Aleš Pickar: Kalion – Die dunkle Wunde

@2017 Periplaneta – Verlag und Mediengruppe
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-042-7
ca. 326 Seiten

COVER:

Unter dem gebrochenen Glanz des Stillen Mahners am Firmament dräut großes Unheil. Denn die Peleori schlagen die Kriegstrommeln – was niemand so recht ernstnehmen will. Das Volk vergnügt sich weiterhin sorglos in Arenen und Freudenhäusern, nur ein zierliches Mädchen, dem die Göttin Niobe erschienen ist, predigt Enthaltsamkeit. Die eigensinnige Prinzessin Linederion trifft nach langer Reise auf ihren Bräutigam, allerdings ist der Herrscher des Ostreichs anders als erwartet. Währenddessen treibt Tausende Meilen entfernt die Schwägerin des Königs Belkar ihre umstürzlerischen Pläne voran. Doch alle Mächtigen des rauen Kontinents Neroè entsenden in diesen Zeiten heimlich Spitzel, Assassine und Legaten. Wer kann es da wagen, zwischen ehrlicher Hingabe und eilfertiger Dienstbeflissenheit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden …

Aleš Pickar erschuf mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
DIE DUNKLE WUNDE ist der zweite Teil einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Wie man meiner Rezension über den ersten Teil dieser Trilogie entnehmen kann, berührte mich zuerst die persönliche Zwiespältigkeit. Diese wurde als nichtsahnend beiseite geschoben und nach Abschluss des ersten Bandes blieb mir nichts anderes übrig, als das unvermeidliche Warten auf Band 2.
Erfreulicherweise erreichte mich dieser und ich konnte erneut in die Welt Neroè eintauchen. Durch den zeitlichen Versatz fiel es mir einige Seiten ein klein wenig schwer, wieder den Weg zurück zu finden. Nachdem jedoch alle gedanklichen Fäden wieder aus der Schublade herauskamen und sich mit den neu entstehenden Fäden im vorliegenden Buch zu verbinden begannen, eröffnete sich mir erneut der virtuos durchdachte Horizont dieser Trilogie.
Im Gegensatz zum ersten Buch verzichtete der Autor zumeist auf geschichtliche Einleitungen zu seinen Kapiteln – immerhin ist das Setting dem geneigten Leser mittlerweile klar. Der kleine Nebeneffekt: Man wird nicht abgelenkt und kann noch rasanter von Kapitel zu Kapitel hetzen – denn nichts anderes bleibt einem bei diesem fantastischen Epos übrig. Pickar lässt uns teilhaben an einer Vielzahl unterschiedlichster Begebenheiten und fortgeführten Intrigen an den unterschiedlichsten Höfen beziehungsweise in den unterschiedlichsten Städten. Nach und nach drückt sich auch das Thema Religion etwas in den Vordergrund und dementsprechend besorgt zeigen sich machthungrige Politiker, die Angst vor dem Verlieren ihrer Pfründe haben.
Die Ehe Linederions wird gänzlich anders vollzogen, als man sich in den schlimmsten Träumen vor zu stellen wagt. DIE DUNKLE WUNDE geht treibend voran und konnte mich erneut der Qualität dieser Geschichte in keiner Sekunde entziehen. Mit Pickar scheint sich ein hochwertiger und wunderbar strahlender Stern am Fantasyhimmel zu entwickeln und man kann nur hoffen, dass er im unvermeidlichen Ende seiner Geschichte in der Lage ist, sämtliche Fäden zu einem plausiblen, gut durchdachten und vor allem spannenden Ende zu bringen.
Bis dahin muss man leider erneut einige Monate warten – ich bin mir aber nach dem erfreulichen Genuss der beiden bisher erschienen Bände sicher, dass sich die Zeit des Wartens lohnen wird.
Ein bis jetzt wahrlich gelungenes und durchweg gut erzähltes Fantasy-Epos mit einer rundum durchdachten Welt. Ich bedanke mich für einige sehr unterhaltsame Stunden der Auszeit.
Jürgen Seibold/16.07.2017
KALION. Die dunkle Wunde: 2 (Edition Drachenfliege) – KAUFEN BEI AMAZON

Johannes Ulbricht: Sumerland – Band1: Prinzessin Serisada

© 2016 Noon Gmaes Augmented Reality GmbH & Co KG, Johannes Ulbricht
Erschienen bei Panini Verlags GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-8332-3355-5
ca. 349 Seiten

COVER:

Nur wenige Eingeweihte wissen, dass unsere Zivilisation nichts als eine kollektive Illusion ist, in der die Menschen gefangen gehalten werden.
In Wahrheit tobt ein geheimer Krieg in der phantastischen Realität hinter der Scheinwelt unseres Alltags. Auf der einen Seite steht der babylonische Stadtkegel von Waylhaghiri, in dem alle Zivilisationsepochen der Menschheit übereinander geschichtet sind. Diese einzige Stadt auf der Welt lebt von der Perfektionierung der zivilisatorischen Ästhetik. Glamour, Moden und kalkulierte Manipulation sind bis in die Intimsphäre allgegenwärtig. In diesem System müssen die Bewohner ihren sozialen Status jeden Tag aufs Neue verteidigen. Auf der anderen Seite steht die umgebende Wildnis des Sumerlandes, in der Tiermenschen leben, die verspielt und kindlich, aber auch unberechenbar und grausam sind. Die jahrhundertealten, doch ewig kindlichen Herrscher beider Reiche, Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada, kämpfen erbittert um die Vorherrschaft.
Zazamael benötigt für die endgültige Dominanz seines Reiches – die in Form einer Emulsion von Traum und Wirklichkeit namens „große Fusion“ erfolgen soll – den „wilden Wein“ als rettendes Elixier. Auf der Suche nach dem „wilden Wein“ dringt er unter ständiger Bedrohung durch die sumerländischen Tiermenschen ins Herz von Serisadas Reich vor. Auf dieser Reise werden alle seine Gefährten einer nach dem anderen hingemeuchelt, wobei der Prinz das eigentliche Ziel des Attentäters zu sein scheint. Erst einen Schritt vor dem Ziel angekommen erkennt Zazamael, wer der Mörder ist. Währenddessen gelingt es Serisada, als Spionin in Waylhaghiri einzudringen. Dort hat sie die schwierige Aufgabe, sich in der Zivilisation zu behaupten, ohne enttarnt zu werden. Zunächst gelingt ihr eine beachtliche Karriere als Designerin, bis es zu einem der regelmäßigen Zusammenbrüche der ästhetischen Muster in Waylhaghiri kommt, wodurch – wie jedes Mal – ein Teil der Stadt untergeht, indem er von dem tödlichen Silber bedeckt wird.
Leider ist es der Teil der Stadt, den Serisada designt hat und in dem sie lebt.

