Thomas, F. I.: Glühender Zorn – Krieg der Drachen 1

Originalausgabe November 2017
ISBN 978-3-492-28135-5
©Piper Verlag GmbH, München 2017
ca. 479 Seiten

COVER:

Jahrhunderte sind vergangen, seit sich die Bewohner der Jungen Königreiche von der Schreckensherrschaft der Drachen befreit haben. Sechs Magier gebieten nun über das kostbare Vermächtnis der Drachen, die Zauberei. Doch dieser Orden der Stäbe hegt nicht nur gute Absichten … Denn noch während sie sich auf ihre Große Weihe vorbereiten, finden die Novizen der Ordensmagier Erschreckendes heraus: Statt Tandurin, Dania, Geron, Kyrell, Boltan und Ambra zu vollwertigen Magiern zu machen, wollen ihre skrupellosen Lehrmeister sie töten, um selbst unsterblich zu werden. Gejagt von den mächtigsten Zauberern der Welt, kann den jungen Magiern auf ihrer Flucht nur noch eines helfen: Wissen. Doch je mehr Geheimnisse der Zauberei sie ergründen, desto näher kommen sie einer furchtbaren Wahrheit, die hinter der Magie steckt – und deren Entdeckung die alten Zauberer um jeden Preis zu verhindern suchen. Ein magischer Krieg voller Verrat und Intrigen beginnt. Werden Tandurin, Dania, Geron, Kyrell, Boltan und Ambra ihn gewinnen?

REZENSION:

Ich könnte jetzt abermals zum Philosophieren anfangen, ob die Verwendung eines Pseudonyms wirklich sinnvoll ist. Ich stehe dem sehr zwiespältig gegenüber, da ich gerne wissen möchte, welche Bücher ein mir bekannter Autor veröffentlicht. Wenn zum Beispiel ein von mir geliebter Horrorautor plötzlich einen Heimatroman schreibt, dann würde ich auf Basis einer dann hoffentlich sinnvollen Coverbeschreibung leicht entscheiden können, ob ich einen Genrewechsel lesen möchte. Eventuell kann es dabei sogar sein, dass allein die mir bekannte Qualität eines Autors dazu führt, ein neues Genre kennen zu lernen.
Im vorliegenden Fall handelt es sich ebenfalls um die Verwendung eines Pseudonyms. Ganz ehrlich: Hätte ich nicht gewusst, wer dieses Buch geschrieben hat, hätte es sehr stark sein können, dass ich mich diesem Werk nicht zugewendet hätte. Nachdem das gerade sehr viele „hätte“ waren, merkt man sehr deutlich, dass ich mich dem Glühenden Zorn widmete.
Erneut handelt es sich um einen ersten Band einer Reihe. Mir persönlich wäre es lieber, wenn sich die Zeit so langsam in Richtung Einzelwerke zurückdrehen könnte. Aber das ist Geschmackssache. Sicher ist es wunderschön, immer wieder in eine geliebte Welt abtauchen zu können – wenn ich aber an die Anzahl der bereits begonnenen Fantasywerke denke, stellt sich mir immer wieder die Frage, ob es denn wirklich sein muss. Hinzu kommt die lange Wartezeit, die schon sehr oft dafür gesorgt hat, dass ich in einen Nachfolger einfach nicht mehr richtig eintauchen konnte.
Aber genug Abschweifung in dieser Rezension. Gehen wir zu „Glühender Zorn“: Es handelt sich um den ersten Band des Epos „Krieg der Drachen“ von F.I. Thomas – einem zumeist eher dem Horrorsektor zuzuordnenden Schriftsteller, der hier nun in die Welt der Fantasy abtaucht,
Horror und Fantasy sind meiner Meinung nach nicht unbedingt wie voneinander entfernt. Somit konnte ich mir bereits vor Öffnen des Buches gut vorstellen, dass der Autor auch in diesem Genre seine positive Leistung darbieten kann.
Genau das ist auch geschehen. Anfangs wirkte die Geschichte nach meinem Empfinden noch etwas holprig und es ließen sich nur schwer die Fäden zusammenhalten. Nach und nach löste sich der gedankliche Knoten aber auf. Dies geschieht erfreulicherweise nicht allzu spät – funktioniert bereits recht gut bei dem Punkt, an dem die Novizen erkennen, dass sie wohl Opfer ihrer Meister werden sollen.
An diesem Punkt wird einem auch klar, dass der holprige, nicht rundum greifbare Beginn der Geschichte notwendig war. Die Protagonisten wurden dadurch geschickt als Individuen eingeführt und man konnte sich bereits dort für den ein oder anderen Liebling des Buches entscheiden.
Die Story ist sehr interessant aufgebaut und die grundsätzliche Idee wirkt sehr erfrischend. Die erschaffene Welt ist recht düster, macht aber definitiv Lust auf weitere Erlebnisse.
F.I. Thomas‘ Erzählweise ist – wie in allen seinen Büchern – sehr eingängig und geht ohne große Umwege vorwärts. Die Story wirkt absolut lebendig. Dies, obwohl der Autor nicht haarklein alles Mögliche erklärt und erzählt. Dadurch bleibt einem die Möglichkeit, die eigene Fantasie spielen zu lassen.
Alles in allem ein sehr interessanter Auftakt, der das Interesse nach dem nächsten Band weckt. Erneut würde man gerne einfach nahtlos weiterlesen – aber auch bei diesem Werk kommt als Erstes eine nicht gerade kurze Wartezeit. Ich bin gespannt, ob die Geschichte dann durch den zeitlichen Versatz noch funktioniert, bzw. ob ich mich dann noch an die Begebenheiten des ersten Bandes ausreichend erinnern kann.
Jürgen Seibold/28.09.2018

