Danny King: Das Haus der Monster

Originaltitel: The Monster Man of Horror House
Übersetzung: Heike Schrapper
©2017 LUZIFER-Verlag
ISBN 978-3-95835-184-4
ca. 328 Seiten

COVER:

Es gibt ihn in jeder Kleinstadt: Den verrückten alten Sonderling, der allein in einem unheimlichen Haus lebt, das fast so heruntergekommen ist wie er selbst.
In dem englischen Städtchen Thetford ist sein Name John Coal. Aber als die Jungen aus der Nachbarschaft anfangen, dem eigenbrötlerischen Alten immer dreistere Streiche zu spielen, müssen sie feststellen, dass sie sich mit dem Falschen angelegt haben. Denn John Coal hat mehr als eine Leiche im Keller. Zu den dunklen Geheimnissen, die er bewahrt, zählen seine Abenteuer mit Serienmördern, Werwölfen, Dämonen, Geistern und manisch-depressiven Vampiren. Und es wäre ein Fehler, einen Mann zu unterschätzen, der all dies überlebt hat …

REZENSION:

Danny King ist nach meinem Kenntnisstand mittlerweile ein recht bekannter Autor aus UK. Dennoch hat sich noch kein deutscher Verlag seinem Werk angenommen und in unseren Gefilden angeboten.
Erfreulicherweise nahm sich der Luzifer-Verlag dem an, und bringt mit “Das Haus der Monster” ein Buch Danny Kings auf den deutschen Markt. Wie sich dabei herausstellen sollte: Es wird sicherlich weder Danny Kings noch des Verlags Schaden sein – im Gegenteil: Nehmt euch doch bitte auch noch die anderen Bücher Kings zur Brust und bringt diese über den kleinen Teich.
Doch worum geht es eigentlich?
Nun, Danny King entführt uns in ein kleines Nest, in dem ein verschrobener Alter lebt. Wie so oft, wird dieser nicht nur schräg angesehen, sondern auch zum Opfer der örtlichen Möchtegern-Halbstarken.
Eines Tages dreht John Coal jedoch den Spieß herum und stellt den Jugendlichen eine Falle. Natürlich tappen diese nahezu ungebremst hinein und finden sich plötzlich im Keller Johns auf einer Couch wieder.
Eher vor Angst zitternd lauschen sie den Worten John Coals – der die Jugendlichen anhand einiger Erzählungen seines Lebens bekehren möchte.
Danny King macht es sich beinahe ein wenig einfach, denn er nimmt sich vier Kurzgeschichten, baut eine Rahmenhandlung darüber und schwupps, schon hat er einen handfesten Roman entwickelt. Siehe da: Dabei funktioniert das Ganze auch noch.
Die Geschichte mit den Kids, die den Worten John Coals lauschen müssen bleibt dabei eher nebensächlich und leider auch dementsprechend oberflächlich. Hier hätte ich wirklich noch viel mehr Liebe zum Detail erwartet. Insbesondere der Umstand, dass John Coal längere Zeit drangsaliert wird und nun zum letzten Mittel greift, wird in einigen wenigen Seiten abgehandelt.
Zwischen seinen Geschichten ist die jeweilige “Kellersequenz” lediglich Mittel zum Zweck und dient nur als schmale Brücke zur nächsten Erzählung.
Die Erzählungen selbst machen ausreichend Spaß und treffen verschiedene Genre. Über deren Inhalt möchte ich nicht wirklich etwas erzählen – aber mit einem Serienmörder, einem Monster, einem Werwolf und einem Vampir ist doch zumindest ein sehr breites Spektrum abgedeckt.
DAS HAUS DER MONSTER ist somit ein sehr abwechslungsreich gestalteter Roman – oder besser: Kurzgeschichtenband, als Roman verkleidet – der einfach Spaß beim Lesen bereitet. Ein Blockbuster wäre es geworden, wenn Danny King sich noch sehr viel detaillierter dem aktuellen Leben John Coals gewidmet hätte. Ein klein wenig blitzt es wie ein zarter Lichtstrahl durch (insbesondere am Ende), aber das Leben Coals hätte da sicherlich mehr Detail verdient.
Aber wollen wir nicht auf einem hohen Niveau meckern, denn DAS HAUS DER MONSTER sorgt für eine perfekte Unterhaltung und lässt auf weitere Veröffentlichungen auf dem deutschen Markt hoffen.
Jürgen Seibold/22.10.2017

Das Haus der Monster: The Monster Man of Horror House – KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King, Robin Furth, Peter David, Alex Malev, Richard Isanove: Der Dunkle Turm – 10 – Der Mann in Schwarz

© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2014
© 2013 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2014 by Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-86869-530-4

COVER:

»Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.«

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles auf der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Der Mann in Schwarz, der zehnte Band der epischen Graphic Novel, ist Teil der Adaption des Romans Schwarz, in dem Rolands große Suche nach dem Dunklen Turm ihren Anfang hat – oder ihr Ende?

»Lange Tage und angenehme Nächte…«

REZENSION:

Der Dunkle Turm lässt mich einfach nicht los. Über Jahre hinweg begleitet mich Roland immer mal wieder – sei es beim erneuten hereinschnuppern in die Originalromane, oder eben in die nach und nach von mir fortgeführte Graphic-Novel-Reihe, deren zehnten Band ich nun genossen habe.
Wie bereits mehrfach gesagt, finde ich die Zeichnungen im Vergleich zu den ersten Bänden nicht mehr so überragend – nichts desto trotz sind sie immer noch auf einem sehr hohen Niveau und werden der Geschichte gerecht.
Endlich befinden wir uns thematisch auch an den Anfängen der Romanreihe Stephen Kings und somit begleitet man nun Roland auf seinen ersten Schritten in Richtung des sagenhaften Turmes.
Immer noch angetan von der Qualität dieser Sammelbände des Splitter-Verlags, hoffe ich sehr, dass ein ausreichender Markt vorhanden ist, um auch in fernen Zeiten gemeinsam mit Roland Deschain den Turm erblicken zu können.
In meinen Augen immer noch eine sehr hochwertige und gelungene Umsetzung eines absoluten Epos eines Meisters des geschriebenen Wortes.
Absolut empfehlenswert für jeden Freund des Dunklen Turms.
Jürgen Seibold/25.02.2017
Stephen King – Der Dunkle Turm: Band 10. Der Mann in Schwarz – KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: Mind Control

king_mindOriginaltitel: End Of Watch
© 2016 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-27086-2

COVER:

In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein – und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer je zu verlassen. Ex-Detective Bill Hodges, den wir aus Mr. Mercedes und Finderlohn kennen, kann die Selbstmordepidemie in der Stadt schließlich mit Brady in Verbindung bringen, aber da ist es schon zu spät.

