Heitz, Markus: Wédora – Schatten und Tod

Deutsche Erstausgabe August 2017
©2017 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65436-1
ca. 650 Seiten

COVER:

Eine geheimnisvolle Stadt inmitten der Wüste. Eine Million Einwohner, umgeben von Feinden. Und zwei Reisende, die Wédora retten oder vernichten können.

In der schwer befestigten Wüstenstadt Wédora warten gefährliche Herausforderungen auf die Freunde Liothan und Tomeija, die es auf magische Weise in die gewaltige Metropole verschlagen hat.
Als Tomeija vom geheimnisumwitterten Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen wird, kann sie nicht ahnen, dass sie bald nicht nur gegen Verbrecher und mörderische Intrigen vorgehen muss, sondern auch gegen ihren Freund aus Kindeheitstagen – denn Liothan macht sich unterdessen in Wédoras Unterwelt einen Namen.
Doch damit nicht genug: Zwei benachbarte Reiche rüsten zum Krieg, und die neutrale Handelsstadt droht, darin verwickelt zu werden. Liothan und Tomeija werden plötzlich zu den entscheidenden Figuren in einem mörderischen Konflikt, der Wédoras Ende bedeuten könnte.

REZENSION:

Normalerweise ist die Chance sehr gering, dass ich mich einem Buch widme, dessen ersten Band ich noch nicht kenne. Wédora – Schatten und Tod hat jedoch seinen Weg zu mir gefunden und ich überlegte einige Monate, ob ich mich diesem Werk überhaupt widmen sollte. Viel zu groß hielt ich die Gefahr, etwas Essentielles nicht zu wissen oder gewisse Handlungsfäden einfach nicht aufnehmen zu können. Gleichzeitig sprach mein aktueller Stapel an ungelesenen Büchern eine klare Stimme und somit vermied ich es, mir den ersten Band nachträglich noch zu besorgen.
Einige Monate später nahm ich die Herausforderung dennoch an und hoffte einfach, dass es einem namhaften Autoren wie Markus Heitz schlichtweg möglich sein sollte, einen neuen Leser auch noch in einem Fortsetzungsband mitnehmen zu können.
Nun gut, anfangs dachte ich wirklich, diesmal hat er es nicht geschafft, denn ich hatte sehr viele Schwierigkeiten, in die Welt Wédoras eintauchen zu können. Neben der Welt war mir natürlich auch die Motivation und Hintergründe der beiden Hauptprotagonisten unklar – eine gewisse Seitenzahl blieb das auch so.
Erfreulicherweise hat sich dies jedoch im Laufe des Buches zugunsten der Geschichte gewandelt und ich konnte dem zweiten Band mehr und mehr folgen. Sicher, ab und an musste ich mich einfach auf die Welt ohne Erklärung einlassen. Es störte dann aber nicht mehr wirklich, da die Personen immer mehr Zeichnung erhielten und ich die beiden gegensätzlichen Strömungen von Tomeija und Liothan ausreichend interessant fand, um der Geschichte weiter folgen zu wollen.
Die Wege dieser beiden trennen sich relativ schnell komplett voneinander. Die eine wird zur obersten Gesetzeshüterin, der andere taucht immer stärker in die Unterwelt ein. Somit ist natürlich vorprogrammiert, dass die beiden Freunde eines Tages in ihrer jeweiligen Rolle aufeinandertreffen müssen. Dies wiederum macht Markus Heitz auf seine eigene, geschickte Art und schert sich keinen Deut über Ahnungen seiner Leser – nein, er lässt diese beiden Stränge in Abhängigkeit zueinander zulaufen.
Somit konnte mich dieses Buch sehr gut unterhalten und im Nachgang war ich dann wieder enttäuscht, nicht den ersten Band bereits genossen zu haben. Aber manchmal lässt sich einfach nicht alles lesen…
Das einzige, was mich ein wenig verwundert hatte in der Welt Wédoras war die Verwendung von Magie. Wenn ich mich so an frühere Aussagen von Markus Heitz erinnere (auch in meinem Podcast, in dem ich ein Interview mit ihm führe), dann hat er in seinen fantastischen Welten immer versucht, magische Elemente zu vermeiden, da diese zu schnell eine Geschichte zerstören können. Tja, egal was er mal gesagt hatte: Hier hat es einigermaßen gut funktioniert. Heitz hat somit auch dieses Element noch gut in seine Erzählung aufgenommen.
Alles in allem ein recht guter Roman, der sicher danach schreit, zuerst Band 1 zu genießen – dennoch auch einigermaßen gut als Stand-alone-Buch funktioniert. Mir hat es jedenfalls ziemlich gut gefallen.
Jürgen Seibold/11.03.2018

Wédora – Schatten und Tod: Roman (Die Sandmeer-Chroniken, Band 2) – KAUFEN BEI AMAZON

Markus Heitz: Des Teufels Gebetbuch

Originalausgabe März 2017
© 2017 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65419-4
ca. 670 Seiten

COVER:

In einem edlen Kasino in Baden-Baden arbeitet der Ex-Spieler Tadeus Boch als Sicherheitskraft, um sich gegen seine große Sucht abzuhärten: Karten. Doch seine Willensstärke und Entschlossenheit werden auf eine harte Probe gestellt, als er eines Abends unerwartet in den Besitz einer jahrhundertealten Karte gerät: einer wunderschön gestalteten Pik-Neun.
Schon bald sind ihm unbekannte Angreifer auf den Fersen. Tadeus muss herausfinden, was es mit der Pik-Neun auf sich hat, um besser auf weitere Attacken vorbereitet zu sein. Bei seinen Recherchen trifft er auf Hyun Poe, deren Verlobter bei einer Partie des in Vergessenheit geratenen Kartenspiels Supérieur umkam. Hängen die Vorkommnisse zusammen? Dann ist plötzlich von dem “wahren Gebetbuch des Teufels” die Rede. Schnell wird Tadeus klar, dass er Hyuns Hilfe und ihre außergewöhnlichen spirituellen Eigenschaften braucht, um das Rätsel um die Pik-Neun lüften zu können.

