Ezekiel Boone: Die Brut – Die Zeit läuft

Originaltitel: Skitter
Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
©Ezekiel Boone 2017
Für die deutschsprachige Ausgabe: ©2017 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-03583-0
ca. 426 Seiten

COVER:

Sie sind da und vermehren sich rasend schnell …
Doch das ist erst der Anfang.

Fleischfressende Spinnen haben Los Angeles, Oslo, Delhi, Rio de Janeiro und weitere Städte befallen. Millionen von Menschen sind weltweit gestorben, und China gleicht einem nuklearen Wasteland. Da gibt die Wissenschaftlerin Melanie Guyer Entwarnung. Die Spinnen sterben, die Plage scheint überstanden. Doch hat sie damit recht? Als in Japan ein Kokon gefunden wird, der Spinneneier gigantischen Ausmaßes enthält und Überlebende in Los Angeles die Quarantänezone mit Waffengewalt verlassen, müssen die Regierungen einsehen: Der Ausnahmezustand kann nicht aufgehoben werden. Jetzt muss die Präsidentin der USA mit einer schrecklichen Nachricht an die Presse: Jeder ist auf sich allein gestellt – denn die Spinnen haben sich Wirte gesucht, menschliche Wirte.

REZENSION:

Bereits mit dem ersten Band dieser Trilogie konnte Ezekiel Boone ausreichend unterhalten und überzeugen. Sein auf Spinnen basierendes Grauen ist eine Analogie zu allgemeinen Ängsten der heutigen Zeit. Man kann die menschenfressenden Achtbeiner ganz leicht mit Viren, Seuchen und Kriegen austauschen. Nichts desto trotz wirken Spinnen für viele Leser sicherlich eingängiger und greifbarer. Jeder hat doch im tiefsten Inneren Angst vor diesen Killermaschinen, die unseren Planeten schon nahezu seit Anbeginn bevölkern.
In seinem Fortsetzungsband “Die Zeit läuft” ist die Gefahr bereits bekannt und ich fragte mich wirklich, ob Ezekiel Boone nun lediglich weitere spinnenhaften “Eroberungen” gegenüber den Menschen zu erzählen hat oder doch mit weiteren Ideen aufwarten kann.
Wie sich herausstellen sollte, legt er seinen Fokus verstärkt auf die agierenden Menschen – was irgendwie sogleich beängstigender wird, als die schwarz behaarte Gefahr.
Neben Überlebenskünstlern und Familiendramen lässt er uns sehr stark an den Begebenheiten im Weissen Haus teilhaben. Und genau hier liegt das größte Drama, welches sich meiner Meinung nach auch mit Sicherheit so oder so ähnlich bei einer realen Gefahr abspielen könnte:
Es gibt die militärischen Befürworter, die am Liebsten halb Amerika mit ihrem Atom-Arsenal dem Erdbogen gleich machen würden. Im Gegenzug dabei glücklicherweise eine Präsidentin, die erstaunlich kompetent und anständig wirkt. Dennoch muss sie einen weitreichenden Befehl geben, der zur Folge hat, dass die Menschen in ihrem Staat eingegrenzt und auf sich allein gestellt werden. Millionen Tote sind im Zuge dessen leider nichts weiter als ein Kollateralschaden zugunsten der allgemeinen Menschheit.
Dieses Schema macht vorliegenden Roman so erschreckend, denn man kann sich einfach nicht von dem Gedanken befreien, dass dies der Realität entsprechen wird.
Der Schreibstil von Boone ist auch im zweiten Buch unverändert eingängig und mit kurz gehaltenen Kapiteln rasant erzählt. Die Spinnengefahr ist beinahe als Sekundär zu betrachten, dennoch weiterhin nicht vernachlässigbar.
Alles in allem eine gelungene Fortsetzung eines bis jetzt sehr geschickt aufgebauten und spannenden Unterhaltungsromans. Ich bin schon ganz auf den finalen Band gespannt und lass mich davon überraschen, ob die bereits etwas dezimierte Menschheit noch auf einem einigermaßen sauberen Weg die Kurve bekommt – oder gewinnen gar die Kolonien der menschenvernichtenden, achtbeinigen, Jahrtausende überlebenden Spinnentiere?
Ich lasse mich gerne überraschen…
Jürgen Seibold/10.11.2017

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Danny King: Das Haus der Monster

Originaltitel: The Monster Man of Horror House
Übersetzung: Heike Schrapper
©2017 LUZIFER-Verlag
ISBN 978-3-95835-184-4
ca. 328 Seiten

COVER:

Es gibt ihn in jeder Kleinstadt: Den verrückten alten Sonderling, der allein in einem unheimlichen Haus lebt, das fast so heruntergekommen ist wie er selbst.
In dem englischen Städtchen Thetford ist sein Name John Coal. Aber als die Jungen aus der Nachbarschaft anfangen, dem eigenbrötlerischen Alten immer dreistere Streiche zu spielen, müssen sie feststellen, dass sie sich mit dem Falschen angelegt haben. Denn John Coal hat mehr als eine Leiche im Keller. Zu den dunklen Geheimnissen, die er bewahrt, zählen seine Abenteuer mit Serienmördern, Werwölfen, Dämonen, Geistern und manisch-depressiven Vampiren. Und es wäre ein Fehler, einen Mann zu unterschätzen, der all dies überlebt hat …