REZENSION:

Ich denke, dieses Buch benötigt sicherlich keine Werbung, denn der Autorenname ist bereits Werbung genug.
Nachdem Stephen King seit nunmehr etwas über 30 Jahren mein absoluter Lieblingsautor ist, bin ich natürlich einerseits euphorisch und andererseits skeptisch, ob er mich erneut problemlos unterhalten kann.
Mit Mind Control liegt nun der letzte Band einer Krimitrilogie des immer noch „Meister des Horrors“ genannten Autors vor. Die Vorgänger mit den Titel Mr. Mercedes und Finderlohn sorgten dafür, dass einer wie ich, der nicht allzu viel von Krimis hält, den Weg in dieses Genre gefunden hat und dabei durch und durch überzeugt worden ist.
Mind Control ist nun der Abschluss, dessen Ende sogleich für Wehmut sorgt und sehr emotional die Trilogie beendet.
Stephen Kings Geschichte ist in diesem Fall ein kleines Anlehnen an den typischen King, denn es kommen – im Gegensatz zu den beiden ersten Bänden – parapsychologische Elemente hinzu. Dies schadet der Story nicht, könnte aber unter Umständen nicht jedermanns Sache sein. Ich glaube aber, dass King-Anhänger damit kein Problem haben.
Wir erleben sämtlich Höhen und Tiefen der Protagonisten und somit ist Mind Control ein gelungener Abschluss einer nicht zu verachtenden Trilogie. Ich persönlich halte Mind Control nicht mehr ganz so stark wie die beiden Bücher davor – nichts desto trotz ist es passend, überzeugend und konnte für einige spannende und unterhaltsame Stunden sorgen.
Alles in allem ein würdiger Abschluss einer, im Ganzen betrachtet, starken Krimitrilogie eines Autoren, der erneut seine Wandlungsfähigkeit bewiesen hat und von dem noch hoffentlich viele weitere Romane erscheinen werden.
Jürgen Seibold/27.09.2016
Mind Control: Roman (Bill-Hodges-Serie, Band 3) – KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: Basar der bösen Träume

King_basarOrignaltitel: Bazaar of Bad Dreams
©2015 by Stephen King
©2016 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-641-16403-4
ca. 768 Seiten

COVER:

Abermals legt Stephen King, u. a. Träger des renommierten »O.-Henry-Preises«, eine umfassende und vielseitige Kurzgeschichtensammlung vor. Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.

Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube – Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen aufs Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in seinem Basar der bösen Träume ausruft: »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.«

REZENSION:

Im vorliegenden Band vereinen sich zwanzig Kurzgeschichten meines absoluten Lieblingsautors. In der Vergangenheit sah ich King jedoch nicht wirklich als Kurzgeschichtenerzähler, da mir seine ausschweifenden Romane nahezu durch die Bank erheblich mehr zusagten. Nun erneut ein Kurzgeschichtenband, in dem sich teils bereits veröffentlichte, teils neue Kurzgeschichten des Autors wiederfinden lassen. Die Geschichten selbst sind sehr unterschiedlich und somit kann ein Leser, dessen Meinung in Richtung Stephen King immer noch ausschließlich etwas von Horror sagt, hier nicht durchgehend zufrieden sein. Viel zu verschiedene Stimmungen und Genres baut King auf.
Nichts desto trotz schaffte er es erneut nicht umfassend, mich mit diesem Band zu überzeugen. Sicher: Einige Geschichten überzeugten mit jedem Wort – andere jedoch konnten mich in keinster Weise berühren.
Der Schreibstil Kings ist beileibe bei allen außerordentlich, aber trotzdem konnte der Funke nicht immer überspringen. Somit ein ganz netter Band für mich als 100%igen-King-Käufer-und-Leser, aber nun warte ich lieber auf den nächsten Roman.
Positiv sei zu erwähnen, dass Heyne in diesem Fall den Originaltitel einfach mal in das deutsche übersetzt hat und wohl weg ist vom unsäglichen “wir brauchen einen Titel mit nur einem Wort”. Endlich!
Negativ sei zu erwähnen, dass der namhafte Verlag aber ein wenig in der Übersetzung geschludert hat. Im Falle eines 2,99 € Buches eines aufstrebenden Selfpublishers schließe ich wohlwollend meine Augen und kann das akzeptieren – bei diesen doch recht hochpreisigen Büchern erwarte ich aber auch die notwendige Qualität. Hier muss definitiv darauf geachtet werden, insbesondere, da Verlage in der heutigen Zeit durch die aufkommende Konkurrenz immer das Argument bringen, dass bei ihnen eben eine andere Qualität dahinter steckt. Nun, dann möchte ich neben einigen Fehlern in Sätzen auch nicht so etwas offensichtliches lesen, wie “Rache” statt dem Namen “Rachel”. Das darf einfach nicht passieren.
Jürgen Seibold/04.02.2016
Basar der bösen Träume KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: Finderlohn

King_FinderlohnOriginaltitel: Finders Keepers
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
© 2015 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-641-16402-7

COVER:

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

REZENSION:

Stehen King zählt noch immer als King des Horror. Wer sich aber mit seinem bisherigen Werk befasst, wird schnell feststellen, dass diese Eingruppierung schon lange obsolet ist, denn er hat wahrlich bereits jegliches Genre beackert. Er schrieb Horror, Fantasy, Science Fiction und noch vieles mehr. Nun liegt mit Finderlohn sein zweiter Roman einer Krimitrilogie vor und somit kann man Stephen King nur noch als eigenes Genre betrachten und jeder Handel müsste für ihn ein seprates Genre bzw. Regal aufbauen.
Nach Mr. Mercedes ist Finderlohn der zweite Roman um den pensionierten Ermittler Bill Hodges. Im Gegensatz zum ersten Band kommt nun jedoch Bill Hodges sehr spät in der Geschichte vor. Hierdurch wirkt es nicht so Krimihaft wie Mr. Mercedes, was jedoch diesem Band sichtlich gut tut.
Wie bereits des öfteren in der schriftstellerischen Vergangenheit des Autors treffen wir hier auf einen fanatischen Fan. Dieser bricht bei einem Autor ein und ermordet diesen. Dies alles nur, um diesem seine Vielzahl an Notizbüchern zu entwenden, in denen sich auch ein weiterer Entwurf eines Romans befindet, der die vom Mörder bis ins kleinste Detail geliebte Geschichte weiter erzählt.
Der Mörder kommt aus anderen Gründen in das Gefängnis und wartet sehnsüchtig auf seine Entlassung, um sich den von ihm vergrabenen Notizen endlich widmen zu können.
Als weiteren Protagonisten baut King, ebenfalls wie in früheren Werken, einen Jungen ein, der den vergrabenen Koffer findet und mit dem darin befindlichen Geld seinen Eltern auf interessante Weise beim täglichen Überlebenskampf hilft.
Die Notizbüchern sind dabei erst einmal nebensächlich, rücken jedoch im Laufe der Geschichte immer stärker in den Fokus der Geschichte und es beginnt ein Katz- und Mausspiel, dessen spannende Elemente rasant in den Vordergrund drängen.
Bill Hodges selbst kommt – wie gesagt – sehr spät mit in das Spiel und wird lediglich unterstützend tätig. Die Hauptrolle trägt der junge Peter Saubers und somit ist der Abstand zwischen Krimi und Thriller nur marginal zu erkennen.
Dieser Umstand hilft dem Buch ungemein, da er übliche Krimiwege zu verlassen versucht, ohne dabei gänzlich darauf zu verzichten.
Stephen King beweist mit Finderlohn, dass er auch diesem Genre gewachsen ist und wohl einfach über das schreiben kann, was ihm gerade im Kopf herumschwirrt.
Mr. Mercedes war etwas spannender, befriedigte dabei aber beinahe allen Krimiklischees – Finderlohn geht einen Schritt zurück, bedient sich nur noch einigen Krimivorgaben und wirkt dadurch beinahe stärker, obwohl die Spannungselemente im ersten Buch etwas härter angezogen waren.
Finderlohn wirkt dabei auch als alleinstehendes Buch – durch die vielen Verknüpfungen zu Mr. Mercedes ist es aber sinnvoll, die Lesereihenfolge einzuhalten.
Finderlohn ist ein grandios geschriebenes Buch. Es fesselt nicht nur, sondern lässt auch ausreichend Tiefgang zu, um den Leser zugleich zu berühren und zu fesseln.
Fest eingewoben lässt sich King über die Macht von Literatur aus, wodurch man als Leser nur noch mehr in die gesamte Erzählung einzutauchen gewillt ist.
Krimis sind immer noch nicht gerade meine Leidenschaft – hier verschwimmen jedoch die Genregrenzen und es zeigt sich einfach ein absolut hochwertiger, interessant und ausreichend spannend erzählter Plot über Wahnsinn, Abhängigkeit und jugendlichem Leichtsinn. Freue mich schon darauf, zu erfahren, wohin King im dritten Band der Reihe driftet.
Jürgen Seibold/27.10.2015
Finderlohn: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King, Robin Furth, Peter David, Laurence Campbell, Richard Isanove: Der Dunkle Turm – 9 – Die Zwischenstation

king_zwischenstation© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2013
© 2012 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2013 by Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-86869-529-8

COVER:

»Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.«

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles auf der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Die Zwischenstation, der neunte Band der epischen Graphic Novel, ist Teil der Adaption des Romans Schwarz, in dem Rolands große Suche nach dem Dunklen Turm ihren Anfang hat – oder ihr Ende?

»Lange Tage und angenehme Nächte…«

REZENSION:

Nun endlich wandeln wir weiter durch den ursprünglichen Beginn der Romanreihe von Stephen King um den sagenumwobenen Dunklen Turm.
Im vorliegenden Band befinden wir uns etwa in der Mitte von Schwarz und wir lernen endlich das erste zukünftige Mitglied des Ka-tets kennen: Jake.
Die Geschichte nimmt ihren lauf und abermals sind die Zeichnungen sehr stilvoll und wohlüberlegt platziert. Leider wechselte erneut ein Zeichner, wodurch sich die bildliche Darstellung ein wenig änderte. Mir persönlich gefielen die Zeichnungen der ersten Bände  ein wenig besser, nichts desto trotz sind auch hier sämtliche Bilder in der Lage, alleine in sich zu wirken. Sicher stellte man sich beim Lesen der Romanreihe manche Person ein wenig anders vor – aber diese Gedankengänge scheinen nah genug an den Gedanken der Zeichner zu sein, wodurch man – wie leider oft in Filmen – keineswegs den Hang verspürt, der Geschichte nicht mehr folgen zu wollen.
Die Ausgaben des Splitter-Verlags sammeln immer mehrere Ausgaben der Graphic-Novel-Reihe« in einem Band. Darüber hinaus sind diese Ausgaben sehr hochwertig produziert und lassen absolut nichts zu wünschen übrig. Eine wahrhaft sehr schöne zusätzliche Möglichkeit, um weiterhin in die Tiefen Mittwelts eintauchen zu können.
Jürgen Seibold/20.10.2015
Stephen King – Der Dunkle Turm: Band 9. Die Zwischenstation KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: IT

KING_ITAudible-Hörbuch
© 1987 Stephen King (P) 2010 Penguin
Penguin Audio, Sprache Englisch, Ungekürzt
44 Stunden, 47 Minuten
Erzähler: Steven Weber

COVER:

They were just kids when they stumbled upon the horror of their hometown. Now, as adults, none of them can withstand the force that has drawn them all back to Derry, Maine, to face the nightmare without end, and the evil without a name.