REZENSION:

“Des Teufels Gebetbuch” ist vom Grundsatz her ein reiner Thrillerroman, in dem jemand bedroht und verfolgt wird. Dieser gleichzeitig versucht, mehr über die Hintergründe heraus zu bekommen und dadurch nur noch mehr ins Visier seiner Gegner gerät.
Nun, “Des Teufels Gebetbuch” ist aber von Markus Heitz, der doch hauptsächlich mit mystischen und fantastischen Romanen seinen Weg gefunden hat. Hat er nun einen reinen Thriller vorgelegt?
Mitnichten! “Des Teufels Gebetbuch” geht hier einen Schritt weiter und es werden vom Autor sehr viele mystische und übersinnliche Elemente rund um historische Kartenspiele eingefügt, um dabei das Thrillergenre zu durchbrechen und somit einen Crossover-Roman mit historischen Kapiteln ebenso zu verwenden als auch besagte Mystikelemente der fantastischen Art.
Die Geschichte ist recht rasant dargestellt und selbst ohne die geschickt eingefügten historischen Kapitel, die den Ursprung dieses Kartenspiels erklären, würde der Roman funktionieren. Die historischen Elemente könnten fast einen eigenen Roman darstellen – geben hier jedoch dem Plot erheblich mehr Tiefe. Es war mir als Leser dabei immer wieder eine Freude, von der Gegenwart für einige Seiten in die Vergangenheit eintauchen zu können.
Das Hinzufügen von dezenter Hexerei als auch den gefährlichen Eigenschaften der Karten führte bei mir zu noch mehr Freude. Ich persönlich liebe es, wenn Gegenwartsthemen in die Fantastik abdriften, dabei aber dennoch kurioserweise sehr plausibel bleiben.
Man erkennt dem Roman auch die erbrachten Recherchetätigkeiten an, die dafür sorgen, dass der gesamte Plot über und um die Karten mehr Dichte erhält. Sehr gut fand ich dabei die Idee des Autors, weitere Hintergründe in den Anhang zu packen, um die Geschichte nicht zu sehr mit weiteren Details voll zu stopfen. Die in der Story direkt eingewobenen Hintergründe und Erklärungen sind passend und durchaus ausreichend, um den Plot in seiner rasanten Fahrt nicht zu blockieren. Gleichzeitig bekommt man bei Interesse mehr Informationen, wenn man sich noch dem Anhang widmet.
Erschreckend ist dabei, mit welchen spielerischen Abartigkeiten sich reiche Menschen eventuell die Zeit vertreiben – für mich klingt das Kartenspiel Supérieur sehr nach russischem Roulett und somit lass ich da mal sicherheitshalber die Finger weg…
“Des Teufels Gebetbuch” ist jedenfalls ein echter Markus Heitz, der den Leser auf interessante und eingängige unterhalten kann und dabei auch vor keinen genreübergreifenden Einflechtungen Halt macht.
Ich persönlich hätte gerne noch einen Touch mehr Spannung und Boshaftigkeit erwartet. Das ist aber schon Jammern auf hohem Niveau.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Des Teufels Gebetbuch: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Markus Heitz: Drachengift

Drachengift©Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-70353-6
ca. 560 Seiten

COVER:

Sie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern … Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen …

REZENSION:

»Drachengift« ist der dritte Band einer eher untypischen Reihe. Untypisch deshalb, da Markus Heitz seine Drachen nicht wie zumeist üblich in einer fantastischen und vom Autor selbst erschaffenen Welt aufsteigen lässt, sondern diese sozusagen in unsere eigene, historische Welt einfügt.
Dadurch befinden wir uns im Jahre 1927. Der erste Weltkrieg ist vorbei, Russland ein Zarenreich und Deutschland noch vom Kaiser regiert.
Selbstverständlich lässt Markus Heitz einige historische Begebenheiten beiseite beziehungsweise betrachtet diese nicht. Dadurch kann er seiner Geschichte seinen eigenen, historischen Stempel aufdrücken. Wir befinden uns also in einer teilweise realen und außerordentlich gut recherchierten Vergangenheit, die jedoch – nicht nur durch die darin befindlichen Drachen – dem Fluss seiner Erzählung entsprechend auf interessante Weise »gebogen« wird. Als Beispiel sei der vor der Tür stehende Zweite Weltkrieg genannt. Dieser findet erfreulicherweise absolut keine Beachtung in Heitz`Geschichte.
Bereits im Jahre 2007 schrieb ich eine Rezension zum ersten Band dieser Reihe. Dabei war ich jedoch leider nicht umfänglich von der Geschichte überzeugt. Wie ich meiner damaligen Rezension entnehmen konnte, überzeugte mich das Sittengemälde der 20er Jahre erheblich mehr, als der eigentliche Plot um und über die Drachen.
Ich denke, dies war auch der Grund, warum ich mich dem zweiten Buch – Drachenkaiser – dann nicht mehr widmen wollte. Nun lag jedoch »Drachengift« vor mir und im Zuge eines geplanten Interviews blieb mir nichts anderes übrig, als mich diesem Werk zu widmen. Wie sich dabei erfreulicherweise herausstellen sollte, schaffte es »Drachengift« nahezu problemlos mich an die Seiten zu fesseln. Innerhalb kürzester Zeit erreichte ich das Ende einer sehr interessanten und spannend erzählten Geschichte. Kämpfe, Intrigen, Politik, interessante historische Details: Alles Mögliche war vorhanden und geschickt ineinander verwebt. Das fehlende Wissen des Inhalts von Band 2 störte mich dabei absolut gar nicht. Darüber hinaus kann ich mich nur noch vage an den ersten Band erinnern. Somit scheint der Autor in diesem Werk sehr geschickt alle notwendigen Informationen ausreichend und geschickt eingebaut zu haben, denn weder fehlte mir eine Information, noch fühlte ich mich andauernd an Vergangenes erinnert.
Ergo lässt sich »Drachengift« auch als »stand-alone-Buch« gut lesen und es ist nicht unbedingt notwendig, die bisherigen beiden Bände zu kennen.
Nichts desto trotz blieben einige Fragen offen und ganz besonders die für die Kirche tätig gewordene Archäologin Ulrika Mang spielt zwar eine nette Rolle, dennoch hat ihr Auftreten nicht wirklich etwas mit der Story im Allgemeinen zu tun. Markus Heitz ist ja dafür bekannt, einige Fragen offen zu lassen – möchte er sich doch nicht den Weg zu einem eventuellen weiteren Band nicht verbauen. Und dementsprechend schließt er zwar momentan die Reihe – sein Nachwort lässt aber erneut ein wenig hoffen.
Alles in allem ein absolut unterhaltendes Buch in einer beinahe realen Welt mit intriganten und hochintelligenten Drachen, die noch einiges vor zu haben scheinen.
Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen.
Jürgen Seibold/14.01.2016
Drachengift: Roman (Drachen (Heitz), Band 3) KAUFEN BEI AMAZON

