Falk, David: Blutsbande – Krieger des Nordens 1

Originalausgabe Oktober 2017
© Piper Verlag GmbH, München 2017
ISBN 978-3-492-28160-7
ca. 557 Seiten

COVER:

Die Brüder Seran und Kayo entstammen einer Linie nordischer Krieger. Als Kinder wurden sie ihrer Familie entrissen, nachdem ihr Dorf vom Volk der Thebaner erobert wurde, aber daran erinnern sie sich kaum. Während Kayo als Sklave niederste Dienste verrichten muss, macht der junge Seran Karriere als Offizier im thebanischen Heer. Doch dann wird sein Bruder ermordet, und die Stämme des Nordens erheben sich zum Aufstand gegen das Kaiserreich. Seran muss sich entscheiden: Will er als Feldherr in die Fußstapfen seines thebanischen Ziehvaters treten oder sein Volk befreien?

REZENSION:

Bei David Falks erstem Band seines Epos mit dem übergeordneten Titel „Krieger des Nordens“ passt die Coverbeschreibung nur oberflächlich. Sicher, oberflächlich betrachtet scheint die Geschichte kurz abgesteckt zu sein – die handelnden Personen bekommen manches aber erst erheblich später mit.
Prinzipiell positiv, da man dadurch als Leser beinahe von anderen Voraussetzungen ausgeht. Für mich klang die Beschreibung auf dem Buchrücken fast nach einer Neuauflage von Conan – zum Glück ist das in keinster Weise der Fall.
Die Geschichte selbst lässt nichts neues im Genre der Fantasy entstehen. Dies sehe ich aber nicht als negativen Aspekt, da eine gänzliche Neuerfindung des Genres ja wirklich eher eine Ausnahme ist.
Man könnte dennoch dem Autoren vorwerfen, dass er es sich etwas einfach gemacht hat: Seine Story scheint sich viele Anleihen aus der vorhandenen Welt der Fantasyliteratur ebenso zu holen, wie auch aus dem Geschichtsunterricht unserer realen Welt.
Falks Weltenbau ist stimmig und beinahe typisch: Zwei konkurrierende Stämme, Nord gegen Süd.
Aber was solls – im Gegenzug dazu offenbart sich eine rundum flüssig und eingängig erzählte Geschichte, die vom Grundsatz her der puren Unterhaltung dienen möchte – und dies auch absolut überzeugend, spannend und an die Seiten fesselnd durchzieht.
In meinen Augen ein richtig gutes Highlight des Genres. Wie gesagt: Keine Neuerfindung – dennoch durch den überzeugenden Schreibstil eine Geschichte, die für rundum zufriedenstellende Unterhaltung sorgt. Mehr erwarte ich in erster Linie auch gar nicht. Lediglich die Zeit zum nächsten Band könnte kürzer sein, da man nach Beenden des Buches am Liebsten direkt darauf zugreifen würde.
Als kleines Fazit, ein gelungener Serienauftakt. Ich freue mich schon auf Band 2 und hoffe, dieser wird seinem Erstling in nichts nachstehen.
Jürgen Seibold/26.09.2018

 

Falk, Rita: Kaiserschmarrndrama

©2018 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26192-0
ca. 300 Seiten

COVER:

Und ob man das jetzt glaubt oder nicht, das Opfer liegt exakt auf meiner Runde, die wo ich mit dem Ludwig täglich durch den Wald lauf und immer unsere Zeit mitstoppe …

Im Wald von Niederkaltenkirchen wird eine nackte Tote gefunden. Sie war erst kurz zuvor beim Simmerl in den ersten Stock gezogen und hat unter dem Namen „Mona“ Stripshows im Internet angeboten. Der Eberhofer steht vor höchst pikanten Ermittlungen, denn zum Kreis der Verdächtigen zählen rasch auch ein paar ihrer Kunden, darunter der Leopold, der Simmerl und der Flötzinger. Und auch den Bruder der Toten, einen evangelischen Pfarrer mit seiner frommen Gattin, sollte der Franz sich besser mal vorknöpfen. – Harte Zeiten für den Franz, auch privat: Das Doppelhaus vom Leopold und der Susi wächst im selben Tempo wie Franz‘ Unlust auf das traute Familienglück. Der Rudi wird aus der Reha geworfen und quartiert sich im Saustall ein. Und zu allem Unglück droht dem Saustall die Abrissbirne!
Dann: die zweite Tote im Wald. Das gleiche Beuteschema. Ein Serienmörder? Zumindest ein Fall für die Soko Niederkaltenkirchen. Angeführt ausgerechnet von Franz‘ Lieblingsfeindin Thin Lizzy …

