Tom Roth: CO2 – Welt ohne Morgen

©2021 by Bastei Lübbe AG, Köln
ISBN 978-3-7857-2706-5
ca. 525 Seiten

COVER:

Zwölf Kinder aus zwölf Nationen, Teilnehmer eines Klima-Camps in Australien, werden entführt. Die Drohung der Kidnapper: Einigt sich die Weltgemeinschaft nicht binnen kürzester Zeit auf drastische Klimaziele, stirbt ein Kind. Vor laufender Kamera. Dann Woche für Woche ein weiteres.
Die Welt hält den Atem an.
Kann so erreicht werden, was in unzähligen Versuchen zuvor gescheitert ist? Werden die Regierungen nachgeben, wenn das Leben unschuldiger Kinder auf dem Spiel steht? Bald wird klar: Bei diesem Wettlauf geht es um weitaus mehr als das Leben Einzelner – und die Zeit läuft ab …

REZENSION:

Zwölf Kinder werden gekidnappt, um der Weltgemeinschaft förmlich das Messer an das die Brust zu setzen. Tom Roth spinnt in seinem Thriller die den Fridays-for-Future-Gedanken weiter und droht der Welt nicht mit entgangenen Schultagen, sondern lässt wöchentlich ein Opfer hinrichten. Die Kinder sind dabei sehr geschickt ausgewählt und somit aus zwölf verschiedenen Ländern, um mit dieser großangelegten Entführung die Aufmerksamkeit der gesamten Welt zu bekommen.
Sehr schnell denkt man als Leser über das Für und Wider dieser Vorgehensweise nach. Natürlich ist es definitiv nicht in Ordnung, Kinder als Druckmittel heranzuziehen – dennoch fragt man sich, wie man den Druck nach oben stärker anziehen könnte, um nun endlich die nötigen Mechanismen zur Rettung der Menschheit auf diesem Planeten uneingeschränkt platzieren zu lassen.
Tom Roths Thriller ist außerordentlich aktuell und scheint vor nicht allzu langer Zeit final fertiggestellt worden zu sein, da hierin mehrmals die aktuelle Corona-Seuche ebenfalls eine Rolle spielt, beziehungsweise des Öfteren genannt wird.
Der Thriller ist sehr rasant mit kurzen Kapiteln erzählt, wodurch man schnelle Schnitte wahrzunehmen scheint und man getrost schnell noch ein Kapitel lesen kann. Nichtsdestotrotz lässt er sich auf dem Weg zu seinem interessanten Ende ein wenig zu viel Zeit, was dazu führt, dass man gegen Mitte des Buches ein klein wenig über das Aufgeben nachzudenken beginnt. Lediglich der interessante Plot und das Interesse an den Kindern lässt einen noch mitfiebern. Kurzum hätte es dem Werk sicher gutgetan, wenn es um etwa 100 Seiten kürzer wäre. Das Ende ist außerordentlich gut dargestellt und lässt trotz der dezenten Vorhersagbarkeit nichts in seiner Ausmalung missen.
In „CO2 – Welt ohne Morgen“ lernt man nebenbei nicht nur viel über das klimatische Problem, sondern auch über das schwierigere Thema der CO2-Zetrifikate der unterschiedlichsten Art. Diese Vermischung von Sachbuch und Thriller ist ihm absolut perfekt gelungen und sollte auf diese Art und Weise erheblich öfter vorgenommen werden. Dadurch lässt sich auf unterhaltsamste Weise Wissen vermitteln und auch ich ertappte mich nach Abschluss des Buches beim Googeln, da ich wissen wollte, ob es die von ihm genannte Insel nicht nur gibt, sondern auch seiner Beschreibung entspricht – von den klimatischen Vorgängen auf globaler Basis ganz abgesehen.
Alles in allem handelt es sich bei „CO2 – Welt ohne Morgen“ um einen spannenden Thriller, der rasant erzählt wurde, etwas zu nett zu den Politikern dieser Welt ist und dem nebenbei ein paar Seiten weniger gut getan hätte. Trotzdem eine sehr gute und lehrreiche Unterhaltung mit einem Ende, welches doch zur Überlegung führt, ob dieser Weg eventuell eine Möglichkeit wäre ….
Hysterika.de/JMSeibold/31.01.2021