HYS037 – Blogtour mit Thomas Finn

Im Zuge einer von Literaturschock.de organisierten Blogtour hatten wir die Gelegenheit, erneut einen Autor zu einem lockeren Gespräch einzuladen.
Leider hat es aufgrund des engen Terminplans Waldemar nicht geschafft, in diesem Podcast mit zu reden – nichts desto trotz ist ein sehr interessantes Gespräch zwischen dem phantastischen Autor THOMAS FINN und meiner Wenigkeit entstanden.

Es gibt hierbei auch noch etwas zu gewinnen:
Es werden während dieser gesamten Blogtour insgesamt zehn signierte Bücher verlost. Doppelte Gewinne werden ausgeschlossen. Die Gewinner werden am 01.11.2014 auf Literaturschock bekannt gegeben und per E-Mail benachrichtigt.

Um hier teilnehmen zu können, müsst Ihr nicht viel tun:
Einfach die Beiträge der teilnehmenden Blogs besuchen und die Blogtour genießen :-)
Dabei dann nur noch bei irgendeinem Teilnehmer den dazugehörigen Beitrag kommentieren oder eine Mail mit dem Betreff: “Blogtour – Aquarius” an podcast@hysterika.de senden.
Alle Kommentare, die bis 31.10.2014 (24.00 Uhr) hinterlassen werden, nehmen an der Auslosung teil.

Thomas Finn: Aquarius

Finn_Aquarius© Piper Verlag GmbH, München 2014
ISBN 978-3-492-70337-6
ca. 416 Seiten

Cover:

Bei den Bergungsarbeiten an einem gesunkenen Schiff geschieht ein Unglück: Eine Seemine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu sich kommt, findet er sich mit anderen Männern in einem Keller wieder, gefesselt, unter Drogen gesetzt und wehrlos gemacht. Nur mit Mühe kann er sich befreien und landet in Egirsholm, einer kleinen, wohlhabenden Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – in Telefonzellen, in ihren Autos oder im eigenen Wohnzimmer. Etwas stört die ruhige Idylle des Nordseedörfchens. Etwas, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Mythen und Legenden um geheimnisvolle Wesen aus den Tiefen der Meere scheinen lebendig geworden zu sein. Sie enthüllen Geheimnisse, die für alle Zeiten unter der Wasseroberfläche hätten verborgen sein sollen.

