Christian Günther: Die Aschestadt

©2016 Amrûn Verlag, Traunstein
ISBN 978-3-95869-256-5
ca. 384 Seiten

COVER:

Ein verlorener Kontinent, der im Ozean zu versinken droht.
Ein uraltes Königreich, dessen Bewohner das Meer und seine Kreaturen fürchten.
Eine düstere Stadt, beherrscht von einer Bruderschaft, die ihre strengen Glaubensregeln brutal durchsetzt.

Alaris, die Hauptstadt des Reiches, hat ihren einstigen Glanz eingebüßt – statt Gold und Geschmeiden sind in den Straßen nun stählerne Klingen zu Hause.

Ein Mörder geht in den Straßen von Alaris seinem blutigen Handwerk nach.

Der junge Kartograf Harmis, der unsterbliche Seelenkrieger Gor und Alix, die Frau ohne Erinnerung, jagen ihm hinterher. Steckt die Bruderschaft hinter den Morden? Oder die verhassten Meermenschen? Schon bald stellen sie fest, dass die wahnsinnigen Morde nur Teil eines viel größeren Plans sind.

Das Schicksal der ganzen Stadt steht auf dem Spiel.

REZENSION:

“Die Aschestadt” ist der erste Roman einer neuen Reihe von Christian Günther. Wir betreten dabei die Welt von Faar und lernen diese sogleich als alles andere als brave, ruhige und saubere Fantasywelt kennen. Christian Günther lässt uns unverzüglich teilhaben bei der Flucht von Alix vor einem vermeintlichen Mörder. Wir rasen dabei durch die engen Gassen einer dreckigen, dunklen Stadt und lernen dadurch die beiden wichtigsten Protagonisten seines Werkes kennen: die mysteriöse Alix und den drogenabhängigen Kartografen Harmis, der mit seinem Auftritt Alix vor dem sicheren Tod bewahren konnte. Bereits jetzt fühlt man sich als Leser schon ganz gut aufgehoben. Christian Günther legt aber noch eine Schippe drauf und führt auch noch weitere interessante Personen und Rassen ein, wie zum Beispiel Gor, einen Seelenkrieger und die von allen verhassten Meermenschen.
Prinzipiell könnte man “Die Aschestadt” auch als fantastischen Krimi abtun – dies würde dem Buch aber nicht gerecht werden, da sich erheblich mehr dahinter verbirgt als lediglich die Jagd nach einem Unbekannten.
Christian Günthers Welt spielt fast eine größere Rolle als seine Protagonisten. Diese wiederum sind aber durchweg glaubhaft, detailliert und interessant dargestellt. Seine Welt hingegen ist dreckig und strotzt vor einem schwelenden Rassismus gegenüber den Meermenschen und einer Bruderschaft, deren einziges Ziel die alleinige Herrschaft darstellt.
Günthers Setting ist erfreulich kurios, gut durchdacht und wirkt fast wie aus der Feder eines H.P. Lovecraft. Die Dialoge sind den Personen entsprechend in den Mund gelegt und somit auch unter Umständen sexistisch, brutal oder dreckig. Aber genau so soll es auch sein: Warum Rücksicht nehmen, wenn diese Klientel auch im wirklichen Leben so reden würde. Ich denke da besonders an die Söldner, die mir irgendwie besonders gut gefallen haben.
“Die Aschestadt” ist ein Auftaktband zu einer neuen Reihe über Faar – dennoch in sich ausreichend abgeschlossen, um auch als Einzelband zu funktionieren.
Kurzum: Ein leicht zu empfehlendes Werk, welches noch kein Blockbuster ist, aber sich eventuell dazu entwickeln könnte. Mir hat es jedenfalls recht gut gefallen.
Jürgen Seibold/02.10.2017

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Jay Kristoff: Nevernight – Die Prüfung

Originaltitel: Nevernight
Aus dem Englischen von Kirsten Borchardt
©2016 Jay Kristoff
Für die deutschsprachige Ausgabe: ©2017 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
(Fischer Tor 09/2017)
ISBN 978-3-596-29757-3
ca. 702 Seiten

COVER:

In einer Welt mit drei Sonnen, in einer Stadt, errichtet auf dem Grab eines toten Gottes, sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.

Mia Corvere ist sechzehn Jahre alt, und sie kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben die mächtigsten Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio, einem Antiquitätenhändler, großgezogen. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die “Rote Kirche”. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit dem Tag, an dem ihre Familie ausgelöscht wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der “Roten Kirche” machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …

REZENSION:

Die Geschichte um Mia hat es mir bereits beim Lesen der Buchbeschreibung angetan. Hier scheint jemand einige nette und neue Ideen aufwarten zu wollen. Dementsprechend gespannt war ich auf den Inhalt dieses recht umfangreichen Fantasy-Schmökers von Jay Kristoff.
Die Handlung seines Werkes ist relativ einfach umrissen: Die Eltern eines jungen Mädchens werden als Verräter hingerichtet bzw. weggeschlossen, das Mädchen musste die Hinrichtung im zarten Alter von zehn Jahren mit ansehen und hat seitdem nur noch einen Gedanken im Sinne: Rache!
Sie wird von einem Antiquitätenhändler aufgenommen, der sich als Mitglied des Assassinenordens “Rote Kirche” herausstellt und ihr die ersten Verteidigungstricks beibringt. Ab einem gewissen Punkt macht sich Mia auf den Weg zur Assassinenkirche und beginnt dort ihre Ausbildung zum absoluten Killer. Ihr Ziel ist dabei weiterhin ihre Rachlust, dennoch hinterlässt die Ausbildung auch ihre Spuren an der 16jährigen.
Die ersten Seiten hatte ich unglaublich viele Probleme in dieses Werk hinein zu finden. Hauptsächlich lag das wohl an der vom Autor in einer unglaublichen Vielzahl verwendeten Fußnoten, die dabei auch noch recht umfangreich geschrieben sind: Teilweise bis zu einer halben Seite und dabei in einer erheblich kleineren Schrift als der eigentliche Storytext.
Man wird dadurch als Leser einfach zu sehr abgelenkt und somit aus der Geschichte heraus gerissen. Nach einiger Zeit beschloss ich für mich, einfach über diese Fußnoten hinweg zu gehen – und siehe da: Ab diesem Augenblick ließ sich diese Geschichte auch flüssig lesen und ich konnte in die Tiefen Mias Welt eintauchen.
Als Gesamteindruck bekam ich zeitweise das Gefühl, bei Nevernight handelt es sich um eine Art Harry Potter für den etwas blutigeren und erwachseneren Geschmack. Insbesondere, da Kristoff wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt und somit seine Geschichte recht “erwachsen” klingt. Der Harry Potter-Vergleich hinkt natürlich ein wenig, dennoch lesen wir hier eine Geschichte eines Mädchens, die eine Ausbildung zu durchlaufen hat. Diese wiederum bildet das Mädchen in verschiedenen Fächern zu einem ausgewachsenen Assassinen aus – sofern sie natürlich die jeweiligen Prüfungen auch überlebt, denn bei dieser Schule werden die nicht so guten Schüler schlicht durch ihren eigenen Tod ausgesiebt, wenn sie eine Prüfung nicht schaffen. Dementsprechend gefährlich sind diese Prüfungen.
Nichts desto trotz entwickeln sich verschiedene Freundschaften und Feindschaften in der “Schule”.
Kristoff baut darüber hinaus magische und mystische Elemente ebenso ein und somit ist für jeden Anspruch etwas vorhanden. Seine Welt ist stimmig dargelegt, sein Schreibstil nach einer gewissen Zeit auch eingängig und flüssig zu lesen, die Fußnoten – wie gesagt – vernachlässigbar.
Sehr interessant auch die Rolle der Nicht-Katze, die im Schatten Mias lebt und sich von ihren Ängsten ernährt – dabei auch mit ihr des öfteren im Gespräch auftritt.
Alles in allem ein wunderschöner und erfreulich anders aufgebauter fantastischer Roman, der mich rundum überzeugen konnte. Darüber hinaus von Zeit zu Zeit auch witzig im Dialog erzählt, dennoch immer mit dem Blick auf die notwendigen Mechanismen, um die Story anzutreiben.
Ein wirklich sehr spezielles Werk und gerade deshalb sehr zu empfehlen. Ich bin auch froh, dass ein Autor vor nichts zurückschreckt und mit einigen Konventionen bricht. Somit auch ein blutiges Werk mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten, das Zeitliche zu segnen. Gleichzeitig eine Enklave, die mit Räumen und Personen aufwartet, die auch den etwas älter gewordenen Harry-Potter-Fan überzeugen kann. Ich denke dabei ganz besonders an die sehr interessante Bibliothek und ihren Bibliothekar.
Kurz gesagt: Ein absoluter Tipp und ich freue mich bereits sehr auf den Folgeband.
Aber: Lasst es doch bitte mit den zwar witzigen, dennoch ablenkenden Fußnoten.
Jürgen Seibold/02-10-2017

