Korb, Markus K.: SPUK! Dunkle Geschichten

©2017 Amrûn Verlag Jürgen Eglseer, Traunstein
ISBN 978-95869-563-4
ca. 285 Seiten

COVER:

Wenn die Rache aus dem Reich der Toten kommt …
Wenn im Genfer See ein grauenhafter Fund gemacht wird …
Wenn japanische Geister nach dem Leben trachten …
Wenn verhüllte Dinge Schauer über den Rücken jagen …
Wenn nachts im Riesenrad schicksalshafte Begegnungen lauern …
… dann ist die Zeit reif für SPUK!

Unheimliche Erzählungen von Markus K. Korb

REZENSION:

Markus K. Korb ist sicherlich schon fast jedem ein Begriff. Mir ist er schon vor Jahren als herausragender Autor von Kurzgeschichten in das Auge gefallen. Seine Stärken liegen dabei besonders im Schreiben von Kurzgeschichten, die sich weniger dem Genre des Horrors widmen, denn dem dabei angelehnten, aber etwas zarter wirkendem Genre der Unheimlichen Literatur.
Korbs Kurzgeschichten erinnern mich jedesmal an frühere Zeiten, als Geschichten ihre Wertigkeit in das feine Gruseln legten und nicht nur ungebremst brutale Details dar zu legen versuchen.
Auch im vorliegenden Kurzgeschichtenband bleibt sich Markus K. Korb weitgehend treu. Man findet hier 16 Geschichten, die beinahe durchweg versuchen, diesem Umstand gerecht zu werden. Wie so oft bei einem Kurzgeschichtenband ist man als Leser nicht unbedingt von jeder einzelnen Story durchweg überzeugt. Dies trifft auch auf diesen Band zu. Nichts desto trotz hat jede einzelne Geschichte – trotz der aufgrund des Lesers vorherrschenden Erwartung und des persönlichen Geschmacks auftretenden Berg- und Talfahrt – für ausreichend Unterhaltung sorgen können.
Gleichzeitig – wie ebenfalls nahezu in jedem Kurzgeschichtenband – gab es auch in dieser Sammlung einige Perlen zu entdecken. Allein durch den Genuss dieser dezent gruseligen Stories hat sich das Lesen des gesamten Bandes bereits gelohnt.
Am nachhaltigsten Erinnern kann ich mich immer noch an die letzte Geschichte mit dem Titel „Der letzte Flug der Enola Gay“. Diese ließ mich wirklich sehr nachdenklich zurück. Andere Stories konnten dies zwar ab und an auch für sich beanspruchen – dennoch wirkte der Schlussakt des Buches am Längsten bei mir nach. Dies kann natürlich auch insbesondere an dem historischen Hintergrund liegen.
Absolut interessant ist weiterhin der Ideenreichtum Markus K. Korbs. Gleichzeitig halte ich es für außerordentlich herausragend, dass sich der Autor weiterhin treu bleibt und Geschichten wie aus einer vergangenen Zeit schreibt. Man erkennt sehr deutlich die Ursprünge und literarische Liebe des Autors.
SPUK! Ist somit erneut eine unterhaltsame Sammlung für Freunde des klassischen Gruselromans in alter Tradition.
Ein kleiner Band, in dem sicherlich für jeden etwas zu finden ist.
Jürgen Seibold/27.05.2018

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Markus K. Korb: Nachts…

c 2005: Eldur Verlag, Aachen
ca. 194 Seiten

COVER:

Zum Buch:
Unheimliche Kurzgeschichten im Grenzbereich von Wahnsinn und Alptraum verdichten sich in diesem Sammelwerk zu einer Reise in den Abgrund menschlicher Verfehlungen.

Markus K. Korb entführt den Leser in seinen Erzählungen an Orte des Verfalls und des Todes, wo abscheuliche Kreaturen und Phantome hausen und schuldbeladene Menschen vergeblich versuchen, ihrer dunklen Vergangenheit zu entkommen.