Rezension:

Thomas Finn ist sicherlich so gut wie jedem Leser der phantastisch angehauchten Welt der Literatur ein Begriff. Ist er doch bereits durch manch andere Romane ein Garant für angenehme und spannende Unterhaltung. Gleichzeitig steht er für detaillierte Recherchearbeit, um den Leser möglichst umfänglich in seine Geschichten eintauchen zu lassen.
Mit „Der Funke des Chronos“ legte er einen historischen Roman mit Zeitreiseelementen vor, um dann bei „Weißer Schrecken“ einen reinrassigen Horrorthriller unter Verwendung alter Sagen und Mythen um den Begleiter des Nikolaus (Knecht Ruprecht, Krampus, …) zu erzählen und schwenkte sogleich wieder in „Schwarze Tränen“ in die abgrundtiefe Landschaft der Hölle und erzählte eine Faust‘sche Geschichte mit dem Teufel höchstselbst als Hauptdarsteller.
Nun liegt mit „Aquarius“ ein neues Werk dieses sehr abwechslungsreichen Autors vor. In diesem Roman schnappt er sich alte Sagen, die teilweise sehr weit zurückliegen und bereits zu Homers Zeiten thematisiert worden sind: Die Meerjungfrauen bzw. Sirenen.
Diese holt er auf sehr interessante Art und Weise in unsere Gegenwart an die nördliche Küste Deutschlands.
Während seiner Recherchen entdeckte er dabei weitere Mythen – wie z.B. das sagenumwobene Rungholt, auch Atlantis des Nordens genannt – und wob diese geschickt in seine „Meerjungfrauen-Geschichte“ ein.
Wer aber nun denkt, Meerjungfrauen sind grazile Gestalten ohne besonderen Mehrwert und werden nur für Kindergeschichten verwendet, liegt gänzlich falsch. Thomas Finn zeigt uns in seinem rasanten Thriller, dass diese Sagengestalten nicht unbedingt freundlich sein müssen und für manches Unheil Verantwortung zeigen.
„Aquarius“ entwickelt sich dabei mit steigender Seitenzahl immer stärker und es entsteht ein spannungsgeladener Thriller mit mystischen Elementen, der aus meiner Sicht kurzzeitig ein wenig holprig begonnen hat, urplötzlich aber die Kurve bekommt und den Leser dann förmlich an die Seiten fesselt und somit nicht mehr verlieren kann.

Durch die detailverliebte Vorgehensweise des Autors würde man am liebsten die Orte des Geschehens sofort besuchen, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Wer weiß, vielleicht kann man dabei auch ein Auge auf eine dieser sagenhaften Gestalten werfen – ob das jedoch für einen gut ausgehen würde, steht auf einem anderen Blatt.
Mit „Aquarius“ zeigt Thomas Finn jedenfalls erneut, das er sich durch seinen Ideenreichtum und die dabei entstehende Verknüpfung von realen und mystischen Elementen zwar innerhalb der Phantastik befindet, hierin aber in keinster Weise festnageln lässt.
Interessant finde ich auch, dass auf dem Cover ganz lapidar das Genre mit „Thriller“ dargelegt wird und nicht irgendwelche unverständliche Schubladen bedient werden – besteht doch hierbei die große Chance, auch „klassische“ Thrillerleser in das Genre der phantastischen Literatur eintauchen zu lassen.
Man kann somit nur noch hoffen, dass dem Autor die Ideen nicht ausgehen werden und er seinen Lesern noch viele unterhaltsame und spannende Stunden liefern kann.
Jürgen Seibold/24.10.2014

BITTE BEACHTET DABEI AUCH DIE HIER GENANNTE BLOGTOUR ZU DIESEM BUCH UND ZU THOMAS FINN!