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Michael J. Sullivan: Rebellion (The First Empire)

Originaltitel: Age of Myth. Book One of The Legends of the First Empire
Aus dem Englischen von Marcel Aubron-Bülles
Deutsche Erstausgabe April 2017
© 2016 Michael J. Sullivan
© 2017 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52033-8
c. 520 Seiten

COVER:

WAS GESCHIEHT, WENN DU HERAUSFINDEST, DASS DIE GÖTTER STERBLICH SIND?

Seit Anbeginn der Zeit leben die Menschen im Schatten der Fhrey, ewig junger Wesen, die sie als Götter verehren. Die glanzvollen Städte der Fhrey und ihre Magie bleiben den Menschen jedoch verschlossen, ihre Clans fristen ein erbärmliches Dasein.
Als der jungen Raithe mit seinem Vater in einem verbotenen Waldstück jagt und von einem Fhrey angegriffen wird, tut der das Undenkbare: Er schlägt zurück – und tötet das Wesen, das er für einen Gott gehalten hat. Raithe flieht, doch dem Ruf eines Mannes, der einen Gott getötet hat, kann er nicht entkommen …

REZENSION:

Allein bei der Coverbeschreibung hatte mich dieses Buch schon. Der Gedanke, dass man plötzlich entdeckt, dass die Götter wohl doch nicht das sind, was sie seit Jahrtausenden vorgaben, klingt interessant und führt zu verschiedensten Gedankenspielen.
Nun, wollen wir mal nicht die Gedanken schweifen lassen, sondern einfach die Umsetzung dieser Idee im ersten Band einer neuen Fantasyreihe erforschen.
Michael J. Sullivan war mir bis dahin in keinster Weise ein Begriff. Somit ließ sich dadurch auch ein für mich neuer Autor entdecken.
Wie sich dabei recht schnell herausstellen sollte, scheint hier jemand sein Handwerk zu verstehen.
Die Geschichte beginnt recht schnell mit der Tötung der besagten Gottheit. Gleichzeitig erkennt man als Leser auch, dass es sich hier wohl einfach um unterschiedlich entwickelte Völker handelt. Die einen leben fast alterslos mehrere tausende Jahre, die anderen entsprechen eher unserem Menschsein und wirken in der Vergangenheit stehengeblieben und dementsprechend wenig weiter entwickelt.
Nun ist also einer von ihnen einen Weg zu weit gegangen und hat aus Versehen einen Gott erschlagen. Raithe selbst wirkt dabei eher wie ein Held, der kein Held sein möchte. Im Gegenteil, er verzieht sich in die Wälder und befindet sich fortan eigentlich auf der Flucht, da er unglaubliche Angst vor Repressalien der Götter hat. Gleichzeitig folgt ihm sein Ruf als Gottestöter und somit bleibt ihm eines Tages nichts weiter übrig, als die Rolle eines Helden einzunehmen.
Prinzipiell wird hier das Genre sicherlich nicht neuerfunden, dennoch recht gut belebt und ergänzt. Sullivan schreibt flüssig und spielt mit sehr gelungenen und zum Teil auch witzigen Dialogen. Seine Welt ist meisterhaft dargelegt und man freut sich über magische Elemente ebenso wie über das unfreiwillige Heldsein seines Protagonisten.
Rebellion hat es geschafft, dass ich oft verärgert war, wenn ich lesend in der U-Bahn sitzend an meiner Station ankam und somit das Buch leider schließen musste. Das allein ist bereits ein sehr starkes Argumet für dieses außerordentlich gut erzählte Buch. Gleichzeitig zeigt der Inhalt, dass man nicht einfach alles so hinnehmen sollte, wie es ohne weitere Betrachtung zu sein scheint. Es gibt in diesem Zusammenhang auch kein wirkliches Gut-Böse-Bild, denn in Richtung Ende helfen Personen der unterschiedlichsten Völker – inklusive einiger Fhrey – zusammen, um sich der ankommenden Gefahr zu erwehren.
Rebellion ist somit durchweg zu empfehlen – gleichzeitig stellt sich mir (trotz aller Vorfreude auf Band 2) die Frage, wie der Autor weiter vorgehen wird. Der “Götter-sind-verletzlich”-Gedanke ist ja nun obsolet und stellt nichts neues mehr da. Aber ich lasse mich sehr gerne überraschen.
Jürgen Seibold/24.09.2017

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Charlie Human: Apocalypse Now Now. Schatten über Cape Town

© Fischer Tor
ISBN 978-3596034987
ca. 352 Seiten

COVER:

Mit ›Apocalypse Now Now‹ hat Charlie Human »ein verrücktes, finsteres, respektloses und wunderbar abgedrehtes Debüt« (Lauren Beukes) geschrieben, das in seiner Heimatstadt Cape Town spielt. Südafrikanische Mythologie + magiebegabte Kopfgeldjäger + Rock’n’Roll-Highschool = punkige Urban Fantasy vom Allerfeinsten.

Eigentlich läuft für den 16-jährigen Baxter gerade alles rund. Sein kleines Pornobusiness an der Highschool boomt, die Eltern lassen ihn in Frieden, und er ist über beide Ohren in die zauberhafte Kleptomanin Esmé verliebt. Doch als diese von einem wahnsinnigen Serienmörder entführt wird, laufen die Dinge aus dem Ruder. Zusammen mit dem Kopfgeldjäger Jackie Ronin macht Baxter sich auf die Suche nach ihr und entdeckt hinter dem gewöhnlichen Alltag von Kapstadt eine Schattenwelt der Ungeheuer und Magie.