HYS060 – Im Gespräch mit Markus Heitz

DrachengiftSie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern …
Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen …

Im Rahmen der bereits angekündigten Blogtour zu »Drachengift« von Markus Heitz, erhielt ich die Gelegenheit, mit dem Autor ganz locker und unverkrampft ein gemeinsames Gespräch durch zu führen.
Direkt anhören lässt sich der Podcast hier:

Darüber hinaus besteht natürlich – wie bei allen Folgen des Podcasts der Hysterika – das kostenlose Abonnement über iTunes, Podcast.de (inkl. dazu gehöriger Android-App) und weiteren Quellen. Bei Fragen einfach kurz bei podcast@hysterika.de melden.

Das Gewinnspiel zu dieser Blogtour:

Am Ende dieser Tour warten auf His & Her Books schöne Preise. Was es genau zu gewinnen gibt, erfahrt ihr dann direkt am Ende der Blogtour (15.01.2016) bei His & Her Books.
Damit ihr daran teilnehmen könnt, müsst ihr auch unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlassen und die folgende Frage beantworten:

HAT MARKUS HEITZ EINEN ODER MEHRERE LIEBLINGSAUTOR/EN? WENN JA, WELCHE/N?

Kleiner Hinweis: Auf hysterika.de sind Kommentare nicht sofort ersichtlich. Ich werde diese aber innerhalb kürzester Zeit freigeben.

Heitz © Martin HoehneFoto: © Martin Hoehne

Hier nochmal die Stationen der Blogtour:
11.01. book-walk.de – Rückblick auf Band 1 und kurzer Blick auf Band 2
12.01. fantasy-news.com – Drachen und die Drachenwelt
13.01. hysterika.de – Interview mit Markus Heitz
14.01. lesemomente.net – Rezension zu Drachengift
15.01. hisandherbooks.de – Abschluß der Tour und Gewinnspiel

Ich hoffe, die neue Folge des Podcasts gefällt euch ebenso gut wie mir.

Viele Grüße,

Jürgen
www.hysterika.de
Feedback wie immer bitte an podcast@hysterika.de

Intro und Outro weiterhin natürlich von der genialen Band Cradle Of Haze (www.cradleofhaze.de)

Markus Heitz: Der Triumph der Zwerge

heitz_triumph© Piper Verlag GmbH, München 2015
© 2015 Markus Heitz, vertreten durch: AVA International GmbH Autoren- und Verlagsagentur
ISBN 978-3-492-70351-2
ca. 653 Seiten

COVER:

Der Krieg um das Geborgene Land scheint vorüber. Frieden kehrt ein und die Völker festigen ihre Freundschaft, um geeint jeder Gefahr zu trotzen. Doch die Elben schmieden in ihren alten Reichen einen bedrohlichen Bund. Und im Grauen Gebirge wird ein Menschenkind aus dem Jenseitigen Land gefunden, das die Sprache der Albae spricht. Auf wundersame Weise gewinnt das Mädchen die Gunst vieler Bewohner des Geborgenen Landes, während die Zwerge dem Neuankömmling misstrauisch gegenüberstehen. Als ein übermächtiger Feind im Gebirge gesichtet wird, stellt sich heraus, dass das Mädchen ein Geheimnis hat, das die Zukunft des Volkes der Zwerge verändern wird. Wird eine letzte Schlacht geschlagen werden müssen? Und handelt es sich bei dem zurückgekehrten Tungdil tatsächlich um den legendären Helden der Axtschwinger? …

REZENSION:

Als Markus Heitz vor mittlerweile 12 Jahren DIE ZWERGE veröffentlichte, befanden wir uns gerade in einer Zeit, die eine wahre Flut an fantastischen Romanen hervorbrachte.
Fantasy wurde schon immer gelesen und war durchaus von einer nicht gerade unerheblichen Leserschaft geliebt. Interessanterweise hatten sich viele Verlage und insbesondere Medien eher bedeckt gehalten und somit hatte man immer das dezente Gefühl, dass das Fantasygenre ein Schattendasein darstellte. Als dann Peter Jackson sich seiner sehr gelungenen Herr-der-Ringe-Verfilmung annahm, hob er damit gleichzeitig das gesamte Genre in ungeahnte Höhen und Fantasy wechselte endlich zu seiner verdienten Beachtung. Insbesondere die mittlerweile als High-Fantasy betitelte Schublade besitzt genug Niveau, um auch den vermeintlich “gehobenen” Leser zu befriedigen. Hinzu kommt, dass sich Autoren, welche sich Elben, Orks, Magiern, Zauberern verschrien haben, nun nicht mehr in umschweifenden Erklärungen darlegen müssen, was sie meinen, da nun jeder intuitiv weiß, was mit diesen Wesen gemeint ist. Markus Heitz schnappte sich in seinem ersten Band ein sehr sympathisches und doch kriegerisches Volk: Die Zwerge.
Er erschuf das Geborgene Land, die dunklen Albae und schon waren die Fronten geklärt. Die Zwerge zeigten sich dabei als ein sehr witzig agierendes Volk, bei denen man das Gefühl hatte, sie nähmen nicht wirklich alles ernst – nichts desto trotz gingen sie zielgerichtet vor, um dem Geborgenen Land den notwendigen Frieden zu bescheren.
Mittlerweile befinden wir uns mit DER TRIUMPH DER ZWERGE beim fünften Band dieser Saga. Hinzu kommen noch fünf Bände der etwas düsteren Art um die Gegenspieler namens Albae, was durch die lockere Verknüpfung dieser Werke zu einem Zyklus von insgesamt 10 Büchern führte. Sicherlich ist es nicht unbedingt notwendig, auch die Albae-Bücher zu lesen, um den Zwerge-Zyklus zu verstehen. Es schadet aber auch nicht, einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse zu erhalten. Darüber hinaus gibt es einige wenige Fäden, die nur im Gesamtkonzert der Geschichte zueinander finden und somit verständlich werden. Dies ist aber erfreulicherweise nicht essentiell und somit kann man auch getrost Zwerge-Fan sein und die Albae (sofern man mit diesen nichts anzufangen wissen sollte) einfach links liegen lassen. Ich persönlich halte beide Völker für außerordentlich interessant – die Zwerge nahm ich immer als die gewitzteren und auch witziger agierenden Personen auf, während die Albae eher mit Düsternis und der etwas depressiveren Stimmung aufwarten. Somit waren und sind beide Völker in mein Herz gewachsen.
DER TRIUMPH DER ZWERGE webt nun nach sage und schreibe 7 (!) Jahren die Geschichte der Zwerge weiter. Kurz gesagt: Dies ist dem Autor auch trotz der langen Zeitspanne zwischen DAS SCHICKSAL DER ZWERGE und vorliegendem Band sehr gut gelungen. Lediglich der Witz in den Dialogen der Zwerge ist aus meiner Sicht ein klein wenig auf der Strecke geblieben – ja, vielleicht sind die Zeiten im Geborgenen Land härter geworden und deshalb mussten die Zwerge hier Abstriche machen; oder aber der Autor war noch ein wenig in der düsteren Welt der Albae gefangen? Nun, das ist eher nebensächlich, da DER TRIUMPH DER ZWERGE trotzdem für eine absolut gelungene Unterhaltung sorgt und man erneut in ungebremst in die Geschehnisse des Geborgenen Landes eintauchen kann. Erfreulicherweise lässt der Autor in seinem Nachwort nun offen, ob er noch einmal zu diesem Volk zurückkehren möchte. Somit besteht doch die geringe Chance, dass er eines Tages wieder in das Geborgene Land reist, um uns im Nachgang mit seinen dort aufgenommenen Erlebnissen in einem weiteren Band zu beglücken.
Nachdem DER TRIUMPH DER ZWERGE den Vorgängerbänden in nichts nachsteht, kann man es dem Autor als Leser nur raten, diese Reise irgendwann wieder an zu treten.
Ich würde mich jedenfalls freuen, erneut Tungdil und seine Gefährten im Geborgenen Land zu begleiten…
Sollte dem nicht so sein oder werden, ist DER TRIUMPH DER ZWERGE zumindest ein sehr empfehlenswerter Abschluss dieser Serie – nichts desto trotz würde ich mich auch auf einen sechsten Band freuen. Dies allein spricht ja auch schon für den nun vorliegenden.
Jürgen Seibold/15.02.2015
Der Triumph der Zwerge: Roman (Die Zwerge, Band 5) KAUFEN BEI AMAZON

EXKLUSIV: Markus Heitz – Der Triumph der Zwerge

Blogger Banner Zwerge5Mit freundlicher Genehmigung des Piper-Verlags gibt es HIER eine exklusive Vorab-Leseprobe zu dem neuesten Band aus der Welt der Zwerge von Markus Heitz.
Am 16.02.2015 erscheint das Buch mit dem Titel “DER TRIUMPH DER ZWERGE”.
Viel Spaß mit der Leseprobe.

Zusätzlich auch noch vorab eine Lesung von Markus Heitz:

Sowie die Übersicht, wie die unterschiedlichen Bänder der Albae und Zwerge zusammenhängen:

Übersicht Albae_Zwerge mit E-Book Kopie

Markus Heitz: Totenblick

Heitz_TotenblickOriginalausgabe August 2013
© 2013 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50591-5
ca. 521 Seiten / € 9,99

Cover:

„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten – aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …

REZENSION:

Markus Heitz legt mit TOTENBLICK seinen ersten Thriller vor. Bisher zeigte sich der ideenreiche Autor als Entwickler von spannenden, detaillierten und umfangreichen Fantasy-, Mystik- und Horrorgeschichten über Werwölfe, Zwerge, Albae, Vampire. Nun schnappte er sich ein weiteres Genre und lässt uns an seinem ersten Thriller teilhaben.
Stellt sich natürlich die Frage, ob ein übersinnlicher Autor auch mit einem „normalen“ Thriller klarkommt.
Ich denke dies ist ihm fulminant gelungen, denn TOTENBLICK lässt sich sehr eingängig lesen und sorgt für eine wohlige Unterhaltung gefüllt mit geschickt eingebauten Spannungselementen.
Meiner Meinung nach sind viele Genregrenzen sowieso fließend im Übergang und ob nun ein auftretender, mordender Psychopath in einem Thriller oder in einem Horror auftritt, entscheidet ja lediglich die auftretende Darstellung von Gewalt.
Markus Heitz lässt dabei die Horrorschatulle geschlossen und sorgt somit für einen sehr gelungenen und unterhaltsamen Thriller mit interessanten Personen und einem Mörder, der vor Kreativität und einer Liebe zum Detail nur so strotzt.
TOTENBLICK ist ein durch und durch gelungener Thriller, der mir bis zur letzten Seite unglaublich viel Spaß gemacht hat und mir dadurch einige Stunden versüßen konnte. Nichts desto trotz hätte der Autor noch ein wenig detaillierter die Motivation des Mörders ausbauen und das Ende ein wenig motivierter darstellen können.
Dieses ist ein wenig zu schnell abgehandelt, konnte aber den Genuß dieser Geschichte nicht mehr wirklich schmälern.
Alles in allem ist mit TOTENBLICK ein sehr routinierter Thriller entstanden, der mich wieder ein wenig mehr in die Welt des Markus Heitz zurückwerfen konnte – gab es doch in der Vergangenheit auch das ein oder andere Werk des Autors, welches mich nicht mehr gänzlich überzeugen konnte.
Mit TOTENBLICK bekommt er erneut die Kurve und man merkt, dass Heitz weiterhin sehr kreativ auf dem Weg ist und auch das Genre des Thrillers geschickt bearbeiten kann. Durch sein mit im Buch aufgeführtem, alternativen Ende zeigt er jedoch auch, wo er sich gedanklich lieber befindet und somit freut man sich bereits auch weitere Geschichten des Autors in seinen üblichen Welten.
Jürgen Seibold/30.08.2013

 

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Markus Heitz: Oneiros

Originalausgabe Mai 2012
(c) 2012 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50590-8
ca. 620 Seiten / € 14,99

COVER:

Beinahe wäre er über den Körper zu seinen Füßen gestolpert, und er erkannte die Stewardess. Ein Sturz? Sie hatte die Augen weit aufgerissen, eine Wunde konnte er nicht entdecken. Herzinfarkt? Schlaganfall?
Er bückte sich sofort und prüfte ihren Puls, fand jedoch keinen. “Hilfe!”, rief er und lief in den Gang. “Ist ein Arzt an …”
Es verschlug ihm die Sprache: Die Passagiere saßen auf ihren Plätzen, die Glieder schlaff, die Köpfe auf der Brust oder zur Seite, einige hingen über die Lehnen. Tot, alle tot.