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Blogtour zu Thomas Finn: Aquarius

Aquarius_Blogtour_Banner
Vom 24. Oktober bis zum 01. November gibt es eine Blogtour zu dem neuen Thriller “Aquarius” von Thomas Finn, an der wir erfreulicherweise auch teilhaben dürfen.

 

Das Buch

Ein packender Thriller, so abgrundtief wie das Meer

Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine geschieht ein Unglück: Die Mine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu Bewusstsein kommt, findet er sich in einem Keller wieder, gefangen mit anderen Männern, die unter Drogen gesetzt und so wehrlos gemacht wurden. Nur mit Mühe kann er sich befreien und flüchtet nach Egirsholm, eine kleine, wohlhabende Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – und das sogar auf der Landstraße oder in ihrem Haus! Etwas geht vor sich, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Das Meer ist unruhig. Und es ist wütend.

Der Autor

Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren und lebt heute in Hamburg. Der ausgebildete Werbekaufmann und Diplom-Volkswirt ist preisgekrönter Spiele- und Romanautor und hat einige Jahre als Lektor und Dramaturg sowie als Chefredakteur bei Nautilus gearbeitet.

Ablauf der Blogtour

24.10. Start der Leserunde auf Leserunden.de

25.10. “Das versunkene Rungholt” auf Papiergeflüster

26.10. “Sirenen, Meeresungeheuer, Meerjungfrauen” bei den Bookwives

27.10. Der Leonardo da Vinci des Nordens auf Kaugummiqueens Bücherstube

28.10. Werkstattbericht zum Plotten bei Darkstars Fantasy News

29.10. Interview mit Thomas Finn auf Literaturschock

30.10. Podcast: Im entspannten Gespräch mit Thomas Finn und Hysterika

Es gibt hierbei auch noch etwas zu gewinnen:
Es werden während dieser gesamten Blogtour insgesamt zehn signierte Bücher verlost. Doppelte Gewinne werden ausgeschlossen. Die Gewinner werden am 01.11.2014 auf Literaturschock bekannt gegeben und per E-Mail benachrichtigt.

Um hier teilnehmen zu können, müsst Ihr nicht viel tun:
Einfach die einzelnen Beiträge der teilnehmenden Blogs besuchen und die Blogtour genießen 🙂
Dabei einfach bei irgendeinem Teilnehmer den dazugehörigen Beitrag kommentieren oder eine Mail mit dem Betreff: “Blogtour – Aquarius” an podcast@hysterika.de senden.
Alle Kommentare, die bis 31.10.2014 (24.00 Uhr) hinterlassen werden, nehmen an der Auslosung teil.

Solltet Ihr hier bei Hysterika.de kommentieren, beachtet dabei bitte, dass ich diese Kommentare erst freischalten muss, wenn Ihr zum ersten Mal einen Kommentar hinterlässt. Somit bitte nicht nervös werden, wenn Ihr einen Kommentar nicht gleich sehen könnt. Er macht trotzdem bei der Auslosung mit.

Thomas Finn: Schwarze Tränen

FINN_TraenenOriginalausgabe März 2014
© 2014 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-51349-1
ca. 541 Seiten / € 14,99

COVER:

Der Straßenillusionist Lukas Faust hat ein Problem: Auf der Suche nach seiner betrügerischen Exfreundin ist er im Faustzimmer in Staufen gelandet, wo angeblich sein Ahn Doktor Faust zur Hölle gefahren sein soll. Prompt wird er dort von einem böswilligen Zauberer angegriffen. Erst als Lukas im Handgemenge aus einem Zauberbuch einen alten Edelstein herausbricht, naht Hilfe – in Gestalt des schwarzen Pudels Mephistopheles, der sich als Teufel persönlich vorstellt. Mephisto schlägt den Angreifer in die Flucht und erklärt Lukas, dass in der Hölle ein Machtkampf zwischen gefallenen Engeln und Dämonen ausgebrochen ist. Nur Lukas kann das Unheil noch abwenden. Denn wer die drei sogenannten Teufelstränen besitzt, von denen der Edelstein aus dem Buch eine ist, beherrscht die Hölle. Lukas ist mitten in den Kampf um den Höllenthron hineingeraten – und muss nun schnellstens aus der Stadt verschwinden. Denn der Froschregen, der gerade auf sie herniedergeht, ist nur das erste von vielen Hindernissen, die die Verfolger ihm und Mephisto auf der Jagd nach den Tränen des Teufels in den Weg legen.

REZENSION:

Nach dem uneingeschränkten Genuss eines Buches namens “Weisser Schrecken” war ich sichtlich froh, als mich ein erneutes Buch von Thomas Finn erreichte.
Durch die Coverbeschreibung inspiriert erwartete ich ein fulminantes Werk vollgepackt mit höllischen Elementen und dezent integriertem Witz – zumindest suggeriert dies die benannte Beschreibung.
Sichtlich erfreut und doch erwartungsvoll, ob SCHWARZE TRÄNEN den Krampus-Reisser toppen kann, widmete ich mich vorliegendem Werk.
Sehr rasant lässt uns Thomas Finn am Leben Lukas Faust teilhaben, der durch höllische Machtkämpfe mehr und mehr in einen Sog gerät, den man sich eigentlich nicht wirklich wünschen sollte.
Thomas Finn holt in seinem neuesten Werk sehr weit aus, lässt nicht nur Frösche niederregnen, sondern nach und nach sämtliche Sagen- und Horrorgestalten, die man so üblicherweise kennt. Dadurch trifft man nicht nur auf besagten Doktor Faust oder Mephistopheles, sonder ebenso auf König Barbarossa inklusive seinem Herr, Dämonen, Zauberern, einer Death Metal Band und noch weit mehr Gestalten aus allen möglichen historischen Begebenheiten oder Sagen.
Ab und an wirkt das ein wenig überladen – andererseits ist das exakt die Stärke dieses Buches, da man mit allem möglichen zu rechnen hat und dies zumeist dann auch noch ums Eck kommt. Somit führt mich SCHWARZE TRÄNEN zu einer gewissen Zwiespaltigkeit: Einerseits ist der Krampus-Thriller WEISSER SCHRECKEN erheblich spannender und nutzt ebenso manche Anleihe aus der Sagen- und Legendenwelt, andererseits ist SCHWARZE TRÄNEN rasant erzählt, voll interessanten Protagonisten und einem wahren Trip durch die Hölle.
Schlussendlich hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht, gleichzeitig liess dies jedoch in Richtung Ende ein klein wenig nach – erfreulicherweise nicht so weit, dass nicht doch der Drang zum Beenden des Buches vorherrschte. Dabei stellte sich recht schnell raus, dass das Ende überzeugt und ich doch froh war, dieses Buch gelesen zu haben.
Sicherlich wird dieses Buch nicht für jeden etwas sein – gerade durch die Integration aller möglichen sagenhaften Begebenheiten oder Persönlichkeiten kann Thomas Finn sicherlich manch anspruchsvollen (oder fantasielosen?) Leser verlieren – nichts desto trotz strotzt dieses Buch vor Ideenreichtum und interessanten Vorgängen, die den geneigten, offenen Fantasyleser problemlos zu überzeugen wissen.
Alles in allem hat mir persönlich WEISSER SCHRECKEN erheblich besser gefallen – SCHWARZE TRÄNEN ist aber eine erfrischende Geschichte mit teuflischen Inhalten, die eventuell durch ein wenig mehr Spannungselemente wirksamer sein könnte. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass dies nicht die Intention des Autors war, da in SCHWARZE TRÄNEN vielmehr ein dezenter und gelungener Witz vorherrscht, der den Leser bei der Stange zu halten weiss und manch fehlende Spannungspunkte dadurch ad absurdum führt.
Spaß macht SCHWARZE TRÄNEN allemal und die Integration umfangreicher Legenden und Sagen sorgt nebenbei dafür, dass auch dieser etwas lebendiger werden und man das Gefühl bekommt, dass diese alle irgendwie zusammen hängen.
Jürgen Seibold/30.03.2014
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Thomas Finn: Weisser Schrecken