Ein anarchisches, übersteuertes und verdammt witziges Fantasy-Debüt mit Kultbuchpotenzial. Mit ›Apocalypse Now Now‹ und der Fortsetzung ›Kill Baxter‹ macht Charlie Human den ganz Großen der Urban Fantasy – Neil Gaiman, Jim Butcher und Ben Aaronovitch – ernsthaft Konkurrenz.

REZENSION:

Der 16-jährige Baxter lebt relativ unbeschadet vor sich hin. Seine Eltern stellen für ihn absolut kein Problem dar und sein eigenes kleines Unternehmen läuft nahezu problemlos und sorgt für ein ausreichendes Einkommen. Dies, obwohl sein Business nicht gerade unangreifbar wäre: Handelt er doch in der Highschool mit Pornos für jeglichen abartigen Geschmack. Ganz neu im Programm sind Pornos mit irgendwelchen Monstern oder ähnlichem unglaublichen Getier.
Nebenbei ist er mit Esme liiert und freut sich seines Lebens. Aufgrund seiner Art ist er zwar einigermaßen angesehen, gleichzeitig nutzt er seine Mitschüler aber je nach Gebrauch schlichtweg aus.
Plötzlich wird jedoch seine Freundin entführt – angeblich von einem Serienmörder. Ab diesem Augenblick wird ihm klar, dass sich hinter dieser Beziehung für ihn wohl doch erheblich mehr dahinter verbirgt. Scheinbar spielt “Liebe” doch eine Rolle in seinem Leben.
Angestachelt von seinen erwachten Gefühlen macht er sich auf die Suche nach ihr und wird dabei von einem sehr kuriosen Kopfgeldjäger unterstützt.
Ab diesem Augenblick steht die gesamte Welt Baxters auf dem Kopf: Wie er feststellen muss, gibt es in Kapstadt eine verborgene Welt voll unglaublicher Wesen und magische Elemente.
Charlie Human legt wahrlich eine rasante Achterbahnfahrt voll interessanter Begebenheiten vor. Allein der Ideenreichtum macht unglaublich viel Spaß und man ist durchgehend interessiert, zu welchem Ende diese abgedrehte Geschichte wohl führen wird. Gleichzeitig nimmt der Autor absolut kein Blatt vor den Mund und somit sollte man als Leser schon einiges aushalten können.
Dies klingt alles schon einmal sehr positiv – nichts desto trotz hatte ich einige Probleme mit der Geschichte. Diese gingen aber nicht so weit, dass ich da Buch abgebrochen hätte. Nein, dafür war die Story doch zu interessant und voll wirrer und dennoch an die Seiten fesselnden Begebenheiten.
Ich glaube, es liegt einfach daran, dass die Geschichte hauptsächlich in der Ich-Form geschrieben ist und ich immer wieder irgendwie mit diesem Stil Probleme zu haben scheine. Es fällt mir einfach eher schwer, in solche Geschichten ein zu tauchen.
Alles in allem ist Apocalypse Now Now dennoch eine recht interessante Story, die mit einer relativ frischen und erfreulich abgedrehten Idee aufwartet.
Wer somit mit der Erzählung in Ich-Form keine Probleme hat und einfach mal mit einer sehr punkigen und abgedrehten Story seinen Alltag versüßen möchte, der kann hier sicherlich einiges für sich herausholen. Mir hat es jedenfalls einigermaßen gut gefallen – schaffte es aber nicht, mich rundum zufrieden zurück zu lassen.
Jürgen Seibold/15.09.2017
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Anthony Ryan: Das Lied des Blutes (Rabenschatten 1)

Originaltitel: Blood Song. A Raven’s Shadow Novel
Aus dem Englischen übersetzt von Sara und Hannes Riffel
©2011 by Anthony Ryan
Für die deutsche Ausgabe: ©2014, 2016 by J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-94971-1
ca. 776 Seiten

COVER:

Vaelin al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist an Bord eines Schiffs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. Einst war er von seinem Vater als Zögling in das Kloster des Sechsten Ordens gebracht worden, wo er zum Krieger ausgebildet wurde. Nun sind die Namen, die er sich im Kampf verdient hat, über alle Grenzen hin bekannt: Schwert des Königs, Dunkelklinge, Rabenschatten und am gefürchtetsten: Hoffnungstöter.

REZENSION:

Der junge Vaelin wird unvorbereitet von seinem Vater vor den Toren des Sechsten Ordens abgegeben.
Dieser Orden bildet Krieger aus und unterstützt damit – als Kämpfer des Glaubens – den Herrscher bei der Sicherung seines Reiches.
Vaelin wird dabei zu einem der Größten von ihnen. Sein Name wird im gesamten Reich und noch darüber hinaus bekannt. In Anthony Ryans erstem Rabenschatten-Band erfahren wir einen großen Teil über das Leben und Wirken Vaelin al Sornas.
Prinzipiell könnte man sich natürlich als geneigter Fantasy-Leser auch bei diesem Schmöker fragen, warum man sich so etwas überhaupt antut. Erneut ein erster Band mit bereits weit über 700 Seiten. Eine nicht gerade neu klingende Geschichte und somit wohl auch diesmal Stoff, der zum Träumen und Abtauchen anregt.

Ist das wirklich so? – Mitnichten!
Ja, Anthony Ryan erzählt lediglich die Geschichte einer Person von A bis Z: Der junge Vaelin lernt ausschweifend beschrieben sein blutiges Handwerk, fällt eines Tages in die Abhängigkeit des Königs und macht sich auf den Weg zu diversen Kämpfen – immer begleitet von manch einer dezent eingeflochtenen Intrige des Königshauses.
Aber: Es gibt im Genre der Fantasy ab und an Werke, die einen Leser wieder von seinem bevorzugten Genre überzeugen können. Teilweise muss man dafür Jahre voll Hoffnung hinter sich bringen und wenn ich so zurück denke, ist es wahrlich schon lange her, dass mich ein Fantasyroman absolut und uneingeschränkt so überzeugen konnte, wie vorliegendes Lied des Blutes.
Vor vielen Jahren ging es mir mit Williams’ Drachenbeinthron recht ähnlich, danach wurde es dünn, bis Martin mit seinem Song Of Ice And Fire ums Eck kam. Dieser war mir dann aber nach dem achten Band dann doch zu langatmig und ich schwenkte meine Nase lieber in andere Werke des Genres der phantastischen Literatur.
Nun jedoch Anthony Ryan – und dieser Name sagte mir bis dato leider absolut gar nichts. Beschämt kann ich somit lediglich dieses Werk jedem an das Herz legen, der sich für etwas anspruchsvollere und sehr intelligent geschriebene Fantasy interessiert. Nebenbei erwähnt: Es gibt hier keine Wesen, Drachen, etc. Das ganze Buch wirkt eher wie ein Tatsachenbericht aus einer mittelalterlich angehauchten Welt.
Ryan ist wohl der einzige Autor, der es bisher geschafft hatte, mal locker 300 Seiten einfach nur über die täglichen Tätigkeiten seines Protagonisten zu erzählen. Recht viel mehr passiert zuerst einmal nicht – dennoch war ich wie schon lange nicht mehr an die Seiten gefesselt.
Ich ziehe wahrlich meinen Hund vor diesem rundum virtuos erzählenden Autor. Herzlichen Dank für diese geniale Geschichte, die mich mehrere Stunden in weit entfernte Welten entführen konnte.
Jürgen Seibold/07.09.2017
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Guy Gavriel Kay: Im Schatten des Himmels

Originaltitel: Under Heaven
©2010 Guy Gavriel Kay
Für die deutschsprachige Ausgabe:
©2016 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-10-403712-7
ca. 720 Seiten

COVER:

Guy Gavriel Kay ist der Großmeister der historischen Fantasy. Mit ›Im Schatten des Himmels‹ hat er ein bildgewaltiges und fesselndes Epos geschrieben, das in einem phantastischen Reich der Mitte spielt. Kay beschwört das China der Tang-Dynastie herauf und erzählt eine grandiose Fantasy-Geschichte voller Intrigen, Abenteuer und Magie.