In Paris kommt es zu einem schrecklichen Unfall, als ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal rast. Die Ermittlungen beginnen sofort, doch die Ergebnisse sind rätselhaft: Alle Passagiere waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt: einen Mann, der einen tödlichen Fluch in sich trägt. Einen Fluch, der ihn zu einer Gefahr für jeden in seiner Umgebung macht …

REZENSION:

Markus Heitz hat sich durch verschiedenste Romane einen sehr großen Namen gemacht und konnte mit sehr vielen Werken durchweg überzeugen.
Nun legte er mit ONEIROS einen Thriller vor, der durch die Todesschläfer als interessant zu betrachtendes Werk für eine unverzügliche Öffnung des Buches sorgt.
Die Idee ist vielversprechend und dementsprechend freut man sich auf den Genuss des vorliegenden Buches.
Die Geschichte beginnt sogleich fulminant und sorgt für eine hohe Erwartung ob der noch kommenden Seiten. Heitz besitzt jegliche notwendige Qualität um einen gut aufgebauten Thriller mit einem selbst entwickelten mystischen Anteil entstehen zu lassen. Jedoch verliert man sich als Leser in ONEIROS ein wenig, da die Geschichte ein wenig verworren wirkt und die entstandene Erwartungshaltung ein wenig leidet.
Kämpft man sich jedoch durch das gesamte Werk, wird man zumindest am Ende noch ein klein wenig befriedigt, da Markus Heitz zum Ende hin die Kurve bekommt und man als Leser mit einem genreüblichen Ende konfrontiert wird.
Alles in allem ist ONEIROS damit ein ganz guter Thriller, gefüllt mit interessanten Ideen – kommt aber bei weitem nicht an andere Werke des Autors heran, die zumeist das Umblättern erzwingen und somit in einer anderen Liga spielen.
Jürgen Seibold/10.06.2012

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Markus Heitz: Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass

ISBN 978-3-492-70197-6
(c) Piper Verlag GmbH, München 2011
ca. 652 Seiten / € 15,99

COVER:

Die Albae Sinthoras und Caphalor sehen sich beinahe am Ziel ihrer dunklen Pläne: Das Geborgene Land, die Heimat der Zwerge, wird von der Armee aus Trollen, Barbaren und Albae erobert. Die Länder der verhassten Elben sind zum Greifen nahe. Aber bald schon schwindet der Halt unter den Verbündeten, und die Gier siegt über den Gehorsam. Dazu droht Sinthoras und Caphalor neues Unheil. Denn es erscheint ein unerwarteter, bezwungen geglaubter Feind vor dem Reich der Albae – während die besten Krieger im Geborgenen Land kämpfen und die Heimat der Albae dem Gegner nahezu schutzlos ausgeliefert ist …

REZENSION:

Nach dem Genuss des ersten Bandes über die Albae wollte ich ohne jeglichen Hauch einer Atempause in das weitere Vorgehen dieser Geschichte eintauchen. Leider hat sich Markus Heitz hier etwas Zeit gelassen und somit musste man als geneigter Leser mal locker zwei Jahre bis zur weiteren Erkundung der Geschehnisse um die Albae warten.
Nun liegt mit “Vernichtender Hass” der Nachfolgeband vor und es stellt sich mir während der Lektüre mehrmals die Frage, ob die zwei Jahre “Pause” den Legenden gut getan hat.
Markus Heitz ist durch seinen Output der vergangenen Jahre so etwas wie ein Lieblingsautor meinerseits geworden – ich freue mich über jedes Werk das über meine Schwelle kommt und den Namen des Autors trägt. Somit musste ich natürlich auch ohne jegliche Verzögerung in die Folgegeschehnisse um Caphalor und Sinthoras eintauchen. Irgendwie konnte die Geschichte aber bei weitem nicht die sehr hoch angelegte Latte des ersten Bandes erreichen. Ich hatte mehr und mehr das Gefühl, das Markus Heitz hierin zu viel einbauen wollte und ein wenig die Vorgehensweise links liegen ließ, die für seinen bisherigen Erfolg sprach.
Als Leser führen zu viele Sprünge zwischen zu vielen vermeintlichen Hauptdarstellern zu Irritationen, da man sich mit keiner Figur durchgehend beschäftigen und unter Umständen sogar identifizieren kann. Dadurch verliert man als “Abendleser” des öfteren den Faden beziehungsweise die notwendige Verbundenheit zu den Personen. Im Gegensatz dazu konnte der erste Band hier durchweg überzeugen – stellt sich die Frage, warum Heitz hier nachgelassen hat.
Des weiteren befindet sich die Geschichte in einer Welt, die vom Autor erschaffen wurde aber leider nicht detailliert dargelegt wird – bei seinem Epos zu den Zwergen lernt man zwar das Geborgene Land kennen – aber nicht jeder Leser kennt diese Geschichte und somit bewegen sich die Albae in einer nicht nachvollziehbaren oder nicht vor des Lesers Augen entstehenden Welt. Natürlich handelt es sich hier um einen Fantasyroman und jeder könnte sich selbst ein Bild dazu erschaffen – aber gerade dies ist doch ein Garant für gute Geschichten, wenn man vom Autor ein klein wenig an der Hand genommen wird.
Alles in allem handelt es sich bei “Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass” um einen Roman, der zu unterhalten weiß. Leider nichts darüber hinaus. Dadurch hat sich bei mir im Vergleich zum ersten Band und vielleicht auch der entstandenen Erwartungshaltung in den vergangenen zwei jahren ein wenig Enttäuschung breit gemacht.
Jürgen Seibold/17.09.2011
Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass KAUFEN BEI AMAZON

Markus Heitz/Hannes Radke/Jörg Krismann: Justifiers – Collector Band 1 “Die Obhut”

(c) 2010 by Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-53009-2
ca 46 Seiten / € 12,99

COVER:

“Schützenswerte, bedrohte Rasse Mensch! Ihr Planet wurde für das Obhut-Programm ausgesucht. Fühlen Sie sich geehrt! Wir sind ein Volk von höheren Wesen, das sich um die Schwächeren kümmert. Ihre Rasse befindet sich in einem kritischen Zustand, und wir werden alles für Ihre Rettung tun.