REZENSION:

Danny King ist nach meinem Kenntnisstand mittlerweile ein recht bekannter Autor aus UK. Dennoch hat sich noch kein deutscher Verlag seinem Werk angenommen und in unseren Gefilden angeboten.
Erfreulicherweise nahm sich der Luzifer-Verlag dem an, und bringt mit “Das Haus der Monster” ein Buch Danny Kings auf den deutschen Markt. Wie sich dabei herausstellen sollte: Es wird sicherlich weder Danny Kings noch des Verlags Schaden sein – im Gegenteil: Nehmt euch doch bitte auch noch die anderen Bücher Kings zur Brust und bringt diese über den kleinen Teich.
Doch worum geht es eigentlich?
Nun, Danny King entführt uns in ein kleines Nest, in dem ein verschrobener Alter lebt. Wie so oft, wird dieser nicht nur schräg angesehen, sondern auch zum Opfer der örtlichen Möchtegern-Halbstarken.
Eines Tages dreht John Coal jedoch den Spieß herum und stellt den Jugendlichen eine Falle. Natürlich tappen diese nahezu ungebremst hinein und finden sich plötzlich im Keller Johns auf einer Couch wieder.
Eher vor Angst zitternd lauschen sie den Worten John Coals – der die Jugendlichen anhand einiger Erzählungen seines Lebens bekehren möchte.
Danny King macht es sich beinahe ein wenig einfach, denn er nimmt sich vier Kurzgeschichten, baut eine Rahmenhandlung darüber und schwupps, schon hat er einen handfesten Roman entwickelt. Siehe da: Dabei funktioniert das Ganze auch noch.
Die Geschichte mit den Kids, die den Worten John Coals lauschen müssen bleibt dabei eher nebensächlich und leider auch dementsprechend oberflächlich. Hier hätte ich wirklich noch viel mehr Liebe zum Detail erwartet. Insbesondere der Umstand, dass John Coal längere Zeit drangsaliert wird und nun zum letzten Mittel greift, wird in einigen wenigen Seiten abgehandelt.
Zwischen seinen Geschichten ist die jeweilige “Kellersequenz” lediglich Mittel zum Zweck und dient nur als schmale Brücke zur nächsten Erzählung.
Die Erzählungen selbst machen ausreichend Spaß und treffen verschiedene Genre. Über deren Inhalt möchte ich nicht wirklich etwas erzählen – aber mit einem Serienmörder, einem Monster, einem Werwolf und einem Vampir ist doch zumindest ein sehr breites Spektrum abgedeckt.
DAS HAUS DER MONSTER ist somit ein sehr abwechslungsreich gestalteter Roman – oder besser: Kurzgeschichtenband, als Roman verkleidet – der einfach Spaß beim Lesen bereitet. Ein Blockbuster wäre es geworden, wenn Danny King sich noch sehr viel detaillierter dem aktuellen Leben John Coals gewidmet hätte. Ein klein wenig blitzt es wie ein zarter Lichtstrahl durch (insbesondere am Ende), aber das Leben Coals hätte da sicherlich mehr Detail verdient.
Aber wollen wir nicht auf einem hohen Niveau meckern, denn DAS HAUS DER MONSTER sorgt für eine perfekte Unterhaltung und lässt auf weitere Veröffentlichungen auf dem deutschen Markt hoffen.
Jürgen Seibold/22.10.2017

Das Haus der Monster: The Monster Man of Horror House – KAUFEN BEI AMAZON

Ezekiel Boone: Die Brut – Sie sind da

Originaltitel: The Hatching
Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
©2016 Ezekiel Boone
Für die deutschsprachige Ausgabe: ©2017 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-03553-3
ca. 398 Seiten

COVER:

Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell.

Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören.
In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben.
In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich.
In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht.
Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien.

REZENSION:

Mit “Die Brut” erblickte endlich einmal wieder ein Thriller das Licht der Welt, der seine Gefahr mit phantastischen Elementen anreichert und dadurch geschickt einen kleinen Schritt in Richtung Horror wagt.
Solche Romane helfen ein wenig, das Genredenken mancher Lesen etwas zur Seite zu schieben, und manchen davon zu überzeugen, einfach eine Story zu lesen, weil man am Inhalt interessiert ist und nicht, weil man die Realität abgebildet haben möchte. Bücher – vor allem solche – dienen der Unterhaltung und das sollten sich doch einige immer wieder vor Augen halten.
Hier also ein erster Band eines mir unbekannten Autoren. Mag sein, dass es daran liegt, das Ezekiel Boone ein Pseudonym ist. Spielt aber auch keine Rolle. “Die Brut” ist ausreichend spannend, um den Thrillerfan und ein klein wenig auch den Horrorfan ausreichend unterhalten zu können. Boones Vorgehensweise ist ganz geschickt aufgebaut: Er wechselt in seinen Kapiteln die Örtlichkeiten. Hierdurch auch die Perspektive, sowie die handelnden Personen. Dadurch bekommt man einen recht eingehenden und weit gefächerten Eindruck ob der auf unseren Planeten eindringen Gefahr. Ein globaler Dystopiebeginn simpel dargestellt. Boone fängt ruhig an und bringt dennoch die Gefahr geschickt bei jedem Kapitel einen Schritt weiter. Am Ende wird er mir fast ein wenig zu hektisch – insbesondere, da er ja im vorliegenden Band noch ausreichend Zeit hat, handelt es sich doch erst um den ersten Band einer mehrbändigen Reihe (Trilogie?). Nichts desto trotz erzählt Boone seine Geschichte rasant und lässt dabei seinen Leser niemals auf der Strecke. Die kurzen Kapitel wirken wie ein schneller Filmschnitt – und ähnlich einem verfilmten Thriller ist auch “Die Brut” aufgebaut: Leichte Unterhaltung, dennoch spannend und für manch einen auch eklig genug dargestellt, um wieder einmal etwas forschender in die dunklen Ecken der häuslichen Umgebung zu schielen. Na, wollen wir hoffen, das die beschriebene Gefahr weiterhin unrealistisch bleibt, denn dadurch ist unser Überleben gesichert und wir können uns getrost dem zweiten Band von “Die Brut” widmen.
Jürgen Seibold/22.10.2017

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Faye Hell: Tote Götter

©2017 Amrûn Verlag Jürgen Eglseer, Traunstein
ISBN 978-3-95869-293-0
ca. 496 Seiten

COVER:

Hannah ist unheilbar krank. Nach einer Amerikareise wird sie zusätzlich zu ihren körperlichen Symptomen von grauenhaften Visionen geplagt. Teuflische Kreaturen bevölkern ihre düstere Albtraumwelt und sogar die Menschen in ihrem Umfeld verändern sich. Mutieren auf geheimnisvolle Weise. Verfolgen Hannah.
Mit Hilfe der richtigen Therapie hofft die junge Frau die paranoiden Wahnvorstellungen in den Griff zu bekommen. Sie will die schönen Jahre, die ihr noch bleiben, gemeinsam mit ihrer großen Liebe Lukas erleben und nicht im erschreckenden Paralleluniversum ihres defekten Geistes gefangen sein.
Aber was geschieht, wenn der blanke Horror kein Irrsinn ist, sondern die neue Wirklichkeit? Und die reale Welt von gestern nur noch eine vergängliche Erinnerung? Wasserfarben auf der spiegelglatten Oberfläche eines Sees.
Hat gar Hannah selbst das unsagbar Böse wiedererweckt? Kann sie die Alten Götter aufhalten? Oder sind es doch ihre eigenen Dämonen, die sie bekämpfen muss?

REZENSION:

Faye Hells neuester Wurf über Hannah, die mit ihren persönlichen Dämonen innerhalb ihres eigenen Geistes zu kämpfen scheint, ist ein unglaublich dicht erzähltes Werk.
Ihr Schreibstil ist rundum durchdacht und dementsprechend poesiehaft wirkt nahezu jeder einzelne Satz. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als dieses unter dem Genre Horror laufende Buch mit höchster Aufmerksamkeit zu lesen. Zum Einen, weil man sonst recht schnell den Faden verlieren kann, zum Anderen, weil es sich lohnt, ein genaues Augenmerk auf die Sätze zu legen, die wie eigene Geschichten innerhalb einer großen Geschichte wirken.
Nachdem sich Hannah – insbesondere in der ersten Hälfte des Werkes – sehr oft in ihren Wahnvorstellungen verliert, muss man immer am Ball bleiben, da man sonst selbst geistig verwirrt werden könnte: Man weiß recht schnell nicht mehr, ob man sich nun in der Realität oder innerhalb des geistigen Wahns Hannahs befindet.
Faye Hell führt uns lange an der Nase herum und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Aus diesem Grund scheint sich das Buch auch unter oben genanntem Genre einzuordnen. Sind doch sehr viele dieser Vorstellungen recht blutrünstig. Davon abgesehen ist das Buch im Ganzen betrachtet eher genreunabhängig – vielmehr: ein wahrer Genremix.
Die Atmosphäre ist dicht, dezent gruselig in ihrer Ausschmückung und auf einer sehr tiefen, persönlichen Ebene gezeichnet. Man fiebert mit Hannah mit und fragt sich beinahe auf jeder Seite, was denn nun real und was lediglich Wahn ist. Gleichzeitig hofft man mit ihr und wenn dann mal am Ende des Tunnels ein Lichtlein aufzuleuchten beginnt, reisst Faye Hell den Lenker herum und geht urplötzlich einen gänzlich anderen Weg.
Dies zieht sich durch bis zu einem kuriosen Finale, mit dem ich interessanterweise schlichtweg nicht gerechnet hatte.
Kurzum: Ein anspruchsvoller und sehr dicht gewebter Roman mit einer durchweg interessanten Idee und Storyline. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack – dennoch ein Werk, dem man sich – möglichst ungestört – problemlos mal widmen könnte.
Jürgen Seibold/07.10.2017