REZENSION:

ES von Stephen King ist meiner Meinung nach eines der Bücher, welches erhaben über vielen anderen steht. Die Geschichte besitzt dermaßen viele Geschichten in sich, die über das Leben der Beteiligten erzählen, wie es so gut wie nirgendwo erneut geschehen ist.
ES war auch der Grund für mich, Stephen King als “Schwätzer” zu betiteln, denn er erzählt und erzählt und erzählt – trotzdem verliert man niemals das Gefühl, dass diese Erzählungen und Hintergründe zu viel des Guten wären.
Ich selbst weiß gar nicht mehr, wie oft ich ES schon gelesen habe – nun widmete ich mich dem englischsprachigen Hörbuch, um meine Fremdsprachenkenntnisse aufrecht zu erhalten.
Der Erzähler – Steven Weber – konnte mich dabei unverzüglich überzeugen, denn er lässt die Geschichte vor einem mit allen Facetten aufstehen und man bekommt mehr und mehr das Gefühl, einem Film zu lauschen. Steven Weber schwenkt geschickt mit seiner Stimme, um den jeweiligen Figuren eine eigene Stimme zu verleihen und darüber hinaus hat er auch keine Probleme, das Stottern Bills glaubwürdig rüberzubringen.
Wie gesagt, die Geschichte ist weiterhin unerreicht – der Sprecher in diesem Fall kann dem nur noch eines draufsetzen: Er ist verständlich und lebendig genug, um den Hörer durch die ellenlange Story zu geleiten.
Perfekter Genuss!
Und abermals habe ich das Gefühl, das Buch doch noch mal in die Hand zu nehmen, um erneut nach Derry zu reisen.
Jürgen Seibold/03.08.2015
It – KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: The Dark Tower IV – Wizard And Glass

king_wizard© 1997 by Stephen King
ISBN 978 1 444 72347 2
ca. 846 Seiten

COVER:

Set in a world of extraordinary circumstances, filled with stunning visual imagery and unforgettable characters, The Dark Tower series is Stephen King’s most visionary piece of storytelling that may well be his crowning achievement.

The Dark Tower beckons Roland, the Last Gunslinger, and the four companions he has gathered along the road. In a terrifying journey where hidden dangers lie at every junction – a malevolent runaway train, Roland’s staunch enemy and the temptation of the wizard’s diabolic glass ball – they narrowly escape one world and slip into the next.

It is here that Roland tells them a long-ago tale of love and adventure involving a beautiful woman named Susan Delgado.

With driving narrative force and exciting plot twists, Wizard and Glass will leave readers clamouring for the next chapter.

AND THE TOWER IS CLOSER …

REZENSION:

Der Dunkle Turm verfolgt mich nun schon beinahe mein gesamtes Leseleben und immer wieder lasse ich mich auf ihn ein. Im vorliegenden Fall – und durch nun endlich vorherrschende, dementsprechende Sprachkenntnisse – widmete ich mich nach und nach den englischen Originalausgaben.
Hier nun also der vierte Band.
Dieser hat mich früher, als ich ihn zum ersten Mal gelesen hatte, ein wenig enttäuscht. Dies liegt insbesondere daran, dass ich Roland schlichtweg auf seinem Weg zum Turm begleiten wollte und nicht bereit war, mir seine Jugendgeschichte einzuverleiben. Nach und nach erkannte ich aber, dass diese Erlebnisse des jungen Roland essentiell für die gesamte Geschichte ist, wodurch es mir immer leichter fiel, auch in diese Begebenheiten einzutauchen.
Vielleicht lag es anfangs einfach daran, dass ich händeringend auf den jeweils weiteren Band des Turm-Zyklus’ wartete und somit enttäuscht war, dass sich das ka-tet in diesem vierten Band nicht wirklich dem Turm nähern.
Man befindet sich während der Reise zum Dunklen Turm in einer besonderen Welt vollgepackt mit unterschiedlichsten Begebenheiten – die Geschichte Rolands Jugend wiederum ist bis auf wenige Anleihen aus unserer Welt beinahe eine reinrassige Westerngeschichte – garniert mit einer Liebesgeschichte.
Nichts desto trotz lernt man hierbei Roland sehr intensiv kennen und man erkennt, warum er so ist wie er ist und warum er sich auf seiner Reise befindet.
Sicher, Stephen King ist nicht unbedingt der große Erzähler von Liebesgeschichten – er hat aber einigermaßen die Kurve bekommen und man würde sich sehnlichst wünschen, dass Roland und Susan für ewig zusammenkommen. Nun, in diesem Falle wäre Stephen King nicht Stephen King und darüber hinaus würde sich Roland auch nicht auf dem Weg zum Turm befinden.
Wizard And Glass ist somit ein wahrhaft gut erzählter Plot, um dem Leser Roland näher zu bringen. Mittlerweile kann ich darin auch recht gut abtauchen, bin aber gleichzeitig sehr froh, endlich die Companions wieder auf ihrerReise zu begleiten.
Jürgen Seibold/09.07.2015

The Dark Tower 4. Wizard and Glass: The Dark Tower KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: Revival

King_RevivalOriginaltitel: Revival
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
© 2014 by Stephen King
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by: Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-26963-7

COVER:

Der kleine Jamie spielt vor dem Haus mit seinen Plastiksoldaten, da schiebt sich ein dunkler Schatten über ihn, ein Schatten, den er sein Leben lang nicht loswerden wird. Er blickt auf und sieht Charles Jacobs über sich, den jungen Methodistenprediger, der in der neuenglischen Gemeinde gerade sein Amt antritt. Im Nu gewinnt der charismatische Jacobs die Herzen der gottesfürchtigen Einwohner. Den Kindern haben es vor allem die elektrischen Spielereien angetan, mit denen er Bibelgeschichten veranschaulicht. Das alles endet, als ihn ein entsetzlicher Unfall vom Glauben abfallen lässt und er eine letzte Predigt hält, die in einer rasenden Gottverfluchung gipfelt. Von der Gemeinde verstoßen, tingelt er fortan über die Jahrmärkte, wo er elektrische Experimente vorführt, die zunehmend spektakulärer werden. Und immer schrecklichere Folgen nach sich ziehen. Über die Jahre trifft Jamie, inzwischen drogenabhängiger Musiker, wiederholt auf Jacobs, der ihn jedes Mal tiefer in seine dämonische Welt zieht. Als Jamie sich dessen klar wird, gibt es kein Zurück mehr. Das finale Experiment steht bevor.

REZENSION:

Jeder, der meine Präferenzen kennt, weiß, dass Stephen King mich nicht nur seit ich bewusst Romane lese begleitet, sondern auch zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört.
Als ich dann hörte, dass sein neuestes Werk REVIVAL auch noch eine Hommage an Lovecraft und Shelley ist, war es schier um mich geschehen, denn diese Vereinigung spricht absolut dafür, dass sich hier vor meinen Augen ein rundum glücklich machendes Werk ausbreiten würde. Schlussendlich konnte ich mancher Kritik entnehmen – und auch den Worten des Autors -, dass er die Horrorkiste öffnet und den Inhalt ungebremst auf den Leser loslässt.
Dementsprechend euphorisch widmete ich mich diesem Buch und war sogleich sichtlich angetan, als sich der Schatten des Priesters über Jamie schiebt.
Im Gegensatz zu meinem Wunschgedanken lässt uns der Autor beinahe nur am Leben Jamies teilhaben – dessen Weg sich immer wieder mit dem Priester kreuzt. Trotzdem scheint aber nichts zu passieren, obwohl die Anleihen ganz dezent durchzusickern versuchen. Was hätte man nicht alles machen können aus den elektronischen Spielereien des irren Charles Jacobs – aber: Wir begleiten lediglich Jamie auf seinem Weg in die Welt des Rock and Roll und den unvermeidlichen Drogen.
Sicher, ein ganz interessantes Leben – aber eben nicht, was ich erwartet hatte. REVIVAL bleibt ruhig und selbst die vom King kongenial verwendete Erzählkunst fehlt mir hier ein wenig. In anderen Werken hätte ich absolut kein Problem gehabt, wenn King lang und breit irgendein Leben eines Protagonisten ausbreitet – wurde man dort doch zumindest dann relativ schnell mit der unvermeidlichen Keule getroffen.
In REVIVAL bleibt diese vorenthalten und somit entstehen Längen, die nett zu lesen sind, aber einfach ihre Wirkung verfehlen.
Sicherlich holt uns King ein klein wenig ab und öffnet am Ende (!) des Buches vorsichtig besagte Horrorkiste – leider ist es dort aber bereits zu spät und wäre es nicht Stephen King hätte ich das Buch bestimmt schon weit vorher unbeendet auf die Seite gelegt.
Schade, dass hier trotz des Versuches einer Hommage nichts atemberaubendes entstanden ist.
Selbstverständlich wird sich auch dieses Buch wie geschnitten Brot verkaufen – als Fan kommt man nicht daran vorbei und da gibt es ja genug. Einem Einsteiger würde ich dieses Buch jedenfalls nicht empfehlen – da gibt es weitaus bessere – und auch bei mir wird es wohl nicht zu den King-Büchern gehören, die ich mehrmals öffne und erneut genieße.
Schade.
Jürgen Seibold/19.04.2015
Revival: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King: The Green Mile

King_GreenMileGesprochen von Frank Muller
13 Stunden, 45 Minuten

Cover:

Hear this history-making serial novel – from cliffhanger to cliffhanger – in its entirety. When it first appeared, one volume per month, Stephen King’s The Green Mile was an unprecedented publishing triumph: all six volumes ended up on the New York Times best seller list – simultaneously – and delighted millions of fans the world over.

Welcome to Cold Mountain Penitentiary, home to the Depression-worn men of E Block. Convicted killers all, each awaits his turn to walk the Green Mile, keeping a date with “Old Sparky,” Cold Mountain’s electric chair. Prison guard Paul Edgecombe has seen his share of oddities in his years working the Mile. But he’s never seen anyone like John Coffey, a man with the body of a giant and the mind of a child, condemned for a crime terrifying in its violence and shocking in its depravity. In this place of ultimate retribution, Edgecombe is about to discover the terrible, wondrous truth about Coffey, a truth that will challenge his most cherished beliefs…and yours.

©1999 Stephen King, All Rights Reserved; (P)1999 Simon & Schuster, Inc., All Rights Reserved, AUDIOWORKS Is an Imprint of Simon & Schuster Audio Division, Simon & Schuster, Inc.