Originalausgabe November 2010
c 2010 Piper Verlag GmbH, München
ca.492 Seiten / € 9,95

COVER:

Der aufregende Mystery-Thriller aus der Feder des preisgekrönten Autors Thomas Finn – für alle Fans von Stephen King und Dan Wells: Das kleine Dorf Perchtal im Berchtesgadener Land wird eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. Und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Inmitten des Schneesaturms müssen die Jugendlichen des Dorfs einen Mord an einer Unbekannten aufklären, die einer der ihren wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Doch eine uralte und zutiefst bösartige Macht steckt dahinter und diese setzt alles daran, ihre Entdeckung zu verhindern…

REZENSION:

Bei den Verkaufspreisen von Büchern sage ich mir immer, dass ein Buch überhaupt gar nicht teuer sein kann, da man damit ja einige Zeit Freude hat – jeder Film ist schneller angesehen, als ein Buch gelesen.
Es gibt aber auch Bücher, die sind eher als teuer zu betrachten. Hierzu gehört WEISSER SCHRECKEN von Thomas Finn! Man hat beim Lesen dieses Buches nämlich recht wenig, was den zeitlichen Aufwand betrifft: Einen so starken Zwang zum Umblättern hatte ich schon länger nicht mehr. Glücklicherweise hinkt der Vergleich, da man mit diesem Buch in Wirklichkeit doch sehr viel hat: Einen absolut genialen Gruselthriller, der den von mir prinzipiell doch eher gehassten Vergleich mit Stephen King nicht zu scheuen braucht.
Somit wird dieses Buch für den Leser doch erneut teuer – und zwar lieb und teuer!
Thomas Finn schnappte sich auf unnachahmliche  Weise eine bzw. mehrere alte Sagen und geschichtliches Material eines “Nikolaus-Mitspielers”, den hier bei uns in Bayern jedes Kind kennt: der Krampus (auch bekannt als Knecht Ruprecht).
Um diese Figur erschuf Finn eine durchweg spannende und sehr glaubwürdig erzählte Mystery-Geschichte mit sehr sympathischen Darstellern und einem fiktiven Ort, wie man ihn in Bayern genauso anzutreffen erwartet. Selbst die bayerischen Eigenheiten, was die Sprache der älteren Mitbürger betrifft hat der norddeutsche Autor sehr gut eingebaut. Ich als Bayer könnte mir gut vorstellen, dass dafür der Rechercheaufwand nicht unbedingt geringer war, als die Nachforschungsarbeiten für den Rest des Romans.
Ich persönlich hatte als Kind auch ”Alle Jahre wieder” Angst vor dem Krampus – immerhin wurde uns mit ihm alljährlich gedroht. Vielleicht sind wir in Bayern deshalb eher brave und gemütliche Menschen, da wir den Schrecken hinter der normalen Fassade kennen und fürchten.
Nun ist mir als Erwachsenem diese ganze Angst erneut klargemacht worden und ich frage mich, was ohne die Arbeit der Freunde noch auf uns zukommt…
Der oft angesprochene Vergleich zu Stephen Kings “ES” ist auch eher weit hergeholt und findet seinen Ursprung sicherlich in den dezent eingebauten Zeitsprüngen der Hauptprotagonisten. Der Vergleich mit einem der größten Horrorautoren schadet natürlich auch nicht – Thomas Finn benötigt ihn jedoch im vorliegenden Werk keineswegs – dafür ist sein Werk viel zu eigenständig erzählt.
Ich bin jedenfalls sehr froh, erneut einen sehr hochwertigen, gruseligen und spannenden Roman mit vielen Mysteryelementen gelesen zu haben. Was mich ein wenig stört: Wie sollen es die nächsten Bücher in meinem zu lesenden Stapel schaffen, diesen Status zu erreichen?
Egal, dafür kann Thomas Finn ja nichts…
Somit bleibt mit WEISSER SCHRECKEN ein absolut empfehlenswertes Buch und ich bin sehr auf die weiteren Ideen dieses Autors gespannt.
Jürgen Seibold/15.12.2010

