Aleš Pickar: Kalion – Die dunkle Wunde

@2017 Periplaneta – Verlag und Mediengruppe
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-042-7
ca. 326 Seiten

COVER:

Unter dem gebrochenen Glanz des Stillen Mahners am Firmament dräut großes Unheil. Denn die Peleori schlagen die Kriegstrommeln – was niemand so recht ernstnehmen will. Das Volk vergnügt sich weiterhin sorglos in Arenen und Freudenhäusern, nur ein zierliches Mädchen, dem die Göttin Niobe erschienen ist, predigt Enthaltsamkeit. Die eigensinnige Prinzessin Linederion trifft nach langer Reise auf ihren Bräutigam, allerdings ist der Herrscher des Ostreichs anders als erwartet. Währenddessen treibt Tausende Meilen entfernt die Schwägerin des Königs Belkar ihre umstürzlerischen Pläne voran. Doch alle Mächtigen des rauen Kontinents Neroè entsenden in diesen Zeiten heimlich Spitzel, Assassine und Legaten. Wer kann es da wagen, zwischen ehrlicher Hingabe und eilfertiger Dienstbeflissenheit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden …

Aleš Pickar erschuf mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
DIE DUNKLE WUNDE ist der zweite Teil einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Wie man meiner Rezension über den ersten Teil dieser Trilogie entnehmen kann, berührte mich zuerst die persönliche Zwiespältigkeit. Diese wurde als nichtsahnend beiseite geschoben und nach Abschluss des ersten Bandes blieb mir nichts anderes übrig, als das unvermeidliche Warten auf Band 2.
Erfreulicherweise erreichte mich dieser und ich konnte erneut in die Welt Neroè eintauchen. Durch den zeitlichen Versatz fiel es mir einige Seiten ein klein wenig schwer, wieder den Weg zurück zu finden. Nachdem jedoch alle gedanklichen Fäden wieder aus der Schublade herauskamen und sich mit den neu entstehenden Fäden im vorliegenden Buch zu verbinden begannen, eröffnete sich mir erneut der virtuos durchdachte Horizont dieser Trilogie.
Im Gegensatz zum ersten Buch verzichtete der Autor zumeist auf geschichtliche Einleitungen zu seinen Kapiteln – immerhin ist das Setting dem geneigten Leser mittlerweile klar. Der kleine Nebeneffekt: Man wird nicht abgelenkt und kann noch rasanter von Kapitel zu Kapitel hetzen – denn nichts anderes bleibt einem bei diesem fantastischen Epos übrig. Pickar lässt uns teilhaben an einer Vielzahl unterschiedlichster Begebenheiten und fortgeführten Intrigen an den unterschiedlichsten Höfen beziehungsweise in den unterschiedlichsten Städten. Nach und nach drückt sich auch das Thema Religion etwas in den Vordergrund und dementsprechend besorgt zeigen sich machthungrige Politiker, die Angst vor dem Verlieren ihrer Pfründe haben.
Die Ehe Linederions wird gänzlich anders vollzogen, als man sich in den schlimmsten Träumen vor zu stellen wagt. DIE DUNKLE WUNDE geht treibend voran und konnte mich erneut der Qualität dieser Geschichte in keiner Sekunde entziehen. Mit Pickar scheint sich ein hochwertiger und wunderbar strahlender Stern am Fantasyhimmel zu entwickeln und man kann nur hoffen, dass er im unvermeidlichen Ende seiner Geschichte in der Lage ist, sämtliche Fäden zu einem plausiblen, gut durchdachten und vor allem spannenden Ende zu bringen.
Bis dahin muss man leider erneut einige Monate warten – ich bin mir aber nach dem erfreulichen Genuss der beiden bisher erschienen Bände sicher, dass sich die Zeit des Wartens lohnen wird.
Ein bis jetzt wahrlich gelungenes und durchweg gut erzähltes Fantasy-Epos mit einer rundum durchdachten Welt. Ich bedanke mich für einige sehr unterhaltsame Stunden der Auszeit.
Jürgen Seibold/16.07.2017
KALION. Die dunkle Wunde: 2 (Edition Drachenfliege) – KAUFEN BEI AMAZON