REZENSION:

Aufgrund der Beschreibung und der interessanten Idee, die Geschichte durch ein Augmented Reality Game als zusätzliche Ebene zu erweitern, nahm ich die Herausforderung zu diesem gut designten Buch gerne an.
Insbesondere die beschriebene Mischung aus Fantasy und realer Welt hat es mir sehr angetan. Entstehen hierdurch sehr oft außerordentlich interessante Romane, deren Wechsel beziehungsweise Interaktion zwischen den Welten zu einer besonderen Note führen. Man kann damit erheblich leichter in unterschiedliche Gedankenwelten abdriften.
Im vorliegenden Band wechselt hierbei die Vorgehensweise des Autors je nachdem, wo man sich befindet: Innerhalb Sumerlands erzählt J. Ulbricht recht interessant die darin auftauchenden Begebenheiten. Befinden wir uns jedoch in der realen Welt, schwenkt der Autor in eine Ich-Form um und wir lauschen den Gedanken einer nicht benannten Person, die in einer Marketing-Agentur arbeitet und geistig immer wieder nach Sumerland abdriftet.
Dieser Ich-Erzählung konnte ich leider nur sehr schwer folgen. Irgendwie war es mir leider in keinster Weise möglich, mich in diese Dame hinein zu versetzen.
Sobald man sich wieder in der fantastischen Ebene – in Sumerland – befand, fühlte man sich als Leser  ein wenig besser aufgehoben.
Durch diese relativ vielen Schwenks zwischen diesen beiden Erzählstrukturen, ergab sich jedoch kein ausreichend durchgehender Faden, um der Geschichte eingängig folgen zu können.
Gleichzeitig wirkte manches etwas unausgegoren und die Protagonisten wirken relativ kindlich. Insbesondere auf die Prinzessin trifft das zu und ich kann mich definitiv nicht wirklich darauf einlassen, wenn diese zwar jung an Gestalt ist, jedoch mehrere hundert Jahre lange schon lebt.
Die Dialoge wirken somit sehr oft recht naiv und eine Identifizierung als Leser mit irgendeiner der wenigen auftretenden Personen findet nicht statt.
Es fällt mir grundsätzlich sehr schwer, ein Buch nicht bis zur letzten Seite zu lesen. Im Gegenzug dazu bin ich aber auch der Meinung, dass ein Buch seinen Leser innerhalb der ersten fünfzig Seiten an die Hand nehmen muss, damit er nicht abspringt. Diese Meinung haben auch sehr viele Autoren und insbesondere Vielleser, deren Buchstapel ausreichend Alternativen bietet. In diesem Fall war ich sogar – wohl in Hinblick darauf, dass es zwei Bände sind – so freundlich, dem Buch eine zusätzliche Chance zu geben. Leider fand ich aufgrund der sprachlichen Sprünge, den weiterhin nicht ganz ausgereiften Erzählsträngen und der fehlenden Identifizierung bis einschließlich Seite 136 keinen wirklichen Zugang zu dieser Geschichte. Somit leider nach langer Zeit mal wieder ein Buch, welches von mir unbeendet zugeklappt worden ist.
Die grundsätzliche Idee hätte jedenfalls ihren Charme und ich bin mir sicher, dass sie auch manch einen Anhänger finden wird.
Jürgen Seibold/03.06.2017
Sumerland 1: Prinzessin Serisada – KAUFEN BEI AMAZON

Brandon Sanderson: Schatten über Elantel – Ein Nebelgeborenen-Roman

Originaltitel: Shadows Of Self. A Mistborn Novel
Aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig
© 2015 by Dragonsteel Entertainment, LLC
Deutschsprachige Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017
ISBN 978-3-492-70435-9
ca. 517 Seiten

COVER:

In der Stadt Elantel ziehen nach der Magie nun auch Industrie und Technik ein, und mit dem Erstarken von Religion und Politik immer mehr gesellschaftlicher Zündstoff: Bei einem Treffen der bekanntesten Kriminellen Elantels richtet ein Killer ein Blutbad an. Wax und Wayne sollten sich freuen, dass ihnen jemand die Arbeit abgenommen hat.
Doch dies ist erst der Anfang. Denn finstere Kräfte machen sich die zunehmende Feindschaft zwischen den gesellschaftlichen Schichten zunutze. Es liegt an den Gesetzeshütern Wax, Wayne und Marasi, eine dunkle Verschwörung aufzudecken, die Elantel in den Abgrund zu reißen droht. Und für Wax wird der Fall zu einem ganz persönlichen Rachefeldzug …
Mit seinem Epos “Schatten über Elantel” begeistert Brandon Sanderson erneut mit der hochexplosiven Mischung aus High Fantasy, Western und feinem Humor, die seine Fans lieben.

REZENSION:

Seit langer Zeit befindet sich der Fantasyzyklus “Das Rad der Zeit” von Robert Jordan bereits auf meiner persönlichen Wunschliste. Gleichzeitig habe ich immer ein wenig Angst, diesen groß angelegten Zyklus zu beginnen, da er ja so gut sein könnte, dass mit nichts anderes übrig bleiben würde, als alle Bände zu lesen.
Doch was hat “Das Rad der Zeit” in dieser Rezension verloren? Nun, ganz einfach: Als Robert Jordan leider von uns gegangen ist, übernahm ein Autor namens Brandon Sanderson die eigentlich undankbare Aufgabe, Jordans Zyklus zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.
Meine Recherchen ergaben dabei, dass Sanderson dabei wohl einen ausgezeichneten Job erledigt hatte. Immer noch ein wenig in Richtung “Das Rad der Zeit” schauend, dachte ich mir also, ich versuche es mit Sandersons neuestem Werk. Wenn mir sein Stil nicht gefällt, brauche ich mir auch keine weiteren Gedanken mehr über das Werk von Jordan machen.
Dummerweise habe ich bei diesem Werk versäumt, eine kleine Recherche vor zu nehmen. Es handelt sich nämlich nicht um einen alleinstehenden Band und auch nicht um einen ersten Band einer neuen Fantasyreihe. Nein, Sanderson hat schon öfter Nebelgeborenen-Romane geschrieben.
Nichts desto trotz traute ich mich an “Schatten über Elantel”.
Erfreulicherweise schaffte es Sanderson dabei, auch mich als Einsteiger sehr gut zu überzeugen.
Zum Einen halte ich seine Welt für außerordentlich interessant. Es handelt sich nämlich um eine Mischung aus Fantasy, Western und dem Beginn der Industrialisierung. Somit gibt es erste Autos, die sich neben Pferdefuhrwerken auf den Straßen tummeln. Gäbe es die magischen Elemente nicht, könnte man fast meinen, man wäre im Europa zu Beginn des Industriezeitalters.
Zum Anderen ist seine Schreibstil absolut eingängig und schwenkt zwischen dem notwendigen Ernst, den detaillierten Beschreibungen und einer gehörigen Portion Humor. Damit konnte er auch bei einem Neuleser wie mich, das Interesse ausreichend hoch halten, dass ich dem Werk bis zum Ende folgen musste. Wäre dem nicht so gewesen, hätte die Gefahr bestanden, dass ich “Schatten über Elantel” frustriert zur Seite gelegt hätte. Es dauert nämlich einige Zeit, bis ich das Prinzip der Allomantischen und Ferrochemischen Kräfte verstanden habe. Davon abgesehen stellten sich mir einige Fragen, die sich sicherlich durch das Lesen vorangegangener Bücher überhaupt nicht gestellt hätten.
Aber wie gesagt, ich konnte relativ problemlos darüber hinwegsehen und hatte trotz der ein oder anderen Wissenslücke richtig viel Spaß mit diesem Werk.
Schon wieder ein Autorenname, den ich mir merken muss – darüber hinaus weiß ich nun immer noch nicht, ob ich mich an den gesamten Zyklus von “Das Rad der Zeit” wagen soll.
Jürgen Seibold/05.05.2017
Schatten über Elantel: Ein Nebelgeborenen-Roman (Die Nebelgeborenen, Band 5) – KAUFEN BEI AMAZON

HYS082 – Michael Peinkofer im Gespräch

Im Rahmen der Veröffentlichung von Michael Peinkofers neuestem Fantasyepos “TOTE HELDEN”, durfte ich freundlicherweise wieder an einer sehr interessanten Blogtour teilnehmen.
Hierbei lohnt es sich auch wirklich, alle vorangegangen Artikel in aller Ruhe durch zu gehen.
Als (leider) Abschluß hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Michael Peinkofer ein Gespräch zu führen.
Ich stellte mir früher bei Schriftstellern immer den bornierten und knochigen, alten Mann vor, der einsam in seinem Kämmerchen sitzt und seine Geschichten zu Papier bringt. Dabei aber am liebsten keinerlei Kontakt zur Außenwelt bekommt – falls doch: Eher schwierig im Gespräch.
Wie ich jedoch nicht nur in den bereits vergangenen Autoreninterviews, sondern auch im aktuellen Interview mit Michael Peinkofer feststellen durfte, passt diese irrige Meinung meinerseits jedenfalls keineswegs auf die Autoren des Science-Fiction-, Thriller-, Horror- und Fantasygenres. Denn alle waren bisher ausgesprochen sympathisch und man fühlte sich bei jedem Interview sogleich wohl – ich denke, auf beiden Seiten des Gesprächs.
Michael Peinkofer reiht sich hierbei gekonnt ein und nun könnt ihr einem doch hoffentlich interessanten und trotzdem lockeren Gespräch folgen:

Auch diesmal mit einem Gewinnspiel:

Im Rahmen dieser Tour verlose ich ein Taschenbuch von Tote Helden.
Ich stelle diesmal jedoch keine Frage. Somit benötigt Ihr zur Teilnahme lediglich einen Mailaccount 🙂
Kurz gesagt:

Du schickst mir eine Mail an podcast@hysterika.de mit dem Betreff “TOTE HELDEN” und Deiner Adresse. Schon bist Du im Lostopf.
Deine Adresse wird sofort nach diesem Gewinnspiel wieder vernichtet und findet keine weitere Verwendung – Hysterika ist ja keine kommerzielle Seite.

Teilnahmebedingungen

Teilnahme ab 18 Jahren, Versand nur nach Deutschland. Mehrfache Teilnahme auf einem Blog geht nicht. Ein doppelter Gewinn (also hier und auf einem weitern Blog, der bei der Tour mitmacht) ist ausgeschlossen.
Auch der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Ab dem 07.04. erfolgt die Auslosung der Gewinner/innen, die per Mail benachrichtigt und auf den teilnehmenden Blogs bekannt gegeben werden.

Gerne könnt Ihr auch noch bei den anderen Teilnehmern vorbeischauen:

HYS081 – Einfach Bücher

Die neue Podcastfolge:

Ivo Pala: Schwarzer Sturm

Originalausgabe März 2017
© 2017 Knaur Verlag
© 2017 Ivo Pala
ISBN 978-3-426-51916-5
ca. 395 Seiten

COVER:

Eine Welt ohne Gnade, ein Krieg ohne Sieger – das düstere Fantasy.Epos um den Kampf gegen die ewige Nacht

Die ewige Dunkelheit seit dem Weltendonner hält die sterbende Welt in ihren unbarmherzigen Klauen. Das Klima wird immer mörderischer. Hoffnung verspricht einzig der neu entdeckte, geheimnisvolle Kontinent Kutera. Doch Rielle, die Königin der sterbenden Hochkultur Twyddyn, hegt finstere Pläne für Kutera, und nur der Krieger Raymo und die Sklavin Lizia könnten sie noch aufhalten. Währenddessen führt eine geheimnisvolle Mission den Mönch Ash und seine Gefährten auf eine Reise um die halbe Welt – hin zu dem Ort, an dem sich Ashs dunkles Schicksal erfüllt.

Der actiongeladene zweite Band der Dark World Saga!