Tote Götter – KAUFEN BEI AMAZON

Richard Laymon: Die Show

Originaltitel: The Travelling Vampire Show
Aus dem amerikanischen Englisch von Thomas A. Merk
©2000 by Richard Laymon
©2008 der deutschen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-67512-4
ca. 525 Seiten

COVER:

Es ist der Sommer 1963, und die Show ist in der Stadt! Begeistert stehen der sechzehnjährige Dwight, sein Kumpel Rusty und die hübsche Slim vor dem Plakat, das eine “Große Vampirshow” ankündigt – angeblich mit einem echten Vampir. Pech nur, dass die Show erst um Mitternacht beginnt und Minderjährigen der Zutritt untersagt ist. Doch das spornt die drei Freunde gerade an, hinter das Geheimnis dieser Show zu kommen. Ist das alles Humbug – oder sind tatsächlich echte Vampire nach Grandville gekommen? Für Dwight, Rusty und Slim beginnt das Abenteuer ihres Lebens …

REZENSION:

DIE SHOW von Richard Laymon ist eine Geschichte ganz im Stile der früher sehr oft erzählten “Coming-of-age”-Romane. Ich denke da besonders an Stephen Kings “Die Leiche”, “ES”, aber auch neuere Werke wie “Swans Song” und weitere.
Man begleitet hierbei als Leser meistens eine überschaubare Gruppe an heranwachsenden, die sich zeitlich zwischen dem Ende ihrer Kindheit und dem Aufblühen des Erwachsenseins befinden. Man erkennt langsam, welchen Reiz das andere Geschlecht auf einen machen kann, gleichzeitig findet man aber auch noch vermeintlich “kindische” Themen nicht wirklich uninteressant.
Interessanterweise haben solche Geschichten sehr oft – wenn sie gut erzählt worden sind – einen ganz besonderen Reiz für den Leser. Der Grund liegt meiner Meinung nach daran, dass man sich beim Lesen außerordentlich gut mit den darin befindlichen Personen identifizieren kann. Gleichzeitig wirft einen eine solche Geschichte gedanklich in die eigene erlebte Zeit auf dem Weg zum Erwachsenen.
Ebenso wie bei Stephen Kings “ES” schafft es auch Laymon, dass die Erlebnisse der Kinder, die nichts mit dem eigentlichen Ziel zu tun haben, den Sinn und Zweck des Romans darstellen. Ob die Kinder es zur Vampirshow schaffen und ob sie dabei auch noch auf einen echten Vampir treffen, wird beinahe zur Nebensächlichkeit. Man ist vielmehr daran interessiert, wie die erste Liebe aufflammt und welche Episoden die Kinder aus ihrer eigenen Vergangenheit zum Besten geben.
DIE SHOW spielt lediglich an einem einzigen Tag. Die drei Freunde sehen das Plakat zur mitternächtlichen Vampirshow und versuchen alles nur erdenkliche, um es irgendwie dorthin zu schaffen.
Dabei stehen sie sich mit ihren eigenen Ängsten oft selbst im Weg – und allein dafür verneige ich mich bereits vor Laymon, der es wahrlich geschafft hat, diese alltäglichen Begebenheiten spannend und rundum glaubhaft zu erzählen.
Natürlich ist Laymon hautsächlich ein Horrorautor und dementsprechend wird er mit diesem Buch einige seiner Fans ein wenig frustriert zurücklassen. Trotz der immer wieder aufkehrenden Spannungselemente verfolgt man halt nur drei Kids über besagten Tag. Man zittert mit, ob ihre Pläne funktionieren und sie sich als Zuschauer der finalen Show widmen können werden.
Laymon wäre aber wohl nicht Laymon, wenn er am Ende dann nicht doch noch seine fantastische Daumenschraube herausgeholt hätte. Er wird dann seinem Ruf gerecht und verteilt großzügig sexuelle und blutige Elemente.
Ich bin mir dabei nicht ganz sicher, ob es das noch unbedingt gebraucht hätte. Mir hat die Geschichte bereits vorher außerordentlich gut gefallen und ich war froh, auf einem einigermaßen spannenden Niveau drei Teenagern auf dem Weg zum Erwachsenenalter folgen zu können. Ähnlich wie bei “Die Leiche” von Stephen King hätte das wohl sicherlich schon ausgereicht. Dennoch konnte das fulminante Ende den Gesamteindruck nicht mehr wirklich schmälern – insbesondere, da ich dabei über die Unbarmherzigkeit und Boshaftigkeit des Autors schon wieder schmunzeln musste.
In meinen Augen ein absolut gelungener Coming-Of-Age-Unterhaltungsroman. Das Ende ist dabei etwas zu aufgesetzt, schliesst aber dennoch diese Geschichte eines namhaften Horrorautors mit einem deutlichen Stempel.
Jürgen Seibold/25.06.2017
Die Show: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Anthologie: Blutgrütze 1

© 2016 EDITION NOCTURNO
© der einzelnen Geschichten beim jeweiligen Autor
ca. 175 Seiten / ISBN 9781533420565

COVER:

Die besten Hardboiled-Autorinnen und -Autoren
laden ein zum deftigen 7-Gänge-Menü:
Unappetitlich – widerlich – ekelhaft – einfach nur geil!
Zu Eurer Freude und Unterhaltung!