»250 sardianische Pferde, Geschöpfe von unvergleichlicher Schönheit und Seltenheit!« Als der Kriegermönch und Gelehrte Shen Tai für seine Heldentaten von der Jadeprinzessin des Nachbarreiches belohnt wird, macht ihn das überaus großzügige und gefährliche Geschenk auf einen Schlag zu einem der mächtigsten Männer im Reich der Mitte.

Die Herrschenden von Kitai – eine Fantasy-Version des Chinas der Tang-Dynastie – wollen jedoch keinen neuen Konkurrenten neben sich dulden und senden Mörder aus, um Shen Tai aus dem Weg zu räumen. Nach einem ersten Attentatsversuch beschließt Shen Tai, in die Hauptstadt zu reisen, um die Pferde dem Kaiser zum Geschenk zu machen. Begleitet wird er von der jungen Kriegerin Wen Song, die geschworen hat, ihn mit ihrem Leben zu beschützen, und dem berühmten Dichter und Trunkenbold Sima Zian, der seinem jungen Freund mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Gefährten erwartet eine abenteuerliche und gefährliche Reise, auf der sich das Schicksal des Reiches entscheiden wird.

Mit seiner unvergleichlichen Charakterentwicklung und der großartigen Handlung wird Kays neuestes Werk Liebhaber von historischen Romanen ebenso begeistern wie Fantasy-Fans.

REZENSION:

Der Fantasy-Autor mit dem nicht gerade leicht zu merkenden Namen Guy Gavriel Kay führt uns mit seinem Buch “Im Schatten des Himmels” in das Land der Mitte und schafft es dabei, trotz Verwendung einer eigenen Dynastie, die reale Tang-Dynastie wieder aufleben zu lassen.
Man könnte sein Werk beinahe als historischen Roman bezeichnen – nachdem der Autor jedoch seine eigene Welt entwickelt, bleibt er seinem ursächlichen Genre treu und kann somit per Leichtigkeit seine eigene Geschichte erzählen, ohne auf historische Besonderheiten im Detail Wert legen zu müssen.
Er erzählt dabei eine wunderschöne Geschichte voll Intrigen, Tradition, Werte, Liebe, Krieg und Macht. Dies alles in einer glaubwürdig dargelegten Welt mit Kulissen, die ich gerne sofort selbst besuchen wollen würde.
Sein Erzählstil ist eingängig, detailreich, tiefgehend, spannend und dennoch frei von irgendwelcher “Hetze”, wodurch sein chinesisches Setting von Seite zu Seite immer mehr an Glaubwürdigkeit gewinnt. Wüsste ich nicht, dass es sich um eine Fantasy-Welt handelt, ich würde ihm jedes Wort uneingeschränkt glauben und dieses Buch als historischen Roman weiter empfehlen. Natürlich ist es ein Fantasyroman – dennoch kann “Im Schatten des Himmels” mit Leichtigkeit auch bei Lesern von historischen Romanen perfekt funktionieren. Ich kann jedem nur raten, es einfach selbst auszuprobieren.
Das Buch ist – wie so oft in diesem Genre – nicht gerade dünn. Sobald man aber die ersten paar Seiten hinter sich hat, merkt man überhaupt nicht mehr, wie viele Seiten man noch vor sich hat – im Gegenteil: Man wundert sich, warum dieses über 700 Seiten dicke Buch plötzlich zu Ende ist.
Dies ist somit wieder einmal ein Buch, dessen Ende man herbeisehnt, um dann leider traurig zu sein, dass es nun bereits erfolgt ist und man das Buch beenden muss.
Ein absolutes Meisterwerk in dem wahrlich alles richtig gemacht worden ist.
Ich freue mich schon sehr auf den bald erscheinenden Fortsetzungsband.
Jürgen Seibold/27.08.2017
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Michael Peinkofer: Kampf der Könige

©2014 Piper Verlag GmbH, München/Berlin
ISBN 978-3-492-70211-9
Ca. 541 Seiten

COVER:

Mit „Die Könige“ führte Michael Peinkofer uns in die düstere Ära der Geschichte des Kontinents Erdwelt. Nun kehren die Helden um den Krieger Dag und seine Gefährtin Aryanwen zurück, um die nächste Schlacht zu schlagen: Das Reich ist zersplittert. Alchemisten betreiben dunkle Magie, und die Stadt Tirgas Winmar erzittert unter der Schreckensherrschaft des Dunklen Königs. Dag und Aryanwen ziehen durch das Land auf der Suche nach ihrem Kind, das sie eins den Orks Balbok und Rammar anvertrauten.
Doch vor ihnen liegt nicht nur ein gefahrvoller Weg, sonder auc das finsterste Geheimnis Erdwelts …

REZENSION:

„Kampf der Könige“ ist der zweite Band der als Trilogie geplanten Reihe mit dem Obertitel „Die Könige“. Zwischen dem ersten Buch und dem vorliegenden liegen in der Geschichte selbst ein Zeitraum von etwa 2 Jahren. Dadurch konnte Peinkofer sehr geschickt ein wenig Gras über die Geschehnisse in „Die Könige“ wachsen lassen. Hierdurch wirken die nun vor dem Leser ausgebreiteten Plots in „Kampf der Könige“ gleich ein wenig glaubwürdiger – ansonsten würde ein Land ja nicht einmal kurz zur Ruhe kommen.
Gleichzeitig ist Alannah, die Tochter Aryanwens nun ganze zwei Jahre älter. Wie man dem Klappentext entnehmen kann, befindet sich Aryanwen mit ihrem königlichen Liebhaber auf der Suche nach ihr. Das lässt bereits beim Lesen der kurzen Klappentextsequenz auf sehr viele neue Begegnungen mit den beiden früheren Hauptfiguren der Orkreihe – Balbok und Rammar – hoffen, denn diesen beiden kuriosen Gestalten gab sie ihr Kind, in der Hoffnung, ihrer Tochter aus der Schusslinie zu bekommen.
Ganze zwei Jahre bei den beiden mehr oder weniger brüderlichen Orks? Das wird doch bestimmt wieder für viele interessante Ereignisse sorgen…
Darüber hinaus ist es natürlich immer noch notwendig, dass die entstehende Dunkle Macht vernichtet werden müsste, damit Erdwelt nach langer Zeit wieder einen angenehmen König bekommt und schlußendlich eine friedvolle Ruhe einkehrt.
Tja, wir sind ja erst im Mittelteil der gesamten Geschichte. Nichts desto trotz erzählt Michael Peinkofer seine Story ungebremst weiter. Dabei schwenkt er sehr schön zwischen Ernsthaftigkeit, düsteren Begebenheiten und witzigen Episoden. Selbstverständlich ist auch „Kampf der Könige“ weiterhin nicht so witzig, wie die ursprüngliche Geschichte über die beiden Orks. Davon abgesehen handelt es sich bei der Königsreihe um eine absolut gelungene, weitere Episode auf Erdwelt. Dies dann sogar noch geschickt mit den anderen Werken verknüpft. Was will man eigentlich mehr?
„Kampf der Könige“ ist weiterhin sehr eingängig und durchweg interessant erzählt. Wie bereits im ersten Band, sind auch hierin sämtliche teilnehmenden Figuren ausreichend detailliert gezeichnet und man schließt uneingeschränkt jede Figur ins Herz. Natürlich manche mehr, manche weniger. Dabei aber ganz egal, ob es sich um eine positive oder eine negative Rolle handelt.
Sehr schön weiterhin natürlich die beiden Ork-Brüder, nun in Kombination mit einer kleinen, selbstbewussten und doch erst 2 Jahre alten Göre, die es in sich hat und mit Sicherheit noch in sich haben wird. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit ihr gemeinsam noch viel zu erleben.
Wie bereits beim ersten Band gesagt, wird auch weiterhin das Genre nicht neu erfunden. Aber das braucht es auch nicht. Bücher sind zum Unterhalten da, und wenn jemand seine Leser sehr gut unterhalten kann, dann ist das wohl Michael Peinkofer.
Eine gelungene Fortsetzung der Könige, die hier noch kein Ende finden, aber den Weg in Richtung Band 3 sehr gut vorgegeben hat.
Jürgen Seibold/06.08.2017
Kampf der Könige: Roman (Die Könige, Band 2) – KAUFEN BEI AMAZON

Michael Peinkofer: Die Könige – Orknacht

© Piper Verlag GmbH, München 2013
ISBN 978-3-492-70209-6
ca. 512 Seiten

COVER:

Michael Peinkofers “Orks”-Saga um Balbok und Rammar stand regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Nun beginnt ein neues Zeitalter in Erdwelt – die Ära der Könige. Sie kündet vom Kampf der Orks und der Menschen gegen ihren bislang mächtigsten Feind …

Ein kalter Schatten liegt über Erdwelt. Die Reiche der Orks und Menschen wurden von dem Zwergenkönig Winmar und seinen grausamen Schöpfungen unterworfen, metallenen Kolossen, die überall Tod verbreiten. Unterdrückung und Schrecken beherrschen das Land und seine Bewohner. Der menschliche Thronfolger Daghan, geblendet und von seiner geliebten Aryanwen getrennt, verbirgt sich in den Weiten der Wälder vor Winmars Häschern. Doch das Schicksal und ein geheimnisumwitterter alter Prediger halten andere Aufgaben bereit – für Dag ebenso wie für die letzten Helden der Orks…

REZENSION:

Die Geschichten um die beiden Ork-Brüder Rammar und Balbok konnten mich insbesondere wegen ihrer Leichtigkeit und ihres Witzes bereits außerordentlich gut unterhalten. Diese beiden Krieger – eine Hommage an Stan Laurel und Oliver Hardy – standen einfach für sich und man konnte trotz der sehr umfangreichen Werke einfach nicht mehr loslassen.
Nun begeben wir uns mit “Die Könige – Orknacht” – dem ersten Band einer neuen Trilogie – erneut nach Erdwelt und verfolgen die weiteren Geschehnisse.
Im Gegensatz zu den Orkbüchern wird hier etwas weniger Wert auf Witz gelegt, dafür die Schraube im Bereich der düsteren Elemente etwas angezogen. Es dauert wahrlich nicht lange und schon befindet man sich als Leser mitten in Erdwelt und hofft auf spannende Erlebnisse.
Sämtliche Protagonisten als auch Antagonisten sind stimmig dargelegt und gehen uneingeschränkt in das Herz des Lesers. Natürlich erfindet Peinkofer mit diesem Werk das Genre nicht neu – dennoch handelt es sich um einen absolut eingängigen High-Fantasy-Roman, der schlicht und einfach für einige sehr unterhaltsame Unterhaltungsstunden sorgen kann.
Als Fan der beiden Orks freute ich mich natürlich ganz besonders auf den Auftritt dieser beiden unterschiedlichen und durchweg sympathischen Brüder. So wie es scheint, entwickelt sich für die beiden eine ganz besondere Rolle und ich bin bereits sehr gespannt, ob sie auch ausreichend Platz in den beiden Folgebänden bekommen werden.
“Die Könige – Orknacht” ist alles in allem ein interessanter und sehr eingängig geschriebener Fantasyroman, der mit Leichtigkeit dafür sorgt, dass man als Leser einfach abschalten und in Erdwelt abtauchen kann.
Gut und Böse ist relativ sauber definiert und man kann problemlos den Alltag abschalten und den Geschehnissen auf Erdwelt folgen.
Ich freue mich jedenfalls sehr auf die beiden Folgebände, da noch ausreichend weiteres Potenzial besteht und die Geschichte nicht einmal ansatzweise zu einem abschließenden Ende geführt worden ist.
In meinen Augen jedenfalls eine klare Empfehlung für den Genuss eines nicht zu anspruchsvollen aber dennoch einwandfreien Fantasyromans, mit dem man definitiv keinen Fehler macht.
Jürgen Seibold/03.08.2017
Die Könige: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Aleš Pickar: Kalion – Die dunkle Wunde

@2017 Periplaneta – Verlag und Mediengruppe
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-042-7
ca. 326 Seiten

COVER:

Unter dem gebrochenen Glanz des Stillen Mahners am Firmament dräut großes Unheil. Denn die Peleori schlagen die Kriegstrommeln – was niemand so recht ernstnehmen will. Das Volk vergnügt sich weiterhin sorglos in Arenen und Freudenhäusern, nur ein zierliches Mädchen, dem die Göttin Niobe erschienen ist, predigt Enthaltsamkeit. Die eigensinnige Prinzessin Linederion trifft nach langer Reise auf ihren Bräutigam, allerdings ist der Herrscher des Ostreichs anders als erwartet. Währenddessen treibt Tausende Meilen entfernt die Schwägerin des Königs Belkar ihre umstürzlerischen Pläne voran. Doch alle Mächtigen des rauen Kontinents Neroè entsenden in diesen Zeiten heimlich Spitzel, Assassine und Legaten. Wer kann es da wagen, zwischen ehrlicher Hingabe und eilfertiger Dienstbeflissenheit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden …

Aleš Pickar erschuf mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
DIE DUNKLE WUNDE ist der zweite Teil einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Wie man meiner Rezension über den ersten Teil dieser Trilogie entnehmen kann, berührte mich zuerst die persönliche Zwiespältigkeit. Diese wurde als nichtsahnend beiseite geschoben und nach Abschluss des ersten Bandes blieb mir nichts anderes übrig, als das unvermeidliche Warten auf Band 2.
Erfreulicherweise erreichte mich dieser und ich konnte erneut in die Welt Neroè eintauchen. Durch den zeitlichen Versatz fiel es mir einige Seiten ein klein wenig schwer, wieder den Weg zurück zu finden. Nachdem jedoch alle gedanklichen Fäden wieder aus der Schublade herauskamen und sich mit den neu entstehenden Fäden im vorliegenden Buch zu verbinden begannen, eröffnete sich mir erneut der virtuos durchdachte Horizont dieser Trilogie.
Im Gegensatz zum ersten Buch verzichtete der Autor zumeist auf geschichtliche Einleitungen zu seinen Kapiteln – immerhin ist das Setting dem geneigten Leser mittlerweile klar. Der kleine Nebeneffekt: Man wird nicht abgelenkt und kann noch rasanter von Kapitel zu Kapitel hetzen – denn nichts anderes bleibt einem bei diesem fantastischen Epos übrig. Pickar lässt uns teilhaben an einer Vielzahl unterschiedlichster Begebenheiten und fortgeführten Intrigen an den unterschiedlichsten Höfen beziehungsweise in den unterschiedlichsten Städten. Nach und nach drückt sich auch das Thema Religion etwas in den Vordergrund und dementsprechend besorgt zeigen sich machthungrige Politiker, die Angst vor dem Verlieren ihrer Pfründe haben.
Die Ehe Linederions wird gänzlich anders vollzogen, als man sich in den schlimmsten Träumen vor zu stellen wagt. DIE DUNKLE WUNDE geht treibend voran und konnte mich erneut der Qualität dieser Geschichte in keiner Sekunde entziehen. Mit Pickar scheint sich ein hochwertiger und wunderbar strahlender Stern am Fantasyhimmel zu entwickeln und man kann nur hoffen, dass er im unvermeidlichen Ende seiner Geschichte in der Lage ist, sämtliche Fäden zu einem plausiblen, gut durchdachten und vor allem spannenden Ende zu bringen.
Bis dahin muss man leider erneut einige Monate warten – ich bin mir aber nach dem erfreulichen Genuss der beiden bisher erschienen Bände sicher, dass sich die Zeit des Wartens lohnen wird.
Ein bis jetzt wahrlich gelungenes und durchweg gut erzähltes Fantasy-Epos mit einer rundum durchdachten Welt. Ich bedanke mich für einige sehr unterhaltsame Stunden der Auszeit.
Jürgen Seibold/16.07.2017
KALION. Die dunkle Wunde: 2 (Edition Drachenfliege) – KAUFEN BEI AMAZON

Johannes Ulbricht: Sumerland – Band1: Prinzessin Serisada

© 2016 Noon Gmaes Augmented Reality GmbH & Co KG, Johannes Ulbricht
Erschienen bei Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-8332-3355-5
ca. 349 Seiten

COVER:

Nur wenige Eingeweihte wissen, dass unsere Zivilisation nichts als eine kollektive Illusion ist, in der die Menschen gefangen gehalten werden.
In Wahrheit tobt ein geheimer Krieg in der phantastischen Realität hinter der Scheinwelt unseres Alltags. Auf der einen Seite steht der babylonische Stadtkegel von Waylhaghiri, in dem alle Zivilisationsepochen der Menschheit übereinander geschichtet sind. Diese einzige Stadt auf der Welt lebt von der Perfektionierung der zivilisatorischen Ästhetik. Glamour, Moden und kalkulierte Manipulation sind bis in die Intimsphäre allgegenwärtig. In diesem System müssen die Bewohner ihren sozialen Status jeden Tag aufs Neue verteidigen. Auf der anderen Seite steht die umgebende Wildnis des Sumerlandes, in der Tiermenschen leben, die verspielt und kindlich, aber auch unberechenbar und grausam sind. Die jahrhundertealten, doch ewig kindlichen Herrscher beider Reiche, Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada, kämpfen erbittert um die Vorherrschaft.
Zazamael benötigt für die endgültige Dominanz seines Reiches – die in Form einer Emulsion von Traum und Wirklichkeit namens „große Fusion“ erfolgen soll – den „wilden Wein“ als rettendes Elixier. Auf der Suche nach dem „wilden Wein“ dringt er unter ständiger Bedrohung durch die sumerländischen Tiermenschen ins Herz von Serisadas Reich vor. Auf dieser Reise werden alle seine Gefährten einer nach dem anderen hingemeuchelt, wobei der Prinz das eigentliche Ziel des Attentäters zu sein scheint. Erst einen Schritt vor dem Ziel angekommen erkennt Zazamael, wer der Mörder ist. Währenddessen gelingt es Serisada, als Spionin in Waylhaghiri einzudringen. Dort hat sie die schwierige Aufgabe, sich in der Zivilisation zu behaupten, ohne enttarnt zu werden. Zunächst gelingt ihr eine beachtliche Karriere als Designerin, bis es zu einem der regelmäßigen Zusammenbrüche der ästhetischen Muster in Waylhaghiri kommt, wodurch – wie jedes Mal – ein Teil der Stadt untergeht, indem er von dem tödlichen Silber bedeckt wird.
Leider ist es der Teil der Stadt, den Serisada designt hat und in dem sie lebt.

REZENSION:

Aufgrund der Beschreibung und der interessanten Idee, die Geschichte durch ein Augmented Reality Game als zusätzliche Ebene zu erweitern, nahm ich die Herausforderung zu diesem gut designten Buch gerne an.
Insbesondere die beschriebene Mischung aus Fantasy und realer Welt hat es mir sehr angetan. Entstehen hierdurch sehr oft außerordentlich interessante Romane, deren Wechsel beziehungsweise Interaktion zwischen den Welten zu einer besonderen Note führen. Man kann damit erheblich leichter in unterschiedliche Gedankenwelten abdriften.
Im vorliegenden Band wechselt hierbei die Vorgehensweise des Autors je nachdem, wo man sich befindet: Innerhalb Sumerlands erzählt J. Ulbricht recht interessant die darin auftauchenden Begebenheiten. Befinden wir uns jedoch in der realen Welt, schwenkt der Autor in eine Ich-Form um und wir lauschen den Gedanken einer nicht benannten Person, die in einer Marketing-Agentur arbeitet und geistig immer wieder nach Sumerland abdriftet.
Dieser Ich-Erzählung konnte ich leider nur sehr schwer folgen. Irgendwie war es mir leider in keinster Weise möglich, mich in diese Dame hinein zu versetzen.
Sobald man sich wieder in der fantastischen Ebene – in Sumerland – befand, fühlte man sich als Leser  ein wenig besser aufgehoben.
Durch diese relativ vielen Schwenks zwischen diesen beiden Erzählstrukturen, ergab sich jedoch kein ausreichend durchgehender Faden, um der Geschichte eingängig folgen zu können.
Gleichzeitig wirkte manches etwas unausgegoren und die Protagonisten wirken relativ kindlich. Insbesondere auf die Prinzessin trifft das zu und ich kann mich definitiv nicht wirklich darauf einlassen, wenn diese zwar jung an Gestalt ist, jedoch mehrere hundert Jahre lange schon lebt.
Die Dialoge wirken somit sehr oft recht naiv und eine Identifizierung als Leser mit irgendeiner der wenigen auftretenden Personen findet nicht statt.
Es fällt mir grundsätzlich sehr schwer, ein Buch nicht bis zur letzten Seite zu lesen. Im Gegenzug dazu bin ich aber auch der Meinung, dass ein Buch seinen Leser innerhalb der ersten fünfzig Seiten an die Hand nehmen muss, damit er nicht abspringt. Diese Meinung haben auch sehr viele Autoren und insbesondere Vielleser, deren Buchstapel ausreichend Alternativen bietet. In diesem Fall war ich sogar – wohl in Hinblick darauf, dass es zwei Bände sind – so freundlich, dem Buch eine zusätzliche Chance zu geben. Leider fand ich aufgrund der sprachlichen Sprünge, den weiterhin nicht ganz ausgereiften Erzählsträngen und der fehlenden Identifizierung bis einschließlich Seite 136 keinen wirklichen Zugang zu dieser Geschichte. Somit leider nach langer Zeit mal wieder ein Buch, welches von mir unbeendet zugeklappt worden ist.
Die grundsätzliche Idee hätte jedenfalls ihren Charme und ich bin mir sicher, dass sie auch manch einen Anhänger finden wird.
Jürgen Seibold/03.06.2017
Sumerland 1: Prinzessin Serisada – KAUFEN BEI AMAZON