REZENSION:

Nachdem mich schon der erste Band der Dark World Saga mit dem Titel “Schwarzer Horizont” sehr gut überzeugen konnte, freute ich mich schon sehr auf die nun vorliegende Fortsetzung.
Durch den zeitlichen Versatz und den dazwischen liegenden Büchern, die mir die Wartezeit verkürzten, benötigte ich ein wenig, um gedanklich wieder komplett in diese dunkle Welt eintauchen zu können. Zum Glück hatte sich das recht schnell erledigt und ich konnte den Protagonisten auf ihren unterschiedlich motivierten Wegen wieder folgen. Weiterhin bleibt sich Pala treu und erzählt einfach die Geschichte um seine drei wichtigsten Hauptdarsteller unbeirrt weiter. Dementsprechend rasant treibt die Geschichte auch vorwärts. Wie bereits beim ersten Buch erwähnt, bleiben die Personen ein klein wenig zu oberflächlich. Gleichzeitig erwähnte ich aber auch, dass dies in dieser Reihe nicht wirklich stört, denn ich denke, hier ist der rasante Schnitt und die dabei auftretende Action eher der Antrieb des Autors und somit der Geschichte.
Ivo Pala lässt in dieser Reihe viele Fantasy-Klischees aus dem Sack: Wir treffen auf sprechende Drachen, eine tyrannische Königin und deren Widersacher, sowie auf einen Krieger, der wohl einfach nur seine Sehnsucht nach einem fruchtbaren und schönen Alterssitz fröhnt.
Während der eine die Welt vor der Dunkelheit bewahren möchte, stoßen die anderen von einer kriegerischen Handlung zur nächsten. Action ist vorprogrammiert und ich will verdammt sein, wenn mir diese Darbietung einer Vielzahl an Klischees nicht einfach nur Spaß macht. Erneut konnte ich mich dem weiteren Geschehen nicht entziehen und musste ab und an aufpassen, bei der täglichen U-Bahnfahrt die für mich relevante Station nicht zu verpassen.
Man könnte dieser Reihe sicher einiges vorwerfen – lässt man sich aber darauf ein, erhält man eine rasante Fantasyfahrt, die genauso auch in einem Film funktionieren würde.
“Schwarzer Sturm” kommt zwar nicht ganz an den ersten Band heran, da hier die Dunkelheit keine wirklich große Rolle mehr spielt und auch der überzeugende Witz ein gutes Stück herunter gefahren wurde, nichts desto trotz hat mir der Band recht gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf schlussendliche Auflösung der ganzen Begebenheiten im dritten Band, der hoffentlich bald das Licht der Welt erblicken wird.
Jürgen Seibold/26.03.2017
Schwarzer Sturm: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Blogtour zu Michael Peinkofer: Tote Helden

Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können …

 

Der Autor Michael Peinkofer

Michael Peinkofer, 1969 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteur bei der Filmzeitschrift »Moviestar«. Mit seiner Serie um die »Orks« avancierte er zu einem der erfolgreichsten Fantasyautoren Deutschlands. Seine Romane um »Die Zauberer« wurden ebenso zu Bestsellern wie seine neue Trilogie um »Die Könige«.

Webseite: http://www.michael-peinkofer.de/

Was gibt es zu gewinnnen?

Verlost werden in jedem Blog unter allen Kommentator/-innen je eine Ausgabe von “Tote Helden”. Ihr werdet direkt von den Bloggern benachrichtigt. Die Regeln zur Teilnahme findet ihr immer bei den einzelnen Artikeln. Doppelte Gewinne und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Ablauf der Blogtour

29.03. Eva-Maria schreibt über das Motiv des Fremden auf Schreibtrieb
30.03. Mareike erforscht auf Bücherkrähe die Hintergründe der Religion in Astray
31.03. Cindy widmet sich auf Piranhapudel den Themen Schicksal, Bestimmung, Zukunft & Vorhersehung
01.04. Vanessa von Biblometasia löchert Lektor Carsten Polzin in einem Interview
02.04. Susanne berichtet auf Literaturschock von der Lesung auf der Leipziger Buchmesse

03.04. Jürgen unterhält sich hier auf Hysterika in einem Podcast mit Michael Peinkofer.
Vielen Dank an Michael Peinkofer und den Piper-Verlag für die Unterstützung und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an alle teilnehmenden Blogs.

Viel Spaß mit der Buchtournee!

Aleš Pickar: Kalion – Die lautlose Woge

© 2017 Periplaneta Berlin – Edition Drachenfliege
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-032-8
ca. 259 Seiten

COVER:

Die Neun Götter haben Kalion längst verlassen – nur der Stille Mahner am Firmament zeugt noch davon, dass die Welt einmal eine glücklichere war, bevor der Hochmut der Menschen sie zerstörte.
Seit Generationen sind die Völker des rauen Kontinents Neroê zerstritten. Im Norden wütet eine rätselhafte Krankheit. Die verwöhnte Prinzessin Linederion aus dem Ostreich soll an einen fremden Hof verheiratet werden, der gefallene Feldherr Gellen ist auf der Flucht, weil er sein Geheimnis nicht preisgeben kann, die ehemalige Sklavin Nelei will Rache nehmen und die Schwägerin des Königs von Kendaré spinnt Intrigen, um ihren unbeliebten Sohn auf den Thron zu setzen.
Doch sie alle ahnen nichts von der dunklen Gefahr, die sich im Westen zusammenbraut …

Aleš Pickar erschafft mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
Die lautlose Woge ist der Beginn einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman, der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Als ich gefragt wurde, ob ich mich diesem Werk aus dem Genre Fantasy annehmen möchte, musste ich erst einige Tage darüber nachdenken. Das liegt jedoch nicht daran, dass sich Kalion bei einem etwas kleinen – aber feinen – Verlag versteckt, sondern eher daran, dass dieses Buch seine fantastische Welt innerhalb von lediglich etwas über 250 Seiten ausbreiten möchte.
Das klingt so gar nicht nach den Gepflogenheiten innerhalb dieses Genres – hier werden doch immer Bücher geschrieben, die man auch locker als Waffe verwenden könnte, so dick sind sie jedesmal.
Nun also KALION mit einer reduzierten Seitenzahl und einem Autorennamen, der mir noch nie untergekommen ist.
Dafür kann der Autor jedoch nichts und somit musste ich dem Buch doch eine Chance geben. Kann ja sein, dass sich da etwas neues auftut.
Und genau das ist auch der Fall gewesen. KALION  ist dabei eingängig erzählt und scheut sich auch nicht vor Brutalität und Blut. Die von Pickar erschaffene Welt wird anhand von kurzen “historischen” Erzählungen am Beginn einiger Kapitel etwas tiefer dargelegt. Die grundsätzliche Zeichnung ist dabei natürlich etwas begrenzt, stört aber in diesem Fall keineswegs.
Man ist sofort mittendrin und fragt sich, wo das alles hinführen wird. Bereits nach einigen Seiten weiß man, welche Personen man nicht mehr missen möchte und fiebert ihren weiteren Erlebnissen entgegen.
KALION funktioniert bereits problemlos als nahezu abgeschlossener Roman – erfreulicherweise handelt es sich dabei jedoch keineswegs um eine kleine und dünne Fantasy-Eintagsfliege, sondern um den Auftakt einer dreibändigen Reihe.
Sicher, es strotzt vor Intrigen und dem recht typischen Kampf zwischen Gut und Böse. Dabei handelt es sich aber über eine erfrischend anders wirkende Erzählweise, die interessant wirkt und somit überzeugt.
Man darf sich als Fan dieses Genres so einem Werk keineswegs entziehen und somit muss man auch ab und an den Fokus erweitern und den vermeintlichen “Kleinverlegern” eine Chance geben. Ich glaube, die geben sich auch sehr oft besondere Mühe, da der Ruf sonst schnell ruiniert wäre.
KALION jedenfalls ist eine sehr interessante Welt voll interessanter Begebenheiten und ich freue mich schon auf die Folgebände.
Jürgen Seibold/18.03.2017
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Michael Peinkofer: Tote Helden – Die Legenden von Astray 1

©Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017
ISBN 978-3-492-70342-0
ca.528 Seiten

COVER:

Nach einer gewaltigen Schlacht ist das Reich Astray zerrissen. Getrennt durch einen schier unüberwindlichen Abgrund, haben sich die Völker des Kontinents entzweit. Auf beiden Seiten setzen zwielichtige Herrscher und religiöse Fanatiker alles daran, ihre Macht zu festigen. Der Sänger Rayan gerät auf seinen Reisen durch das unsichere Reich zwischen die Fronten: denn seine Lieder künden von Visionen über das künftige Schicksal Astrays, und allzu oft werden die dunklen Vorhersagen von Leid und Tod Wirklichkeit. Als der finstere Ordensmann Thorgon-Syn, Großexekutor von Morwa, auf seinen Missionen eine Spur des Schreckens hinterlässt, ahnt Rayan, dass ganz Astray dem Untergang geweiht ist. Nur eines könnte noch helfen: die Macht der Legenden, der sieben mythischen Helden von einst, die nach Meinung vieler nie existierten und nach Ansicht anderer zumindest längst tot sind. Aber was ist Wahrheit und was Erfindung? Besteht noch Hoffnung für Astray?

REZENSION:

TOTE HELDEN ist der erste Wurf von Michael Peinkofer in seiner neuen Fantasywelt Astray. Somit erst der Start der Legenden von Astray. Wenn man dies bereits auf dem Cover erkennt, stellt man sich schon vorab die Frage, ob man erneut etwas anfangen möchte, was zum heutigen Zeitpunkt noch nicht einmal ansatzweise beendet worden ist. Durch solche Reihen werden die eigenen Stapel ungelesener Bücher definitiv nicht dünner, denn sollte einem der erste Band gefallen, dann kann man sich dem oder den nächsten mit Sicherheit nicht mehr entziehen.
Nun, egal. Peinkofer konnte mich schon mit seinen Orks außerordentlich gut unterhalten. Dementsprechend war es nur ein sehr kurz aufflammender widerstreitender Gedanke entgegen seinem neuesten Werk.
Ehrlich gesagt hatte mich Peinkofer dann bereits im Prolog und noch mehr im ersten Kapitel, als Rayan zu singen begann.
TOTE HELDEN ist dabei nicht so humorvoll wie besagte Werke über die Orks – dennoch kann man sich dem Inhalt von Seite zu Seite nur noch schlecht entziehen. Sehr interessant dabei ist der Gedanke des Autors, einen anderen Ansatz zu fahren: In TOTE HELDEN sind die großen Schlachten schon längst geschlagen und Vergangenheit. Teilweise vergessene Vergangenheit und nur noch für die Erzählung von Legenden relevant. Was aber, wenn die besagten und totgeglaubten Helden der einzige Schlüssel sind, die aufkommenden Machtkämpfe und Unruhen in Astray wieder gerade zu biegen?
Selbstverständlich gibt es hier im ersten Band noch keine finale Antwort dazu – meines Wissens wird aber der Zeitraum zum Folgeband nicht zu lange sein und somit besteht Hoffnung für Astray.
Erneut hat mir der Schreibstil von Michael Peinkofer sehr gut gefallen – gleiches gilt auch für die außerordentlich gut durchdachte Geschichte in einer fast real wirkenden Welt.
Ich bin immer wieder erstaunt, welche Perlen es immer noch zu entdecken gibt – gleichzeitig freut es mich auch, dass es wohl noch genug Einfallsreichtum bei den Schriftstellern gibt, um dem geneigten Leser ausreichend Futter zur Hand reichen zu können.
Ergo: Mir hat TOTE HELDEN außerordentlich gut gefallen und ich nutze die Wartezeit auf Band 2, um dieses jedem zu empfehlen.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Tote Helden: Die Legenden von Astray 1 – KAUFEN BEI AMAZON

P.S.: Anfang April 2017 wird es hier einen Podcast geben, in dem mir Michael Peinkofer Rede und Antwort steht.

Michael R. Fletcher: Chroniken des Wahns

Originaltitel: Beyond Redemption
Aus dem amerikanischen Englisch von André Taggeselle
© 2015 Michael R. Fletcher
© 2017 Bastei Lübbe AG, Köln
ISBN 978-3-404-20863-0
ca. 608 Seiten

COVER:

In einer Welt, in der der Wahnsinn regiert, ist ein Leben nicht viel wert. Nicht einmal das eines Gottes …

In der Welt der Wahnwirker gibt es nur eine unumstößliche Wahrheit: Glaube ist Macht. Glaubt man nur fest genug an etwas, so wird es zur Realität. Und deshalb sind es die Wahnwirker, die hier die meiste Macht auf sich vereinen: Geisteskranke, deren Wahnvorstellungen so mächtig sind, dass sie wahr werden. Soziopathen, die so überzeugt von der eigenen Überlegenheit sind, dass ihr Umfeld ihnen dienen muss. Schizophrene, die sich in mehrere Körper aufspalten. Pyromanen, die mit nur einem Gedanken Feuer legen können. Männer und Frauen, die jederzeit kurz davorstehen, sich in ihrem Wahnsinn zu verlieren – und ihre Umgebung mit in den Abgrund zu reißen.

In dieser Welt kämpfen drei Fraktionen um das Leben eines Jungen: Ein Tyrann, der sich in ihm einen eigenen Gott erschaffen will, um selbst allmächtig zu werden. Ein Trupp Vagabunden, der diesen jungen Gott entführen will, um ein wahrhaft göttliches Lösegeld zu erpressen. Und ein Versklaver, der ihn benutzen will, um seine unbändige Gier nach Liebe zu stillen.

Es beginnt eine grausame Jagd, die am Ende nur Verlierer kennt – denn die Chroniken des Wahns werden mit Blut geschrieben.