Schützenswerte, bedrohte Rasse Mensch! Um den menschlichen Körper und Geist zu schonen, dürfen Sie den Planeten nicht mehr verlassen. Sobald das umfangreiche Aufbauprogramm angeschlossen ist, verlassen wir Sie wieder. Und Sie werden glücklicher sein als jemals zuvor.

Sollten Sie das nicht verstehen, müssen wir Sie leider mit anderen Mitteln überzeugen. Wir erwarten Ihre Antwort in zehn Standardminuten.”

Die Graphic Novel zum Romanerfolg “Collector” vom Bestsellerautor Markus Heitz!

REZENSION:

Nachdem mir der dieser Graphic Novel zugrundeliegende Roman „Collector“ von Markus Heitz gänzlich unbekannt ist, kann ich mich hiermit ganz unvoreingenommen dem vorliegenden Band widmen.
Es handelt sich dabei um den ersten Band einer Serie, die sicherlich noch viele fulminante Erzählungen und Erkenntnisse aufweisen kann.
Der vorliegende erste Band ist als gehobene Graphic Novel zu betrachten, die in ihrer Gänze mit Sicherheit absolut überzeugen kann. Die Zeichnungen sind stimmig und legen teilweise eine Zerrissenheit dar, die die Geschichte zu hundert Prozent unterstützt und man es sich gar nicht mehr anders vorstellen kann.
Das einzige Manko ist die Kürze des Bandes, da er den Leser ohne Vorkenntnisse ziemlich unbefriedigt zurück lässt. Genauso, wie auch die Geschichte durch diesen Umstand sehr verwirrend durch die Gedankengänge des Lesers springt. Der rote Faden wurde mir leider anfangs überhaupt nicht bewusst – erst als die Collectoren die Macht zu übernehmen begannen, öffneten sich ein klein wenig meine Augen. Dies wäre durch eine Verdoppelung der Seiten sicherlich behebbar gewesen – nichts desto trotz ist man zwar verwirrt, aber die Rechnung des Verlags scheint aufzugehen: man möchte weiterlesen…
Somit ein sehr stimmiger „Comic“ der gehobenen Art für den geneigten Science Fiction Leser. Die Personen treten noch etwas sprunghaft auf, erhalten aber bei erneuten Begebenheiten mehr und mehr an Fassade – ich denke, die folgenden Bände werden der Tiefe der Personen auch noch erheblich mehr beitragen können. Hierfür reichten die vorliegenden Seiten einfach nicht aus.
So wie es aussieht, entsteht hier eine gelungene Serie mit einer Geschichte, die noch einiges in petto zu haben scheint.
Jürgen Seibold/12.03.2011

Markus Heitz / Bruno Kramm / Rebecca Jeltsch / Anne Delseit: DAS ICH

(c) 2010 bei New Ground Publishing GmbH, Berlin
Dieser Titel wird unter Lizenz von Knaur Taschenbuch veröffentlicht.
Illustration: Rebecca Jeltsch
Text: Anne Delseit (Koma), Markus Heitz (Erwachen)
Redaktion: Anne Delseit
ca. 150 Seiten / € 6,95

COVER:

Teufelskreis aus Wahn und Realität

“Warum bin ich überhaupt aufgestanden?”, fragt sich Christian, ahnend, dass dieser Tag nicht anders wird als die üblichen – verseucht durch Wahnsinn und Dunkelheit. Auch Soschas Zustand scheint nicht der Realität entsprungen. Oder doch? Was ist Wahn, Traum, Wirklichkeit?
Beide verlieren sich in ihren Geschichten, in den surrealen Welten ihrer Persönlichkeiten.

Zwei faszinierend düstere Geschichten, mit der Kult-Gothic-Band “Das Ich” als einzig realer Konstante.

REZENSION:

Es ist erfreulich, aber auch erstaunlich, zu erkennen, wie sich doch manchmal in einem Leben ein Kreis schließt.
War es mir doch erlaubt, durch meine Tätigkeit als Herausgeber des Gothic-Magazins “HysterikA” die sympathischen Personen hinter der düsteren Band “Das Ich” kennen zu lernen. Damals (tatsächlich schon 20 Jahre her!) noch ganz frisch im Geschäft und gerade mit ihrem Tanzflächenknaller “Gottes Tod” auf der Jagd nach Liebhabern, die sich mit dieser neu klingenden Musik identifizieren konnten.
Dies ist ihnen wahrlich gelungen – sind sie doch nun eine Band, die jeder Hörer dieses Genres beim Aufzählen auf den Lippen hat.
Nun, lang ist es her – und plötzlich liegt vor mir ein Comic mit dem Titel “Das Ich” und bereits ohne Blättern konnte ich durch die Nennung von Bruno Kramm erkennen, dass es sich wohl auch um diese Band zu drehen scheint.
Wie bei Comics so üblich, blättert man einfach mal durch um die Zeichnungen ohne jegliche Inhaltsberührung wirken zu lassen. Diese sind absolut genregerecht und legen durch ihre Darstellung bereits die Latte recht hoch.
Im Buch befinden sich zwei Geschichten verstörender Art, die sehr stark zum Nachdenken anregen:
Die erste Story nennt sich KOMA und wurde – wie auch der noch folgende Strip – von Rebecca Jeltsch gezeichnet.
Der sehr kurze, aber stimmige Text wurde von Anne Delseit den bedrückenden Zeichnungen hinzugefügt.
Man verliert sich bereits in dieser Geschichte sehr stark im Geschehen und die Grenzen zwischen Realität und wahnhaften Gedanken des Protagonisten verschwimmen mehr und mehr. Einzig die drei auftauchenden Bandmitglieder scheinen als feste Konstante aufzutauchen.
Leider ist diese Geschichte viel zu schnell beendet – somit folgt der nächste Streich: Ein Werk, bei dem niemand Geringerer als der aktuell sehr erfolgreiche Autor Markus Heitz als Geschichtenerzähler mitwirkt und dies neben den Zeichnungen von Rebecca Jeltsch auch in seiner ihm bekannten Weise virtuos durchführt. Hier geht leider ein klein wenig der Comicgedanke verloren, da es sich bei der zweiten Story eher um eine Kurzgeschichte mit “Hintergrundbildern” handelt – glücklicherweise wurde dies aber ziemlich geschickt gelöst und die Bilder fungieren eher als eine Art “Steigerung” der Irrealität. Erneut treten hier DAS ICH auf und beweisen somit, das sie die auftretende Konstante sind – wie bereits anfangs gedacht.
Mit dem vorliegenden Buch ist somit ein verstörendes, zum Nachdenken anregendes Werk entstanden, das sicherlich nicht nur von Szenekennern gelesen werden sollte. Einzig das etwas sparsame Auftreten der Band könnte ich bemängeln – es passt zwar jeweils sehr gut zu den Geschichten, aber als Namensgeber für  dieses Buch erwartet man als Leserdoch etwas mehr als eine geschickt eingebaute Nebenrolle.
Nun, dies ist jedoch das einzige Manko und es fällt sicherlich auch nur Kennern dieser Band auf – diese sind jedoch auch die als Erstes angesprochene Klientel.
Das Buch bleibt trotzdem (oder gerade deshalb?) sehr empfehlenswert und es war mir eine Freude, dadurch mal wieder einen Kontakt (wenn auch virtuell) zu dieser Band gehabt zu haben.
Jürgen Seibold / 24.08.2010

