Joe R. Lansdale: Drive-In (Die Trilogie)

Lansdale_DriveinOriginaltitel: The Complete Drive-In
© 2009 by Joe R. Lansdale
© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-67672-5

COVER:

Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror-Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor …

REZENSION:

Der Name Joe R. Lansdale verfolgte mich schon sehr lange, da ich irgendwie jedesmal, wenn ich auf der Jagd nach neuem Lesestoff war, auch über das ein oder andere Lansdale-Buch stolperte. Jahrelang ließ ich diesen Autor aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen trotzdem links liegen. Woran das gelegen haben mochte, entzieht sich leider meiner Kenntniss.
Irgendwann las ich aber die Coverbeschreibung von Drive-In und war von dieser Idee – Menschen werden in einem Autokino von der Außenwelt isoliert – sehr angetan, wenn nicht gar absolut angefixt.
Natürlich griff ich dann sogleich zur kompletten Trilogie, in der Hoffnung, hier einen absoluten Blockbuster vor mir zu haben.
Diese Hoffnung sollte sich auch beim Genuss des ersten darin enthaltenen Buches aufrecht erhalten bleiben und ich befand mich urplötzlich mitten drin im abgeschnittenen Autokino und folgte den Geschehnissen nahezu ungebremst.
Lansdale lässt dabei nichts aus und legt einen sehr trashigen und unverblümten Roman vor, der für eine sehr gute und interessante Unterhaltung problemlos sorgen konnte.
Gegen Ende des ersten Bandes steigt der Trashfaktor – bleibt aber noch in einem annehmbaren und sogar witzig anmutenden Rahmen.
Jedoch hätte ich wohl danach aufhören sollen, denn die beiden Folgebände hinterließen einen sehr widersprüchlichen Geschmack. Die Protagonisten verlassen das Autokino und finden sich einer gänzlich neuen und abstrakten Welt wieder. Dies wäre noch nicht das Problem, da mir so etwas grundsätzlicher weise sehr gut gefällt. Irgendwie kam ich aber nach dem fulminanten Start nicht mehr richtig in die Geschichte herein, konnte aber gleichzeitig das Buch nicht einfach schließen und als abgebrochen betrachten.
Somit fristete es sein Dasein als Lückenfüller: Ich begann mit anderen Büchern und widmete mich immer mal wieder – so als Zwischendurchhäppchen – einigen Kapitel dieses Werkes.
Allein dabei wurde mir schon klar, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob es mir nun gefällt oder eben nicht. Einerseits musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, andererseits wollte ich auch wissen, wie es denn nun weitergeht.
Dies zog sich durch das gesamte zweite Buch und wurde anfangs beim Start des Finalstückes nur latent besser. Nichts desto trotz konnte mich Buch 3 wieder etwas näher an die Geschichte heranführen und ich erkannte, dass ich mich nun plötzlich wieder öfters diesem Werk widmete.
Das dritte Buch wirkt dabei sogleich noch trashiger und lässt Horrorelemente mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. Störte jedoch nicht, denn die abgedrehte Story mit vielen Anteilen im Bauch eines Fisches(!) hatte irgendwie ihren Reiz.
Ich hoffte sehr auf ein starkes Ende, damit meine sehr lange Mühe mit diesem Band nicht umsonst gewesen sein sollte.
Erfreulicherweise sorgt Lansdale für einen sehr nachdenklichen und philosophischen Schluss, wodurch er mich wieder überzeugen konnte.
Nichts desto trotz handelt es sich bei dieser Trilogie um ein Werk, zu dem ich mich einfach zu oft zwingen musste. Dementsprechend schwer fällt es mir, ein durchweg positives Statement abzugeben, viel zu Durchwachsen ist meine Meinung über dieses Werk. Das schwenkt wirklich über die gesamte Range von Genial bis absoluter Quatsch.
Vielleicht hätte ich auch einfach erst mit anderen Werken dieses Autors anfangen sollen…
Jürgen Seibold/26.08.2016

Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band – KAUFEN BEI AMAZON

Markus Heitz: Drachengift

Drachengift©Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-70353-6
ca. 560 Seiten

COVER:

Sie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern … Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen …

REZENSION:

»Drachengift« ist der dritte Band einer eher untypischen Reihe. Untypisch deshalb, da Markus Heitz seine Drachen nicht wie zumeist üblich in einer fantastischen und vom Autor selbst erschaffenen Welt aufsteigen lässt, sondern diese sozusagen in unsere eigene, historische Welt einfügt.
Dadurch befinden wir uns im Jahre 1927. Der erste Weltkrieg ist vorbei, Russland ein Zarenreich und Deutschland noch vom Kaiser regiert.
Selbstverständlich lässt Markus Heitz einige historische Begebenheiten beiseite beziehungsweise betrachtet diese nicht. Dadurch kann er seiner Geschichte seinen eigenen, historischen Stempel aufdrücken. Wir befinden uns also in einer teilweise realen und außerordentlich gut recherchierten Vergangenheit, die jedoch – nicht nur durch die darin befindlichen Drachen – dem Fluss seiner Erzählung entsprechend auf interessante Weise »gebogen« wird. Als Beispiel sei der vor der Tür stehende Zweite Weltkrieg genannt. Dieser findet erfreulicherweise absolut keine Beachtung in Heitz`Geschichte.
Bereits im Jahre 2007 schrieb ich eine Rezension zum ersten Band dieser Reihe. Dabei war ich jedoch leider nicht umfänglich von der Geschichte überzeugt. Wie ich meiner damaligen Rezension entnehmen konnte, überzeugte mich das Sittengemälde der 20er Jahre erheblich mehr, als der eigentliche Plot um und über die Drachen.
Ich denke, dies war auch der Grund, warum ich mich dem zweiten Buch – Drachenkaiser – dann nicht mehr widmen wollte. Nun lag jedoch »Drachengift« vor mir und im Zuge eines geplanten Interviews blieb mir nichts anderes übrig, als mich diesem Werk zu widmen. Wie sich dabei erfreulicherweise herausstellen sollte, schaffte es »Drachengift« nahezu problemlos mich an die Seiten zu fesseln. Innerhalb kürzester Zeit erreichte ich das Ende einer sehr interessanten und spannend erzählten Geschichte. Kämpfe, Intrigen, Politik, interessante historische Details: Alles Mögliche war vorhanden und geschickt ineinander verwebt. Das fehlende Wissen des Inhalts von Band 2 störte mich dabei absolut gar nicht. Darüber hinaus kann ich mich nur noch vage an den ersten Band erinnern. Somit scheint der Autor in diesem Werk sehr geschickt alle notwendigen Informationen ausreichend und geschickt eingebaut zu haben, denn weder fehlte mir eine Information, noch fühlte ich mich andauernd an Vergangenes erinnert.
Ergo lässt sich »Drachengift« auch als »stand-alone-Buch« gut lesen und es ist nicht unbedingt notwendig, die bisherigen beiden Bände zu kennen.
Nichts desto trotz blieben einige Fragen offen und ganz besonders die für die Kirche tätig gewordene Archäologin Ulrika Mang spielt zwar eine nette Rolle, dennoch hat ihr Auftreten nicht wirklich etwas mit der Story im Allgemeinen zu tun. Markus Heitz ist ja dafür bekannt, einige Fragen offen zu lassen – möchte er sich doch nicht den Weg zu einem eventuellen weiteren Band nicht verbauen. Und dementsprechend schließt er zwar momentan die Reihe – sein Nachwort lässt aber erneut ein wenig hoffen.
Alles in allem ein absolut unterhaltendes Buch in einer beinahe realen Welt mit intriganten und hochintelligenten Drachen, die noch einiges vor zu haben scheinen.
Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen.
Jürgen Seibold/14.01.2016
Drachengift: Roman (Drachen (Heitz), Band 3) KAUFEN BEI AMAZON

HYS060 – Im Gespräch mit Markus Heitz

DrachengiftSie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern …
Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen …

Im Rahmen der bereits angekündigten Blogtour zu »Drachengift« von Markus Heitz, erhielt ich die Gelegenheit, mit dem Autor ganz locker und unverkrampft ein gemeinsames Gespräch durch zu führen.
Direkt anhören lässt sich der Podcast hier:

Darüber hinaus besteht natürlich – wie bei allen Folgen des Podcasts der Hysterika – das kostenlose Abonnement über iTunes, Podcast.de (inkl. dazu gehöriger Android-App) und weiteren Quellen. Bei Fragen einfach kurz bei podcast@hysterika.de melden.

Das Gewinnspiel zu dieser Blogtour:

Am Ende dieser Tour warten auf His & Her Books schöne Preise. Was es genau zu gewinnen gibt, erfahrt ihr dann direkt am Ende der Blogtour (15.01.2016) bei His & Her Books.
Damit ihr daran teilnehmen könnt, müsst ihr auch unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlassen und die folgende Frage beantworten:

HAT MARKUS HEITZ EINEN ODER MEHRERE LIEBLINGSAUTOR/EN? WENN JA, WELCHE/N?

Kleiner Hinweis: Auf hysterika.de sind Kommentare nicht sofort ersichtlich. Ich werde diese aber innerhalb kürzester Zeit freigeben.

Heitz © Martin HoehneFoto: © Martin Hoehne

Hier nochmal die Stationen der Blogtour:
11.01. book-walk.de – Rückblick auf Band 1 und kurzer Blick auf Band 2
12.01. fantasy-news.com – Drachen und die Drachenwelt
13.01. hysterika.de – Interview mit Markus Heitz
14.01. lesemomente.net – Rezension zu Drachengift
15.01. hisandherbooks.de – Abschluß der Tour und Gewinnspiel

Ich hoffe, die neue Folge des Podcasts gefällt euch ebenso gut wie mir.

Viele Grüße,

Jürgen
www.hysterika.de
Feedback wie immer bitte an podcast@hysterika.de

Intro und Outro weiterhin natürlich von der genialen Band Cradle Of Haze (www.cradleofhaze.de)