REZENSION:

In diesem Buch ist wirklich alles und jeder wahnsinnig. “Die Chroniken des Wahns” stehen mit ihrer Idee fast alleine auf weiter Flur im Genre der Fantasy-Romane.
Allein aufgrund dieser interessanten Idee scheint sich das Buch bereits zu lohnen. Man darf dabei aber auch nicht zart besaitet sein, denn wer einen typischen braven Fantasy-Roman sucht, sollte von diesem Werk einfach die Finger lassen.
Man begleitet als Leser mehrere Fraktionen, die schlußendlich – durch diverse Begebenheiten – zum gleichen Ziel kommen möchten: Sie kämpfen aus unterschiedlichen Motivationen um das Leben eines Jungen mit besonderen Fähigkeiten.
Die Vagabunden mit ihrer schrägen und durchgeknallten Art hatten mir dabei am Besten gefallen. Mit diesen Protagonisten würde ich mich sehr gerne erneut in einem großangelegten Epos auf den Weg durch düstere Welten machen.
Alle anderen Beteiligten sind Wahnwirker, deren Macht beinahe unendlich scheint, dennoch angreifbar ist.
Michael R. Fletcher lässt in seinem Buch nichts unversucht und fügt eine schier unermessliche Zahl an Boshaftigkeiten, Problemen, Kämpfen, Soziopathen, Geisteskranke und was ihm sonst noch so einfiel ein und lässt diese nahezu ungebremst aufeinander los.
Durch diese Neuausrichtung des Genres hatte ich einige Zeit meine Probleme in das Buch eintauchen zu können. Nach und nach hatte sich das jedoch aufgelöst und insbesondere, wenn die Dreiergruppe – unter ihnen der weltbeste Schwertkämpfer – eine Rolle spielte, konnte der Autor mich überzeugen.
Nichts desto trotz war mir die anfängliche Vorgehensweise ein wenig zu verwirrend, was etwas zur Abwertung meines Gesamteindrucks führt. Ich bin mir nun jedoch nicht sicher, ob das ein Übersetzungsproblem ist, oder der Autor erst seinen Weg finden musste.
Nichts desto trotz handelt es sich bei “Chroniken des Wahns” um eine erfrischende Idee, die für ein wenig Abwechslungsreichtum sorgen kann.
Schlußendlich muss man sich hiermit jedoch selbst ein Bild machen, da dieses Buch mit Sicherheit polarisierend wirken kann und somit von absoluter Überzeugung bis zum Gegenteil beim unterschiedlichen Leser führen kann.
Aus meiner Sicht sehr schwer einzuordnen – obwohl ich die kuriose Truppe nahezu ungebremst in mein Herz geschlossen habe.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Chroniken des Wahns – Blutwerk: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Timothy Dawson: Eduschée – Erbarmungslose Welt

© Timo Leibig
ca. 315 Seiten

COVER:

Die junge Marla träumt von Abenteuern und der großen, weiten Welt. Als eines Abends das Gasthaus ihrer Eltern überfallen wird, werden die Träume zwar Realität, doch Marla verliert mehr, als ein Mensch zu geben hat. Sie schwört Rache und begibt sich zusammen mit dem mysteriösen Söldner Zacharias auf einen Rachefeldzug durch die Südmark.

Dabei kreuzen seltsame Gestalten ihren Weg, so geheimnisvoll wie das Land selbst: der Schattenjäger Bogdan, die blinde Hexe Misha, das Schubkarrengespann Wulff und Etzel, der beringte Ansgar, Wolly die Wildsau – und die Wächterin der Seelen höchstpersönlich.

Düster, bewegend und nichts für schwache Nerven – das faszinierende Fantasydebüt von Thriller-Bestsellerautor Timo Leibig alias Timothy Dawson.

REZENSION:

Es ist immer so eine Sache mit Pseudonymen. Sicher, heutzutage kann man es erheblich schneller herausfinden, wenn ein Autor einen anderen Namen verwendet. Aber gleichzeitig stellt sich mir die Frage, ob das wirklich notwendig ist. Würde es nicht ausreichen, wenn einfach das Genre genannt wird, damit die Thrillerfans des Timo Leibig nicht plötzlich mit einem Fantasyroman überrascht werden. Obwohl, vielleicht würde dann manch einer mal ein anderes Genre kennenlernen…
Na egal, in diesem Fall handelt es sich jedenfalls um das Fantasydebüt des bisher als Thriller/Krimi-Autor aufgetretenen Timo Leibig.
Da Timo Leibig als Timo Leibig immer sehr gut überzeugen konnte, stellt sich nun die Frage, ob das Timo Leibig auch als Timothy Dawson in einem gänzlich anderen Genre schaffen kann.
Eduschée geht dabei auch sogleich rasant los und man verfolgt eine detailliert beschriebene Folter bevor man in die eigentliche Geschichte eintauchen kann.
Die gezeichnete Welt wirkt dabei sehr realistisch, wenn man das Mittelalter als Bezugspunkt verwendet und dabei natürlich berücksichtigt, dass hierin natürlich eine erhebliche Anzahl an fantastischen Elementen eingefügt geworden ist.
Eduschée lässt sich sehr eingängig lesen und wirkt außerordentlich interessant. Teilweise bekommt man das Gefühl, ein wenig den Faden verloren zu haben – Dawson webt aber zum Ende hin wieder alles ordentlich zusammen.
Eduschée ist damit zwar ein Fantasyroman, der den Leser nicht mit seiner sagenhaften Story niederschmettert – wirkt dennoch als ein absolut gelungenes Debüt in einem doch recht schwierigen Genre.
Man kann sich somit diesem Werk uneingeschränkt widmen und vom Inhalt her stellt sich die Frage, ob da nicht noch weitere Bände folgen könnten oder werden.
Auf den Schreibstil bezogen bleibt sich Timo Leibig treu und versuchte hier keine besonderen Experimente. Dadurch ist der Roman – wie seine anderen Werke – sehr eingängig und flüssig zu lesen. Die Welt ist düster und brutal, die Ideen zahlreich. Den ein oder anderen Nebenhandlungsstrang hätte man eventuell noch nicht benötigt – oder aber, sie wären fester mit der grundsätzlichen Story verknüpft gewesen. Nichts desto trotz lassen sich diese sicher recht gut zur weiteren Verwendung heranziehen.
Grundsätzlich somit im Großen und Ganzen ein empfehlenswerter Fantasyroman.
Jürgen Seibold/18.03.2017
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Ivo Pala: Schwarzer Horizont

Originalausgabe Oktober 2016
© 2016 Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-51915-8
ca. 398 Seiten

COVER:

Eine Welt am Abgrund, ein namenloses Grauen und drei Helden, deren Schicksal in Dunkelheit liegt

Seit dem Weltendonner herrscht ewige Nacht. Asche verdunkelt den Himmel, die Welt wird immer eisiger, nichts wächst mehr. Menschen verhungern auf den Straßen. Andere verschwinden spurlos auf mysteriöse Weise – angstvoll wird von Wesen geflüstert, die die Nacht hervorgebracht hat …
Die Reiche Twyddyn und Milara führen einen erbitterten Krieg zu Land und zur See um die letzten Ressourcen und die Macht auf dem neu entdeckten, geheimnisvollen Kontinent Kutera.
In einem Sturm aus Schlachten und Intrigen müssen der Krieger Raymo, die Sklavin Lizia und der Mönch Ash ihrem unbarmherzigen Schicksal trotzen – oder mit ihrer Welt untergehen.

