Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 08 – Engel des Bösen

Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
© 2003 Wolfgang Hohlbein

COVER:

Bei einer Seance kommt Robert Craven auf die Spur eines fremden Geistes, der sich im Körper von Cindy, die eigentlich schon vor langer Zeit verstarb, eingenistet hat. Shadow, der Geist der sich ihres Körpers bedient, sammelt Millionen von Ratten als graue Armee um sich. Als Howard und Robert die Pläne des geistes gefährden, wirft Shadow ihnen ihr Heer entgegen. Nur knapp können sie entkommen, doch auf dem nahe gelegenen Friedhof von St. Aimes erwartet sie Shub-Niggurath, einer der GROSSEN ALTEN …

REZENSION:

Wie in der davor geschriebenen Rezension bereits erwähnt, sorgte auch dieses Buch für einen kurzen Zeitvertreib auf der eigentlichen Suche nach einer neuen Lektüre. Es ist erstaunlich, wohin manchesmal das eigenen Gehirn abdriftet und sich somit extrem schwer tut, sich für eine Wunschlektüre zu entscheiden. Eventuell war es aber auch einfach der Wunsch der eigenen Gedanken, sich mal wieder den gesammelten Werken des Hexers zu widmen – befinden sich doch noch alle weiteren Bände ungelesen im Regal. Nun, mit Band 8 konnte ich mich dem Ende einen Schritt nähern, nichts desto trotz wird nun jedoch erneut eine Pause eingelegt. Ich bin gespannt, ob es wieder einige Jahre dauern wird, bis ich dann den neunten Band zur Hand nehme.
Es stellt sich jedoch die Frage, woran dies wohl liegen mag. Handelt es sich doch um eine doch recht gelungene Heftromanreihe längst vergangener Zeiten. Eventuell ist dies aber auch der Grund dafür: Man braucht Muse, um eben in diese Zeiten wieder eintauchen zu können und sich somit gedanklich wieder in die eigene Jugendzeit zu versetzen. Als aktuelle Lektüre muss man sich nämlich dies immer vor Augen halten, da die Reihe sonst einfach nicht mehr funktioniert. Dies mag aber sicher am fortgeschrittenen Alter und/oder Anspruchsdenken liegen – kann sein, dass die Hexer-Reihe Neueinsteiger noch durchweg überzeugen kann.
Im vorliegenden Band jedenfalls befinden sich die Hefte mit den Titeln “Wenn der Stahlwolf erwacht”, “Engel des Bösen” und “Im Land der GROSSEN ALTEN” und weiterhin besteht der eigentliche Reiz darin, dass die Hexer-Hefte ein Sammelsurium eingewebter Gruselthemen der Weltliteratur (insbesondere natürlich Lovecraft) darstellen und diese geschickt integrieren. Dadurch findet man auch immer wieder Anknüpfungspunkte, die Literaturkenner dieses Genres zum Schmunzeln bringen. Dem gegenüber steht natürlich die unvermeidliche Vorhersagbarkeit und Vorgehensweise des jeweiligen Heftes. Dies kann man dem Werk aber nicht vorwerfen, da dies nun einmal zum Konzept einer Groschenromanreihe gehört.
Kurzum gesagt: Es war mal wieder ganz nett und erfrischend, in diese beiden (Band 7 und 8) Bände einzutauchen – der nächste Band muss aber noch ein wenig seiner Entdeckung harren, da nun mal wieder etwas anspruchsvolleres gewünscht wird.
Eines jedoch ist trotzdem sicher: Eines Tages tauche ich erneut ein.
Jürgen Seibold/13.02.2016

Wolfgang Hohlbein: Der Hexer 07 – Im Bann des Puppenmachers

Genehmigte Sonderausgabe für Sammler-Editionen in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg
© 2003 Wolfgang Hohlbein

COVER:

Die Tempelritter um Ger Looskamp in Amsterdam bemächtigen sich Robert Cravens, um mit ihm ein außer Kontrolle geratenes Tor der GROSSEN ALTEN zu vernichten. Nur der Sohn des Magiers, Roderick Andara hat die Macht dazu. Glaubt Robert, als Looskamp ihn aus seinem Gefängnis holen lässt.
Doch schon die Fahrt auf den Grachten zum Labyrinth verläuft nicht ohne Überraschungen. Plötzlich haben es die Templer und Robert mit einer Übermacht von tobenden Wikingern zu tun. Als sie sich schließlich doch dem Herz des Labyrinths nähern, lässt Looskamp Robert nicht dagegen kämpfen. Was hat Looskamp wirklich vor?

REZENSION:

Normalerweise entscheide ich mich bereits im Endspurt eines Buches darüber, welches Buch als nächstes dran kommen soll. Ab und an bin ich mir aber nicht sicher und dann entsteht ein sehr unglückliches Vakuum und ich rase wie ein gejagtes Kaninchen durchs Haus und blättere durch eine Vielzahl unterschiedlichster Werke. Alles, um eine Entscheidung zu treffen.
Ich fühle mich dabei wohl wie eine Frau vor einem vollen Kleiderschrank mit dem Ausspruch “Ich habe nichts an zu ziehen!!”.
Nun, in diesem Fall wendete ich mich dann den seit zig Jahren bei mir befindlichen Hexer-Bänden zu, die irgendwie immer noch ihrer Entdeckung harren.
Stellt sich natürlich die Frage, ob so etwas im gehobenen Alter und mit geändertem Anspruch noch funktionieren kann. Handelt es sich doch eher um Nostalgie einer Groschenromanreihe, die ihren Zweck virtuos in einer längst vergangen Zeit erfüllten, jedoch sicher nur noch schwer den Sprung in die heutige Zeit schaffen können – oder?
Nun, im vorliegenden Band befinden sich – wie in fast jedem – drei Hefte der damaligen Reihe. Hierin enthalten die Hefte “Das Haus unter dem Meer”, “Im Bann des Puppenmachers” und “Das Mädchen aus dem Zwischenreich”.
Beim Lesen dieses Bandes muss man sich natürlich immer vor Augen halten, dass hier eine Heftromanreihe abgelichtet ist. Aus diesem Grund darf man sicher nicht über die immer wieder vorherrschende und somit gleiche Vorgehensweise in der Dramatik aufregen. Dies war und ist sicher auch heute noch einfach Konzept einer Serie. Deswegen drücke ich hier einfach mal ein Auge zu.
Der Inhalt ist immer noch ausreichend interessant, da man als Kenner der Gruselliteratur immer noch sehr viele Referenzen erkennen kann. Dieses Konzept fand ich auch wirklich klasse bei dieser damaligen Heftreihe.
Ganz funktionieren scheint die Reihe aber leider doch nicht mehr – nichts desto trotz konnte ich damit mal wieder in längst vergangene Zeiten eintauchen. Einen Tiefgang darf man aber definitiv nicht erwarten. Leider nicht mehr ganz zeitgemäß, aber zu seiner Zeit immer noch als Klassiker zu betrachten und somit ganz interessant als kurzes Häppchen zum gedankenlosen Zeitvertreib.
Ich denke, man kann sich das ein oder andere Mal diesem Thema widmen – insbesondere, wenn man mal wieder nicht wirklich weiß, was man lesen soll.
Zur Sicherheit widmete ich mich auch noch dem nächsten Band….
Jürgen Seibold/12.02.2017