Rezension:

Die Geschichte um den inhaftierten und zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilten John Coffey ist sicherlich eine der absoluten Höhepunkte aus der Feder Stephen Kings.
Immer noch handelt es sich meiner Meinung nach um eine adaptierte Jesus-Geschichte und ich bin davon überzeugt, dass King bewusst die Initialen JC für den Namen des Protagonisten verwendet hat – spielt er doch des öfteren mit solchen Elementen.
The Green Mile ist ursprünglich als eine sechsbändige Serie veröffentlicht worden und ebenso wie viele anderen wohl auch, bin ich damals jeden Monat in den Buchladen meines Vertrauens, um den nächsten Band zu ergattern.
John Coffey und ganz besonders Mr. Jingles haben es mir dermaßen angetan, dass auch Veröffentlichung aller sechs Büchlein, die leicht geänderte Zusammenfassung seinen Weg zu mir finden musste.
Somit wurde von mir dieses Werk bereits auf Deutsch mehrfach von mir gelesen und während eines Auslandsaufenthalts stand ich plötzlich mit der englischsprachigen Version an der Kasse.
Nun, um weiterhin das eigene Fremdsprachen-Know-How aufrecht zu erhalten, entschied ich mich noch zum Genuss des ungekürzten Hörbuchs, gelesen von Frank Muller.
Erneut schafft es dabei die Geschichte mich durchweg zu überzeugen und trotz nicht vorhandener 100%-Sprachkenntnisse schaffte es der Autor und hier nun auch der Sprecher, dass abermals manche Szene für Gänsehaut sorgte.
Frank Muller selbst zeigt deutlich, dass er ein echter Amerikaner ist, wie wir ihn uns sprachlich so vorstellen: Seine Sprechweise ist oft “kauend”, jedoch in diesem Buch noch angenehm und ruhig gesprochen genug, um mich – bis auf wenige Kleinigkeiten – überzeugen zu können. Die Konzentration beim Anhören einer Fremdsprache wird sowieso angehoben und dadurch – und wohl auch, weil ich die Geschichte schon sehr gut kannte – konnte ich ihm außerordentlich gut folgen.
Kurzum: Die Geschichte lohnt sich allemal und als Hörbuchvariante im Original schafft sie es auch locker, den Sprachinteressierten zu überzeugen.
Immer noch perfekt und es tut mir auch immer noch leid um John Coffey.
Jürgen Seibold/19.04.2015
The Green Mile Hörbuch-Original KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King, Robin Furth, Peter David, Michael Lark, Richard Isanove: Der Dunkle Turm – 8 – Die Schlacht von Tull

king_8Tull© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2013
© 2011 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2013 by Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-86869-528-1

Cover:

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.!”

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Die Schlacht von Tull, der achte Band der epischen Graphic Novel, ist Teil der Adaption des Romans Schwarz, in dem Rolands große Suche nach dem Dunklen Turm ihren Anfang hat – oder ihr Ende?

Rezension:

Die hochwertige und sehr aufwändig gestaltete Graphic Novel geht mit “Die Schlacht von Tull” bereits in die achte Runde. Abermals wurde sehr stark darauf geachtet, dass die Zeichnungen beinahe allein für sich sprechen. Im Gegensatz zum Roman von Stephen King geht die Graphic Novel chronologisch im Leben Rolands vor und somit kommen wir erst jetzt zum eigentlich ersten Buch “Schwarz”, in dem Rolands Reise zum Dunklen Turm beginnt.
Nach meiner Information wollte man nach diesem Werk aufhören und somit mit dem fliehenden Schwarzen Mann die Graphic Novel beenden. Erfreulicherweise gibt es wohl ausreichend Freunde dieser Reihe, um diesen – aus meiner Sicht – fatalen Gedankengang ad acta zu legen und die Geschichte weiter zu erzählen.
“Die Schlacht von Tull” ist dabei – wie auch die bisherigen sieben Bände – eine absolut hochwertig gezeichnete und erzählte Graphic Novel für gehobene Ansprüche. Von der Genialität der Geschichte um Roland sowie den Dunklen Turm möchte ich gar nicht sprechen – nur soviel sei gesagt: Einfach diese wunderschönen, gebundenen Bände öffnen, in Mittwelt abtauchen und versuchen, herauszufinden, wie es so mit Roland weitergeht.
Ich persönlich freue mich schon sehr auf die Begegnung mit der endgültigen “Reisegruppe” in das Zentrum der Welten.
Möge man mit diesen Bänden lange Tage und angenehme Nächte haben…
Jürgen Seibold/19.04.2015

Stephen King – Der Dunkle Turm: Band 8. Die Schlacht von Tull KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King, Robin Furth, Peter David, Luke Ross, Richard Isanove: Der Dunkle Turm – 7 – Die Kleinen Schwestern von Eluria

king_eluria© Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2012
© 2011 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe 2012 by Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-86869-527-4

COVER:

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste… und der Revolvermann folgte ihm.!”

Dreißig Jahre lang hat Stephen King an der siebenbändigen Roman-Saga um den Dunklen Turm gearbeitet, die nach eigener Aussage sein Opus magnum darstellt. Nach der Vollendung verkündete er, nun alles geschrieben zu haben, was es für ihn zu erzählen gibt.

Aber die Figuren aus der von ihm geschaffenen phantastisch-apokalyptischen Mittwelt geben keine Ruhe. Die Geschichte um den Revolvermann Roland Deschain wird weitererzählt. In einer groß angelegten Graphic Novel wird der Weg des zunächst jungen Mannes nachgezeichnet, welche Freuden er erlebt hat, welche Abenteuer bestanden, welche Verluste erlitten, bis er zu dem unerbittlichen Rächer wurde, der alles der Suche nach dem Dunklen Turm unterordnet.

Stephen King hat sich mit den Meistern der Comic-Zunft zusammengetan, um ein grafisches Werk zu schaffen, das einzigartig ist. Nach der Graphic Novel Die Reise beginnt (Der Dunkle Turm Band 6) liegt hiermit nun als siebter Band die Comic-Adaption des Dunkler-Turm-Kurzromans Die Kleinen Schwestern von Eluria vor.