REZENSION:

Wer hätte sich damals zu Beginn dieser Reihe jemals denken können, dass die Geschichten um Franz Eberhofer einen so großen Hype auslösen werden?
Mittlerweile gibt es Filme dazu – die ich ehrlich gesagt nur zum Teil kenne – und zusätzlich noch Bücher zum Kochen oder einfach mit Alltagstipps der Oma.
Inhaltlich sind die Bücher sehr einfach gestrickt und triefen förmlich vor bayrischen Klischees. Aber: Exakt das macht es in dieser Reihe einfach aus und mittlerweile kann ich es schlichtweg nicht mehr abwarten, bis der jeweils nächste Band erscheint.
Nun liegt also bereits der neunte Fall aus Niederkaltenkirchen vor und erneut stellte sich mir die Frage vor dem Öffnen des Buches, ob Rita Falk noch ausreichend Ideenreichtum und interessante Kuriositäten aus besagtem Ort mit den ans Herz gewachsenen Personen vorweisen kann.
Und ja: Sie kann es auch im neunten Fall und abermals macht man es sich mit diesem Buch gemütlich und kann die Augen nicht mehr von den Seiten lassen.
Den einzigen Vorwurf den ich ihr leider machen muss: In diesem Buch gab es eine sehr traurige Begebenheit, über die ich jetzt nichts verraten möchte. Ein Vorwurf deshalb, weil es Rita Falk doch tatsächlich geschafft hat, mir als gestandenes Mannsbild die Tränen in die Augen zu bringen. Das musste doch nicht sein, oder? Obwohl, nach so langer Zeit ist das auch wieder nachvollziehbar – aber wie gesagt, gehe ich nicht näher darauf ein.
Kaiserschmarrndrama ist jedenfalls wieder einmal ein weiteres einwandfreies Häppchen und viel zu schnell war das Ende dieses Buches erreicht.
Ich kann jedenfalls nur hoffen, dass Band 10 nicht zu lange auf sich warten lässt (diese Bücher machen einen echt süchtig) und die Autorin noch genug Einfallsreichtum besitzt, um Niederkaltenkirchen nicht langweilig werden zu lassen.
Kurzum: Erneut eine Empfehlung der witzigen Art und weiterhin die einzige Krimireihe, die ich seit Band 1 lese und nahezu abgöttisch liebe.
Danke jedenfalls für die netten, unterhaltsamen Stunden.
Jürgen Seibold/06.03.2018

Kaiserschmarrndrama: Ein Provinzkrimi (Franz Eberhofer) – KAUFEN BEI AMAZON

Rita Falk: Weisswurstconnection

© 2016 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26127-2
ca. 303 Seiten

COVER:

… ‘zefix! Eine Wasserleiche im Heimatwinkel?

“Grundgütiger, der liegt aber schon ein ganzes Weilchen”, stellt der Doktor Brunnermeier gleich fest, wie er den Toten in der Badewanne des neuen Luxus-Hotels in Niederkaltenkirchen sieht. “Und wenn das hier ein Mord ist, Eberhofer, dann bröseln Sie grade den Tatort voll.”