Brandon Sanderson: Schatten über Elantel – Ein Nebelgeborenen-Roman

Originaltitel: Shadows Of Self. A Mistborn Novel
Aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig
© 2015 by Dragonsteel Entertainment, LLC
Deutschsprachige Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017
ISBN 978-3-492-70435-9
ca. 517 Seiten

COVER:

In der Stadt Elantel ziehen nach der Magie nun auch Industrie und Technik ein, und mit dem Erstarken von Religion und Politik immer mehr gesellschaftlicher Zündstoff: Bei einem Treffen der bekanntesten Kriminellen Elantels richtet ein Killer ein Blutbad an. Wax und Wayne sollten sich freuen, dass ihnen jemand die Arbeit abgenommen hat.
Doch dies ist erst der Anfang. Denn finstere Kräfte machen sich die zunehmende Feindschaft zwischen den gesellschaftlichen Schichten zunutze. Es liegt an den Gesetzeshütern Wax, Wayne und Marasi, eine dunkle Verschwörung aufzudecken, die Elantel in den Abgrund zu reißen droht. Und für Wax wird der Fall zu einem ganz persönlichen Rachefeldzug …
Mit seinem Epos “Schatten über Elantel” begeistert Brandon Sanderson erneut mit der hochexplosiven Mischung aus High Fantasy, Western und feinem Humor, die seine Fans lieben.

REZENSION:

Seit langer Zeit befindet sich der Fantasyzyklus “Das Rad der Zeit” von Robert Jordan bereits auf meiner persönlichen Wunschliste. Gleichzeitig habe ich immer ein wenig Angst, diesen groß angelegten Zyklus zu beginnen, da er ja so gut sein könnte, dass mit nichts anderes übrig bleiben würde, als alle Bände zu lesen.
Doch was hat “Das Rad der Zeit” in dieser Rezension verloren? Nun, ganz einfach: Als Robert Jordan leider von uns gegangen ist, übernahm ein Autor namens Brandon Sanderson die eigentlich undankbare Aufgabe, Jordans Zyklus zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.
Meine Recherchen ergaben dabei, dass Sanderson dabei wohl einen ausgezeichneten Job erledigt hatte. Immer noch ein wenig in Richtung “Das Rad der Zeit” schauend, dachte ich mir also, ich versuche es mit Sandersons neuestem Werk. Wenn mir sein Stil nicht gefällt, brauche ich mir auch keine weiteren Gedanken mehr über das Werk von Jordan machen.
Dummerweise habe ich bei diesem Werk versäumt, eine kleine Recherche vor zu nehmen. Es handelt sich nämlich nicht um einen alleinstehenden Band und auch nicht um einen ersten Band einer neuen Fantasyreihe. Nein, Sanderson hat schon öfter Nebelgeborenen-Romane geschrieben.
Nichts desto trotz traute ich mich an “Schatten über Elantel”.
Erfreulicherweise schaffte es Sanderson dabei, auch mich als Einsteiger sehr gut zu überzeugen.
Zum Einen halte ich seine Welt für außerordentlich interessant. Es handelt sich nämlich um eine Mischung aus Fantasy, Western und dem Beginn der Industrialisierung. Somit gibt es erste Autos, die sich neben Pferdefuhrwerken auf den Straßen tummeln. Gäbe es die magischen Elemente nicht, könnte man fast meinen, man wäre im Europa zu Beginn des Industriezeitalters.
Zum Anderen ist seine Schreibstil absolut eingängig und schwenkt zwischen dem notwendigen Ernst, den detaillierten Beschreibungen und einer gehörigen Portion Humor. Damit konnte er auch bei einem Neuleser wie mich, das Interesse ausreichend hoch halten, dass ich dem Werk bis zum Ende folgen musste. Wäre dem nicht so gewesen, hätte die Gefahr bestanden, dass ich “Schatten über Elantel” frustriert zur Seite gelegt hätte. Es dauert nämlich einige Zeit, bis ich das Prinzip der Allomantischen und Ferrochemischen Kräfte verstanden habe. Davon abgesehen stellten sich mir einige Fragen, die sich sicherlich durch das Lesen vorangegangener Bücher überhaupt nicht gestellt hätten.
Aber wie gesagt, ich konnte relativ problemlos darüber hinwegsehen und hatte trotz der ein oder anderen Wissenslücke richtig viel Spaß mit diesem Werk.
Schon wieder ein Autorenname, den ich mir merken muss – darüber hinaus weiß ich nun immer noch nicht, ob ich mich an den gesamten Zyklus von “Das Rad der Zeit” wagen soll.
Jürgen Seibold/05.05.2017
Schatten über Elantel: Ein Nebelgeborenen-Roman (Die Nebelgeborenen, Band 5) – KAUFEN BEI AMAZON

HYS082 – Michael Peinkofer im Gespräch

Im Rahmen der Veröffentlichung von Michael Peinkofers neuestem Fantasyepos “TOTE HELDEN”, durfte ich freundlicherweise wieder an einer sehr interessanten Blogtour teilnehmen.
Hierbei lohnt es sich auch wirklich, alle vorangegangen Artikel in aller Ruhe durch zu gehen.
Als (leider) Abschluß hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Michael Peinkofer ein Gespräch zu führen.
Ich stellte mir früher bei Schriftstellern immer den bornierten und knochigen, alten Mann vor, der einsam in seinem Kämmerchen sitzt und seine Geschichten zu Papier bringt. Dabei aber am liebsten keinerlei Kontakt zur Außenwelt bekommt – falls doch: Eher schwierig im Gespräch.
Wie ich jedoch nicht nur in den bereits vergangenen Autoreninterviews, sondern auch im aktuellen Interview mit Michael Peinkofer feststellen durfte, passt diese irrige Meinung meinerseits jedenfalls keineswegs auf die Autoren des Science-Fiction-, Thriller-, Horror- und Fantasygenres. Denn alle waren bisher ausgesprochen sympathisch und man fühlte sich bei jedem Interview sogleich wohl – ich denke, auf beiden Seiten des Gesprächs.
Michael Peinkofer reiht sich hierbei gekonnt ein und nun könnt ihr einem doch hoffentlich interessanten und trotzdem lockeren Gespräch folgen:

Auch diesmal mit einem Gewinnspiel:

Im Rahmen dieser Tour verlose ich ein Taschenbuch von Tote Helden.
Ich stelle diesmal jedoch keine Frage. Somit benötigt Ihr zur Teilnahme lediglich einen Mailaccount 🙂
Kurz gesagt:

Du schickst mir eine Mail an podcast@hysterika.de mit dem Betreff “TOTE HELDEN” und Deiner Adresse. Schon bist Du im Lostopf.
Deine Adresse wird sofort nach diesem Gewinnspiel wieder vernichtet und findet keine weitere Verwendung – Hysterika ist ja keine kommerzielle Seite.

Teilnahmebedingungen

Teilnahme ab 18 Jahren, Versand nur nach Deutschland. Mehrfache Teilnahme auf einem Blog geht nicht. Ein doppelter Gewinn (also hier und auf einem weitern Blog, der bei der Tour mitmacht) ist ausgeschlossen.
Auch der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Ab dem 07.04. erfolgt die Auslosung der Gewinner/innen, die per Mail benachrichtigt und auf den teilnehmenden Blogs bekannt gegeben werden.

Gerne könnt Ihr auch noch bei den anderen Teilnehmern vorbeischauen:

HYS081 – Einfach Bücher

Die neue Podcastfolge:

Ivo Pala: Schwarzer Sturm

Originalausgabe März 2017
© 2017 Knaur Verlag
© 2017 Ivo Pala
ISBN 978-3-426-51916-5
ca. 395 Seiten

COVER:

Eine Welt ohne Gnade, ein Krieg ohne Sieger – das düstere Fantasy.Epos um den Kampf gegen die ewige Nacht

Die ewige Dunkelheit seit dem Weltendonner hält die sterbende Welt in ihren unbarmherzigen Klauen. Das Klima wird immer mörderischer. Hoffnung verspricht einzig der neu entdeckte, geheimnisvolle Kontinent Kutera. Doch Rielle, die Königin der sterbenden Hochkultur Twyddyn, hegt finstere Pläne für Kutera, und nur der Krieger Raymo und die Sklavin Lizia könnten sie noch aufhalten. Währenddessen führt eine geheimnisvolle Mission den Mönch Ash und seine Gefährten auf eine Reise um die halbe Welt – hin zu dem Ort, an dem sich Ashs dunkles Schicksal erfüllt.

Der actiongeladene zweite Band der Dark World Saga!

REZENSION:

Nachdem mich schon der erste Band der Dark World Saga mit dem Titel “Schwarzer Horizont” sehr gut überzeugen konnte, freute ich mich schon sehr auf die nun vorliegende Fortsetzung.
Durch den zeitlichen Versatz und den dazwischen liegenden Büchern, die mir die Wartezeit verkürzten, benötigte ich ein wenig, um gedanklich wieder komplett in diese dunkle Welt eintauchen zu können. Zum Glück hatte sich das recht schnell erledigt und ich konnte den Protagonisten auf ihren unterschiedlich motivierten Wegen wieder folgen. Weiterhin bleibt sich Pala treu und erzählt einfach die Geschichte um seine drei wichtigsten Hauptdarsteller unbeirrt weiter. Dementsprechend rasant treibt die Geschichte auch vorwärts. Wie bereits beim ersten Buch erwähnt, bleiben die Personen ein klein wenig zu oberflächlich. Gleichzeitig erwähnte ich aber auch, dass dies in dieser Reihe nicht wirklich stört, denn ich denke, hier ist der rasante Schnitt und die dabei auftretende Action eher der Antrieb des Autors und somit der Geschichte.
Ivo Pala lässt in dieser Reihe viele Fantasy-Klischees aus dem Sack: Wir treffen auf sprechende Drachen, eine tyrannische Königin und deren Widersacher, sowie auf einen Krieger, der wohl einfach nur seine Sehnsucht nach einem fruchtbaren und schönen Alterssitz fröhnt.
Während der eine die Welt vor der Dunkelheit bewahren möchte, stoßen die anderen von einer kriegerischen Handlung zur nächsten. Action ist vorprogrammiert und ich will verdammt sein, wenn mir diese Darbietung einer Vielzahl an Klischees nicht einfach nur Spaß macht. Erneut konnte ich mich dem weiteren Geschehen nicht entziehen und musste ab und an aufpassen, bei der täglichen U-Bahnfahrt die für mich relevante Station nicht zu verpassen.
Man könnte dieser Reihe sicher einiges vorwerfen – lässt man sich aber darauf ein, erhält man eine rasante Fantasyfahrt, die genauso auch in einem Film funktionieren würde.
“Schwarzer Sturm” kommt zwar nicht ganz an den ersten Band heran, da hier die Dunkelheit keine wirklich große Rolle mehr spielt und auch der überzeugende Witz ein gutes Stück herunter gefahren wurde, nichts desto trotz hat mir der Band recht gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf schlussendliche Auflösung der ganzen Begebenheiten im dritten Band, der hoffentlich bald das Licht der Welt erblicken wird.
Jürgen Seibold/26.03.2017
Schwarzer Sturm: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Blogtour zu Michael Peinkofer: Tote Helden

Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können …

 

Der Autor Michael Peinkofer

Michael Peinkofer, 1969 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteur bei der Filmzeitschrift »Moviestar«. Mit seiner Serie um die »Orks« avancierte er zu einem der erfolgreichsten Fantasyautoren Deutschlands. Seine Romane um »Die Zauberer« wurden ebenso zu Bestsellern wie seine neue Trilogie um »Die Könige«.

Webseite: http://www.michael-peinkofer.de/

Was gibt es zu gewinnnen?

Verlost werden in jedem Blog unter allen Kommentator/-innen je eine Ausgabe von “Tote Helden”. Ihr werdet direkt von den Bloggern benachrichtigt. Die Regeln zur Teilnahme findet ihr immer bei den einzelnen Artikeln. Doppelte Gewinne und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Ablauf der Blogtour

29.03. Eva-Maria schreibt über das Motiv des Fremden auf Schreibtrieb
30.03. Mareike erforscht auf Bücherkrähe die Hintergründe der Religion in Astray
31.03. Cindy widmet sich auf Piranhapudel den Themen Schicksal, Bestimmung, Zukunft & Vorhersehung
01.04. Vanessa von Biblometasia löchert Lektor Carsten Polzin in einem Interview
02.04. Susanne berichtet auf Literaturschock von der Lesung auf der Leipziger Buchmesse

03.04. Jürgen unterhält sich hier auf Hysterika in einem Podcast mit Michael Peinkofer.
Vielen Dank an Michael Peinkofer und den Piper-Verlag für die Unterstützung und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an alle teilnehmenden Blogs.

Viel Spaß mit der Buchtournee!