Thiemeyer, Thomas: Wicca – Tödlicher Kult

©2019 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65364-7
ca. 485 Seiten

COVER:

Hannahs Freundin, die britische Journalistin Leslie Rickert, ist bei ihrer Recherche zu den vermissten Frauen auf merkwürdige Details gestoßen – etwa das Fragment eines Kultfilms der Siebziger, in dem eine seltsam gravierte Truhe zu sehen ist. Hannah ordnet die Gravuren dem Volk der Nabatäer zu und lädt Leslie ein, in der jordanischen Stadt Petra auf Spurensuche zu gehen.
Inmitten der Ruinen dieses alten Reiches stoßen die beiden auf das Mysterium des Lebensbaums – eine Sage, die alle großen Kulturen durchdringt. Hat es tatsächlich eine Baumsorte gegeben, die ewige Jugend verleihen konnte? Samen dieses mythischen Baumes wurden in antiker Zeit unter strengster Geheimhaltung an verschiedene Orte gebracht und in die Erde gelegt, so auch an der Küste Südenglands …
Hannah und Leslie müssen erkennen, dass nicht nur die Anhänger des Wicca-Kultes über Leichen gehen würden, um ihr Geheimnis zu wahren – sondern auch ein Wesen, für das die Wissenschaft nicht einmal einen Namen hat.

REZENSION:

Die archäologisch stark beeinflusste Abenteuerreihe um Hannah Peters geht in eine weitere Runde. Sämtliche Werke des Autors Thomas Thiemeyer mit der mittlerweile recht berühmt gewordenen Archäologin sind eine geschickte Mixtur aus Indianer Jones, Historik, Abenteuer und einem nicht gerade kleinen Schluck aus der phantastischen Pulle.
Gerade deshalb machten alle bisher erhältlichen Erlebnisse Hannah Peters auch im Großen und Ganzen unglaublich viel Spaß beim Lesen. Dementsprechend angetan freute ich mich auch auf den nun vorliegenden Band mit dem Titel „Wicca – Tödlicher Kult“.
Hierin beginnen wir recht klassisch bei einer Ausgrabungsstätte um dann plötzlich mit geheimnisvollen Informationen in einem alten Kultfilm konfrontiert zu sein. Der ungeklärte Todesfall einer jungen Frau scheint damit nicht wirklich etwas zu tun zu haben – sieht dies doch eher nach einem simplen Selbstmord oder gar einem Versehen aus.
Nach und nach verdichten sich die Elemente und Verschwörungen. Darüber hinaus tritt die alte Sage um den Lebensbaum in den Vordergrund, der in nahezu jeder Kultur eine gewisse Rolle spielt. Einer dieser Bäume scheint sich in England zu befinden – streng bewacht von Anhängern des Wicca-Kultes, deren Mitglieder unter Verwendung jeglicher Mittel auf die Bewahrung dieses Geheimnisses achten.
Auch diesmal schafft es Thomas Thiemeyer diese verschiedenen, vordergründig nicht zusammenhängenden Sagen, Mythen und geschichtlichen Begebenheiten in einen Topf zu werfen. Dabei entsteht jedoch keineswegs ein simpel produzierter Eintopf, sondern ein sehr gut gewürztes Gericht mit interessanten Beilagen.
Die Geschichte ist auch diesmal manches mal ein klein wenig vorhersehbar – dies ist aber schon ein wenig Meckern auf hohem Niveau, denn die grundsätzliche Stärke der Bücher um Hannah Peters liegen exakt im glaubwürdig dargelegten Ergebnis unter Verwendung der unterschiedlichsten Zutaten. In „Wicca“ ist im Vergleich zu den bisherigen Werken gerade in Richtung Ende die Phantastik in den Vordergrund getreten – aber genau aus diesem Grund möchte ich auch weiterhin diese Art an Unterhaltungsromanen nicht missen.
Thiemeyers Schreibstil ist auch in diesem Fall erfreulich eingängig und seine Personen sind überwiegend glaubwürdig, detailliert und nachvollziehbar gezeichnet. Alle historischen Elemente wirken fundiert, die phantastischen geschickt eingewoben. Absolut gelungene Unterhaltung für einige Stunden des Abschaltens – ich bin mal gespannt, ob der Autor diese Qualität auch weiterhin aufrechterhalten kann beziehungsweise er noch genug Ideen für weitere Erlebnisse dieser sympathischen Archäologin geschickt verarbeiten und darzulegen in der Lage ist. Wollen wir es einfach mal hoffen.
Jürgen Seibold/13.01.2020

Stephan Peters: Terry – Geschichten aus dem Leichenhaus

peters_terry© der Digitalausgabe 2013 by Edition Bärenklau
www.edition-baerenklau.de
© 2013 der Storysammlung „Terry – Geschichten aus dem Leichenhaus“ by Stephan Peters

Inhalt:

Wir ziehen nach Bali und züchten Kakadus
Dein Freund und Helfer
Der Ohrring
Observierung
Happy Birthday I
Happy Birthday II
Der Computer- ein Fluch!
Ein Fall von Nekrophilie
Styx
Wahnhalla
Ich will das Blut aus deinem Mund rinnen sehen
Begegnung am Abend
Terry
Ende der Vorstellung

REZENSION:

Nach langer Zeit versuchte ich mich mal wieder an einem eBook-Tipp aus den Tiefen des Internets, dass mich auf diesen Kurzgeschichtenband ein wenig aufmerksam machte.
Stephan Peters hat mir bis dato absolut gar nichts gesagt und die Covergestaltung wirkt auf mich ein wenig einfach produziert. Hier könnte man sicherlich noch ein wenig mehr „Böshaftigkeit“ hineinweben oder andere Gesichtspunkte die eventuell besser auf den Inhalt passen würden entwickeln.
Aber ich möchte ein Buch nicht nach dessen Cover beurteilen und somit widmete ich mich den darin enthaltenen Geschichten.
Momentan ist das Werk für lau im Amazon-Store zu erhalten – dies ist eine gute Werbungsmaßnahme, hat mich aber auch ob des Inhalts schon des Öfteren enttäuscht.
Bei „Terry“ ist es eher zwiespältig zu betrachten, denn es handelt es erfreulicherweise um Geschichten, die kein Blatt vor den Mund nehmen und somit triefen sie vor schwarzem Humor, Morbidität und blankem Sex.
Alles in allem sind die Geschichten aber auch sehr unterschiedlich in ihrer Qualität und können den Leser somit leider nicht durchgehend überzeugen. Nichts desto trotz ist sicher für jeden etwas dabei und der Schreibstil als auch der Ideenreichtum des Autors zeugen von hoher Kreativität. Leicht stört man sich an der Ausarbeitung des eBooks, da doch einige Schreibfehler enthalten sind und die Trennung zwischen den Geschichten geschickter aufgebaut werden könnte.
Nichts desto trotz möchte ich nicht zu negativ klingen, da dieser Kurzgeschichtenband zwei Perlen enthält: Zum Einen die namensgebende Geschichte „Terry“, die gerne noch weiter ausgebaut sein könnte und ganz besonders zum Anderen der durchweg gelungene Sherlock Holmes Fall „Ein Fall von Nekrophilie“. Diese Geschichte allein ist schon genug wert und sollte ihren Weg in die Weiten der Leserschaft finden.
Jürgen Seibold/09.08.2013

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