Parsons, Tyler R.: Der Besucher

Originaltitel: A Walk Between Stars
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe
©2015 Tyler R. Parsons
©Piper Verlag GmbH, München 2019
ISBN 978-3-492-70534-9
ca. 197 Seiten

COVER:

Roman Briggs ist als Techniker mit einer Reparatur an der Außenwand seines Raumschiffes beschäftigt, als dieses plötzlich explodiert. Er überlebt, treibt fortan aber schutzlos durch die endlosen Weiten des Alls. Ihm bleiben nur wenige Tage, bis die Vorräte in seinem Raumanzug zur Neige gehen. Gerade, als er sich auf das vorzeitige Ende seines Lebens einstellt, tauchen die Manti auf, eine geheimnisvolle außerirdische Rasse. Doch den fremdartigen Geschöpfen ist es gar nicht recht, Briggs als Passagier aufzunehmen. So ist er gezwungen, sich an die Außenhülle ihres Raumschiffes zu ketten und in dessen Schwerefeld zu überdauern. Fortan erkundet er das Schiff von außen und lernt die Manti durch die Fenster des Flugkörpers immer weiter kennen. Bis er etwas sieht, dass er niemals hätte sehen dürfen. Und damit beginnt der wahre Kampf ums Überleben für ihn …

REZENSION:

Vorweg: Die Coverbeschreibung stimmt in einem wichtigen Punkt nicht mit dem Inhalt der Geschichte überein, denn den Manti ist es keineswegs nicht recht, ihn aufnehmen zu wollen – im Gegenteil, sie würden gern, jedoch können sie einen Menschen aufgrund ihrer grundlegend andersartigen Lebensbedingungen nicht in ihrem Raumschiff aufnehmen. Dies würde zum sofortigen Tode Roman Briggs führen.
Die Manti sind eine sehr zuvorkommende Rasse, die sich sofort um den im Weltraum gestrandeten Menschen kümmern. Sie versorgen ihn, so gut es ihnen möglich ist und bieten ihm sozusagen die Möglichkeit, zurück zu seiner eigenen Rasse zu kommen.
„Nett“ ist auch sogleich die Beschreibung des gesamten Buches. Mit seinen ca. 190 Seiten ist es nicht recht viel mehr als eine etwas weiter ausgeholte Kurzgeschichte, womit man nicht mit ausschweifenden Erlebnissen rechnen sollte. Dennoch versucht Parsons eine Art Krimigeschichte zu erzählen, deren prinzipielle Idee auch gar nicht mal schlecht ist.
Ich lasse mal die ganzen technischen Möglichkeiten außen vor, da ich es nicht beurteilen kann, ob der „Wohnraum“ außerhalb des Schiffes überhaupt möglich ist. Da es aber eine Geschichte ist, akzeptiere ich dies und wende mich dem eigentlichen Inhalt zu.
Parsons lässt uns lange an der entstehenden Beziehung zwischen dem Menschen und einigen wenigen Manti teilhaben. Hier entsteht beinahe eine Art Freundschaft. Briggs vertreibt sich seine Zeit mit einigen Stunden Kommunikation und vielen Stunden Erkunden des Schiffes von außen. Dabei entdeckt er eines Tages – was übrigens im Buch sehr spät zu Tage dringt – einen Mord. In diesem Augenblick befinden wir uns bereits im letzten Drittel des Buches und nun folgt lediglich noch ein kurzer Plot, der ein ganz klein wenig versucht, Spannung in den Plot zu bekommen. Diese wiederum ist so dezent vorhanden, dass sie sich auf ihrer Spitze auf einem Niveau befindet, als würde ich einen Ofen von „0“ auf „1“ – bei einer Skala bis 12 – erhitzen.
Alles in allem eine Geschichte, die sich sicherlich nicht nachhaltig beim Leser einprägen wird. Nichts weiter als eine ganz kurzfristige, nette Unterhaltung, die irgendwie nichts Besonderes vermitteln möchte. Schade, da die prinzipielle Idee gar nicht mal sooooo schlecht wäre.
Jürgen Seibold/24.09.2019