Andreas Brandhorst: Das Arkonadia-Rätsel

©2017 Piper Verlag GmbH, München/Berlin
ISBN 978-3-492-70426-7
ca. 536 Seiten

COVER:

Omni ist ein mächtiger, uralter Bund, in dem sich die herrschenden Völker der Milchstraße zusammengeschlossen haben. Jasper und seine Tochter Jasmin gehören zu den wenigen Auserwählten, die in den Diensten Omnis stehen. Ihr Auftrag führt sie zu dem fernen Planeten Arkonadia. Seit Jahrtausenden stranden dort wieder und wieder Raumschiffe unter dem Einfluss einer unerklärlichen Raumzeit-Anomalie. Zudem bewirkt das geheimnisvolle Nerox, das alle 453 Jahre auftritt, technologischen Stillstand. Niemand kennt den Ursprung des Phänomens. Jasper und Jasmin setzen alles daran, das Rätsel von Arkonadia zu lösen.
Doch dabei stoßen sie auf eine Wahrheit, die das Schicksal aller Zivilisationen der Galaxis verändern wird…

REZENSION:

In den letzten Monaten hat es sich immer wieder ergeben, dass ich mich einem Werke des Science Fiction Autors namens Andreas Brandhorst widme. Dabei ergaben sich in meinen Augen jeweils zwei Punkte, die ein wenig konträr gegeneinander laufen: Seine Bücher haben mir von der Thematik jedesmal uneingeschränkt gefallen. Im Gegenzug hatte ich aber bei seinen Werken auch oft das Gefühl, dass Herr Brandhorst ein wenig zu detailverliebt ist und seine Zukunftsvisionen in aller Breite und Tiefe vor des Lesers Augen ausbreiten und erklären möchte. Das war mir dann doch ab und an ein wenig zu viel – hier wäre in meinen Augen oft etwas weniger etwas mehr gewesen.
Mir ist bewusst, dass es eine große SF-Fan-Gemeinde gibt, die in erster Linie auf die Visionen eines Autoren Wert legen. Für mich ist ein Roman in erster Linie ein Mittel zum Zweck: Er muss es schaffen, mir eine ausreichende Unterhaltung zu bieten. Je mehr ich eintauchen kann beziehungsweise gefesselt bin, desto mehr Wertigkeit bekommt die Geschichte aus meiner rein privaten Lesesicht.
Beim Vorgängerband zu “Das Arkonadia-Rätsel” namens “OMNI” konnte mich der Autor auf Basis seiner Idee und seinem philosophischen Ansatz durchweg überzeugen – nichts desto trotz war dort ebenso etwas viel Technik, die mir keine großartige Hilfe auf dem Weg zur Geschichte gab.
Nun also “Das Arkonadia-Rätsel”, welches unbedingt auf meinem Lesestapel landen musste, da ich unbedingt wissen wollte, wie es im “Omniversium” weitergehen wird.
Bei diesem Werk ist mir dann zum ersten Mal in meinem Leben etwas passiert, worüber ich normalerweise nur schmunzeln konnte: Ich war in das Buch vertieft und verpasste meine U-Bahn-Station. Das allein spricht schon für dieses Werk.
Im Arkonadia-Rätsel hatte ich uneingeschränkt das Gefühl, dass Andreas Brandhorst seinen Fokus auf die Geschichte legte. Sicherlich ist die Technik notwendig – hier scheint sie jedoch einfach vorhanden zu sein und es wird nicht zu viel davon integriert. Genau deshalb scheint diese Episode aus der Welt von Omni bei mir so gut zu funktionieren; mir ist es nämlich als Nicht-Techniker fast egal, wie z.B. ein iPhone funktioniert und gerade deswegen würde es mich auch in einem Roman, welcher in der heutigen Zeit spielt, sehr nerven, wenn mir die Technik ausschweifend dargelegt werden würde. Ich bin mir sicher, dass in 10.000 Jahren oder noch später jemand eher an der Technik eines alten iPhones im Museum interessiert wäre, als an der dann aktuell vorhandenen Technik.
Aber ich schweife ab: Bei “Das Arkonadia-Rätsel” ist dies ja nicht der Fall! Hier hat es der Autor geschafft, eine sehr rasante Geschichte zu entwickeln, die durch die nicht zu langen Kapitel und die jeweils auftretenden Wechsel der Protagonisten sehr schnell geschnitten wirkt, was lediglich dazu führte, dass man schlichtweg einfach weiter lesen musste.
Im Laufe des Bandes wurde ich weit in die Zukunft hineingezogen und ich bin wirklich durchweg von diesem Buch überzeugt.
Sicher, es wäre hilfreich und auch angeraten, sich vorher dem ersten Buch namens “OMNI” zu widmen – dadurch lernt man Brandhorsts Welten kennen und vielleicht ist das Buch auch der Grund, warum der Autor etwas weniger ins Detail gehen musste oder wollte.
“Das Arkonadia-Rätsel” ist jedenfalls ein absoluter Tipp aus der Welt der anspruchsvollen, philosophischen und angenehm unaufgeregt erzählten Science Fiction; gleichzeitig trotzdem spannend und in meinen Augen das beste Buch, welches ich bisher von Andreas Brandhorst gelesen habe – und das waren dann doch schon einige.
Absolut gelungen und ich würde mich freuen, wenn der Autor erneut seinen Weg in Richtung Omniversum sucht und findet.
Jürgen Seibold/28.05.2017