Thomas Finn: Der Funke des Chronos

c Piper Verlag GmbH, München 2006
ca. 413 Seiten / €19,90

COVER:

Im Jahr 1842 hat Heinrich Heine eine schicksalhafte Begegnung: Er trifft Tobias, einen zeitreisenden aus dem 21. Jahrhundert. Gemeinsam decken die beiden ein uraltes Familiengeheimnis auf und kommen einer teuflischen Verschwörung auf die Spur. Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den Dichter und den jungen Mann aus der Zukunft. Und so wird Tobias’ Suche nach seiner verlorenen Zeitmaschine zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis sich mit dem Großen Brand von Hamburg die Pforten der Hölle öffnen.

In der Tradition von H.G. Wells’ berühmten Roman “Die Zeitmaschine” spinnt Thomas Finn einen phantastischen Thriller um Deutschlands größtem Dichter.

Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren. Er war Chefredakteur eines großen Phantastik-Magazins sowie Lektor und Dramaturg in einem Drehbuch- und Theaterverlag. Bereits seit sechzehn Jahren lebt und arbeitet der preisgekrönte Roman-, Drehbuch- und Theaterautor in seiner Wahlheimat Hamburg, einer Stadt, die ihn aufgrund ihrer aufregenden Geschichte immer wieder aufs neue inspiriert.

REZENSION:

Thomas Finn führt uns mit seinem Buch “Der Funke des Chronos” nicht nur in vergangene Zeiten in Hamburg, sondern erschuf sogar einen phantastischen Zeitreiseroman, der glaubwürdig und spannend erzählt wird.
Die Zeitreise bettet einen historischen Roman ein, der das vergangen Hamburg und den unvermeidlichen Großen Brand wieder auferstehen lässt um vor dem geistigen Auge des Lesers zu erscheinen.
Nebenbei lässt Thomas Finn die (für mich nicht gerade leichte…) Sprache des damaligen Hamburgs genauso auftreten, wie auch die Informationen zu einigen Begriffsentstehungen, mit denen wir uns in der heutigen Zeit brüsten, ohne deren Hintergründe zu kennen.
Ebenso spannend und detailverliebt wie er Hamburg beschreibt, lässt er vor dem Leser einen Mann auferstehen, der den meisten leider nur als langweiliger Begriff im Deutschunterricht bekannt ist: Heinrich Heine. Nach Lektüre dieses Romans wird man diesen begnadeten Autor sicherlich in einem gänzlich anderen Licht zu sehen in der Lage sein.
Somit eine wunderschöne und rundum glaubhafte, phantastische Geschichte, die nebenbei auch noch sehr spannend erzählt ist. Ein unglaublicher Detailreichtum, sowie eine geniale Mischung aus historischen Fakten und spannenden Thriller-, sowie SF-Elementen lassen einen Typus Geschichte entstehen, wie er schon lange nicht mehr vorhanden war.
Man merkt, dass Thomas Finn damit eine Hommage an H.G.Wells “Die Zeitmaschine” schreiben wollte. Und durch diese gänzlich andere und nicht kopierende Art und Weise ist ihm dies auch rundum perfekt gelungen.
Ein sehr empfehlenswertes Werk, dass geschickt die Brücke schlägt zwischen den SF-Fans und den historischen Roman-Lesern.
Jürgen Seibold/01.05.2006