REZENSION:

Ivo Pala ging als Autor leider komplett an mir vorbei. Glücklicherweise sollte sich das ändern, denn sein Fantasy-Roman “Schwarzer Horizont” fand seinen Weg in meine vier Wände.
Angetan von der Coverbeschreibung und der dabei dargestellten düsteren Welt, widmete ich mich den ersten Buchstaben. Sehr schnell tauchte ich dabei in die Welt Ivo Palas ein und konnte gar nicht mehr loslassen.
Hauptsächlich folgt man den drei Hauptprotagonisten und ein jeder davon ist es wert, vom Leser verfolgt zu werden. Die in Dunkelheit herrschende Welt macht ihnen das Leben dabei noch ein wenig schwieriger, als es ohnehin oft in fantastischen Welten vorgenommen wird.
Sicher: Seine Figuren bleiben ein klein wenig blass in der persönlichen Tiefe. Nichts desto trotz macht das Buch unglaublich viel Spaß und man fühlt sich beinahe in einem actiongeladenen Film mit Höhen und Tiefen. Der Weg der unterschiedlich agierenden Hauptdarsteller führt dabei immer weiter zusammen, bis alles bei einem sehr interessanten Cliffhanger endet. Dieser Cliffhanger macht es einem natürlich nicht leicht, denn die Fortsetzung liegt noch nicht vor und am liebsten würde man gleich weiterlesen wollen.
Kurzum ein sehr eingängig und interessant geschriebener Fantasyroman, der definitiv nach mehr verlangt. Eine wirkliche Perle, dessen Figuren noch ein klein wenig mehr gezeichnet werden könnten, dabei aber trotzdem unwahrscheinlich gut funktioniert. Wahrlich ein Fantasyroman, der mir mal wieder richtig gut gefallen hat und für einige sehr unterhaltsame Stunden sorgen konnte. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung der DARK WORLD SAGA.
Jürgen Seibold/21.02.2017
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Markus Kastenholz: Rotjäckchen und der perverse Wolf

© 2016 Eldur Verlag, Aachen
ISBN 978-3-937419-22-0
ca. 192 Seiten

COVER:

Sechs Geschichten, von denen die titelgebende den größten Raum einnimmt.

Aber handelt es sich dabei nun um Fantasy, Horror, eine blutig-eklige Märchenparodie oder vielleicht irgendwie alles zusammen …? Wir können es auch nicht sagen, und das gilt für die meisten der anderen Geschichten ebenfalls.

Aufgrund der düsteren Stimmungslage und der vielen Hektoliter Kunstblut, die eine Verfilmung erfordern würde, haben wir diese Sammlung letztlich unter Horror eingeordnet, wohlwissend, dass sie eigentlich in keine Schublade passt. Außer in die eine große Hauptschublade unseres Verlags:

Bloß nicht langweilen.

REZENSION:

Die Geschichten von Markus Kastenholz verfolgen mich schon viele Jahre. Wenn ich mich nicht täusche, waren Kastenholz’ Werke mit die ersten auf dieser Homepage. Zumindest die ersten eines aufstrebenden Autors, die ich erhalten hatte.
Interessanterweise konnte er mich mit jedem seiner Bücher außerordentlich gut unterhalten. Mir fällt heute noch ein sehr lokal angehauchtes Werk namens “Breisgauer Geschichten” ein, bei dem zwar das Cover so gar nicht nach interessantem Inhalt aussah, jedoch der Inhalt genau das Gegenteil darstellen sollte.
Darüber hinaus gab es immer wieder einige Kurzgeschichten des Autors in verschiedensten Büchern, die immer für sehr gute Leser-Unterhaltung sorgten.
Nun also ein weiterer Band – diesmal veröffentlicht beim Eldur-Verlag, der ebenfalls schon seit Jahren von mir besprochen und somit gelesen wird. Auch hier gab es noch nie etwas Negatives zu verzeichnen.
Nun also ein Buch mit dem doch recht irritierenden Titel.
Wie sich aber herausstellen sollte, macht die Titelgeschichte einfach nur Spaß – man könnte zwar locker sagen, es ist einfach eine Neuinterpretation des netten Märchens; dies würde dem aber nicht gerecht werden. Ist die Idee doch außerordentlich interessant und irgendwie auch witzig in ihrer Ausführung.
Schon einmal ein sehr gelungener Start in diesen Kurzgeschichtenband.
Es gibt dann noch fünf weitere Geschichten, die durchweg die Qualität dieses Autors aufzeigen. Ein durchweg gelungener und ideenreicher Kurzgeschichtenband, der wirklich zu hundert Prozent überzeugt und für gelungene Unterhaltung sorgt. Ich kann somit dieses Werk wirklich nur empfehlen und ich bin jetzt schon gespannt, welche Werke Kastenholz noch so auf das Papier bringen wird.
Ach ja: Die letzte Geschichte “Der letzte Gast” kommt mir irgendwie sehr sehr bekannt vor. Ich werde bei dieser das Gefühl nicht los, sie bereits irgendwann schon einmal gelesen zu haben.
Sollte das wirklich der Fall sein, ist es aber auch egal, denn ich halte diese Story für einen absoluten Höhepunkt und mochte sie sicher bereits beim ersten Mal. Allein für die gelungene Idee ziehe ich bereits meinen Hut. Einwandfrei umgesetzt.
Schlussendlich ist dieser Kurzgeschichtenband simple gesagt einfach nur zu empfehlen.
Jürgen Seibold/18.02.2017
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J.R.R. Tolkien: Das Silmarillion

Originaltitel: The Silmarillion
Aus dem Englischen von Wolfgang Krege
© 1977 by George Allen & Unwin Ltd., London
© J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart 1978
vorliegende Ausgabe: ISBN 3-608-93245-3
ca. 510 Seiten

COVER:

Das Silmarillion erzählt von den Ereignissen des Ersten Zeitalters – jener fernen Epoche von Mittelerde, auf welche die Helden des Herrn der Ringe immer wieder in Ehrfurcht zurückblicken. (Und manche von Ihnen, wie Elrond und Galadriel, aber auch Sauron, haben sie miterlebt.) Es ist die Zeit der Elben, der Langlebigen.