Torsten Scheib – NÄCHTLICHE BEGEGNUNGEN
Rosa Leber – DIE MUTTER ALLER ABSZESSE
Markus Kastenholz – MEA MAXIMA CULPA
Alisha Godoy – DIE BEDROHUNG
Andreas Ellefred – SCHLÜSSEL ZUR FREIHEIT
Jasmin Krieger – MACARONS SPEZIAL
John Aysa – DIE YONI DER ERDE

BLUTGRÜTZE ist eine neue Anthologie-Reihe, in der die Autoren und Autorinnen keinerlei Zwängen unterworfen sind. Kein Thema, kein Umfang. Sie dürfen „die Sau rauslassen“, wie es ihnen gefällt.
Und das haben sie …

BLUTGRÜTZE
ist absolut kranken, perversen und geilen Inhalts.
Teststudien haben belegt:
Das Lesen kurz vor dem Schlafengehen kann zu Alpträumen, Erbrechen
sowie Inkontinenz führen (hält meist nur wenige Tage an).
Von chronischer Impotenz wurde nicht berichtet, da es den Betroffenen scheinbar zu peinlich war, darüber zu sprechen.
Nicht, dass hinterher jemand behauptet, wir hätten Sie nicht gewarnt …

REZENSION:

BLUTGRÜTZE ist eine neue Kurzgeschichtenreihe mit dem Ansatz, dass es einfach keine besonderen Vorschriften und Themen gibt. Kurz: Der jeweilige Autor darf einfach mal ohne eine Schere im Kopf die Sau rauslassen.
Man könnte jetzt sagen, so etwas gibt es ja schon. Ja, wer kennt nicht die FLEISCH-Reihe, die ähnlich aufwartet. Hier ist es jedoch so, dass auch der Rahmen der Geschichte von einer üblichen Länge gesprengt werden darf. Trotzdem geben sich die beiden Anthologien natürlich die Hand – kommen irgendwie ja auch aus dem gleichen Umfeld.
In Blutgrütze befinden sich lediglich 7 Geschichten. Dieser sind dabei gar nicht einmal so blutig, wie man es sich eventuell vorstellt. Nichts desto trotz lassen sie auch ab und an den Ekelfaktor durchblitzen und nehmen davor auch keine Rücksicht. Gleiches gilt für sexuelle Absonderlichkeiten. Somit sollte man auch hier als Leser kein zartes Fell besitzen – man muss schon mit sowas klarkommen, damit man das Buch nicht plötzlich angewidert auf die Seite legt.
Bei den Geschichten selbst konnte mich nicht jede durchweg überzeugen. Dies ist natürlich in einem Kurzgeschichtenband sehr oft der Fall. Da es sich hier aber nur um 7 Geschichten handelt, finde ich somit leider keine hundertprozentige Überzeugung in mir auftauchen.
Beachtet man dabei jedoch den Umstand, dass es hier der erste Band einer sicherlich noch gut wachsenden Reihe ist, hat der Herausgeber sein Ziel erreicht.
Darüber hinaus halte ich es für außerordentlich interessant, abermals verschiedene Ideen und Schreibstile aufstrebender und schon etwas bekannteren Autoren kennen zu lernen.
Alles in allem ein gelungener Einstieg in eine neu geschaffene literarische Welt ohne jegliche Vorschriften. Allein dieses Konzept ist schon mutig genug und sollte weiter verfolgt werden.
Jürgen Seibold/19.03.2017
Blutgrütze: Unappetitliche Geschichten – KAUFEN BEI AMAZON

Markus Kastenholz: Rotjäckchen und der perverse Wolf

© 2016 Eldur Verlag, Aachen
ISBN 978-3-937419-22-0
ca. 192 Seiten

COVER:

Sechs Geschichten, von denen die titelgebende den größten Raum einnimmt.

Aber handelt es sich dabei nun um Fantasy, Horror, eine blutig-eklige Märchenparodie oder vielleicht irgendwie alles zusammen …? Wir können es auch nicht sagen, und das gilt für die meisten der anderen Geschichten ebenfalls.

Aufgrund der düsteren Stimmungslage und der vielen Hektoliter Kunstblut, die eine Verfilmung erfordern würde, haben wir diese Sammlung letztlich unter Horror eingeordnet, wohlwissend, dass sie eigentlich in keine Schublade passt. Außer in die eine große Hauptschublade unseres Verlags:

Bloß nicht langweilen.

