John Gwynne: Bosheit (Die Getreuen und die Gefallenen 2)

Originaltitel: Valour – The Faithful and the Fallen 2
Aus dem Englischen von Wolfgang Thona
©2014 John Gwynne
© der deutschsprachigen Ausgabe by Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München
ISBN 978-3-7341-6120-9
ca. 832 Seiten

COVER:

Der Krieg ist ausgebrochen und hat die Verfemten Lande in Chaos gestürzt. Während der fehlgeleitete Hochkönig Nathair sich für den Avatar des Schöpfergottes Elyon hält, muss Corban aus seiner Heimar fliehen.
Denn der Hochkönig glaubt, in dem jungen Krieger die Schwarze Sonne zu erkennen – den Paladin des dunklen Gottes Asroth. Corban kümmert all das wenig – schließlich hat er seine Familie verloren und trauert. Doch seine Schwester Cywen hat überlebt. Sie ist allerdings in die Hände Nathairs gefallen, der sie nun einsetzt, um Corban aus der Deckung zu locken. Schließlich würde ihr Bruder jeden Preis bezahlen, um Cywen zu retten.
An der Seite der Woelven Sturm und seiner treuen Gefährten reist Corban seiner Bestimmung entgegen – durch ein dunkles Land, voller Giganten, Monster und dunkler Mächte.

REZENSION:

Nach dem wahrlich fulminanten Beginn der Saga um “Die Getreuen und die Gefallenen”, bleibt einem wirklich nichts übrig, als sich auch dem nächsten Band mit dem Titel “Bosheit” zu widmen.
Schon mal eines vorweg: Wer Band 1 (Macht) nicht kennt, sollte sogleich die Finger vom zweiten Band  lassen und sich zuerst seinem Vorgänger widmen. Man hat sonst definitiv keine Chance dieser Geschichte einigermaßen folgen zu können. Viel zu viele Personen wurden in ihrer Detailtiefe bereits im ersten Buch eingeführt und Handlungsstränge werden in “Bosheit” lediglich weiter fort geführt.
Hat man “Macht” gelesen und für gut befunden, wird man sowieso keine andere Möglichkeit haben, als sich diesem Buch zu widmen.
Nahezu nahtlos geht es in “Bosheit” weiter. Corban befindet sich auf der Flucht, was aus seiner Schwester geworden ist, entzieht sich seiner Kenntnis. Vielmehr geht er von ihrem Tode aus und füllt sich dementsprechend schlecht in seinen weiteren Zukunftsgedanken.
Es ist erstaunlich, wieviele Charaktere John Gwynne detailliert vorgestellt vom Stapel lässt – gleichzeitig ist erstaunlich, wieviele er davon auch relativ schnell wieder hopps gehen lässt.
Sicher, dadurch blinzelt ein klein wenig die Vorgehensweise beim momentanen Blockbuster Game Of Thrones durch – dennoch entwickelt sich “Die Getreuen und die Gefallenen” zu einer hochwertigen und durchgehend gut durchdachten Fantasysage, der man sich schlicht nicht entziehen kann.
Sicher, im Gegensatz zu seinem ersten Band wirkt Buch 2 ein wenig wie der Drache, der vor seinem Angriff erst einmal Luft holen muss. Dennoch kann man weiterhin mit den Figuren mitfiebern und sie auf ihren jeweiligen Reisen begleiten.
Herrscher werden machthungriger als sie bereits waren, Intrigen werden ungebremst weiter gesponnen. Manchmal scheinen die Fäden nicht mehr greifbar zu sein – kurz danach werden sie jedoch wieder aufgenommen und knotenfrei dargelegt.
Wie sehr oft in zweiten Bänden einer längeren Saga steht auch “Bosheit” seinem Vorgänger etwas nach. Dies liegt aber wohl im Besonderen daran, dass in “Macht” für einen Leser noch alles neu und bereit zum Entdecken war. Nun geht die Story weiter – die Personen sind bekannt. Dennoch wusste ich bald gar nicht mehr, wer denn nun gegen wen kämpft, wer noch nicht gekämpft hat und warum überhaupt. Aber da sind wir wieder bei den Fäden: Alles löst sich nach und nach und man ist als Leser plötzlich wieder mittendrin in einer mittelalterlich wirkenden, fantastischen Welt.
John Gwynnes Geschichte entspricht beinahe dabei nahezu sämtlichen Fantasy-Klischees – aber verdammt: Das macht trotzdem richtig viel Spaß beim Lesen und es muss ja nun wirklich niemand andauernd versuchen, ein etabliertes Genre neu zu erfinden.
Auch wenn ich mich zwischendurch fragte, wann denn nun alle gegeneinander gekämpft haben, wer noch nicht dem Wahnsinn verfallen ist, welche Rolle X, welche Rolle Y spielt, wer bei dieser Vielzahl an Toten eigentlich noch übrig bleibt, wer nun mit wem paktiert – lässt sich auch Buch 2 problemlos empfehlen und ich freue mich schon sehr auf den Folgeband, der demnächst erscheinen wird.
Jürgen Seibold/05.11.2017

