A. Lee Martinez: Die Kompagnie der Oger – Sterben und sterben lassen!

Originaltitel: In the Company of Ogres
Übersetzung: Karen Gerwig
Deutsche Erstausgabe
Mai 2007
c 2006 A. Lee Martinez
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2007 Piper Verlag GmbH, München

COVER:

Nach “Diner des Grauens” der neue Wahnsinnsspaß des Shooting-Stars A. Lee Martinez – ein Fest für alle Fans von Shrek, Terry Pratchett und Douglas Adams: Never Dead Ned schiebt eine ruhige Kugel als Buchhalter bei einer Söldnerarmee. Nun soll er neuer Kommandant der Oger-Kompanie werden. Alle bisherigen Vorgesetzten dieses intriganten Haufens sind bei mysteriösen Unfällen ums Leben gekommen. Doch Ned ist anders – er kann nicht sterben. Und seine neue Mission hat es in sich: Zur Truppe gehören nicht nur der schüchterne Ork Gabel, der aussieht wie ein Kobold, sondern ebenso Baumwesen, Totengräber und ein blindes Orakel, das die Zukunft vorherriechen kann. Auch liefern sich Amazonen und Sirenen einen erbitterten Kampf um Neds Zuneigung. Und ein Dämonenkönig ist Ned auf den Fersen, um den Weltuntergang einzuläuten. Ausgerechnet auf der Chaos-Truppe ruht die letzte Hoffnung…

A. Lee Martinez wurde mit seinem humorvollen Debüt “Diner des Grauens” über Nacht zum Shooting-Star. Er lebt in Dallas, Texas, wo er schreibt, jongliert, Videospiele spielt und Zeitreisen unternimmt. Vielleicht ist er ein Geheimzauberer (das wäre allerdings geheim), und es könnte sein, dass er Gartenarbeit mag. Sicher ist jedoch, dass er Lebensläufe nicht ausstehen kann. Und eigentlich hat er auch keinen Spaß an Gartenarbeit. Alles andere an dieser Biographie ist jedoch absolut korrekt.

REZENSION:

Bereits mit seinem Debut “Diner des Grauens” konnte A. Lee Martinez uneingeschränkt überzeugen. Nun liegt mit “Die Kompanie der Oger” sein Nachfolger vor und geht in eine etwas andere Richtung. Martinez bleibt zwar weiterhin dem grob umrissenen Genre treu – verlässt aber nun gänzlich den Vampirbereich und widmet sich nun einer ganzen Reihe von anderen Wesen, die uns aus den unterschiedlichsten Märchen, Sagen, Stories,… und woher auch immer, bekannt sind.
Allein seine Hauptfigur weiß schon zu überzeugen und sorgt bereits durch den Umstand, dass er schlicht und einfach ein Problem mit dem Sterben hat – oder vielmehr damit, tot zu bleiben – für einen neuen amüsanten Witz, zu dessen Art Martinez sich ja bereits mit seinem Erstlingswerk einen Namen machen konnte.
In “Die Kompanie der Oger” fängt der Autor ein wenig ruhiger an und lässt anfangs dabei etwas seine Vorzüge missen. Nach und nach merkt man aber, dass er diese Zeit zur detaillierten Bekanntmachung seiner Protagonisten verwandt hat und dem Leser dadurch sehr viel Einblick in die bizarre und irgendwie durch und durch liebhafte Welt und deren Charakteren eröffnet wird.
Nach einer gewissen Zeit fängt Martinez an, auf das Gas zu treten und man wird mehr und mehr in den Sog der Geschichte gezogen – abermals sitzt man mit einem nicht mehr verschwindenden Lächeln vor den Buchstaben und lässt sich fulminant und höchst amüsant die Zeit vertreiben.
Martinez spielt sehr geschickt mit allen Vorurteilen, Charaktervorgaben oder einfach dem, wie man sich die Gestalten vorstellt. Er treibt es sogar weiter und gibt seinen Protagonisten das Wissen um diese Vorurteile teilweise mit – somit ist eine Amazone männerfeindlich aber trotzdem brutal(!) hübsch.
Im Gegensatz zu den berühmteren Namen, wie z.B. Terry Pratchett, bleibt A. Lee Martinez aber auf einer eigenen Schiene. Sein Witz ist absolut nicht mit den anderen Größen vergleichbar – bleibt er doch viel zynischer und auch erheblich schwärzer als die anderen bekannten Autoren des humorvollen Fantasyromans. Martinez treibt es rabenschwarz und hintergründig auf die Spitze und schert sich dabei weder um ethische Befindlichkeiten noch um sonst irgendwas – und genau dies hebt ihn als etwas Anderes hervor. Diese Art des Romans hat den Fans von bösartigeren Geschichten definitiv gefehlt und lässt auch noch auf sehr viel mehr erfreuliche und dabei böse Ergüsse des Autors hoffen.
Jürgen Seibold

