelnder Geist), der Sache auf den Grund zu gehen. Pascha passt das gar nicht, wo er doch gerade auf Liebespfaden wandelt …

REZENSION:

Bei manchen Büchern sorgt der liebenswerte Zufall für interessante Erfahrungen literarischer Art. Lag doch Jutta Profijts “Kühlfach zu vermieten” ganz unbeachtet auf meiner Couch, da ich auf meinem Nachtkästchen gerade ein anderes Werk für den abendlichen Genuß liegen hatte.
Nun liegt also dieses Buch neben einem frustrierten Fernsehschauer, der sich in der dritten Werbung dachte, jetzt wäre ein Buch für den Zeitvertreib recht. Zu Faul, um nach oben zu gehen und das aktuell im Lesemodus befindliche Buch zu holen, nahm ich das neben mir liegende Buch und begann einfach mal völlig unmotiviert zu Lesen.
Ab diesem Augenblick war mir nicht mehr bewusst, dass es sich an diesem Abend um einen Fernsehabend handelte – Jutta Profijt und besonders Pascha hatten mich in ihrer Hand.
Selten, dass Krimis bei mir wirken, da diese zumeist vorhersehbar, fad, langweilig und immer wieder das selbe zu sein scheinen. Wie schon des öfteren betont, bin ich eher der spannenderen Genre zugetan – oder aber dem bissigen Humor.
Nun gibt es hier plötzlich einen Krimi mit einem toten Hauptdarsteller, der mit einer rotzfrechen Schnauze das Leben eines menschlich komplett anders gearteten Pathologen schwierig macht. Diese beiden scheinen sich nicht gesucht, aber doch irgendwie gefunden zu haben.
Nebenbei lästert die Autorin durch den hinzugefügten, neuen Chef des rechtsmedizinischen Instituts auch noch über die unsagbaren Dummheiten der nur auf Kostenreduzierung und Effektivitätssteigerung bedachten Vorgesetzten. Dies alles sehr glaubwürdig – trotz Geist – und durchweg humorvoll dargelegt.
Ich kann dieses Buch nur noch uneingeschränkt empfehlen und werde diesen Glücksgriff nun fortsetzen: ich beginne sogleich mit dem ersten Buch dieser Serie - wie konnte ich dies nur übersehen?
Jürgen Seibold/13.02.2011

Feb 102011
 

Ca. 286 Seiten / 8,95 €
Originalausgabe 2010
c 2010 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

COVER:

Job weg, Freund weg und Wohnung so gut wie weg. Aber Corinna (31) wäre nicht Enkelin ihrer patenten Oma aus der Eifel, wenn sie sich nicht umgehend an die Neugestaltung ihres Lebens machen würde, und zwar mit einer genialen Geschäftsidee: Sie gründet die „Schmutzengel“ – ein Dienstleistungsunternehmen, das gestressten Managern und unbeholfenen Muttersöhnchen die Organisation des lästigen Haushalts und der anstrengenden Freizeit abnimmt. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten, die Aufträge purzeln nur so herein, alles läuft bestens. Bis zu dem Tag, an dem im Haus eines neuen und sehr peniblen Kunden plötzlich ein Toter liegt. Besorgt um das Image ihrer Firma, beschließt Corinna: Der muss weg! Doch wie und wohin?

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