Das Arkonadia-Rätsel: Ein Roman aus dem Omniversum – KAUFEN BEI AMAZON

Hysterika im Gespräch mit Andreas Brandhorst

omni_brandhorstIm Rahmen der bereits hier genannten Blogtour zum neuen Science-Fiction-Roman von Andreas Brandhorst hatte ich die Gelegenheit einige Worte mit dem Autoren zu wechseln.
Dabei ist ein sehr interessantes Interview entstanden, dem Ihr hier oder über die üblichen Podcast-Kanäle folgen könnt:

Im Rahmen dieser Blogtour gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen:
Unter allen, die mir die nachfolgende Frage beantworten und zusenden, verlosen wir ein Exemplar von OMNI.
Hierzu einfach die Antwort an podcast@hysterika.de senden.

Die Gewinnfrage:
“Mit was für einem Projekt schaffte es Andreas Brandhorst ins Profilager (somit der Beginn der hauptberuflichen Schriftstellertätigkeit)?”

Teilnahmebedingungen:
Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten. Hinterlasse in Deiner Mail entweder gleich Deine Adresse oder eine Möglichkeit (E-Mail etc.), um Dich nach dem Gewinnspiel kontaktieren zu können. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist nur innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz möglich. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Wir übernehmen keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg. Das Gewinnspiel endet am Freitag, den 11.November 2016 um 23:59.
Achtung: Jeder an dieser Tour teilnehmende Blog verlost ein Exemplar dieses Buches. Ihr könnt somit Eure Gewinnchance erhöhen, wenn Ihr auch dort reinschaut. Ein doppelter Gewinn ist jedoch nicht möglich!

HYS073 – Evolutionsgedanken

die neue Podcastfolge:

Blogtour zu OMNI von Andreas Brandhorst

Erneut nimmt Hysterika wieder an einer Blogtour teil.
Abermals handelt es sich dabei um ein außerordentlich interessantes Werk und ich bind ementsprechend froh, hier nicht nur teilnehmen zu dürfen, sondern dabei gar die Gelegenheit habe, ein Interview mit Andreas Brandhorst führen zu dürfen.

Auch diesmal gibt es mit freundlicher Unterstützung des Verlages etwas zu gewinnen. Näheres dazu hier im Laufe der Blogtour.