“Lange Tage und angenehme Nächte …”

REZENSION:

Die vom Splitter-Verlag herausgegebene Zusammenfügung mehrerer Einzelbände der hochwertigen Graphic-Novelle um den Dunklen Turm wirkt außerordentlich edel in seiner Aufmachung. Grundsätzlich beinhalten die Bände auch zusätzliches Textmaterial mit Hintergründe bzw. Kurzgeschichten um das Dunkle Turm Epos.
Im vorliegenden Band schreibt die Herausgeberin mit Genehmigung des Autors eine tiefergehende Geschichte über die Schwestern von Eluria, die leider nicht an die Qualität des echten Erfinders des Dunklen Turms kommt.
Nichts desto trotz rundet so etwas den Band immer gut ab und man hat nicht das Gefühl, das es sich hier lediglich um eine Graphic-Novel handelt.
Die grafische Umsetzung der Geschichte um die Schwestern von Eluria ist erneut durch einen neuen Zeichner etwas abgeändert – sie ist aber immer noch passend und stimmungsvoll. Weiterhin ist beinahe jedes einzelne Bild ein Kunstwerk in sich – auch, wenn in den ersten Bänden meiner Meinung nach die Latte etwas höher lag.
Die Geschichte selbst sollte Kenner des Zyklus kein Geheimnis sein, wurde sie doch vom Meister selbst als Kurzgeschichte veröffentlicht. Die Episode spielt knapp vor den Geschehnissen in „Schwarz“ und dementsprechend freue ich mich, dass der Schwarze Mann in die Wüste geflohen ist…
Roland selbst wirkt zwar im vorliegenden Band ein wenig naiver als in den Bänden davor – gleichzeitig wirkt er in manchen Bildern etwas „jünglich“ und natürlich hat man ihn sich unter Umständen beim Lesen des Zyklusses anders vorgestellt – trotzdem ist diese Graphic-Novell-Reihe beinahe ein absolutes Muss unter Turm-Fans und dementsprechend freue ich mich schon auf den Genuß des nächsten Bandes.
Jürgen Seibold/11.02.2015

 

Stephen King: Mr. Mercedes

SK_MercedesOriginaltitel: Mr. Mercedes
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
© 2014 by Stephen King
© der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
eBook
ISBN: 978-3-641-14293-3
€ 18,99

COVER:

Ein Mercedes S 600 – »zwei Tonnen deutsche Ingenieurskunst« – rast in eine Menschenmenge. Es gibt viele Todesopfer, der Fahrer entkommt. Der Wagen wird später gefunden. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Clownsmaske, das Lenkrad ziert ein grinsender Smiley. Monate später meldet sich der Massenmörder und droht ein Inferno mit Tausenden Opfern an. Stephen King, der Meister des Schreckens, verschafft uns in Mr. Mercedes beunruhigende Einblicke in den Geist eines besessenen Mörders bar jeglichen Gewissens.

Eine wirtschaftlich geplagte Großstadt im Mittleren Westen der USA. In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelte Arbeitsuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf. Es gibt viele Tote und Verletzte. Der Mörder entkommt. Noch Monate später quält den inzwischen pensionierten Detective Bill Hodges, dass er den Fall des Mercedes-Killers nicht aufklären konnte. Auf einmal bekommt er Post von jemand, der sich selbst der Tat bezichtigt und ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt. Hodges erwacht aus seiner Rentnerlethargie. Im Verein mit ein paar merkwürdigen Verbündeten setzt er alles daran, den geisteskranken Killer zu stoppen. Aber der ist seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus.

REZENSION:

Viele sehen in Stephen King interessanterweise immer noch den „King des Horrors“ und wirken dann enttäuscht, wenn er sich in einem neuen Roman aus einem anderen Genre bedient.
Dies ist aber ein wenig zu kurz gesprungen, da dieser Titel bereits zu seinen Anfangszeiten – wohl durch Marketingmaßnahmen – generiert worden ist, Stephen King aber bereits sehr oft deutlich gezeigt hat, dass er sich nicht auf dieses eine Genre begrenzen lässt.
Nun veröffentlichte er mit Mr. Mercedes einen reinrassigen Psycho-Krimi, der so gänzlich ohne irgendwelche Horrorelemente auskommt.
Was jedoch gleich geblieben ist: Er holt das „Grauen“ bzw. das Unglück in ganz normale Alltagssituationen und exakt so verfährt auch in diesem Buch, bevor er sich der Tätersuche widmet.
Anfangs lernen wir kurzzeitig einige Personen kennen, die sich frühmorgens in einer Schlange zur Findung einer Arbeitsstelle einfinden und dort auf Öffnung der Behörde warten. Einige Seiten lang lässt uns der Autor an den Gedanken und kurzen Erlebnissen einiger dieser Wartenden teilhaben, bevor urplötzlich ein schwarzer Mercedes ungebremst in diese Menge rast und dabei für eine nicht unerhebliche Zahl an Toten und Verletzten sorgt.
Ab diesem Augenblick zeichnet King insbesondere zwei Personen auf seine sehr detaillierte Art und Weise aus – zum Einen den psychopathischen Mörder und zum Anderen einen bereits im Ruhestand befindlichen und seinen eigenen Todesgedanken anhängenden Ermittler, der es während seiner Amtszeit nicht geschafft hatte, diesen Fall zu lösen.
Somit begleiten wir als Leser zwei Hauptprotagonisten, die grundsätzlich genug mit sich selbst zu kämpfen haben. Nichts desto trotz nimmt Bill Hodges die Herausforderung des sich selbst als genialen Mörder feiernden Killers an und nimmt die Jagd auf ihn an.
Die Geschichte ist sehr eingängig, detailliert und flüssig geschrieben, wobei trotz der ruhigen Grundstimmung genügend geschieht, um den Leser zum Umblättern zu zwingen.
Prinzipiell bin ich kein großer Freund von Krimis, da diese sehr oft nach „Schema F“ abgewickelt werden – hierbei hat mich aber Mr. Mercedes eines Besseren belehrt und ich hatte innerhalb kürzester Zeit das unvermeidliche Ende dieses neuen Wurfs von Stephen King erreicht.
Erneut wohl ein Werk dieses Autors, welches ich abermals lesen werde.
So ganz kann sich Stephen King jedoch seiner grundsätzlichen Liebe (siehe sein Fachbuch „Danse Macabre“) nicht entziehen, denn so ab der Mitte bekam ich das Gefühl, dass der Killer eine dezente Hommage an das allseits bekannte Muttersöhnchen Norman Bates darstellt und hierbei sehr viele Parallelen aufweist.
Alles in allem ein wahrhaft gelungener Krimi eines Autoren, der es nun schon schafft, mich seit etwa dreißig Jahren zu unterhalten.
Jürgen Seibold/14.10.2014

