Hennen, Bernhard: Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte

© 2017 by Bernhard Hennen
Deutsche Erstausgabe: © 2017 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-29726-9
ca. 572 Seiten

COVER:

DER BEGINN EINES NEUEN MAGISCHEN ZEITALTERS

Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.

Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.

Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des „Schwarzen Mondes“ in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird …

REZENSION:

Vor noch nicht allzu langer Zeit veröffentlichte ich die Rezension zum zweiten Band der „Chroniken von Azuhr“. In dieser Rezension machte ich darauf aufmerksam, dass ich den ersten Band wahrlich gefeiert habe und dementsprechend euphorisch auf den Zweiten wartete. Meine Meinung zum Zweiten lasse ich hier nun außen vor, dies lässt sich recht leicht auf meiner Seite nachlesen – nichts desto trotz ist mir gerade erschreckend aufgefallen, dass ich noch nicht eine Silbe über den ersten Band dieser Reihe geschrieben hatte. Nun gut, das möchte ich nun hiermit nachholen und versuche, den zweiten Wurf dabei zu vergessen und mich ausschließlich dem Gefühl des Buches mit dem Untertitel „Der Verfluchte“ zu widmen.
Nachdem nun schon einige Zeit vergangen ist, seit dem ich mich dem oben genannte Buch von Bernhard Hennen widmete, möchte ich gar nicht allzu sehr auf irgendwelche Inhaltsbeschreibungen eingehen. Ich denke, dies lässt sich sicherlich in den üblichen Plattformen nachholen – ich selbst würde nur Band 1 und 2 verwechseln und somit manch Begebenheit falsch einsortieren.
„Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte“ ist jedenfalls ein absolut herausragendes Werk des „Elfenkönigs“ Bernhard Hennen. Wie man nun jedoch weiß, konnte mich Band 2 leider absolut nicht überzeugen – ich behalte diesen ersten Band dennoch in meinem Herzen und bin außerordentlich froh, ihn gelesen zu haben. Da es sich hier um eine Trilogie handelt, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden – ich kann jedenfalls Buch 1 uneingeschränkt empfehlen. Vielleicht funktioniert Buch 2 auch besser, wenn man dieses nahtlos anschließt. In meinem Fall lag zwischen ihnen eine nicht unerhebliche Zeit mit einer nicht unerheblichen Vielzahl an anderen Büchern und somit schien der Abstand zwischen beiden schon zu groß geworden zu sein.
Wer kein Problem damit hat, vielleicht nur den Beginn eines neuen Zeitalters zu genießen, dem sei dieses Buch jedenfalls unbedingt nahe zu legen. Genießt es…
Jürgen Seibold/07.06.2019

Hennen, Bernhard: Die Chroniken von Azuhr – Die Weisse Königin

©2018 by Bernhard Hennen
Deutsche Erstausgabe: ©2018 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-596-29999-7
ca. 624 Seiten

COVER:

Auf der Insel Cilia eskaliert der Konflikt zwischen der Liga der Stadtstaaten und den Herzögen des Schwertwaldes. Die militärische Übermacht der Liga ist erdrückend, und die Hoffnung der Waldbewohner ruht auf einer alten Sage, dass in der Stunde der größten Not die Weiße Königin, die ehemalige Herrscherin des Waldes, zurückkehren wird. Doch wie groß muss die Not werden, bis sich dies erfüllt?
Milan Tormeno versucht, den Wirren des Krieges zu entgehen, denn in seinen Augen kämpft keine von beiden Seiten für eine gerechte Sache. Doch es droht eine weitere Gefahr: Überall auf der Insel erwachen Märengestalten zu neuem Leben. Erst allmählich begreift Milan, wie er dieser magischen Wesen Herr werden – und die Wirklichkeit verändern kann.

REZENSION:

Auf manche Bücher freut man sich ungemein und man kann es kaum erwarten, bis so ein Buch seinen Weg zu einem gefunden hat. Allzu oft kommt es nicht vor, jedoch ging es mir beim Warten auf den zweiten Band von den Chroniken Azuhrs so.
Nach dem fulminanten Genuss des ersten Bandes war ich sehr neugierig auf den zweiten Band mit dem Untertitel „Die Weiße Königin“.
Bernhard Hennen selbst ist bis dato ein absoluter Garant für grandiose Geschichten gewesen und auch beim vorliegenden Buch gestaltete sich der leserische Start kein bisschen anders.
Nun war es aber leider so, dass sich die Geschichte nach und nach immer mehr von mir entfernte. Der rote Faden lag in meiner Hand, schien dort leider nicht verweilen zu wollen, denn nach einer doch recht üppigen Seitenzahl war es mir nicht mehr möglich, das Werk bis zu seinem Ende zu begleiten.
Üblicherweise gebe ich Büchern – je nach Dicke – eine Seitenzahl von 50 bis 100 Seiten, um mich zu überzeugen. Klappt das nicht, wird das Buch zur Seite gelegt und muss einem anderen weichen. Dies klingt hart, aber als Kritiker bleibt einem irgendwann nichts anderes mehr übrig. Nun gibt es aber Werke, die man einfach unbedingt mögen möchte – und genau in diese Riege legte ich gedanklich „Die Weisse Königin“ von Bernhard Hennen.
Der Autor konnte mich auch eine gewisse Zeit bei der Hand nehmen und gut unterhalten – somit kam ich problemlos über besagte 100 Seiten.
Nach und nach war es mir nicht möglich, das Gefühl ab zu schütteln, dass der zweite Band dieser Trilogie oberflächlicher wirkt als sein Vorgänger –  den ich uneingeschränkt gefeiert habe.
Bernhard Hennen erzählte viel und ließ auch nicht gerade wenig Kämpfe auf uns los – die Handlung schien jedoch fest zu stecken. Lediglich die Erlebnisse Milans konnten mich noch etwas halten und somit schaffte ich sagenhafte 362 Seiten, bis ich mich dann doch dazu entschloss, mich einem anderen Werk zu widmen und dieses als leider ungelesen beiseite zu legen.
Sehr schade, da ich von „Der Verfluchte“ rundum überzeugt war und dies auch dementsprechend rezensierte. Von Nominierungen an anderer Stelle mal ganz abgesehen…
Ab und an stelle ich mir die Frage, ob dies am Umstand der scheinbar notwendigen Trilogie-Vorgehensweise liegt. Vielleicht hinken deshalb mittlere Bände oft nach – leider verlieren sie dadurch auch Leser, die nicht darauf hoffen, dass der finale Band dann wieder alles gerade rückt. Ich bin nun leider bei dieser Reihe raus, obwohl ich nach Buch 1 wirklich gerne die weitere Entwicklung gewusst hätte.
Absolut schade…
Jürgen Seibold/09.05.2019