Ob in einem Schiffswrack die Toten erwachen, eine Frau auf rätselhafte Weise ihre Hände verliert oder ein Selbstmörder durch die Begegnung mit einem wandelnden Toten erst den Wert des Lebens erkennt – in jedem Fall ist Gänsehaut und Grusel garantiert.

Zum Autor:
Markus K. Korb besitzt deutsch-ungarische Wurzeln und wurde 1971 in Werneck geboren. Er schreibt seit 1981 Essays, Gedichte und Kurzgeschichten. Schon recht bald orientierte er sich am Düsteren und Morbiden, nachdem er Edgar Allan Poe für sich entdeckte, der zu seinem literarischen Vorbild wurde. Korb veröffentlichte in deutschen und englischen Literaturmagazinen und brachte es bislang auf 3 Einzelpublikationen.
Korb ist verheiratet und hat zwei Kinder.

REZENSION:

Mittlerweile zählt für mich der kleine aber feine Eldur-Verlag zur Creme-de-la-creme der phantastischen Literatur.
Um dem erneut gerecht zu werden, hat der Verlagsleiter wohl meine bisherigen Rezensionen über Bücher der Konkurrenz durchforstet, um heraus zu bekommen, welchen Autor ich bereits höchst lobend beschrieben habe. Er stieß dabei anscheinend unter anderem auf einen früheren Monatstipp von mir, in dem ich ein Buch (Grausame Städte) von Markus K. Korb rezensierte. Ich könnte mir vorstellen, daß der Verlagsleiter in einer Nacht- und Nebelaktion dem Autor auflauerte, ihn schnappte und nur mit Papier und Bleistift ausgerüstet in einen düsteren Keller sperrte. Markus K. Korb fand sich also im zerfaserten Rand der Wirklichkeit wider und musste nun um sein Leben schreiben…
Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen, denn Markus K. Korb lieferte mit “Nachts…” vierzehn unheimliche Kurzgeschichten in alter Tradition ab, die seinesgleichen suchen.
Es fällt einem unwahrscheinlich schwer, dieses Buch als Kurzgeschichtensammlung zu betrachten: Zu groß ist der Drang zum Ergründen der nächsten Seite.
Markus K. Korb schafft es spielerisch, den Leser zu fesseln, zu ängstigen, zu hoffen,  zu beunruhigen und manchmal zum lächeln zu bringen.
Auf die einzelnen Geschichten möchte ich gar nicht explizit eingehen, da ich deren Inhalt in keinster Weise gerecht werden kann. Lediglich die geniale, kleine Kurzgeschichtenreihe über die Jungs an der Otterbucht sei nochmal besonders positiv erwähnt. Darüber hätte ich gerne noch mehr gelesen.
Somit für mich (wieder einmal) ein weiteres Highlight des Eldur-Verlages und ein weiterer Monatstipp für Markus K. Korb.
Perfekt!
Ach ja: Lasst ihn wieder raus – er hats verdient….
Jürgen Seibold/30.08.05

Markus K. Korb: Grausame Städte

BLITZ Verlag GmbH, Windeck 2003
Reihe: Edgar Allan Poe’s Phantastische Bibliothek (Band 1)

 

COVER:

Wenn das Licht des Tages stirbt und sich das Totenhemd der Nacht auf Pflastersteine und Asphaltstrassen herabsenkt, geht ein Raunen durch alte Ziegelmauern. Es ist die Zeit des Zwielichts, in welcher die Gebäude im Mondlicht zu träumen beginnen…

Die schiefen Palazzi von Venedig flüstern einander längst vergessene Geheimnisse zu. In den verfallenen Häuserblocks von Berlin ertönt ein Wispern. Beide Städte erzählen dem Leser unheimliche Geschichten. Grotesk, bizarr durchwoben von Schmerz und Angst …