Der Ablauf:

02.11. Einstimmung auf das Buch bei Teilzeithelden.
03.11. Piranhapudel bringt uns Cassandra, dem intelligenten System des Schiffes, näher
04.11. Das Motiv der Apokalypse wird auf Schreibtrieb näher gebracht.
05.11. Literaturschock berichtet von der Lesung auf der Open Stage der Frankfurter Buchmesse
06.11. Hier bei Hysterika findet ihr dann einen Podcast, in dem es ein sehr interessantes, abwechslungsreiches und sympathisches Interview mit Andreas Brandhorst zu hören gibt.

blogtour-omni-brandhorst

Andreas Brandhorst: Omni

omni_brandhorst© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-70359-8
ca. 560 Seiten

COVER:

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht …

REZENSION:

Vor einiger Zeit begann in mir ein kleines Pflänzchen zu wachsen: Der zarte Wille, sich ein wenig verstärkt dem Science-Fiction-Genre zuzuwenden. Natürlich sollten die Bücher dann unbedingt entweder absolute Klassiker sein oder anspruchsvoll genug, um mich als Leser uneingeschränkt mitnehmen zu können.
Bei meiner Recherche stieß ich dabei auf eine Vielzahl namhafter Autoren – vor allem aus den Staaten und Großbritannien. Es tauchte aber auch jedesmal ein deutscher Name auf: Andreas Brandhorst.
Dies allein fand ich schon außerordentlich interessant, widmete mich aber dennoch erst einmal anderen Werken längst vergangener Zeiten.
Durch eine Blogtour gab es eines Tages für mich die Gelegenheit, „Das Schiff“ von eben diesem Herrn Brandhorst zu lesen und wie man der dazu gehörigen Rezension von mir entnehmen kann, konnte mich dieses Werk auch überzeugen.
Nach einem gefühlt sehr kurzem Abstand liegt nun mit „Omni“ ein neues Werk von Andreas Brandhorst vor, welchem ich mich selbstverständlich gerne widmen wollte.
Ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen in Omni gelegt, da für mich „Das Schiff“ bereits einen Maßstab legte und ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass einem Autoren nach einer so kurzen Zeit wieder etwas Gleichwertiges gelingen sollte.
Erfreulicherweise stellte sich jedoch nach einigen Seiten bereits heraus, dass mit „Omni“ etwas entstanden ist, dass aufgrund seines Plots besser meinen Ansprüchen entspricht, als es „Das Schiff“ zu leisten imstande war. Dies ist natürlich reine Geschmackssache, dennoch halte ich die philosophischen Ansätze und des Autoren Leidenschaft an einem verlängerten Leben unter Anreicherung eines recht spannenden Plots für außerordentlich interessant und durchweg unterhaltend.
Andreas Brandhorst versucht in diesem Werk sehr detailliert in die Tiefe zu gehen und schafft es dennoch, seinen Leser dabei nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil definitiv mit zu nehmen auf seine Reise durch das „Omniversum“.
Sicher, manchmal würde man sich die ein oder andere teilnehmende Person etwas stärker gezeichnet dargestellt wünschen – in diesem Falle könnte es aber auch sein, dass die Geschichte Brandhorsts in seiner Fülle dabei zu wuchtig werden würde.
Ich persönlich wurde jedoch beim Schließen des Buches rundum zufrieden zurück gelassen und kann aufgrund des ganz dezenten Cliffhangers nur auf weitere Geschichten innerhalb des „Omniversums“ hoffen. Trotz dieses kleinen Cliffhangers ist Omni ein rundum abgeschlossenes Buch, welches einfach Lust auf mehr macht.
Aus sicherer Quelle weiß ich auch, dass es noch die eine oder andere Reise in diese unendlichen Weiten geben wird.
In meinen Augen jedenfalls ein durchweg zu empfehlender Science-Fiction-Roman wobei ab jetzt natürlich der Anspruch gegenüber weiteren Werken von Andreas Brandhorst wächst.
Jürgen Seibold/30.10.2016
Omni: Roman – KAUFEN BEI AMAZON