Timo Leibig: Blasse Spuren

© Timo Leibig
ISBN 978-1-689933926
ca. 240 Seiten

COVER:

Luisa Mäderer kämpft mit den Geistern der Vergangenheit. Die Suche nach ihrem Vater, der vor 33 Jahren spurlos verschwand, scheint aussichtslos – bi sihr ein ominöses Paket zugestellt wird. Voller neuer Hoffnung beauftragt sie Privatdetektivin Leonore Goldmann.
Leonore nimmt umgehend die Ermittlungen auf und reist ins Allgäu, wo sich die Spuren von Luisas Vater einst verloren. Doch einige alte Bekannte leben dort noch, und Leonore beschleicht schnell das Gefühl, dass sie mehr wissen, als sie zugeben. Und dann ist da noch der Inhalt jenes Pakets, der sie alle in helle Aufregung versetzt …

REZENSION:

Vorweg erwähnt halte ich das Ermittlerduo Goldmann und Brandner für eine absolut gelungene und in den bisherigen Werken grandios erzählte Idee des wohl immer erfolgreicher werdenden Krimi-Autor Timo Leibig. Dementsprechend passend halte ich seine Vorgehensweise, der sympathischen Leonore eine eigene Reihe zu widmen, da sie sonst aufgrund der Geschehnisse in den Büchern über das Ermittlerduo immer mehr in Richtung Abstellgleis hätte fahren müssen.
„Blasse Spuren“ ist nun der zweite Einzelfall der nun als Privatdetektivin ermittelnden Leonore Goldmann. Selbstständige Privatdetektive im Stile Leonores können sich ihre Fälle aussuchen, sind dabei aber auch abhängig von den ihnen zugetragenen Geschehnissen. Somit kann es sich um eine simple Nachforschung ebenso handeln, wie auch Mordfälle oder anderen zu entdeckenden Begebenheiten. In diesem Falle treibt es Leonore in ein kleines Dorf – eher gezeichnet vom eigenen Verfall und der Geheimniskrämerei der darin lebenden Dorfbewohner. Goldmann lässt sich davon nicht beirren und versucht herauszufinden, warum der Vater von Luisa Mäderer vor 33 Jahren verschwunden ist.
„Blasse Spuren“ beinhaltet erstaunlich viele Informationen über das verschlafene Dorf, demgegenüber wenig aufreibende Ermittlungsarbeit. Die Idee des Falles wiederum konnte mich durch seine erfrischende und doch recht unkonventionelle Idee ganz gut überzeugen. Leider war der Weg dorthin etwas simpel gestrickt und für einen Autor dieser bereits bewiesenen Qualität etwas arg konstruiert. Nun gebe ich zu, dass es Krimis bei mir schon von jeher etwas schwerer haben, dennoch konnte mich Timo Leibig in anderen Fällen problemlos überzeugen, wodurch er hier in seiner Darbietung einen etwas zu einfachen Weg geht. Krimiliebhabern wird diese Episode aus Leonore Goldmanns Leben dennoch gefallen und auch ich möchte dieses Buch nicht als schlecht deklarieren. Es handelt sich um eine solide Arbeit, die relativ gut unterhalten kann, dabei jedoch leider keine Besonderheiten aufzuweisen in der Lage ist. Ein rechter softer Krimi mit geistig recht einfach gestrickten „Bösewichten“, denen man wohl auch ohne den beruflichen Background einer Leonore Goldmann auf die Schliche gekommen wäre.
JMSeibold/20.09.2020

Timo Leibig: Nacht im März

©2018, Timo Leibig
ISBN 9781980616900
ca. 211 Seiten

COVER:

Leonora Goldmann ermittelt.

Marion Sievert ahnt Schlimmes: Ihr Mann betrügt sie. Um sich Gewissheit zu verschaffen, beauftragt sie Privatdetektivin Leonore Goldmann.
Leonore nimmt umgehend die Ermittlungen auf – und wird bald von einem unguten Gefühl erfasst. Was sie herausfindet, wirft immer neue Fragen auf: Wer sind die vier ominösen Freunde des Ehemanns? Was haben sie mit zwei Prostituierten zu tun? Und wohin verschwinden sie alle spurlos in einer winterlichen Märznacht?

Nacht im März ist der erste Kriminalfall für Leonore Goldmann aus der erfolgreichen Thrillerreihe um das Ermittlerduo Goldmann und Brandner.

REZENSION:

Die Bücher von Timo Leibig um das Ermittlerduo Goldmann und Brandner sind absolut zu empfehlen. Selbst ich als überwiegender Verweigerer von Kriminalromanen konnte mich mit diesen uneingeschränkt und auf spannende Art unterhalten. Interessanterweise sind mir die beiden richtig ans Herz gewachsen, was dazu führen sollte, dass ich auch die weiteren Werke dieses Schriftstellers immer gerne nicht nur zur Kenntnis nehmen sondern auch zu lesen bereit bin.
Nun also der erste Fall, in dem Leonore Goldmann als freischaffende Detektivin ihren ersten richtigen Fall ohne Hilfe ihres bisherigen Partners bekommt und sich dabei in höchste Gefahr begibt. Es beginnt alles ziemlich harmlos und klischeebeladen: Eine Frau wird das Gefühl nicht los, dass ihr Angetrauter sie betrügt. Seine frühere Sexsucht scheint sich wieder aktiviert zu haben; die Gute ist mit den Nerven am Ende.
Leibig fängt ziemlich klassisch und ruhig an – würde er dies so beibehalten, hätte diese Geschichte wahrlich nichts wirklich Interessantes zu bieten. Er geht aber natürlich einen Schritt weiter und greift etwas tiefer in die Trickkiste. Somit erkennt man sehr schnell, dass sich hier einiges mehr dahinter befindet, als lediglich eine gehörnte Ehefrau.
Leonore begibt sich dabei in höchste Gefahr – und als Leser fühlt man sich erneut auf eine ausreichend gute Art und Weise unterhalten. Vor allem innerhalb der klassischen Genre-Abgrenzung findet dieser nur knapp über 200 Seite umfangreiche Plot seinen Platz. Ein somit gut durchdachter Kriminalroman für einige interessante Lesestunden. Auch wenn ich weiterhin mehr auf der Seite der Geschichten stehe, in denen beide gemeinsam ermitteln, ist doch dieser Nebenplot eine schöne Abwechslung für den Leser, der diese Personen bereits des Öfteren begleiten durfte. Als dezente Kritik sei angemerkt, dass in dieser Geschichte die ein oder andere Situation arg konstruiert wirkt, Timo Leibig dies dennoch ganz gut vermittelt und man somit mit einem geschlossenen Auge getrost an manchen Zufall glauben kann. Auch im realen Leben wirkt manche Situation ein wenig unglaubwürdig und somit bin ich auch gerne bereit hier ein Auge zuzudrücken. Als Neuling in der Welt des Krimiautors Leibig sollte man dieses Buch eventuell nicht gleich lesen – lieber zuerst mit den fünf Büchern um das Ermittlerduo starten, dann wird man auch mit diesem vorliegenden nicht wirklich enttäuscht.
hysterika.de/24.06.2020