Markus K. Korb führt den Leser durch düstere Labyrinthe aus Gassen und Hinterhöfen bis hinein in die modrigen Herzen von Venedig und Berlin. Beide Städte sind Schauplätze phantastischer Ereignisse, die von der Gegenwart bis in archaische Zeiten hinabreichen. Dorthin, wo fleischlose Schädel ihre ewig bleckenden Zähne entblössen …

“M.K.Korbs Erzähltalent schafft farbenfrohe Szenarien, die so anschaulich geschildert werden, dass der Leser sie selbst wahrzunehmen glaubt.”
Eddie M. Angerhuber

“Korbs Erzählungen fußen immer zunächst in der scheinbar so sicheren Realität, gleiten dann ab in surreale Welten des Grauens und der Verstörung.”
Carsten Kuhr auf www.phantastik.de

“Freunde ungewöhnlicher Phantastik sollten diesen Autor im Auge behalten.”
Thomas Wagner in “Mephisto”

Rezension:

Edgar Allan Poe wurde ja schon oft als Namensgeber vergewaltigt. Sehr oft hatte man hierbei das Gefühl, daß die Herausgeber bzw. die Leser nur den „Fall des Houses Usher“ kannten. Den wenigsten ist leider bewusst, um was für ein Genie es sich bei Poe handelte.
Dieser Umstand hat mich bei der Betrachtung des Buches ein wenig abgeschreckt. Es gibt ja sehr viele Anthologien mit dem Konterfei des großartigen Literaten auf dem Cover. Die meisten davon werden dem Anspruch des Namensgebers nicht gerecht und sind im Gegenteil sogar so schlecht, das man die Herausgeber allein für jeden Buchstaben im Namen des Meisters zur Rechenschaft ziehen müsste.
Naja, sehen wir einmal davon ab und blättern Markus K. Korb’s Buch durch. Siehe da, die Aufmachung ist sehr stimmungsvoll gemacht. Die Zeichnungen des Künstlers Gustav Wölkl am Anfang jeder Geschichte sind sehr düster gehalten und umrahmen sehr gut den Charakter des Buches, der ja allein durch den Begriff „Edgar Allan Poes phantastische Bibliothek“ suggeriert wird.
Aber es geht ja eigentlich um die Geschichten…
Markus K. Korb war mir bisher noch kein Begriff – ich werde diesen Namen jedoch in Zukunft sehr stark im Auge behalten.
Seine in diesem Buch befindlichen acht Geschichten sind in bester traditioneller Art und Weise geschrieben und begeistern von Seite zu Seite mehr. Er zeigt die düsteren Schauplätze zweier großer Städte, Venedig und Berlin, auf – wobei in seinen Geschichten die Städte eigentlich beinahe nebensächlich zu betrachten sind. Vielmehr schafft es Markus K. Korb in allen Geschichten die Protagonisten hervorzuheben und sehr detailliert darzustellen – jedoch diese zumeist auch zum Ende hin fallen zu lassen. Seine Erzählungen starten sehr dezent und in ruhigem Fahrwasser, treiben aber in die stürmischsten Gefilde, die man sich vorstellen kann. Dadurch entsteht beim Lesen eine dunkle, stimmungsvolle Atmosphäre, die jeden zu fesseln und mit Sicherheit zu begeistern weiß.
Kurz gesagt: Es weht ein starker lovecraft’scher und poe’scher Hauch durch dieses Buch….
Ich bin gespannt ob es der Verlag schafft, die mit diesem Band 1 der Reihe „Edgar Allan Poes phantastische Bibliothek“ bereits sehr weit oben liegende Messlatte mit den Folgebänden aufrecht zu halten
Ach ja: Der Verlag kann meiner Meinung nach gerne weiterhin den Namen POE auf den Büchern führen – diesmal muß er sich sicherlich nicht verzweifelt im Grabe drehen, sondern kann mit stolzgeschwellter Brust seine Ruhe fortsetzen.
Jürgen Seibold/04.11.03