Robert Finn: Tribut

Originaltitel: Adept (Snowbooks Ltd., London 2004)
Übersetzung: Sophie Zeitz
c 2004 Robert Finn
Deutsche Erstausgabe März 2007
c der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 415 Seiten / € 9,90

COVER:

Wenn ein hartgesottener Versicherungsdetektiv und eine spröde Wissenschaftlerin auf die Jagd nach einem mächtigen chinesischen Amulett gehen, das übernatürliche Fähigkeiten verleiht und das zugleich so geheim ist, dass es nicht mal Zeichnungen davon gibt, dann ist das nicht nur ein gefährliches Abenteuer, sondern auch ein subtiler Spaß. Ausgangspunkt ist ein ungewöhnlich brutaler Einbruch in einem Londoner Büro, bei dem zwei Täter tot zurückbleiben, während der dritte auf rätselhafte Weise entkommt. Es geht um ein geheimnisvolles Vermächtnis, das uralte Rituale beschreibt… David und Susan riskieren ihr Leben bei dem Versuch, das gestohlene Amulett wiederzubeschaffen, denn die Beraubten sind höchst bedrohliche Männer, die nicht mit sich spaßen lassen. “Eine geglückte Verbindung von Krimi und okkultem Thriller – eine britische Variante von >Sakrileg<” (Andrew Taylor)

Robert Finn hat die meiste Zeit seines Lebens in London gelebt und wechselt jetzt zwischen England und Amerika hin und her. Schriftsteller wurde er unter anderem, um seine todschicken, teuren Laptops zu rechtfertigen. Nach allgemeiner Ansicht weiß er verblüffend viel über eine Menge scheinbar nciht so wichtiger Dinge.

REZENSION:

Es gibt in der heutigen Zeit eine schier unglaubliche Menge an Mystery-Romanen – allen voran natürlich ein gern genannte Blockbuster wie Dan Browns Sakrileg, welches immer wieder als Bezug genannt wird. Bei Robert Finn’s Buch “Tribut” ist dies in der Buchbeschreibung erneut geschehen – was diesem Buch aber absolut nicht gerecht wird: Viel zu unterschiedlich scheinen mir die Ansprüche dieser nicht vergleichbaren Werke.
Ich denke, Robert Finn ging es einfach nur um Unterhaltung, ohne irgendjemandem vor den Kopf zu stoßen oder durch dubiose Theorien anzugreifen. Anders lässt es sich nicht erklären, daß er sich einen Mystery- und Verschwörungsthriller um ein antikes Amulett mit übernatürlichen Kräften einfallen lässt, der gänzlich ohne kirchliche oder andere wohl bekannte Institutionen auskommt.
Er bleibt nicht mal dabei, sondern verlässt auch noch den üblichen und mittlerweile sehr ausgetretenen Pfad und bietet dem Leser darüber hinaus auch noch Heilkräfte und telekinetische Fähigkeiten – bis hin zur Magie an.
Dadurch befindet man sich in einem Plot, der in den ersten 30 Seiten Luft zu holen scheint, um dann in den restlichen 380 Seiten den Leser luftanhaltend von einer rastlosen Begebenheit zur anderen hetzen zu lassen.
Robert Finn vergisst dabei nicht den nötigen Witz sowie den gekonnten Einbau von hochwertigen und überzeugenden Spannungselementen. Man sollte lediglich die Geschichte nicht zu ernst nehmen: Viel zu kurios sind die unnatürlichen Elemente.
Lässt man sich jedoch als Leser fallen, erlebt man einen absolut genialen, unterhaltsamen, gut durchdachten, sehr spannenden und ironischen Thriller, wie es ihn schon sehr lange nicht mehr gegeben hat.
Somit für mich ein unanfechtbarer Monatstipp, der für einige atemberaubende Lesestunden sorgen kann.
Jürgen Seibold/02.06.2007