A. Lee Martinez: Diner des Grauens

Originaltitel: Gil’s All Fright Diner; Tor Books, New York 2005
Übersetzung: Karen Gerwig
Deutsche Erstausgabe Mai 2006
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2006 Piper Verlag GmbH, München
ca. 345 Seiten / €9,95

COVER:

Willkommen in “Gil’s All Fright Diner”, einem schäbigen Imbiss irgendwo in der Wüste. Hierher verschlägt es die texanischen Kumpels Earl und Duke in ihrem uralten Pickup. Eigentlich wollen sie nur einen Happen essen. Doch Loretta, die schwergewichtige Restaurant-Besitzerin, bietet hundert Dollar, wenn sie sich ihres Zombie-Problems annehmen. Und weil Earl ein Werwolf, Duke ein Vampir und beide knapp bei Kasse sind, schlagen sie ein. Doch die Zombie-Kühe und singenden Yucca-Palmen, mit denen sie es zu tun bekommen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn auch ein Vampir kann sich unsterblich verlieben. Und ein monströser Kult setzt offenbar alles daran, ein altes Unheil unter dem Gebäude zum Leben zu erwecken…
Newcomer A. Lee Martinez legt mit seinem Überraschungserfolg ein rasantes und amüsantes Debüt vor, wie es Fantasy und Horror bisher nicht gesehen haben.

A.Lee Martinez lebt in Terell, Texas. “Diner des Grauens” ist sein erster Roman”

REZENSION:

Was soll man über so ein Buch sagen?
Ein Buch, in dem so ziemlich alle Horror- / Gruselklischees vorkommen, abgehakt oder sogar verworfen werden?`Ein Buch, in dem die beiden Hauptdarsteller ein Vampir und ein Werwolf sind? Ein Buch, in dem selbst Kühe zu Zombies werden? Ein Buch, in dem sich ein Vampir in einen Friedhofsgeist verliebt?
Man könnte so noch endlos weitermachen – A. Lee Martinez hat in diesem Buch wirklich alles eingebaut, was ihm zwischen die Finger kam.
Übrig beibt ein brutales, lustiges, extrem blutiges Buch, das einem die Mundwinkel nach oben zieht und man definitiv nicht weiß, ob man die Augen vor der Brutalität oder dem schwarzen Humor verschließen soll oder ob man sich einfach die Tränen vor lauter Lachen abwischen soll.
Ich persönlich kann dieses Buch nur jedem empfehlen: Einzige Voraussetzung: man sollte sich ein klein wenig im Genre zu hause fühlen um die beschriebenen Klischees zu kennen (Knoblauch, Pfahl im Herzen, “wie wird man Werwolf?”, ….) – als Ergebnis liest man eine Geschichte, wie es sie vorher wohl noch nie gab und schwer zu erreichen sein wird.
A. Lee Martinez reiht sich mit seinem furiosem Debüt in die Riege grosser Kultautoren, wie z.B. Douglas Adams oder Terry Pratchett ein – endlich aber auch für den Horrorfreak!
Für mich ein absoluter Monatstipp!
Jürgen Seibold/20.05.2006