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John Gwynne: Macht – Die Getreuen und die Gefallenen 1

Originaltitel: Malice – The Faithful and the Fallen 1
Aus dem Englischen von Wolfgang Thon
Deutsche Erstveröffentlichung Juni 2017 bei Blanvalet, einem Unternehmen der Random House GmbH, München
©John Gwynne 2012
© der deutschsprachigen Ausgabe: 2017 by Blanvalet
ISBN 978-3-7341-6119-3
ca. 832 Seiten

COVER:

Das, was die Menschen die Verfemten Lande nennen, war einst das Reich der Giganten. Aber der Krieg hat die Welt verändert und die Giganten fast ausgelöscht. Einzig ihre uralten Bauwerke prägen als Ruinen das neue Reich der Menschen. Doch was einst Legende war, bahnt sich erneut den Weg in die Verfemten Lande: Wesen aus Mythen werden lebendig, Steine weinen Blut, und eine Prophezeiung erzählt von der Wiederkehr der Götter.
Der junge Corban ben Thannon ahnt nichts von alledem. Er begehrt nur eines: Endlich der Hufschmiede seines Vaters zu entfliehen und das Kriegshandwerk zu lernen. An der Seite König Brenins will er Heldentaten verrichten. Aber an dem Tag, als er alles verliert, was er liebt, beginnt Corban zu ahnen, dass wahrer Mut, bedingungslose Treue und blutiger Sieg einen hohen Preis fordern.

REZENSION:

John Gwynnes Debüt-Fantasy-Epos hat bereits einige wenige Jahre auf dem Buckel. Nun gibt es seit diesem Jahr dieses Werk auch auf dem deutschen Markt und bereits wegen der Beschreibung und der schönen Buchgestaltung war ich sehr an dem Inhalt interessiert.
Mit seinen etwas über 800 Seiten bereits ein nicht gerade dünnes Buch ist es gleichzeitig erst der erste Band über Corban und seine Welt.
Corban ist ein Junge, der in einer mittelalterlich wirkenden Welt lebt und sich – wie eigentlich jeder Junge seines Alters – danach sehnt, das Kriegshandwerk zu erlernen und für seinen König in den Kampf zu ziehen.
John Gwynne erschafft eine Welt, der man deutlich anmerkt, dass hier der Game-Of-Thrones-Hype nicht nur eine Rolle spielte, sondern wohl auch Pate stand. Die Geschichte selbst entspricht den üblichen Fantasywerken und erfindet nichts wirklich neues. Dennoch konnte mich das Buch absolut überzeugen und ich versank direkt in den Seiten.
Gwynne erschafft eine rundum durchdachte Welt, gefüllt mit Menschen, die stark dem Mittelalter entnommen zu sein scheinen und Wesen, die scheinbar direkt aus alten Legendenerzählungen entsprungen sind. 800 Seiten sind normalerweise ein Zeitvertreib, der einige Zeit in Anspruch nimmt – aber bereits am ersten Tag war es mir nicht mehr möglich, damit auf zu hören und somit verschlang ich da bereits die ersten 300 Seiten. Bei meiner täglichen U-Bahn-Fahrt war ich jedesmal enttäuscht: Nicht, weil das Buch schlecht wäre, sondern einzig deshalb, weil mein Ausstiegspunkt gefühlt einfach zu schnell erschien und ich gezwungenermaßen das Buch schließen musste.
Ich kann nicht genau differenzieren, woran es bei diesem Werk lag, denn eine Geschichte mit diesem Inhalt gibt es bereits in einer Vielzahl unterschiedlichster Fantasy-Romane. Dennoch hat es der Autor in meinen Augen virtuos geschafft, seine Personen als auch die jeweiligen Königreiche und Kontrahenten plastisch, tiefgehend und mehrdimensional gezeichnet wirken zu lassen. Seine Kapitel sind nicht allzu lang und tragen durchweg den Namen der aktuell im Vordergrund handelnden Person. Antagonisten sind nicht immer sofort zu erkennen – Protagonisten können manchmal auch eine andere Entwicklung durchleben als gedacht. Neben Corban verliebt man sich in eine Vielzahl an handelnden Personen und ganz besonders hat es mir Sturm angetan, die Woelven Corbans.
Es ist schier unglaublich, dass es sich hierbei um ein Debüt handeln soll. Hierin steckt Qualität und eine perfekt durchdachte Geschichte. Ich bin beinahe enttäuscht, dass ich das Buch nun bereits beendet habe – freue mich aber auch dementsprechend auf die Folgebände. Dabei hoffend, dass Corban nicht zu schnell sein jugendliches Alter verliert, denn als Erwachsener könnte er unter Umständen manche Eigenschaft verlieren.
Kurzum: Ein verdammt gelungenes, spannendes und mit Intrigen sowie Reichskämpfen gefülltes Buch. Rundum empfehlenswert!
Jürgen Seibold/14.10.2017

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