Aleš Pickar: Kalion – Die lautlose Woge

© 2017 Periplaneta Berlin – Edition Drachenfliege
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-032-8
ca. 259 Seiten

COVER:

Die Neun Götter haben Kalion längst verlassen – nur der Stille Mahner am Firmament zeugt noch davon, dass die Welt einmal eine glücklichere war, bevor der Hochmut der Menschen sie zerstörte.
Seit Generationen sind die Völker des rauen Kontinents Neroê zerstritten. Im Norden wütet eine rätselhafte Krankheit. Die verwöhnte Prinzessin Linederion aus dem Ostreich soll an einen fremden Hof verheiratet werden, der gefallene Feldherr Gellen ist auf der Flucht, weil er sein Geheimnis nicht preisgeben kann, die ehemalige Sklavin Nelei will Rache nehmen und die Schwägerin des Königs von Kendaré spinnt Intrigen, um ihren unbeliebten Sohn auf den Thron zu setzen.
Doch sie alle ahnen nichts von der dunklen Gefahr, die sich im Westen zusammenbraut …

Aleš Pickar erschafft mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
Die lautlose Woge ist der Beginn einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman, der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Als ich gefragt wurde, ob ich mich diesem Werk aus dem Genre Fantasy annehmen möchte, musste ich erst einige Tage darüber nachdenken. Das liegt jedoch nicht daran, dass sich Kalion bei einem etwas kleinen – aber feinen – Verlag versteckt, sondern eher daran, dass dieses Buch seine fantastische Welt innerhalb von lediglich etwas über 250 Seiten ausbreiten möchte.
Das klingt so gar nicht nach den Gepflogenheiten innerhalb dieses Genres – hier werden doch immer Bücher geschrieben, die man auch locker als Waffe verwenden könnte, so dick sind sie jedesmal.
Nun also KALION mit einer reduzierten Seitenzahl und einem Autorennamen, der mir noch nie untergekommen ist.
Dafür kann der Autor jedoch nichts und somit musste ich dem Buch doch eine Chance geben. Kann ja sein, dass sich da etwas neues auftut.
Und genau das ist auch der Fall gewesen. KALION  ist dabei eingängig erzählt und scheut sich auch nicht vor Brutalität und Blut. Die von Pickar erschaffene Welt wird anhand von kurzen “historischen” Erzählungen am Beginn einiger Kapitel etwas tiefer dargelegt. Die grundsätzliche Zeichnung ist dabei natürlich etwas begrenzt, stört aber in diesem Fall keineswegs.
Man ist sofort mittendrin und fragt sich, wo das alles hinführen wird. Bereits nach einigen Seiten weiß man, welche Personen man nicht mehr missen möchte und fiebert ihren weiteren Erlebnissen entgegen.
KALION funktioniert bereits problemlos als nahezu abgeschlossener Roman – erfreulicherweise handelt es sich dabei jedoch keineswegs um eine kleine und dünne Fantasy-Eintagsfliege, sondern um den Auftakt einer dreibändigen Reihe.
Sicher, es strotzt vor Intrigen und dem recht typischen Kampf zwischen Gut und Böse. Dabei handelt es sich aber über eine erfrischend anders wirkende Erzählweise, die interessant wirkt und somit überzeugt.
Man darf sich als Fan dieses Genres so einem Werk keineswegs entziehen und somit muss man auch ab und an den Fokus erweitern und den vermeintlichen “Kleinverlegern” eine Chance geben. Ich glaube, die geben sich auch sehr oft besondere Mühe, da der Ruf sonst schnell ruiniert wäre.
KALION jedenfalls ist eine sehr interessante Welt voll interessanter Begebenheiten und ich freue mich schon auf die Folgebände.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Kalion. Die lautlose Woge (Edition Drachenfliege) – KAUFEN BEI AMAZON