Richard Matheson: The Shrinking Man

©Richard Matheson 1956
First published in Great Britain in 2014 by Gollancz.
ISBN 978-1-473-21110-0
ca. 144 Seiten

COVER:

While on a boating holiday, Scott Carey is exposed to a cloud of radioactive spray. A few weeks later, following a series of medical examinations, he can no longer deny the extraordinary truth. Not only is he losing weight, he is also shorter than he was. Scott Carey has begun to shrink.

Richard Matheson’s novel follows through its premise with remorseless logic, with Carey first attempting to continue some kind of normal life and later having left human contact behind, having to survive in a world where insects and spiders are giant adversaries. And even that is only a stage on his journey into the unknown.

REZENSION:

Während meiner Kindheit – lange ist es her – gab es einige Filme, die mir über Dekaden im Gedächtnis geblieben sind. Die Zahl ist recht gering, doch einer dieser nachhaltigen Werke war definitiv „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“, welcher als Science-Fiction-Film dargeboten wird, jedoch in meinen Augen eher dem frühen Horrorgenre zuzuordnen wäre. Für mich war es jedenfalls einer der ersten Horrorfilme, die ich jemals gesehen habe.
Der Film handelt von Scott Carey, der während eines Bootsausflugs durch eine plötzlich auftauchende Wolke fährt und seitdem nach und nach immer kleiner wird. Der Film ist aus dem Jahre 1957 – dementsprechend noch in Schwarz/Weiß, nichts desto trotz waren die dargebotenen Effekte bereits bahnbrechend und der Kampf des kleinen Scott gegen die riesig wirkende Spinne fräste sich bis heute in mein Gehirn.
Den Film hielt ich für bahnbrechend – dass er auf Basis eines Buches entstand, entzog sich lange meiner Kenntnis. Mit den Jahren wird man klüger und der Genuss einiger Richard Matheson Werke wie zum Beispiel „Hell House“ und „I am Legend“ leiten den literaturbegeisterten Leser natürlich ungebremst zu „The Shrinking Man“, welches ich hier im Original gelesen habe, auf dem deutschen Markt unter dem Titel des Filmes veröffentlicht worden ist.
Auch jetzt frage ich mich, warum dieses Werk als SF-Klassiker bzw. SF-Masterworks vermarktet wird – in meinen Augen handelt es sich um eine klassische Horrorgeschichte. Insbesondere der Kampf gegen die Spinne spricht bereits dafür – gleichzeitig befinden wir uns in der damaligen Gegenwart und der einzige SF-Hinweis könnte die ominöse Wolke am Anfang der Geschichte sein. Die Ursache wird jedoch nicht erklärt und wie in vielen Gruselwerken der damaligen Zeit ist das sicher eine Allegorie zu den unbekannten Gefahren des beginnenden Atom-Zeitalters mit all ihren noch kommenden Problemen. Die Menschen nutzten schon immer Filme und besonders Bücher, um sich ihren Sorgen und Ängsten zu stellen – auch hier ist es nichts anderes.
Die Geschichte von Richard Matheson halte ich im Hinblick auf ihre Entstehungszeit genauso bahnbrechend wie den darauffolgenden Film. Film und Buch sind sich sehr ähnlich und man erkennt deutlich die kurze Zeitspanne zwischen Buch und dem ein Jahr später folgenden cineastischen Werk – erfreulicherweise übernahm Richard Matheson auch die Entwicklung des Drehbuchs, wodurch sich diese beiden Präsentationsformen natürlich eng miteinander verzahnen konnten.
Leider scheint das Buch in deutsch aktuell nicht erhältlich zu sein – daher griff ich zur recht günstigen, englischen Ausgabe als eBook. Somit war das Lesen zwar etwas schwieriger und ich musste mich etwas mehr konzentrieren, nichts desto trotz begeisterte mich jede einzelne Seite. Die Geschichte „The Shrinking Man“ ist wahrlich ein Klassiker der Horrorliteratur (gerne auch der SF-Literatur) und somit bleibt mir nichts anderes übrig, als dieses frühe Meisterwerk jedem Interessierten uneingeschränkt an das Herz zu legen. Perfekt!
Jürgen Seibold/29.03.2020

Richard Matheson: Hell House

Hellhouse©1999 Richard Matheson; (P)2008 Blackstone Audio, Inc.
Audible Hörbuch

COVER:

For over 20 years, Belasco House has stood empty. Regarded as the Mt. Everest of haunted houses, its shadowed walls have witnessed scenes of unimaginable horror and depravity. All previous attempts to probe its mysteries have ended in murder, suicide, or insanity.

But now, a new investigation has been launched, bringing four strangers to Belasco House in search of the ultimate secrets of life and death. A wealthy publisher, brooding over his impending death, has paid a physicist and two mediums to establish the facts of life after death once and for all. For one night, they will investigate the Belasco House and learn exactly why the townsfolk refer to it as the Hell House.

Hell House, which inspired the 1973 film The Legend of Hell House, is Matheson’s most frightening and shocking book, and an acknowledged classic of the genre.

REZENSION:

Nachdem ich immer mal wieder Hörbücher in der englischen Originalausgabe versuche, um meine eigenen Fremdsprachenkenntnisse am Leben zu erhalten, widmete ich mich diesmal Richard Mathesons Hell House.
Hell House ist natürlich ein absoluter Genreklassiker und Matheson war sichtlich ein Garant für dieses Genre und konnte eine Vielzahl an nennenswerten Werken für sich verbuchen.
Bei Hell House wiederum hatte ich noch den Film im Hinterkopf namens The Legend Of Hell House, welcher eine sehr stimmungsvolle und dezent gruselige Story erzählt. Im Film funktioniert auch noch ein klein wenig der übliche Horror innerhalb eines alten Hauses und ich bin mir ziemlich sicher, dass Hell House wegweisend für viele weitere Horrorhausgeschichten war und ist.
Das Buch jedenfalls hat mich dabei ein wenig verlassen, denn Matheson bleibt in seiner Geschichte hochgradig wissenschaftlich und lässt dabei den sanften Grusel ein wenig auf der Strecke.
Beim Sprachenlernen lernt man dabei zwar eine Vielzahl an parapsychologischen Begriffen kennen, aber das sanfte Entwickeln einer zarten Gänsehaut im Nacken bleibt leider auf der Strecke.
Die Geschichte hat natürlich schon einige Jahre auf dem Buckel – aber gerade bei alten Geschichten hielt ich es immer für durchaus interessant, den frühzeitigen Grusel zu erfahren.
Somit halte ich ausnahmsweise die Verfilmung fast für einen Touch besser – nehme aber dieses Werk trotzdem weiterhin als Klassiker des Genres zur Kenntnis und werde mich demnächst wohl I Am Legend von Matheson widmen.
Jürgen Seibold/15.10.2015
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