Jones, Diana Wynne: Fauler Zauber

Originaltitel: The Dark Lord of Derkholm
Überarbeitete Neuausgabe Januar 2019
©1998 by Diana Wynne Jones
©2019 der deutschsprachigen Ausgabe Knaur Verlag, München
ISBN 978-3-426-52290-5
ca. 480 Seiten

COVER:

Ausnahmslos alle – die Zauberer, Soldaten, Bauern, Drachen und Elfen – haben die Nase voll von Mr. Chesneys Pilgerfahrten. Jahr für Jahr fallen Touristengruppen aus einer benachbarten Welt in Derkholm ein, um ein klassisches Fantasy-Abenteuer zu erleben – mit allem, was dazu gehört: bösen Magierinnen, gefährlichen Drachen und dem furchteinflößenden Dunklen Fürsten. Stets werden andere Bewohner des Reiches dazu auserwählt, diese Rollen zu übernehmen.

Aber dieses Jahr reicht es den Leuten. Mr. Chesney mag einen mächtigen Dämon an seiner Seite haben, doch ein Orakel weiß Rat. Nun ist es an Zauberer Derk und seiner Familie aus Menschen und Greifen, den Verwüstungen Einhalt zu gebieten und ihre Welt zu retten.

REZENSION:

Die leider schon von uns gegangene Autorin Diana Wynne Jones veröffentlichte bereits im Jahre 1998 den vorliegenden Roman mit dem deutschen Titel „Fauler Zauber“.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Roman schon vor einiger Zeit auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich war – laut Beschreibung im Impressum handelt es sich jedenfalls um eine überarbeitete Neuausgabe.
Nun, mir ist er bisher jedenfalls noch nicht untergekommen und somit widmete ich mich gänzlich vorbehaltlos dieser Ausgabe.
Die von Diana Wynne Jones ersonnene Geschichte strotzt vor Einfallsreichtum. Man stelle sich nur vor: Wir befinden uns in einer Fantasy-Welt und diese wiederum wird als Touristenziel ausgebeutet. Dabei ist es jedoch keineswegs so, dass sich schlicht Touristen in diese Welt aufmachen – nein, die Bewohner der Fantasywelt müssen dabei auch noch sämtliche Klischees befriedigen und spielen somit trotz ihrer eigentlichen Eigenschaft als fantastisches Wesen eine aufgesetzte Rolle, um den Erwartungen gerecht zu werden. Somit müssen alle nur erdenklichen Klischees bedient werden – bis hin zum Endgegner, dem Dunklen Fürsten, der gegen die Touristen antreten muss, damit deren teures Erlebnis zu einem gelungenen Ende führt.
Diese Ausbeutung ist den Einwohnern ein Greuel und somit versuchen sie sich immer wieder dagegen zu stellen. Bisher ohne jeglichen Erfolg – doch nun scheint auch das Orakel auf ihrer Seite zu sein…
Der Inhalt dieses Werkes ist wahrlich fantastisch. Eine rundum gelungene Idee, die trotz der klischeebehafteten Ausarbeitung innerhalb des Genres problemlos unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhält. Allein dafür kann man vor dieser Autorin den Hut ziehen. „Fauler Zauber“ ist zwar zu Anfang ein wenig langatmig und man findet nur nach und nach den Zugang zur Geschichte – sobald man sich jedoch auf dem von der Autorin eingeschlagenen Weg befindet, machen die Erlebnisse in dieser Welt einfach nur noch Spaß.
Die sprachlichen Feinheiten zeugen von hoher Qualität und der darin befindliche Witz ist geschickt eingewoben.
Eine wohltuende und wundervolle Geschichte, die trotz ihrer sympathischen und humorvollen Ausarbeitung ein klein wenig Nachdenklichkeit hinterlässt. Somit eine Story, die nicht nur zu unterhalten weiß, sondern eben auch seinem Leser etwas mitgeben möchte. Mehr lässt sich doch nicht wünschen…
Jürgen Seibold/24.08.2019

Terry Jones: Douglas Adams’ Raumschiff Titanic

Verlag: Goldmann; 7,95 €
Deutschsprachige Taschenbuchausgabe © 2009
Originalausgabe: „Douglas Adams’ Starship Titanic“; © 1997

COVER:

Vorwitzige Anhalter von der Erde auf einem Raumschiff auf Abwegen:
ein ausgelassenes Weltraumabenteuer!
Das gigantische Raumschiff Titanic ist orientierungslos im All unterwegs. Als es ausgerechnet über der Erde einen Kurzaufenthalt einlegt, besteigen prompt ein paar vorwitzige Erdlinge das Schiff, und ehe sie sich’s versehen, sind sie mit der Titanic auf Reisen. Zusammen mit anderen blinden Passagieren sowie einem geistig verwirrten Papagei und fehlprogrammierten Robotern beginnt die Reisegesellschaft einen verzweifelten Kampf gegen die computergesteuerte Bürokratie an Bord und versucht gleichzeitig, den Auslösemechanismus einer tickenden Zeitbombe aufzuhalten …
Von Monty Pythons Terry Jones und „Per Anhalter durch die Galaxis“ – Douglas Adams

REZENSION:

Was soll man zu so einem Buch sagen? Wenn sich „Monty Python“-Terry Jones und „Per Anhalter durch die Galaxis“-Douglas Adams zusammentun, dann erhält man eine Synergie sonder Gleichen: Ein wahres Feuerwerk aus skurrilen Situationen, urkomischen Dialogen und ein aberwitziges Abenteuer.
Es ist zum Schreien komisch, wenn ein Tourist mit einer sturen Stehlampe darüber diskutiert, welche Konsequenzen es für den intergalaktischen Tourismus hat, wenn man nicht zum Kapitän vorgelassen wird; wenn das größte Genie aller Zeiten von der irdischen Polizei für verrückt erklärt wird; wenn sich ein verklemmter Außerirdischer verliebt; wenn yassakkanische Söldner ein Raumschiff entern und sofort alle Schäden reparieren …
Wer „Monty Python“ und „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennt, wird „Raumschiff Titanic“ lieben.
Diana Becker / 15.04.2010