In dieser Welt, wo noch nicht alle Wege krumm sind, entwickelt sich auch die Erzählung in mächtigeren Bahnen, als wir es seither kennen.
Melkor, der Meister des Verrats, raubt die Silmaril, in denen das Licht verschlossen liegt, das älter ist als die Sonne und Mond; und Feanor und seine Söhne, um sie zurückzugewinnen, sagen ihm einen hoffnungslosen Krieg ohne Ende an. Ein Erdteil von Geschichten kommt in Bewegung, Geschichten, die in den Liedern der Elben besungen und hier im Silmarillion erzählt werden.

REZENSION:

Vor langer Zeit – eine Ewigkeit, bevor sich ein gewisser Peter Jackson Gedanken über eine Verfilmung machte – ließ ich mich von Tolkiens sagenhaftem Werk, DER HERR DER RINGE, in die Welt Mittelerdes entführen. Nach diesem fantastischen Standardwerk folgte natürlich noch der Hobbit und im Anschluss dessen, fand auch Das Silmarillion seinen Weg in mein Bücherregal.
Irgendwie ergab es sich aber, dass dieses Buch lediglich unberührt sein Dasein neben den beiden anderen Werken fristete.
Vor kurzem nahm ich mir die Zeit und versuchte mich an diesem Werk. Sehr schnell stellte sich dabei heraus, dass es sich auch beim Silmarillion um ein durchdachtes Kunstwerk handelt. Hierin erkennt man sehr deutlich, wie weit die Gedankengänge Tolkiens zurück gingen, um seiner selbsterdachten Welt ein stimmiges Konstrukt zu geben.
Gleichzeitig ist Das Silmarillion aber nicht mit den beiden Romanen zu vergleichen und dies sollte man auch als geneigter Leser unbedingt beachten. Simpel gesagt: Ein sehr trocken erzähltes Werk und man fragt sich jedesmal, warum man ein Buch liest, dessen Inhalt frei erfunden ist, jedoch sich nur wie ein Sachbuch lesen lässt.
Ist man aber ein wenig an der (erfundenen) Historie Mittelerdes interessiert, bleibt einem fast nichts anderes übrig, als dieses Buch zu genießen.
Ich selbst war sehr zwiespältig: Zum Einen eine sehr trockene Lektüre, zum Anderen aber auch wahrlich interessant. Wenn man sich dabei auch noch gedanklich eher darauf einstellt, eine Art Bibel zu lesen, dann kann man den Wunsch nach Handlungsdetails auch etwas beiseite legen. Schafft man dies, eröffnet einem Das Silmarillion eine sehr tiefgehende Beschäftigung mit der Welt aus dem Herrn der Ringe.
Als Unterhaltungsroman somit nicht geeignet, als unerschöpfliche Quelle Mittelerdes jedoch ein Nonplusultra.
Jürgen Seibold/14.01.2017
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Tad Williams: Shadowmarch Band 2 – Das Spiel

Originaltitel: Shadowplay
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann
© 2007 Tad Williams
© 2007 für die deutschsprachige Ausgabe: J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-93718-3
ca. 815 Seiten

COVER:

Eine riesige Elbenarmee überschreitet wie befürchtet die Schattengrenze, und nichts scheint sie aufhalten zu können. Als Barrick in die Hände der heimtückischen Feinde fällt, ist Briony gezwungen, aus der Südmarksfeste zu fliehen. Unterdessen geht auch der Autarch, der wahnsinnige Gottkönig des südlichen Kontinents, zum Angriff über. Er will die Macht über den ganzen Norden und vor allem über die legendäre Südmarksfeste an sich reißen.
Ist es das Schicksal der Völker Eions, zwischen den Armeen der Elben und des Autarchen zerrieben zu werden? Wird es Briony gelingen, in der Fremde Unterstützung zu finden, um den Thron zurückzuerobern? Und ist Barrick der Herausforderung gewachsen, die ihn immer weiter in die Schattenlande hineinführt?

REZENSION:

Nachdem mich der erste Band des Shadowmarch-Epos von Tad Williams einigermaßen überzeugen konnte, blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als mich dem Zweiten zu widmen. Dabei hatte ich auch sogleich die Hoffnung, dass Tad Williams nun endlich etwas zur Sache kommt und mich – wie schon beim Drachenbeinthron – allumfänglich an die Seiten fesseln kann.
Weiterhin spricht mich sein Schreibstil sehr an und er erschafft es virtuos, seine Welt dar zu legen. Leider schreitet die Handlung nur sehr zögerlich voran und bis auf die Erlebnisse Brionys auf der Flucht gab es beinahe nichts, was mich in seiner Gänze überzeugen konnte.
Nichts desto trotz wollte ich diesem namhaften Autor eine Chance geben – wohl auch mit dem Hintergedanken, dass sich bereits alle vier Bände in meinem Besitz befanden.
Es ist prinzipiell auch immer als positiv zu betrachten, wenn ein Autor sehr tief in das Innenleben seiner dargestellten Personen eintaucht und diese vor des Lesers Augen ausbreitet. Dabei ist aber auch unbedingt zu achten, dass die Handlung einigermaßen rasant voranschreitet. Mich hat Tad Williams leider dabei verloren und ich kämpfte mich mehr und mehr von Seite zu Seite. Immer mit dem Blick auf noch weitere zwei bei mir befindliche Bände haderte ich gewaltig mit mir, ob ich es nun einfach bleiben lassen sollte.
Nachdem Literatur dieser Art mir aber eine gelungene Unterhaltung bieten muss und ich nur ungern Zeit aufwende, in der Hoffnung, es könnte ja noch besser werden, entschied ich mich nach 512 gelesenen Seiten doch, dieses Werk und somit auch seine Folgebände abzubrechen.
Schade, denn die grundsätzliche Story wäre sicherlich meines gewesen – die langatmige Aufarbeitung konnte mich aber nicht überzeugen.
Ich hoffe sehr, dass dies bei Otherland nicht auch der Fall sein wird, denn diesen Epos habe ich noch auf meiner zu lesenden Bücherliste.
Sollte wohl einfach nicht sein…
Jürgen Seibold/03.01.2017

Das Spiel (Shadowmarch, Band 2) – KAUFEN BEI AMAZON