REZENSION:

Die Geschichten von Markus Kastenholz verfolgen mich schon viele Jahre. Wenn ich mich nicht täusche, waren Kastenholz’ Werke mit die ersten auf dieser Homepage. Zumindest die ersten eines aufstrebenden Autors, die ich erhalten hatte.
Interessanterweise konnte er mich mit jedem seiner Bücher außerordentlich gut unterhalten. Mir fällt heute noch ein sehr lokal angehauchtes Werk namens “Breisgauer Geschichten” ein, bei dem zwar das Cover so gar nicht nach interessantem Inhalt aussah, jedoch der Inhalt genau das Gegenteil darstellen sollte.
Darüber hinaus gab es immer wieder einige Kurzgeschichten des Autors in verschiedensten Büchern, die immer für sehr gute Leser-Unterhaltung sorgten.
Nun also ein weiterer Band – diesmal veröffentlicht beim Eldur-Verlag, der ebenfalls schon seit Jahren von mir besprochen und somit gelesen wird. Auch hier gab es noch nie etwas Negatives zu verzeichnen.
Nun also ein Buch mit dem doch recht irritierenden Titel.
Wie sich aber herausstellen sollte, macht die Titelgeschichte einfach nur Spaß – man könnte zwar locker sagen, es ist einfach eine Neuinterpretation des netten Märchens; dies würde dem aber nicht gerecht werden. Ist die Idee doch außerordentlich interessant und irgendwie auch witzig in ihrer Ausführung.
Schon einmal ein sehr gelungener Start in diesen Kurzgeschichtenband.
Es gibt dann noch fünf weitere Geschichten, die durchweg die Qualität dieses Autors aufzeigen. Ein durchweg gelungener und ideenreicher Kurzgeschichtenband, der wirklich zu hundert Prozent überzeugt und für gelungene Unterhaltung sorgt. Ich kann somit dieses Werk wirklich nur empfehlen und ich bin jetzt schon gespannt, welche Werke Kastenholz noch so auf das Papier bringen wird.
Ach ja: Die letzte Geschichte “Der letzte Gast” kommt mir irgendwie sehr sehr bekannt vor. Ich werde bei dieser das Gefühl nicht los, sie bereits irgendwann schon einmal gelesen zu haben.
Sollte das wirklich der Fall sein, ist es aber auch egal, denn ich halte diese Story für einen absoluten Höhepunkt und mochte sie sicher bereits beim ersten Mal. Allein für die gelungene Idee ziehe ich bereits meinen Hut. Einwandfrei umgesetzt.
Schlussendlich ist dieser Kurzgeschichtenband simple gesagt einfach nur zu empfehlen.
Jürgen Seibold/18.02.2017
Rotjäckchen und der perverse Wolf – KAUFEN BEI AMAZON

Joe R. Lansdale: Drive-In (Die Trilogie)

Lansdale_DriveinOriginaltitel: The Complete Drive-In
© 2009 by Joe R. Lansdale
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-67672-5

COVER:

Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror-Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor …

REZENSION:

Der Name Joe R. Lansdale verfolgte mich schon sehr lange, da ich irgendwie jedesmal, wenn ich auf der Jagd nach neuem Lesestoff war, auch über das ein oder andere Lansdale-Buch stolperte. Jahrelang ließ ich diesen Autor aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen trotzdem links liegen. Woran das gelegen haben mochte, entzieht sich leider meiner Kenntniss.
Irgendwann las ich aber die Coverbeschreibung von Drive-In und war von dieser Idee – Menschen werden in einem Autokino von der Außenwelt isoliert – sehr angetan, wenn nicht gar absolut angefixt.
Natürlich griff ich dann sogleich zur kompletten Trilogie, in der Hoffnung, hier einen absoluten Blockbuster vor mir zu haben.
Diese Hoffnung sollte sich auch beim Genuss des ersten darin enthaltenen Buches aufrecht erhalten bleiben und ich befand mich urplötzlich mitten drin im abgeschnittenen Autokino und folgte den Geschehnissen nahezu ungebremst.
Lansdale lässt dabei nichts aus und legt einen sehr trashigen und unverblümten Roman vor, der für eine sehr gute und interessante Unterhaltung problemlos sorgen konnte.
Gegen Ende des ersten Bandes steigt der Trashfaktor – bleibt aber noch in einem annehmbaren und sogar witzig anmutenden Rahmen.
Jedoch hätte ich wohl danach aufhören sollen, denn die beiden Folgebände hinterließen einen sehr widersprüchlichen Geschmack. Die Protagonisten verlassen das Autokino und finden sich einer gänzlich neuen und abstrakten Welt wieder. Dies wäre noch nicht das Problem, da mir so etwas grundsätzlicher weise sehr gut gefällt. Irgendwie kam ich aber nach dem fulminanten Start nicht mehr richtig in die Geschichte herein, konnte aber gleichzeitig das Buch nicht einfach schließen und als abgebrochen betrachten.
Somit fristete es sein Dasein als Lückenfüller: Ich begann mit anderen Büchern und widmete mich immer mal wieder – so als Zwischendurchhäppchen – einigen Kapitel dieses Werkes.
Allein dabei wurde mir schon klar, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob es mir nun gefällt oder eben nicht. Einerseits musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, andererseits wollte ich auch wissen, wie es denn nun weitergeht.
Dies zog sich durch das gesamte zweite Buch und wurde anfangs beim Start des Finalstückes nur latent besser. Nichts desto trotz konnte mich Buch 3 wieder etwas näher an die Geschichte heranführen und ich erkannte, dass ich mich nun plötzlich wieder öfters diesem Werk widmete.
Das dritte Buch wirkt dabei sogleich noch trashiger und lässt Horrorelemente mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. Störte jedoch nicht, denn die abgedrehte Story mit vielen Anteilen im Bauch eines Fisches(!) hatte irgendwie ihren Reiz.
Ich hoffte sehr auf ein starkes Ende, damit meine sehr lange Mühe mit diesem Band nicht umsonst gewesen sein sollte.
Erfreulicherweise sorgt Lansdale für einen sehr nachdenklichen und philosophischen Schluss, wodurch er mich wieder überzeugen konnte.
Nichts desto trotz handelt es sich bei dieser Trilogie um ein Werk, zu dem ich mich einfach zu oft zwingen musste. Dementsprechend schwer fällt es mir, ein durchweg positives Statement abzugeben, viel zu Durchwachsen ist meine Meinung über dieses Werk. Das schwenkt wirklich über die gesamte Range von Genial bis absoluter Quatsch.
Vielleicht hätte ich auch einfach erst mit anderen Werken dieses Autors anfangen sollen…
Jürgen Seibold/26.08.2016

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Scott McLeary: In die Finsternis

Leary_Finsternis© 2015 Scott McLeary
epubli GmbH, Berlin
ISBN 978-3-7375-4238-8

COVER:

Als die Anomalie am Himmel erschien, ahnten die Gambrianer nicht, dass viele von ihnen dem Tod geweiht waren. Aus welcher Welt die Bestie stammte, vermochte niemand zu sagen, doch sobald sie ihren Fuß auf die Planetenoberfläche gesetzt hatte, begann das Sterben.
Die Streitkräfte Gambrias erlitten schwerste Verluste, und letztendlich mussten sie erkennen, dass sie niemals zuvor einem Feind wie diesem gegenübergestanden hatten. Erst als die gesamte gambrianische Zivilisation am Rande der Auslöschung stand, gelang es in einer verzweifelten Operation, die Bestie gefangen zu nehmen.

Jahrmillionen später – auf der Erde tobt der Erste Weltkrieg – wird eine französische Spezialeinheit in Marsch gesetzt, um das Geheimnis einer deutschen Ausgrabung zu ergründen.
Wonach haben die Deutschen gesucht, und warum sind sie so plötzlich verschwunden?
Nachdem die Spezialeinheit durch die Hölle der Schlacht von Verdun gegangen ist, erreicht sie schließlich die Grabungsstätte. Hier stößt sie auf einen Tunnel, der zu einem tief unter der Erde verborgenen Tor führt. Dutzende grausam verstümmelte Leichen liegen vor den weit geöffneten Torflügeln.
Die Deutschen haben etwas freigelassen. Etwas, das nie mehr das Licht der Sonne hätte sehen dürfen. Eine furchtbare Bestie, die von einer technologisch hochentwickelten Zivilisation nur unter großen Opfern gefangen genommen werden konnte.
Getrieben von einer unbändigen Gier nach Blut wütet diese Kreatur nun über das Angesicht der Erde und lässt nichts als Tod und Zerstörung hinter sich zurück.

Gambria war stark. Die Menschheit jedoch … ist schwach.
Aber sie steht nicht allein.

REZENSION:

Bei Scott McLeary handelt es sich um einen neuen Autoren, der mit diesem Titel seine ersten Fußstapfen hinterlassen möchte. Ich könnte jetzt gleich enden und schlicht sagen: Ja, er hinterlässt seine ersten Spuren und diese sind tief genug, um Bestand zu haben.
McLeary führt uns nach seiner Science-Fiction-Einleitung ungebremst zur Schlacht von Verdun und lässt diese deutlich vor des Lesers Augen erscheinen. In der sicheren Umgebung eines historischen Romanes fragt man sich recht schnell, was der Autor mit seiner Einleitung bezwecken wollte und ganz besonders: Wie bekommt er die Kurve vom realen Weltkrieg zu den bereits kurz angerissenen Aliens?
Interessanterweise schafft er das nahezu problemlos und es entsteht ein absolut gelungener Genre-Mix aus historischem Roman, Science-Fiction-Roman und last but not least einem Horror-Roman. Klingt irrsinnig, funktioniert aber und macht einfach nur Spaß.
Natürlich kann man jetzt darüber philosophieren, ob Leser mit einem Genre-Mix klarkommen. Andererseits stellt man sich die Frage, ob es somit auch ein Genremix wäre, wenn plötzlich Aliens auf unserem Himmelzelt erscheinen würden. Ich persönlich finde es immer wieder sehr interessant, wenn sich Autoren verschiedener Genre annehmen und aus diesen einen Crossover-Roman entstehen lassen. Manchmal geht sowas daneben – manchmal funktioniert es. Bei Scott McLeary jedenfalls hat es funktioniert.
Gleichzeitig sind seine Protagonisten detailliert erzählt und jeder bekommt einen glaubwürdigen und eigenen Charakter ohne Übertreibungen. Die realen Geschehnisse wirken gut recherchiert und sind glaubwürdig erzählt. Gut, die Deutschen waren wieder einmal ein wenig dämlich – aber anders gehört es uns ja irgendwie auch nicht; erinnerte ein klein wenig an die dümmlichen Nazis der Indiana-Jones-Reihe.
Schlussendlich hat es mir persönlich jedenfalls außerordentlich gut gefallen und ich hatte definitiv viel Spaß beim Lesen dieser Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, mit welchen Ideen Scott McLeary noch so ums Eck kommen wird – bis dahin kann ich jedenfalls schon einmal dieses Buch ohne jeglichen Vorbehalt empfehlen. Für ein Debüt absolut gelungen.
Jürgen Seibold/17.07.16
In die Finsternis KAUFEN BEI AMAZON

Anthologie: Fleisch 3

Fleisch3© Eldur Verlag, Aachen
ISBN: 978-3-937419-20-6
ca. 216 Seiten

COVER:

Warnung!

Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie sicher sein, dass Sie einiges verkraften können. Sie könnten hierin Dinge vorfinden, die Sie am liebsten gleich wieder vergessen möchten – aber das wird dann leider nicht mehr möglich sein.

Wieder einmal servieren Ihnen deutschsprachige Horror-Autoren ein extremes Menu aus Fleisch, Blut, Sex und Tod. Der Name der Reihe ist Programm.

Psychisch labilen Persönlichkeiten wird vom Genuss abgeraten!

REZENSION:

Mit „Fleisch 3“ führt der Eldur-Verlag seine erfolgreiche Kurzgeschichtenreihe fort, die mich bereits in den beiden ersten Bänden problemlos überzeugen konnte. Wie so oft, gibt auch diese Anthologie den Autoren ein Thema vor: In Fleisch können sich die Autoren schlicht und einfach austoben.
Erneut ergab sich dabei eine außerordentlich ausgewogene Sammlung an hochwertigen Kurzgeschichten, die absolut nichts missen lassen.
Im Vergleich zu den beiden Vorgängern scheint mir Buch 3 dabei etwas tiefgehender und anspruchsvoller zu sein, da der Fokus ein wenig vom “splatterhaften” Darstellen von Handlungen weggeht und dafür die Geschichten sehr oft eine tiefere Bedeutung in sich tragen. Hierdurch muss man als Leser zwar immer noch jederzeit damit rechnen, dass urplötzlich Blut aus den Seiten tropft – darüber hinaus hinterlässt aber beinahe jede Geschichte eine dezente Moral beziehungsweise die Fragestellung, ob das Gelesene reine Fiktion sein kann oder doch möglich werden könnte.
„Fleisch 3“ ist dadurch jedoch nicht mehr so durchgehend blutrünstig wie seine Vorgänger, was sicherlich den einen oder anderen Fan dieser Reihe ein wenig abschrecken wird.
In meinen Augen ist jedoch der dritte Band mit der Beste in dieser Reihe, zeigt sich der Inhalt doch sehr unterschiedlich, ideenreich und lädt fast immer zum Nachdenken an.
Jede darin enthaltene Geschichte ist eine kleine Perle in sich. Natürlich trifft dadurch manche Story den persönlichen Geschmack etwas besser als eine andere.
Beim Schließen des Buches ist mir dennoch aufgefallen, dass sich darin kein einziger “Blindgänger” befindet. Wie gesagt: Jede Geschichte eine Perle, mal etwas größer, mal etwas kleiner, aber immer einwandfrei unterhaltend.
Die Auswahl des Herausgebers lässt absolut keine Wünsche offen – es werden Newcomer genauso berücksichtigt, wie bereits etablierte Autoren. Dabei zeigte Markus Kastenholz ein geschicktes Händchen in der Auswahl und der Reihenfolge, wodurch das Gesamtpaket nichts zu wünschen übrig lässt.
In meinen Augen immer noch eine der besten Kurzgeschichtensammlungen, die es in diesem Genre gibt und ich hoffe, dass auch in Zukunft noch genug hochwertiges Material zur Verfügung gestellt wird, damit die Reihe noch viele Folgebände aufweisen kann.
Ich werde ihr jedenfalls sehr gerne und mit großer Freude treu bleiben.
Jürgen Seibold/29.05.2016
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