Mr. Mercedes: Roman – HC KAUFEN BEI AMAZON

Stephen King / Joe Hill: Im hohen Gras

King_GrasÜbersetzung von Hannes Riffel
Originaltitel: In the Tall Grass
© 2012 by Stephen King und Joe Hill
© 2013 der deutschen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-641-11985-0

COVER:

Die unzertrennlichen Geschwister Becky und Cal machen einen Landausflug nach Kansas, wo die Prärie bis zum Horizont reicht. In dem mannshohen Gras hat sich ein kleiner Junge verlaufen und ruft um Hilfe. Es scheint, dass die Rettungsaktion von Becky und Cal zu einem Horrortrip wird …

REZENSION:

“Im hohen Gras” ist nichts weiter als ein kleines, etwa 60-seitiges Häppchen des Vater-Sohn-Gespanns King/Hill.
Das sehr innige Geschwister-Pärchen Cal und die schwangere Becky hören einen Hilferuf eines Kindes aus einem Feld bestehend aus mannshohem Gras, welches sich – den Blick schweifend – scheinbar bis zum Horizont erstreckt.
Selbstverständlich folgen beide diesem Hilferuf und schon werden sie vom vermeintlichen Helfer zum Opfer dieser mysteriösen Grasfläche.
Irgendwie erkennt man als King-Leser einige starke Anleihen aus einem früheren Werk des Autors mit dem Titel “Kinder des Zorns”. Nichts desto trotz kann “Im hohen Gras” für eine ganz nette, unterhaltsame Stunde sorgen – ohne sich dabei in das Gedächtnis des Lesers zu brennen, aber dennoch ein ganz netter Zeitvertreib.
Ein klein wenig fragt man sich bei diesen zur Zeit recht oft im Vertrieb befindlichen Häppchen, ob da der Meister nicht einfach seinem Sprößling das Schreiben beibringen möchte ohne dabei auf ein wenig klingende Münze zu verzichten.
Andererseits hat Joe Hill schon ab und an gezeigt, dass er aus dem Schatten seines allumfassenden Dads ein wenig hervortreten kann.
Diese Häppchen sind im Großen und Ganzen als in Ordnung zu betrachten – sie würden sich sicher ganz gut in einem kleinen Band machen. So hat man aber leider immer ein klein wenig das Gefühl, dass ein Autor oder Verlag ein wenig mehr verdienen möchte, als es ein Sammelband hergeben könnte.
Am Ende dieses sehr kleinen eBooks gibt es dann auch noch zwei Leseproben: Stephen Kings “Doctor Sleep” und Joe Hills “Christmasland”.
Jürgen Seibold/20.08.2014
Im hohen Gras – KINDLE-EDITION kaufen bei Amazon

Stephen King: Böser kleiner Junge

king_jungeOriginaltitel: Bad Little Kid
Deutsch von Kristof Kurz
Bad Little Kid erscheint zunächst nur in deutscher und französischer Sprache – als Dankeschön von Stephen King an seine Fans für den herzlichen Empfang bei seinem Europabesuch im Herbst 2013. (Heyne Verlag)
© 2014 by Stephen King
© 2014 der deutsche Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-641-14176-9
ca. 60 Seiten

COVER:

George Hallas sitzt im Gefängnis. In einer Woche soll das Todesurteil an ihm vollstreckt werden. Lange Zeit hat er geschwiegen, aber nun öffnet er sich seinem Pflichtverteidiger Leonard Bradley. Er erzählt ihm, wie es zu seiner grässlichen Tat kam. Für Bradley wird das Eingeständnis schließlich gespenstische Folgen haben.

REZENSION:

Als Stephen King im Herbst 2013 in unseren Gefilden verweilte, war die Freude wohl nicht nur bei uns Fans groß, sondern wohl auch beim Meister selbst. Hat er doch kurz darauf mit Böser kleiner Junge so ganz nebenbei eine kleine Kurzgeschichte als Dankeschön veröffentlicht. Man kann sich so richtig vorstellen, wie sich Stephen King auf dem Flug in die Staaten langweilt und dabei eine nette kleine Geschichte vom Stapel lässt.
Böser kleiner Junge jedenfalls ist nicht unbedingt etwas außerordentlich besonderes – nein, aber es ist auch keine schlechte Geschichte. Einfach mal etwa 60 Seiten, die einem die Zeit vertreiben können. Der Schluss ist etwas vorhersagbar, aber das Gespräch zwischen Anwalt und Zum-Tode-Verurteilten gibt genug Inhalt, um zu gefallen. Das Thema mit dem Jungen gab es in der ein oder anderen Form schon des Öfteren in der Literatur. Aber das spielt hier auch nicht wirklich eine große Rolle. Die Geschichte soll ein kleines Geschenk an die deutschen und französischen Fans sein (kostet aber trotzdem etwas…) und mehr steckt auch nicht wirklich dahinter. Sie ist aber immer noch interessant genug, um zu Ende gelesen zu werden.
Für alle unentschlossenen Doctor-Sleep-“Leser” befindet sich noch ein kleiner Ausschnitt von diesem Buch am Ende dieser kleinen netten Kurzgeschichte mit dem Jungen, der einen Propeller auf seiner Mütze hat.
Jürgen Seibold/16.04.2014
Böser kleiner Junge (Kindle Single) KAUFEN BEI AMAZON