Markus Heitz: Judassohn

c 2010 by Knaur Verlag
ca. 680 Seiten / € 14,95

COVER:

Ich habe mir alles genommen, mich selbst darum gebracht.

Kein Raubtier vermag solche Wunden zu schlagen und so zu verstümmeln wie ich. Mein Glück ist unwiederbringlich verloren.
Zerfetzt.

Doch bin ich schuldlos an dem, was ich tat. Mein Wesen veränderte sich zweifach, mit jedem meiner Tode.

Ich kenne die Frau, die wahre Täterin, die mich zum Opfer dieser Mächte werden ließ, anstatt mich davor zu bewahren.

Jetzt habe ich sie gefunden. Endlich gefunden!

Und ich werde ihr rauben, was ihr am Herzen liegt, damit sie mein Leid nachempfindet! Bevor ich auch sie auslösche …

Im Frankreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts, im tiefsten bretonischen Sumpfland, liegt der Geburtsort einer Gestalt, die ihre tödlichen Fänge bis in die Gegenwart streckt. Das Böse ergriff ganz langsam Besitz von ihr – in einer Verkettung von Zufällen, Wandlungen, Bündnissen. Und durch einen unauslöschlichen Fluch, der über allem liegt …

Markus Heitz erzählt die Geschichte der Judaskinder weiter – von ihrer teuflischen Jagd nach Unsterblichkeit und Erlösung, einst und jetzt.

Rezension:

Vampirromane sind zur Zeit ja in – erstaunlich, dass durch eine Hinzufügung von viel Liebe und Romantik auch die weibliche Leserschaft endlich “gekidnappt” werden konnte.
War nicht schon immer viel Liebe und Romantik in den frühen Werken der Vampirliteratur?
Ich habe mir jahrelang den Mund fusselig geredet, um festgefahrene Mitbürger (meist weiblichen Geschlechts) vom Kosmos des Vampirismus zu überzeugen. Leider vollführte ich dies durchweg ohne jeglichen Erfolg. Nun ja, vielleicht war das auch ganz gut so – immerhin konnte ich mich lange Zeit mit dem “echten” Vampirismus beschäftigen und dafür hielt ich auch durchweg die Lanze hoch.
Heutzutage verlieben sich Vampire ja nicht nur, sondern gehen wohl auch tagsüber in die High School – ich denke, bei Unsterblichkeit würde ich das wohl bleiben lassen…
Wie man merkt, bin ich eher ein Kind des ursprünglichen Vampirismus – ganz oben steht bei mir immer noch unangefochten Bram Stokers DRACULA als literarisches Kunststück und Christopher Lee als dessen filmische Personifizierung.
Dadurch sind meine Grenzen doch recht eng gesetzt – egal, wenden wir uns nun dem neuen Werk von Markus Heitz zu:
Will er auch auf dieser neumodischen Welle mitschwimmen?
MITNICHTEN!
Ich habe eher das Gefühl, Markus Heitz besitzt eine ähnliche Grundlage und schafft es sogar, dem Vampirtum glaubwürdig neue Rassen als auch neue Fähigkeiten zuzuschreiben um trotzdem in keinster Weise den Blick auf den Ursprung zu verlieren und ihn dadurch in eher lächerliche Ecken zu treiben.
Judassohn ist Band 2 seiner Saga und erneut unglaublich interessant, spannend und glaubhaft erzählt – warum nur werden solche Werke nicht ebenso hoch gelobt wie manch andere Autorenergüsse, die einen 300jährigen, fürchterlichen Ruf mehr zerstören als ihn weiter zu erzählen.
Nun, genug gemeckert: Judassohn spielt bei einer ganz besonderen Riege mit: gab es für mich doch bisher nur DRACULA von Bram Stoker (sehr intensives Werk!) und Stephen Kings SALEM’S LOT (eine gelungene Hommage an Stoker) als die großen Vertreter des Genres.
Nun scheint es eine weitere Reihe geschafft zu haben.
Herr Heitz – Ich danke Ihnen!!!
Jürgen Seibold / 19.09.2010

Markus Heitz: Die Legenden der Albae – Gerechter Zorn

c Piper Verlag GmbH, München 2009
ca. 585 Seiten / € 15,00

COVER:

Die Albae sind gefährlich, grausam und scheuen keinen Krieg. Ihre Feinde fürchten sie, und ihre Sklaven folgen ihnen bedingungslos. Doch die dunklen Geschöpfe bergen ungeahnte Geheimnisse und ihre Macht ist nicht unbegrenzt. Das Reich der Albae ist bedroht, und die ungleichen Krieger Sinthoras und Caphalor erhalten den Auftrag, einen mächtigen Dämon für ihr Volk zu gewinnen. Es stellt sich aber schnell heraus, dass jeder der Albae eigene Pläne verfolgt. Der Kampf um Ehre, Leidenschaft und Macht bringt sie in höchste Gefahr – und das Schicksal ihres Volkes steht auf dem Spiel…