Dabei sind Brösel nur der Anfang einer Reihe schwerwiegender Ermittlungspatzer in Eberhofers achtem Fall…

REZENSION:

Die Reihe um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer geht erfreulicherweise weiter. Nun liegt mit Weisswurstconnection bereits der achte Fall dieser sehr erfolgreichen und humorigen Krimis vor. Stellt sich natürlich die Frage, ob Rita Falk noch ausreichend Einfallsreichtum aufwarten kann, um sich nicht zu wiederholen und dem Lokalkolorit weiterhin etwas Neues hinzufügen zu können.
Ich war dabei recht zwiespältig, da der letzte Fall in meinen Augen schon ein wenig nachgelassen hatte. Dadurch überlegte ich einige Zeit, ob ich dem Franz noch eine Chance geben soll oder mich einfach anderen Werken widmen.
Nun, ich wagte es dennoch. Erfreulicherweise stellte sich dabei heraus, dass der achte Fall ausreichend ideenreich und witzig ist, um diese kleine Talfahrt vergessen zu machen.
Man entdeckt sich in diesem Werk endlich wieder schmunzelnd über die Seiten fegen und dementsprechend freut man sich, den Bürgern aus Niederkaltenkirchen wieder folgen zu können.
Natürlich handelt es sich hier keineswegs um hochtrabende Literatur – dies ist aber auch keineswegs der Gedanke hinter diesen Büchern. Einfach lockere Unterhaltung mit bayrischen Gepflogenheiten, die manchem kurios vorzukommen scheinen, für jeden Ansässigen aber fast normal wirken.
Kurzum bin ich der Meinung, dass Rita Falk mit Weisswurstconnection die kleine Schlenkerkurve bezwungen hat und ihrer Fangemeinde gerecht geworden ist.
Da kann man somit dieses Buch nur empfehlen und hoffen, dass die Autorin dem auch im sicherlich weitergehenden Leben Eberhofers noch gerecht werden kann.
Jürgen Seibold/18.03.2017
Weißwurstconnection: Ein Provinzkrimi (Franz Eberhofer) – KAUFEN BEI AMAZON

Rita Falk: Leberkäsjunkie

Falk_Leberkaes©2016 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26085-5
ca. 316 Seiten

COVER:

Schwere Zeiten für den Eberhofer. Franz’ Cholesterinwerte sind so hoch wie seine Laune im Keller. Dr. Brunnermeier rät: dringend auf Entzug! Das bedeutet: keine Warmen vom Simmerl, statt Schlemmerorgien bei der Oma nur noch Kaninchenfutter auf dem Teller. Nein, danke. Dazu macht die Susi ihm Stress mit dem Sprössling.
Knallhart durchorganisierte Besuchszeiten, in denen der Franz den kleinen Paul sehen darf, da kennt die Susi kein Pardon. Dabei hat der Franz sich nicht nur kopfüber in seinen Sohn verknallt, sondern auch einmal mehr in die Susi…

Und ausgerechnet jetzt steht er vor dem schwierigsten Fall seiner Ermittlerkarriere: Eine Tote im Fremdenzimmer von der Mooshammer Liesl, mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Wer ist diese Unbekannte? Und warum wollte sie jemand auf so grausame Weise aus dem Weg schaffen? Als ausgerechnet der Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht gerät, nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf. Natürlich nicht ohne seinen Birkenberger …

REZENSION:

Nach dem in meinen Augen etwas enttäuschenden sechsten Fall unseres beliebten Ermittlers aus Niederkaltenkirchen liegt nun mit Leberkäsjunkie der siebte vor. Wie der Titel schon sagt, steht hier Franz mit seiner Leberkässucht im Vordergrund, wird er doch vom Arzt und demzufolge hartnäckig auch von der Oma auf Diät gesetzt, da seine Cholesterinwerte ins uferlose gestiegen sind.
Franz vesucht natürlich alles, um seiner Sucht weiterhin frönen zu können – während die Oma dafür sorgt, dass dies nur begrenzt funktioniert. Rita Falk stürzt sich im ersten Drittel dieses Buches fast ausschließlich auf den Gesundheitszustand und dem Privatleben ihres Protagonisten. Ab und an wird das beinahe zu viel – jedoch lebt gleichzeitig die gesamte Reihe am Meisten durch die privaten Erlebnisse des Franz. Die Fälle sind das polizeiliche Beibrot, denn die Mundwinkel des Lesern zogen sich am häufigsten innerhalb des Hofes der Familie Eberhofer nach oben. Nichts desto trotz gibt es natürlich auch im siebten Band einen Mordfall und dieser findet erfreulicherweise in Niederkaltenkirchen statt. Der nach München versetzte Franz macht sich als Kenner der Niederkaltenkirchener Umstände an die Ermittlung und lässt natürlich den Birkenberger nicht aussen vor.
Im Gegensatz zum sechsten Fall scheint Rita Falk hiermit die Kurve bekommen zu haben, denn Leberkäsjunkie wirkt erheblich frischer, lebendiger und interessanter als der Vorgängerband. Der Mordfall ist nicht ohne und spätestens nachdem sich der Papa in eine Mordverdächtige verschaut, spitz sich die Lage mehr und mehr zu. Die Auflösung ist gut durchdacht, nicht gerade vorhersehbar und plausibel vermittelt. Das Schmunzeln konnte wieder öfter stattfinden und somit fühlt man sich als Leser wieder wohl in Niederkaltenkirchen. Wenn wir von einer Berg- und Talfahrt sprechen wollen, scheinen wir uns wohl wieder auf dem Wege nach oben zu befinden und ich kann mich uneingeschränkt auf den sicherlich noch kommenden nächsten Fall aus Niederkaltenkirchen freuen – immerhin wird dort ein Hotel gebaut…
Jürgen Seibold/20.02.2016
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Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott

Falk_Zwetschgen©2015 Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-26044-2
ca. 272 Seiten

COVER:

Zuerst war da dieser Damenfinger im Schnabel einer Krähe. Zu dem Finger gehörte dann die Dirndl-Leiche im Schlachthof-Container. Jetzt zwei junge tote Dirndlträgerinnen im Neubaugebiet Freiham. Ein Mordsstress ist das in der Löwengrube. Und das ist noch nicht alles. Nur noch mal so zur Erinnerung: Da haben wir also Burschenabschied gefeiert in Niederkaltenkirchen mit dem Simmerl und dem Flötzinger und dem Wolfi. Und irgendwie hab ich mich sogar ein bisserl gefreut auf die Hochzeit mit der Susi. Jetzt ist es natürlich verdammt schade, dass ich die dann ausgerechnet verschlafen habe. Weil ich saudummerweise nach einem Spaziergang in den frühen Morgenstunden auf so einem blöden Hochsitz eingeschlafen und viel zu spät aufgewacht bin. Die Susi war zuerst stocksauer und dann auch ziemlich schnell auf und davon mit diesem Lamborghini-Deppen. Himmelherrgottnochmal, wie soll man sich denn da auf diese Wiesnmorde konzentrieren, wenn’s privat gerade Kuhfladen schneit?
Drei Wiesnmorde in München, ein Bürgeraufstand in Niederkaltenkirchen – und dann diese verfluchte Sache mit der Susi. Als wär das nicht genug, straft die Oma ihren Franz mit Nichtachtung. Kein leichter Fall diesmal für den Eberhofer Franz. Gut, dass zumindest der Birkenberger Rudi zu ihm hält.

REZENSION:

Als treuer Leser der sehr witzigen und eingängig erzählten Erlebnisse des Franz Eberhofer aus dem kleinen und beschaulichen Dörfchen Niederkaltenkirchen in Niederbayern, freute ich mich natürlich schon sehr auf eine Fortsetzung der berühmt gewordenen Reihe von Rita Falk.
Nun lag also der sechste Fall vor mir und ich freute mich unbandig auf den Franz, die Oma, den Papa, die Sushi und den ganzen anderen Bürgern dieses Dorfes.
Zwetschgendatschikomplott geht auch gleich interessant los, denn dem Birkenberger Rudi wird von einer Krähe ein Finger auf seinen Balkon gebracht – und so ein Finger macht sich ja nicht einfach mal von alleine auf den Weg in die weite Welt; da muss es doch auch nicht unerhebliches Anhängsel geben, welches eventuelle sogar noch vom Leben verlassen worden ist. Quasi eine Leiche.
Der Franz und der Rudi machen sich auch sogleich auf die Jagd und schon befinden wir uns erneut auf dr Jagd nach dem Mörder. Rita Falk bleibt sich auch diesmal treu und somit gibt es ausreichend Stops in Niederkaltenkirchen, die den Franz herausfordern und auch wieder einmal bayrisch nachvollziehbar sind, sowie zum Schmunzeln einladen.
Nichts desto trotz konnte mich Zwetschgendatschikomplott nicht in diesem Maße überzeugen, wie seine Vorgängerbände. Die gesamte Geschichte bleibt leider ohne nennenswerte Höhen und Tiefen – somit “plätschert” sie einfach nur so dahin. Vielleicht ist Franz hierin zuviel in München, da die bisherigen Geschichten ihren Fokus doch hauptsächlich in Niederkaltenkirchen hatten. Ganz greifen lässt sich das Gefühl jedenfalls nicht, denn die Ideen scheinen noch vorhanden zu sein. Es wirkte aber alles recht schnell gestrickt, ein wenig blass erzählt und somit stieg keine umfängliche Lesefreude auf. Nichts desto trotz ist natürlich auch dieser Band eine leichte Nebenbei-Unterhaltungslektüre, die man als Freund dieser Reihe natürlich nicht missen möchte – wird aber Zeit, dass der Franz wieder seinen Wirkungskreis aufs Land legt.
Jürgen Seibold/20.02.2016
Zwetschgendatschikomplott: Ein Provinzkrimi (dtv premium) KAUFEN BEI AMAZON

Rita Falk: Sauerkrautkoma

Falk_SauerkrautOriginalausgabe 2013
© 2013 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24987-4
ca. 266 Seiten

COVER:

Der Franz hat seinen Sessel in der Münchner Löwengrube noch nicht mal richtig angewärmt, da geht’s auch schon los mit der großstädtischen Kriminalität. Erst wird dem Papa sein Admiral geklaut, und als man den wiederfindet, liegt darin die Leiche einer jungen serbischen Frau. Offenbar erwürgt. Die ersten Spuren führen nach Grünwald, wo Franz Eberhofers alter Spezi Birkenberger sich wieder einmal g’scheit nützlich machen kann!

Doch damit nicht genug: Seit Franz’ Bruder Leopold, die alte Schleimsau, diesen Karl-Heinz in Niederkaltenkirchen eingeschleppt hat, muss der Franz sich tatsächlich was überlegen, damit die Susi ihm nicht wieder stiften geht. Aber ein Heiratsantrag ist nichts, was dem Eberhofer so leicht über die Lippen geht…

REZENSION:

Nun ist er da, der fünfte Fall des Niederkaltenkirchner Ermittlers Franz Eberhofer.
Ein wenig ist man schon besorgt, ob die Autorin weiterhin noch problemlos das Schmunzeln auf des Lesers Lippen zaubern kann und dabei nicht bloß einen Abklatsch ihrer selbst vorlegt.
Aber die Sorge ist absolut unbegründet – Rita Falk schickt ihren Ermittler in die Großstadt nach München und plagt ihn mit einer Vielzahl an privaten Problemen, womit abermals genug Stoff vorhanden ist, um sowohl ironisch, lustig und ab und an auch ein wenig emotional bis tiefgehend eine weitere Episode aus Eberhofers Leben zu erzählen.
Erneut gibt es nichts zu monieren bei ihrer Gschicht und scho wieder gfrei i mi unbandig auf den nächstn Fall, der ja hoffentlich boid kimmt.
Für nicht-Bayern: Ach, ich liebe diese Geschichten um den Eberhofer Franz.
Jürgen Seibold/21.10.2013

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Rita Falk: Griessnockerlaffäre

Originalausgabe 2012
© 2012 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24942-3
ca. 240 Seiten / € 14,90

COVER:

Da stehen also diese sechs Hanswursten vom SEK in unserem Hof, bewaffnet bis an die Zähne, und wollen mich abführen. “Seid’s ihr alle narrisch worden?”, schreit die Oma aus Leibeskräften und schwingt den Besen. “Lasst’s gefälligst meinen Buben in Ruh!”
Wie ich rauskomm, steht die Oma handgeschellt vor mir und schimpft wie ein Rohrspatz. Ausschauen tut sie eigentlich auch so. “Macht’s ihr die Achter runter, aber hurtig”, sag ich erst einmal relativ unfreundlich. Zuerst mögen sie ja nicht recht. Wie die Oma aber loswatschelt und Schienbeintritte verteilt, geben sie schließlich nach und machen ihr die blöden Handschellen wieder ab…
Dann erfahr ich, man kann es kaum glauben, dass ausgerechnet der Barschl, mein über alles geliebter Vorgesetzter, heute früh mausetot im Polizeihof gefunden wurde. Mit durchgeschnittener Kehle. So wie’s ausschaut, war ich der Letzte, der ihn noch lebend gesehen hat. Und das ist halt jetzt saublöd. Besonders, wo wir uns so gar nicht im Guten verabschiedet haben, der Barschl und ich…

REZENSION:

Üblicherweise bin ich ja eher kein großer Freund von Krimis – viel zu oft ähneln die sich in ihrer Handlungsweise zu sehr und schaffen es nicht, mich wirklich vorm Ofen hervorzulocken. Bin ich doch eher auf Spannung fixiert und brauch was zum Nägelbeißen. Es gibt somit nicht viele Krimiautoren, die es schaffen mich vorm besagten Ofen hervor zu locken – Rita Falk ist hier definitiv eine davon! Gut, sie schreibt so gut wie spannungsfrei – aber trotzdem kann man ihren Output über die Vorgänge im niederbayrischen Niederkaltenkirchen nur lieben und dementsprechend ist man gezwungen, jede Seite über das Leben des Kommissars Eberhofer förmlich zu fressen – quasi ein menschgewordener Bücherwurm, der sich durch die jeweiligen Bände frisst.
Diesmal ist Franz höchstselbst der Hauptverdächtige eines Mordes – wurde doch sein in Landshut stationierter Vorgesetzter auf brutale Weise ermordet – dummerweise war Franz der Letzte, der ihn gesehen hat und davon abgesehen, handelte es sich auch noch um sein höchstpersönliches Messer, mit dem der Mord begangen worden ist.
Klar, dass sich Franz genötigt fühlt, diesen Fall so schnell wie möglich zu lösen… und schon ist man mittendrin in einer erneut absolut gelungenen, bayrischen, provinziellen Geschichte, deren Ende viel zu schnell zu kommen scheint.
Schmunzelnd blättert man von Seite zu Seite und manch einer wird kopfschüttelnd davor sitzen und vieles für unglaubwürdig betrachten – dies kann ich aber definitiv verneinen, da wir hier in diesem etwas anderen Freistaat definitiv so sind – hier ein wenig zugespitzt – aber nichts desto trotz erkenne ich in der Oma oft genug meine eigene Oma wieder und genau das liebe ich so sehr an den Geschichten um Franz und seinem Umfeld.
Ich kann jedem dieses Buch nur ans Herz legen und freue mich schon unbandig auf den nächsten Fall des Eberhofer Franz’.
Jürgen Seibold/04.10.2012

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Rita Falk: Winterkartoffelknödel

Ungekürzte Ausgabe 2012
(c) 2010 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ISBN 978-3-423-21330-1
ca. 235 Seiten / € 8,95

COVER:

Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der Münchner Polizei quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifegänge führen ihn meist direkt zum Wolfi auf ein Bier oder zurück an den Esstisch seiner stocktauben Großmutter. Erstklassig erholsam, bei all dem Zoff mit seinem hanfanbauenden Vater, der den Franz mit Beatles-Dauerbeschallung noch in den Wahnsinn treibt. Und manchmal muss der Franz auch in ziemlich grausligen Fällen ermitteln. Wie zum Beispiel in der Sache mit den Neuhofers  …

REZENSION:

Nachdem ich bereits die beiden Folgebände DAMPFNUDELBLUES und SCHWEINSKOPF AL DENTE geniessen durfte, konnte ich bereits Franz Eberhofer – den Dorfpolizisten aus Niederkaltenkirchen – bei seinen Ermittlungstätigkeiten zur Seite stehen.
Der erste Fall Eberhofers steht seinen folgenden Bänden auch in nichts nach und somit ist man abermals über den Witz in diesen Geschichten erstaunt.
Irgendwie ist es aber so, dass man bei diesen Büchern zum Einen mit einem Lächeln auf den Lippen den Fortgang der Geschehnisse begleitet – zum Anderen hat man aber als bayrischer Mitbürger durchweg das Gefühl, dass es vielleicht doch nicht so lustig ist – vielmehr sind wir doch eher so auf dem Land.
Somit sind bei Rita Falks Bücher doch nur die Kriminalfälle Fiktion – das provinzielle Leben jedoch kenn ich irgendwie von meiner Oma und somit ist da nix erfunden…
Am Schluss ko ma eigentlich bloss no sogn, dass a jeder Band vo den Eberhofer-Biacha einfach guad zum Lesn is und vui Spaß macht.
Somit bloabt oam nix anders übre ois olle Biacha nachanand zu lesn…
Pfiat Eich!
Jürgen Seibold/22.04.2012

 

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Rita Falk: Schweinskopf Al Dente

Originalausgabe 2011
(c) 2011 Deutsche Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ISBN 978-3-423-24892-1
ca. 240 Seiten / € 14,90

COVER:

Anruf von der PI Landshut beim Eberhofer Franz. Dr. Küster, zu fünfzehn Jahren Haft wegen Mordes verurteilt, ist aus dem Gefängnis entflohen und muss rasch wieder eingesammelt werden. Doch obwohl der Franz dem Küster quasi schon auf der Spur ist, geschehen merkwürdige Dinge in Niederkaltenkirchen: Das halbe Dorf wird nach dem Verzehr von Omas Rotweinkuchen im Krankenhaus eingeliefert, Termiten belagern das Büro vom Franz, und wer ist bitte dieser “Cousin”, mit dem die Gattin des Richters in Bad Wörishofen gesehen wurde? Dem Franz wird der ganze Stress zu bunt, und so macht er sich auf an den Gardasee. Währenddessen läuft Dr. Küster noch immer frei herum …

REZENSION:

Wissens, ich bin ein reinrassiger Oberbayer und hab so meine eigenen Erfahrungen mit den dramatischen Geschehnissen in den Käffern dieser Welt. Nun wunder ich mich natürlich schon ein bissal, warum so viele Kritiker die Bücher von der Rita Falk so hinstellen, als ob sie uns Bayern damit was antun möchte. Ehrlich gsagt, versteh ich des net, weil, ich überleg schon andauernd, ob des jetzt nun eine Situationskomik ist oder ob des einfach nur die Wahrheit ist – Wissts Leut: genauso geht’s zu in den Dörfern des Südens! Hier is einfach die Welt noch a bissal anders aber trotzdem schwer in Ordnung!
Somit kann auch der dritte Band um den kriminaltechnischen Oberspezialisten Franz Eberhofer uneingeschränkt empfohlen werden. Der Witz ist zwar nicht mehr ganz so reinfliegend, wie im zweiten Band – aber es gibt noch genug Momente, auf die man aufmerksam machen sollte: z.B., wie der Pfarrer vom Franz rausgeschmissen wird, weil die Oma zum Ersten nicht stirbt und außerdem dann ausgstopft auf’d Couch kommt oder gar der Italien-Trip, die Wallfahrt, der … und die.. und noch … außerdem … ach ja… und dann auch noch ….
Aber: Lass’ma des einfach, lests des Buach und ich verweis hiermit auf eine Co-Autorin, die direkt aus dem tiefsten Niederbayern kommt, das Buch glesn hat und mir eine kurze Kritik dazu geschickt hat:

Einwandfreies Buch, da gibt’s nix zu deuteln. Fast so gut wie der Kartoffelsalat von der Oma.Die Handlung? Ja mei, ein niederbayerischer Provinzkrimi halt, aber auf die Handlung kommt’s ja eigentlich auch gar nicht an. Vom Witz her ist es eher ein bisserl schwächer wie die zwei Vorgänger, aber immer noch einwandfrei und ein echter Schenkelklopfer. Da würd ich sogar den Schweinsbraten von der Oma dafür stehenlassen….. Oder das Rahmgulasch…. Oder die Leberkäs-Semmeln vom Simmerl.
Jürgen Seibold feat. Andrea Dalle Molle / 16.12.2011

 

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Rita Falk: Dampfnudelblues

Originalausgabe 2011
(c) 2011 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24850-1
ca. 255 Seiten / € 14,90

COVER:

Gerade läuft’s für den Eberhofer mit der Susi recht fesch, sein heimischer Saustall ist so gut wie fertig eingerichtet, da überschlagen sich die Ereignisse in Niederkaltenkirchen: Realschulrektor Höpfl liegt tot auf den Gleisen! Gut, der Höpfl war immer schon ein Miststück. Aber muss er deshalb erst verschwinden und sich dann auch noch direkt auf die Gleise legen? Ist er’s überhaupt? Die einzige Angehörige ist Höpfls Schwester, die den abgetrennten Kopf schließlich identifiziert. Selbstmord? Mord? Mal wieder Stress pur für den Franz: nicht nur, dass die Susi sich so mir nichts, dir nichts nach Italien absetzt. Im Fall Höpfl tauchen immer mehr Verdächtige auf, und zu allem Überfluss soll er jetzt dauernd auf den zwergnasigen Balg seines Bruders aufpassen.
Glücklicherweise sorgt zumindest die Oma für sein leibliches Wohl, so dass der Franz dampfnudelgestärkt in einen nervenzerfetzenden Showdown geht.

REZENSION:

Als mich das neue Werk von Rita Falk mit dem Titel „Dampfnudelblues“ erreichte, musste ich zwar ob der Coverbeschreibung etwas schmunzeln, legte es aber trotzdem erst einmal ein wenig zur Seite. Was soll ich auch mit einem regional angesiedelten Provinzkrimi? Insbesondere, da ich über bayerische Eigenheiten nicht unbedingt lachen kann – bin ich doch ebenfalls von dieser Sorte und dadurch selbst Kenner aller Klischees …
Nun gut, irgendwie habe ich mich dann doch einige Zeit später dazu entschlossen, ein Auge zwischen die Buchdeckel zu werfen – irrsinniger weise war es ab diesem Augenblick um mich geschehen.
Es kam schon länger nicht mehr vor, dass ich während einer Lektüre nicht nur schmunzeln konnte, sondern sogar einige Passagen dringend meiner holden Partnerin vorlesen musste.Ich möchte jetzt bewusst hier keine Zitate einbauen – aber ein kleiner Hinweis sei gestattet: Dampfnudelblues steckt voll Situationskomik, bei der ich mich frage ob auch „landesauswärtige“ – also Nicht-Bayern – mit den kleinen Spitzfindigkeiten klar kommen. Rita Falk beschreibt nicht nur ein sehr reelles bayerisches Dorfbild, sondern baut auch die Sätze in der bayerischen Eigentümlichkeit auf. Weil, es ist zum Beispiel grammatikalisch nicht ganz sauber, wenn ein Satz mit „Weil“ anfängt.
Die ungefähren 250 Seiten musste ich in nahezu einem Zug verschlingen – dies allein ist bereits ein Gradmesser ob der Qualität des Inhalts.
Ich persönlich bin nun ein wenig enttäuscht, dass der erste Fall Eberhartingers an mir vorbei ging – aber was soll’s, der Zweite hat mich durchweg überzeugt und somit lässt sich nichts vermissen.
Ein bayerischer Krimi, der rundum zu Empfehlen ist und sicherlich jedem die Mundwinkel mehrmals nach oben ziehen lässt.
Jürgen Seibold/01.06.2011

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