Alexander Grin / Stephen Gilbert / Harald Howart / H. J. Alpers: Tod durch Ratten (4 Romane in einem Band)

Alexander Grin: Der Rattenfänger
Titel der russischen Originalausgabe: Krysolov
Übersetzung aus dem Russischen von Waltraud Ahrndt
c 2004 by area verlag gmbh, Erftstadt

Stephen Gilbert: Aufstand der Ratten
Titel der englischen Originalausgabe: Ratman’s Notebook
Übersetzung aus dem Englischen von Walter Erev
Lizenzausgabe der area verlag gmbh, Erftstadt
c 1968 by Stephen Gilbert
c der deutschen Übersetzung by Marion von Schröder, Berlin

Harald Howart: Tod durch Ratten
c 1971 by Harald Howart
c 2004 der deutschsprachigen Ausgabe by area verlag gmbh, Erftstadt

Hans Joachim Alpers: Zwei schwarze Männer graben ein Haus für dich
c 2004 by Hans Joachim Alpers und area verlag gmbh, Erftstadt

COVER:

Vier fulminante Rattenhorror-Werke erstmals in einem Band! Szenarien des Grauens, in denen die Ratten ihren eigenen Plänen folgen, sich über den Menschen stellen und zu einer entsetzlichen Bedrohung für ihn werden – die Horrorgeschichten aus der Feder internationaler und deutscher Kultautoren lassen eines zur grausigen Gewissheit werden: Unsere Angst vor Ratten ist berechtigt.

Vier Romane in einem Band:
Alexander Grin: “Der Rattenfänger”
Stephen Gilbert: “Aufstand der Ratten”
Harald Howart: “Tod durch Ratten”
Hans Joachim Alpers: “Zwei schwarze Männer graben ein Haus für dich”

REZENSION:

Der area-Verlag legt mit dem Band „Tod durch Ratten“ ein 800 Seiten starkes Buch vor, in dem sich 2 Kurzgeschichten und 2 ganzwertige Romane mit Ratten als Hauptthema finden.
Als erstes findet man Alexander Grin’s knapp 90seitige Kurzgeschichte „Der Rattenfänger“:
Diese Geschichte ist sehr spannend geschrieben und kann sehr viel positive Eindrücke beim Lesen hinterlassen. Einziges Manko: Die Geschichte konnte sich mir nicht wirklich erschließen. Dies klingt zwar nach einem Widerspruch, zeigt aber zumindest daß Alexander Grin weiß, wie man den Leser bei der Stange hält.
Als zweites folgt Stephen Gilbert’s „Aufstand der Ratten“. In diesem Buch erreicht der Hauptdarsteller, daß ihm eine nicht unerhebliche Anzahl Ratten gehörig sind und seinen Befehlen nahezu fehlerfrei folgen. Durch seine beruflichen und allgemeinen Probleme setzt er diese immer mehr zu räuberischen Tätigkeiten ein, was zu einem gewissen Reichtum führt, jedoch den Weg zu seinem ersten befohlenen Mord führt. Dieses Thema spitzt sich immer mehr zu bis…..
Stephen Gilbert schuf hiermit einen Plot, der nicht nur spannend zu Lesen ist sondern auch zeitweise eine sehr interessante Beziehung zwischen dem Leser, dem Hauptakteur sowie den Ratten schafft. Dieser Roman befriedigt jeden Horrorleser und ist allein schon das Geld für diesen günstigen Rattensammelband wert.
Weiter geht es dann mit „Tod durch Ratten“ von Harald Howart, in dem ein Wissenschaftler durch seine Gehirnforschungen an Ratten ebenfalls die Kontrolle über zumindest eine Ratte erhält. Nachdem er jedoch von seinem Professor als Scharlatan verhöhnt wird und sowieso nicht gerade angesehen war, verliert er sich in klassische Rachegedanken und setzt hierzu mörderisch seine von ihm gesteuerte Ratte ein. Dieser Roman strotzt ebenfalls vor Spannung und lässt sich in beinahe einem Zug durchlesen, da man diese Geschichte nicht mehr loslassen kann. Einziges Manko an diesem Roman ist der absolut plötzliche Schluß, der sich so schnell und endgültig darlegt, daß man das Gefühl hat es würden noch ein paar Seiten fehlen oder der Autor wurde beim Schreiben gestört und musste sofort damit aufhören. Schade eigentlich, da man ansonsten nichts negatives über diese Geschichte sagen könnte.
Als letztes folgt noch eine recht kurze Geschichte von Hans Joachim Alpers mit dem Titel „Zwei schwarze Männer graben ein Haus für dich“, in dem jemand Briefe von seinem bereits vor mehreren Jahren verstorbenen Freund erhält und bei dessen Lektüre in einen mystischen und wahnsinnigen Strudel gerissen wird. Mehr kann man über den Inhalt nicht sagen, da man sonst etwas zuviel verraten könnte. Es ist auf jeden Fall ein sehr guter Abschluß dieses Buches, da diese Kurzgeschichte in der Spannung und Eingängigkeit in nichts den anderen nachsteht.
Somit hat der area-verlag erneut ein sehr gutes Näschen für spannende Geschichten bewiesen, die sich in diesem Fall zumindest überwiegend über ein Thema ranken.
Schadet nicht, damit die Horror-Sammlung des area-verlages zu erweitern.
JS/14.10.04