REZENSION:

Markus Heitz wird scheinbar immer aktiver – anders kann ich mir die aktuelle Anzahl an Veröffentlichungen schlichtweg nicht erklären. Sehr oft führt jedoch ein rasant aufeinander folgender Output eines Autors zu einer Verschlechterung seiner Geschichten. Gibt es doch sehr viele Autoren, die regelmäßig Bücher veröffentlichen, jedoch in ihren Werken absolut nichts Neues mehr zu erzählen haben.
Nun erreichte mich also ein neuer Markus Heitz – und abermals eröffnet er eine neue Serie über die sehr interessanten Albae – ein Stamm, der jedem Zwerge-Leser bekannt sein müsste. Der Umschlag sieht klassisch nach Fantasy aus – wollen wir mal sehen, was der Inhalt so her gibt…
Fünfhundertvierundachtzig Seiten später musste ich notgedrungen ein Fantasybuch schließen, wie ich es leider schon lange nicht mehr lesen konnte. Hat mich doch die Geschichte über die relativ bösartigen Albae zutiefst gefesselt, berührt und überzeugt. Sicherlich, sie könnten noch etwas bösartiger sein – nichts desto trotz wird Markus Heitz in meinem Augen mehr und mehr zum Godfather der deutschen Fantasy- und Horrorliteratur.
Scheinbar spielerisch lässt er die Welt der Albae aufleben, geht hierbei sehr detailliert zu Werke und führt seine Protagonisten sehr lebendig ein, ohne den Blick auf das Wesentliche zu verlieren. Man erkennt förmlich die Liebe des Autors zur Schriftstellerei und insbesondere zu den Genrebereichen, in denen er sich aufhält.
„Die Legenden der Albae“ ist ein absolut überzeugender Dark-Fantasy-Roman, der nicht eine einzige Seite ohne Sinn und Zweck vorzuweisen hat – man muss wirklich stark aufpassen, nicht den Bezug zur Realität zu verlieren – ist es doch schier unmöglich, aus den Tiefen Ishím Voróo’s wieder aufzutauchen.
Alles was dem Leser bleibt ist ein zombieartiger Gang zum nächsten Buchhandel, um auf die Veröffentlichung des nächsten Bandes – gleich einem Drogensüchtigen auf Entzug – zu warten, um dann dieses dem Händler aus den Händen zu reißen…
Buchtipp des Monats Juni bei Hysterika.de
Jürgen Seibold / 30.05.09

Markus Heitz: Blutportale

ca. 666 Seiten / € 14,95
Originalausgabe Dezember 2008
c 2008 bei Knaur Verlag.

COVER:

„Du kannst nicht jeden retten“, sagte sie ernst. „Es scheint dir im Moment vielleicht unerträglich zu sein, dass du ihn geopfert hast, aber glaub mir, es war die richtige Entscheidung.“

Genau wie Will führt auch Saskia, eine leidenschaftliche Fechterin, ein ganz normales Leben. Das ändert sich, als sie bei einem Turnier gegen den geheimnisvollen Maitre antritt: Mit seinem Rapier fügt er ihr tiefe Schnitte zu, die bald danach zu Brandzeichen werden. Saskia ahnt nicht, dass ihr Gegner bereits seit Jahrhunderten nach ihr sucht – denn in ihr schlummert eine Gabe, die er sich nun zunutze machen will. Doch niemand hat die junge Frau auf ihr dunkles Talent vorbereitet, und so stößt sie unbeabsichtigt Türen auf, die nie geöffnet werden sollten.
Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, ist Saskia gemeinsam mit Will auf der Flucht vor Dämonendienern, die sie zu ihren Zwecken missbrauchen wollen. Die beiden müssen alles, was sie bisher für real, für gut und für falsch gehalten haben, vergessen, um überleben zu können – und bekommen ebenso unerwartete wie ungewöhnliche Hilfe …

Dunkle Geheimnisse, rasante Action und ein Wiedersehen der besonderen Art: Der neue Bestseller von Markus Heitz!

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Seit er mehrfach mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet wurde, gilt er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy. Mit seiner Bestsellerserie um Die Zwerge setzte er einen neuen Standard im Bereich der klassischen Fantasy und eroberte mit dem Werwolf-Zweiteiler Ritus und Sanctum sowie dem Vampirthriller Kinder des Judas auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt mit seiner Familie in Zweibrücken.

REZENSION:

Markus Heitz ist einer meiner deutschen Lieblingsautore – konnte er doch durch eine hohe Zahl an Büchern uneingeschränkt überzeugen. Dementsprechend gefreut habe ich mich, als Blutportale seinen Weg zu mir fand.
Erneut handelt es sich um ein nicht gerade dünnes Buch – dies hat in der Vergangenheit regelmäßig für den Autor gesprochen, da er sich in dickeren Büchern eher wohl gefühlt hatte und vor dem Leser wahre Symphonien ausbreitete.
Bei Blutportale scheint dies jedoch eher nicht gelungen zu sein. Es ist jedoch schwer zu greifen, woran das liegen mag. Erneut lässt er seinen Hauptprotagonisten durch spannende Begebenheiten laufen – insbesondere die Idee mit der geheimen und illegalen „Fechtbruderschaft“ finde ich sehr ansprechend und hat am Anfang unwahrscheinlich viel Spaß gemacht. Ich denke, alleine darüber würde sich ein Buch schon lohnen.
Im Laufe der Geschichte erklomm mich jedoch mehr und mehr das Gefühl, dass sich Markus Heitz etwas verzettelt hat – dadurch schwand in meinen Augen mehr und mehr der Faden, der den Leser durch das Buch geleitet.
Somit ist bei mir etwas einmaliges geschehen: Ich legte zum ersten Mal ein Buch von Markus Heitz unbefriedigt und unabgeschlossen auf die Seite. Nichts desto trotz wird auch Blutportale sicherlich auch viele Freunde finden – aus meiner Sicht ist es leider ein etwas unausgegorenes Werk, das Anfangs mit hoher Geschwindigkeit startet und dann leider zu lange dieses Tempo nicht mehr aufrechterhalten kann. Schade – ich freue mich aber trotzdem auf seine weiteren Werke.
Jürgen Seibold/22.01.2010